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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1922-02-03 · Heft 3 (3.2.1922) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
86 (1922)
Issue
Heft 3 (3.2.1922)
Date
1922-02-03
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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_fi&-3abraana<Jgr._l Berlin, 3. Februar 1922 Vk V-V Vk vUlVlilMvUMi'V'« Beilage zur „NUgemelnen Leitung des Judentums". Korrespondenzen und Aachrichtea. Skutschland. &&& Berlin, 31. Januar. An Verein für jüdische (beschichte und Literatur knelt am L6. d. M. Ovcrkantor Wilhelm Klein einen Vortrag über jüdisch-' Volkslieder und s,.ng dann mit Klavierbegleitung eine Reihe auserlesener Lieder. In knapper, aber treffender Torrn gab der Vortragende einen geschichtlichen Ueberblick über Entwicklung und kulturelle Bedeut', ng des jüdischen Iargvnliedes 7-:7d drb 5-e'oktders deroor. rvelch nnaeahnte Hülle von jüdischem Tc^lenleben aerade durch den jndischrn Jargon in diesen Liedern -"::r Ausdrirct gebracht w'rd. Nachdem Herr Klein üb-.'r Motiv und Mrl-cn der einzelnen Lieder interessante Erläntcrnngen gegeben batte. konnten d'c zahlreichen Zuhörer dein Vortrag? der Lieder verständnisvoll folgen, und es war ein voller Genuß. Denn das Programm entb-elt eine Ansleie iehr schöner, sowohl ernster wie h'.'nwr:n ktex Lcdcr und Herr Klein war an diesem Abend bei besonders .rutcr Tisprsirion. Tie weich? Ltimm? war außerordentlich klangvoll und jnaenvfrifch und folgte in allen Nuancen willig ihrem Besitz'r. Aus dem charakteristischen, überaus künstlerischen Vortrag konnte mau ersehen, mit welch großer Liebe Herr Klein, der wohl m t zu den besten Interpreten des jüdirtt-en Liedes gehört, sich der weiteren Verbreitung dieser Gesäuge hincnbt. Tie bei der Be- 'a-anenl-eit dicker Lieder keineswegs leichte Klavierbegleitung hat Herr Julius V e r a a r tt e n am Blürhner-Ilüoel mit Umsicht durch- 'e'i'brt. Ter Beifall war sehr stark, so daß Wiederholung niid ifrrran'.'mmer verlangt und gewahrt wurden. K. 11. Berlin, U. Januar. Am 16. d. M. wurde der im Lebensrabr? verstorbene isiebeime Tanitätsrat Tr. Julius Boas auf dem I-r-edbo'e in der Schönhauser Allee zur letzten Ruhe bestattet. Tie Ira-uerrede H el: lllabbiner Tr. B l u m e n t h a l. Leine Worte :v ’vvü abrr!r:ie Trauerpredigt tm gewöhn litten 3imte; es waren des i''edenkens. der Erbauung und des Tankes an Gott. daß . '.''ch'.-r h'lance in invexev Milte gelebt und segensreich bar. Ten Patienten tft der iyntui'£ei»ciic nich: nur Arzr ge- ''entern auch Irland und Berater. Leinen Kollegen war er 7 gehörte er doch Zu den Gründern der ärztlichen Unter» n.-tzu::gstaüe. Ten Waisenkindern, vor allem aber den taubstummen K'uderu nur er ein lebevoller und trernorgeiider Ireund. Wie '.roß war seine Iren de. als trotz Geltesuöken und sorgen die Taubstummenanstalt zu Weißeniee nach dem Kriege innerlich und äußerwuder au'blühte^'Es war ein Genuß. m:t Geheimrat Boas im Vorstände des Vereins ..Ircunde der Taubstummen" zusammen n.r arbeiten: denn in seltener Weise vereinte er riesen Ernst mit vormünnhesterer Liebenswürdiateit. Bestimmtheit mit wohlwollendem Umgehen aus die Meinung anderer. To lenkte Herr Rabbiner Tr. Blumenthal in dem von ihm gezeichneten Lebensbild des Verewiaren unseren Blick auf das. was uns an ihm stets mit freudiger Verehrung erfüllte, aut das. was von seinem Welcn unvergänglich in uns weiterleben wird. ei». Berlin, ZI. Januar. Ten vielen freunden der Iainilie Tr. A rtb u r K ahn können wir die enreulict'e Mitteilung machen, daß die rn der vorigen Nummer unseres Blattes gemachte Nachricht out Irrtum beruht und daß die in lockten Kreisen hottvzeschätzte Iran lebt und sich bei guter (Gesundheit befindet. Ter Irrtum stammte aus einem falsch verstau denen telephonischen Gespräch eines Irenndes der Tanülie. In Wirklichkeit ist der Bruder dieser Uran verschieden, was wir leider in der letzten Nummer nicht mehr richtig stellen tonnten. Bei der Verwirrung unserer Zeit. wo man bald nicht mehr weiß, was Leben und lvas Tod ist. ist eine solche Ver -.vech'elnna begreiflich. Nach einem alten jüdiscl^n Sprichwort ist i\n Totge'agten e n rettt langes Leben beichieden, was wir in dielen: Zulle anirrchtig wünstlvu. u Berlin,:'.!. Januar, Gregor Itcljou. der bekannte Vh'.lv'eph und Tozent an der Indischen Volkshochschule in Berlin, vollendete jüngst lein 7" Lebensjahr. Itelfvn ist eine in Berliner nue in ittternationalen Philosophenkreisen wohlbekannte Erjttieiimug. ein Tenker. dir durch sein umfassendes Wissen an? allen Gebieten. ittsdescndcre dem der Philosophiegeschichte, wie durch feine eigenen strftematischen Ideen auch auf deutsche Gelehrte und Philosophen anregend gewirkt hat. starke Beachtung hat vor allem seine neue Theorie der Logik gefunden, deren Grundlagen er auf dem internationalen Philosophenkongreß in Gens entwickelte, und die den Versuch darstellt, die Logik, nicht wie bisher als Tentlehre, sondern als gegenständliche Wissenschaft, als Lehre von den Gegenständen überhaupt zu verstehen und von dieser Grundlage aus einen neuen Aufbau der Logik durchzuführen. Ter Gelehrte, der in Berlin lebt, ist neben der Arbeit an feiner neuen Logik noch mit der Niederschrift seiner Erinnerungen beschäftigt. - Berlin, 31. Januar. Zur Iörterung des Studiums begabter Töhne minderbemittelter Eltern hat der Bankier Hugo I. H e r z - seid in Berlin dem Reichspräsidenten einen Betrag von zunächst fünf Millionen Mark mit der Zusicherung zur Verfügung gestellr. auch?n den kommendeir Jahren ivcitere größere Lummen zu demselben Zwecke zu überrveisen. Ter Reichspräsident hat diese Stiftung fern entgegengenommen und bestimmt, daß die überwiesenen und künftig noch eingehenden Betrüge unter dem Namen ..Deutsche studentenhilfe iHugo-J.-Herzseld-Stiftung)" dazu verivandt werden sollen, begabten Löhnen minderbemittelter reichsdeutscher Eltern aus allen Teilen Deutschlands, insbesondere begabten Löhnen von Arbeitern. Angestellten. Beamten, früheren und jetzigen Unteroffizieren und Lnizieren. ohne Unterschied der Konzession und 'Partei das Studium an deutschen Hochschulen zu ermöglichen. Zur Verwaltung und Beaufsichtigung der Stiftung wird der Reichspräsident ein Kuratorium berufen, das unter 'einem Vorsitz im allgemeinen und im einzelnen über die Verwendung der summen Entscheidung trenen wird. Tie Zusammensetzung des .Kuratoriums, die Bedingungen für die Bewerbung und die stelle. wohin Bewerbungen zu r:cH:n sind, werden demnächst besonders bekanntgemacht. /. K. Berlin, N. Januar. Jur Berliner Heim des Kiewer Industriellen M a r g o l i n hat am VX Januar unter Borsitz des bekannten russischzudischen Politikers Ttaatsrat I. Teitel eine bedeutungsvolle Titzuna über praktische Palästina-Arbeit statte?siindeu. Tie Beratungen galten der .Konstituierung eines Keren Hajenod-Koinirees der ru»fischen und ukrainischen Juden im Auslände. In ausführlicher Tebatte entwarf die Versammlung einen großzügigen Arbeitsplan, um im Anschluß daran die Wahl der einzelnen Mitglieder des neuen Keren Hajenod-Komitees vorzunehmeu. Tas Ergebnis der Wahlhandlung verspricht anßerordeutlittze Erfolge. Vor allem ist es gelungen, den rühmlichst bekannten Tenator L. L. Grus ende rg zur Ueberuahme des Präsidentenpostens zu bewegen. Zn Vizepräsidenten wurden Tirektor Pflcnfon, der Kiewer Großindustrielle T ch i r m a n n und Tr. med. T. I. T j o m - kin. der Generalsekretär des russisttren Merkas. gewählt. Als Schatzmeister fungiert Herr Talman Tchalit. währendie Herren Tr. A l t s ch u t und T e l i g m n n n die Posten der Letretare einnehmen. Tr. Trivus wird dem neuen Komitee als Vertreter des Londoner Keren Hajeffod-TirektvriumS angehören. X. K. Beeii«, Zl. Januar. Unter dem Namen ..Awodah" (Arbeit) wurde in Berlin soeben eine unparteiische Palastina-GeseUschast gegründet. deren künftige Arbei: groß? praktische Erfolge verspricht. Tie Gesellschaft bezweckt die Förderung aller jüdischen Ltadl- und Landarbeiten in Palästina. Zur Turchsührung ihrer Aufgabe will sie landwirtschaftliche und industrielle Arbeiter in Hachkursen, Prodttttivgenossenschaften und auf Bersuchsfirrmen heranbilden, 'palästinawanderer mit Werkzeugen und sonstigem Inventar versehen, die Arbeitsvermittlung für Palästina vornehmen und einzelnen Kolonisationspionieren bei der Uebersiedlnng nach Palästina langfristige Kredite gewähren. Tie ..Awvdah* erstrebt die Vereinigung aller Elemente. ole für die hohe Beteurung der jüdischen Palästinakoloniiation tLK'rftändnis haben. Als erste praktische Maßnahme hat die „Awotah" beschlossen, das Budget der in Esten geplanten Arbeitstitcfc utr jüdif ch e M a n r e r zu garantieren. In einem ausführlichen Memorandum wendet sich die Gesellschaft nunmehr an alle großen jüdischen Organisationen, wie Iewish Eolonisativn Affociation. Joint Distribution Eommittee. Welthilsstonserenz, Hilfsverein

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