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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1922-02-17 · Heft 4 (17.2.1922) · p. Seite 37

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
86 (1922)
Issue
Heft 4 (17.2.1922)
Date
1922-02-17
Page
Seite 37 (sequence 5)
Language
German
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Diplomatie ein größeres 'JJJaf? mutiiU'e oiiitiiUit>c an den Za$ lege»:, als zuvor." Tr. Walter Wa t h c n a u steht heute im .v>. Lebensjahre und hat als Ingenieur, Kaufmann. Industrieller und Schriftsteller eine ganz lmgewöhnlich crfolnvetci}e Laufbahn hinter sich. Tr. Nathenan ist kein Streber: man w.is; auch, dast seine Berufung auf den ebenso ehrenden wie vcrmNworrnngsvollen Posten nicht aus Liebe für ihn, sondern aus der schweren Not der Stunde erfolgt ist. und er hat mit der Uebernahme dieses Amtes nur seine staatsbürgerliche Pflicht erfüllt. Nathenans Stellung in Deutschlands neuerer (beschichte erinnert an T'Israeli-Beaconsfield, nur war dieser bloß jüdischer Abstammung, wahrend der Minister des Aeustern, Tr. Walter Nathenau, seiner jüdischen (Glaubensgemeinschaft in unvorbrüchlich?r Treue anhängt. '* In Pfarrer-- und Lehrerkreiseu wird jetzt eine heftige Agitation für „Deutsches Ehristentum" und gegen die Uebernahme der jüdischen Elemente der Religion betrieben. Ter „Neichsbote" veröffentlicht neuerdings eine ganze Neihe derartiger Zuschriften. Interessant ist der Brief eines Strrdienrates. Niedlich, vom Dichte- Gymnasium. der erklärt, das; ein ehrlich deutsch empfindendes Derz gegen die alttestameutlich-jüdifche Sittlichkeit den stampf aufnehmen müsse, und das; es darauf ankomme, die ..deutsche stirche von jüdischen (Götzen zil reinigen". 2o schreibt ein deutscher Illgenderzieher, der vielleicht auch-jüdische Schüler unterweist! * Teutschvöltisches Schach. In der „Teutschen Zeitung" liest man die erschütternde Mitteilung. das; neun Schachvereine in kleinen Städten der Mark 'Brandenburg sich auf dentschvolkncher Grundlage zu einem Märtischen Schachbunde .zufammengeschlosien haben. Zweck des Bundes ist: I. Bekämpfung des jüdischen Schacht spiels. Wollen mm diese Schachvereine. bemerkt der „Vorwärts" treffend. das Schachspiel überhaupt alr etwas Jüdisches bekämpfend Lder worin unterscheidet sich das jüdische von dem arabischen Schach? Wollen etwa gar die Herren vom Märkischen Schachüund mit den jüdischen Schachmeiitorn Laster. N::din- Itetn. Tarrasch und Miese) kämpfen und diesen -eigen, daß ihr arischer Geist doch überlegen ift^ Oder wollen ne umgekehrt Schachspielen mit Juden vermeiden, aus Angst, dast der jndifäe Gegner etwa dosier Schach spielen konntet Wird i'brig.ns auch in den deutschvvlkischen Schacht! ubs der stonig matt ge letzt? * Auf der in Güttingen um 1". und 17. Januar statt gefundenen Tagung des >>ruprausscliusses der „Deutschen Studentenschaft" wurde die neue Verfassung einstimmig be schlossen, nach der die ..Teutsche Stil denken schuft" <rlle Studie rcndeu der reicb^dLntschen Hochschulen und der Technik in Danzig reichsdeuk^er und österreichischer Staatsangehörigkeit und auf Antrag auch anslandsdeutscher Herkunft umfaßt. Tamit wurde iür diese Hochschulen in der Judenftage der R a f f c n?t a n $ r u ri f t restlos aufgegeben. Da die österreichische dc^'charische Studentenschaft hartnäckig auf dem Nasfenstandpur'kr tcharrte. so ergab sich die Unmöglichkcir des Vervle^nsder österreichischen Hvchschüler in der .Denk schon Srudenren'ck>rft". * - Nach einer Mirrcitung des Berliner Bureaus der Exekutive Züdischen fskonrererr; hat diese von der Sowjetregierung die Erlaubnis erhalten, einen Telegierten als Begleiter der für die Lpfer der Hungersnot in Südrustland bestimmten . Lebensmitteltrans- Porte nach Nnfrland zi» entsenden. der die stontrolle über die Verteilung übernehmen wll. Diese Erlaubnis ist vor allem darum bedeutungsvoll. weil ne der erste Schritt ist zur Verpflanzung der Hilistätigkeit der Jüdischen Welthilsskonserenz riach Svwjetrusrlaud. die bisher infolge der .stommumüerung des Wohlfahrtswestuls unmöglich gewesen war. 'Wie verlautet, stehr übrigens die Lignidation der stommuninerung der Hilfsrärigkeit unmittelbar bevor. * Ukraine. Wie ei!? LemOc'.g berillllet wird, hoben die Belvobner der vom lebten ätustnnd in der Ukraine \u tl o t o i r. t i : e 11 e n Städte. fiel) au die chndcn er'atz go»vnn0t, da ne vollständig ruünerr feien. Tie Sowjelregic rung da: dies Ansuchen zarüchgc' wiest'«, jedoch eine Registrierung der Schaden vorgenommen. laut welcher diese Millionen Anbei in Gold betragen. .1. P. Z. * Arbeiten des Komitees der jüdische« Tclcgationcn während der l6. Tagung des Völterbundrates. Tie letzte in Genf stattgemndene Sitzung des Bölkerbundrakos hatte über verschiedene Probleme, welche von entscheidender Bedeutung nie Die jüdischen Bevölkerungen ree* n- und Mitteleuropas sind, zu bestimmen. ::irn der in der freien Stadt Danzig roohnenden Siiuar-'on Minderheiten Lettlands', r. Tie natrona^- Ä^wnomio der Inden Litauens. Eine spezielle bestehend aus den -Herren L. M v tz k i n. Generalst'krcrar des .»Lemnces der jüdischen Telegationen. M. Aleiui toi. stcllvertrerender o<neralstkretär. und dem ständigen Vertreter des stemit.es nt Gen» wurde vom genannten stvmilee beauftragt. Ch judistt)eu Inrer^<n ui den oben erwähnten fragen zu verteidigen. In A.:rv.rrall.r ü*:tl daß das Tanzrger Eilwürgerungsgesetz in äusterordentticheur Maße die Interessen der seit Jahrzehnte« in der der Schaden bau vt? fiii; i \ u» Juden. Sororetregv. rung »regen Lord Reiding, der Oi.vkönig von Indien. Tievo:. deutfchnationalen Blattern verbreitete Nachricht. vastLrdAcaorn r und der Staatssekretär von Ind:en ±'l o n ta.zu e. beide a«stn-,:wgstreue Juden, von ihren -Aemtern zurückgelreren sind, enlsprfch: ni.r-r d«7Ta:saLdeu. schiedener Staarerr Tiose Probleme l. Tie Natural Ausländer:

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