Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 86 (1922)
- Issue
- Heft 2 (20.1.1919)
- Date
- 1919-01-20
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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86. Jahrgang. Nt. 2 (j^EltlßfllliEßOtB* berUn. 20. Zsnusr IS22 Beilage zur „AlltzemetM^l^eMmU de§ JuLeuruW^. korrrspondrasm und Nachrichten. Lrutschland. Berlin, 17. garnier. Wie alljährlich fand auch diesmal die Ehanu.ta-Ferer der Israelitischen Union, unter großer Beteiligung in der Aula der Jüdischen Knabenschule in Berlin statt. Ter Saal war schon vor Beginn der Feier überfüllt. Ter Organist, Herr LttoLevy von der Synagoge Fcnanenftraße. leitete die Feier durch ein Harmvniumvorspiel ein. dann zündete Obertantvr Tavidsohn die Lichter an und die ganze Versammlung sang sichen*' die Chanuka-Hymne. Tiefem feierlichen Akte folgte eine Ansprache 2es ersten Vorsitzen den, Rechtsamvalt Tr. T o n i g. der etwa folgendes ansführte: In jedem Juden stecke ein 2tucf Palästina in dem Sinne, daß wir durch die Geschichte, durch unsere Vergangenheit, unter Blut mit diesem Lande Zusammenhängen. Nein, nicht nur Palästina lebe in uns. in jedem Juden stecke auch ein Stück Aegypten. Tie Knechtschaft und die Bedrückung jener Tage wirken noch heute auf uns. Tas Mitgefühl für unsere Brüder sei in jedem Juden vornehmlich ausgeprägt und auf die Erinnerung ägyptische Knechtschaft zurückzuführen. Ter Hellenismus tmbe die Schönheit des Körpers entdeckt, das Judentum habe der Welt mehr geschenkt: es habe das Herz des Menschen entdeckt. Hierauf ruhe auch die Tätigkeit der Israelitisuien Union, deren Hauptaufgabe „nl)ucUc Hilfe" fei. Mit einem Appell an die Anwesenden, auch ferner die Bestrebungen der Israelitisch» Union zu unterstützen, schloß der Vortragende. ObertantvrT a v i 0 s o h n erfreute dann die Versammlung durch seinen herrlich,, Gesang l..Kol Nidre. Rabbi Amnon"l. Er wurde hierbei von dem Herrn Organisten Levy und von dem Rechtsanwalt Richard E a l e. der seine Kunst in den Dienst der Sach stellte, »knterstützt. Aachde», Fräulein L ölte R 0 senvaum , die jugendliche. talentierte Reutatorm. ihre Borträee (..Getauft". ..Miriam" und andere» zum besten gegeben hatte, hielt Rabbiner Tr. We i ne die Testrede. Er ging von dem Gedanken aus. daß das Licht im Leben der Juden und der andern Völker eine große Nolle spiele. Tas Licht ist das Symbol des ewigen Lebens, es ift das Zeiä'eu der Freude und der Trauer. Israel habe deswegen auch ähnlich wie die andern Völker zum Ausdruck seiner Gefühle di,s Licht gewählt: die ewige Lampe, das Freitagabendlicht, das Sterbelicht und Ebanukalicht. Tas Licht!?reite Freude ans- Es tft uns ein .'»ecken alter Erinnerung und Tradition. Rabbiner Tr. Weiße erwähnte dann die Täriakeit der Israelitischen Union und pries ne als vorbildliche Wobttütigkritsoraanifation. Sodann erstattete Rabbiner Tr. Heinrich E o h n den Geschäftsbericht, worauf der zweite Vorsitzende. Herr Walther 'S i l b e r st e i n. das Schlußwort sprach. Er erwähnte die Anwesenden, nicht nur durch Spenden, sondern auch durch praktisch Mitarbeit ihr Interesse für die I'raclitische Union zu bekunden. Ties tet die richtige Wohltätigkeit, ,velch sich nicht begnüge, mir Geld \n geben, sondern auch in Erkenntnis der Notwendigkeit werktätiger Nächstenliebe selbst in die Hütten der Armen hinabsteige. Nach einem Schlnßlied des Kantors Tavidsvhn wurde die wirkungsvolle Feier geschloffen. Während des Festes wurden , oie Petenten der Israelitischen - Union in deren Raumen bewirtet und dank der großen Opfersreudigkeit. di? diesmal beobachtet rvar. auch reichlich beschenkt. Tie Leitung der Feier lag in den Händen derehrenamtlich tätigen Herren der Israelitischen Union. 2ß Berlin, 17. Januar. Tic Aufnahmeprüfung für die erste Praparandenklasse und die Semiuarklassen der Indischen Lehrerbildungsanstalt zu Berlin findet am Begirm des Sommerhalbjahres statt. Tie Anstatt gewährt den Zöglingen freier, Unterricht und ttuursiützungeu. Ter Meldung welche an den Direktor Herrn Tr. G u t m n u n . Berlin \ -1. Große Hamburger Straße 27. einzu - re chn ist. und l>eizu»ügeu 1. ein von dem Prüfling verfaßter iuto geschriebener Vi'K'ii->Uuif. lht außer den persönlichen Verhältnisse« besonders den Bildungsgang des Prüflings darstellt: 2. das Geburt»- arteß: ein Gesuudlk?ir Attest. ausgestellt von einem zur Führung eines Dienstsiegels berechtigten Arzte: 1. ein lenonis ÜG»' Schulbildung und Führung dvs prüflmgs. Q&& Berlin, 17 Januar. Tie Reichspost hat jetzt, mit Rücksicht auf religiöse Empfindungen, bestimmt, daß. wenn jemand aus religiösen Gründen wünscht, daß ihm regelmäßig bestimmte Sendungen am Sonnabend nicht zugestellt werden sollen, der Betreffende dies bei seinem Postamt schriftlich zum Ausdruck bringen müsie. Tie Sendungen würden dann am Sonntag abgetragen, sofern es sich nicht um solche handele, die bestimmungsgemäß nur werktags bestellt werden: diese würden bis Montag liegen bleiben, es sei denn, daß der Empfänger die Zustellung am Sonntag ausdrücklich verlangt und die Eilbestellgebühr entrichtet. §2 Berlin, 17. Januar. Tie Hochschule für die Wissenschaft des Judentums veranstaltet, wie seit 50 Jahren, auch in diese,« Winter einen Zyklus von sechs Montagsvorlesungen zum Besten des Stipeudienfonds der Anstalt. ES werden sprechen: 2:*. Januar: Prozessor Tr. Hugo Greßmann: Tie Idee des ewigen Friedens im Altertum. 6. Februar: Rabbiner Tr7 Max- Wiener (Stettin): Jüdisches Gefühl und dogmatischer Glauben. 13. Februar: Frau Tr. Rcchl Wischnitzer (London): Miniaturmalerei in hebräischen Handschriften (mit Lichtbildern). 27. Februar: Professor Tr. David Koigen (St. Petersburg): Religion und Ethos im Tawin des einzelnen. 13. März. Lcmdgerichtsrat Friedrich E a r o : Von den ewigen Elementen des Rechts. 27.März: Professor Tr. Gotthold Weil: Orientalisches r,u deutschen Sprach» schätz. Tie Vorträge finden in der Aula. Artilleriestraße 14 (am Bahnhof Friedrichstraße), statt und beginnen abends 8 Uhr. Karten zum vollen Zyklus zum Preise von 15 Mark, für Einzelvorträge zum Preise von 4 Mark sind zu haben bei Herrn Juwelier Eugen Markus, Unter den Linden 31. und am Eingang zum Saale. 2XV Berlin, 17. Januar. Tie Bewerbung um die Preise der „Moritz-Manheimer-Stiftung" der Großloge für Deutschland VIII. U. L. B. B. für das Jahr 11*21 hat folgendes Resultat ergeben: 1. Preis: Tr. Max Seber. Tresdcn, Teutoburger Straße 3: 2. Preis: Tr. Paul Michaelis, Oberlehrer am Luisemtlrdtischn Realgymnasium. Berlin SO 55, Raabestraße 17; 3. Preis: Tr. Walter Brinitzer. Ehemnitz. Nlmenstraße 41: 4. Preis: lüe. Tr. Karl August Meininger. Frankfurt a. M., Blumenstraße 12. L2 Berlin, 17. Januar. Tie Freie Jüdische Volkshochschule eröffnet ihr 10. Trimester am 23. Januar mit einer Reitze interessanter Vorlesungen. Es werden folgende Herren sprechen: Rabbiner Tr. Bergmann: Religionsstifter: Rabbiner Tr. B l e i ch r o d e: Talmudtektüre: Tr. F r ey e r : Rembrandt und das Judentum, mit Lichtbildern: Privaldozent Tr. H e i n c m a it n: £ic Wettalter des Geistes und die Stellung des jüdischen Gedankens in ihnen: 'Studienrat H a m nt e r ft c i n : Modernes Hebräisch: R. Hirschseld: Geschichte des jüdisch,, Gottesdienstes. II.: Tr. vUc I i o n: Spnw.^is Ethik: Rabbiner Tr. L e w k o w i tz: Gegenwartsfragen jüdischer Weltanschauung: E. Toeplitz: Führungen durch Stätten jüdischer Kunst: Tr. Torczyner: Tas Buch Hiob, 2. Redezyktus. Vorlesung in hebräischer Sprache: Rabbiner Tr. A. Rosenthal: Lektüre und Erklärung des Gebetbuchs: Rabbiner Tr. Wehl: Proplzeten: Frau W r o n s k y: Tas jüdische Kind: Tr. Holländer. Chefredakteur Bratter, Rechtsanwalt G r o n e m a n n, Tr, I. Auerbach. Redakteur Klötzel: Vortragszyklus über Juventypen: Tr. Wischnitzer, W. Lahkh- Bartholdy. Alfred Berger. Tr. Dernfeld. Frau Tr. W i s.ch n i h e r, Rabbiner Tr. B a e ck, Tr. E l i a s ch o f f. Professor L o e w e: Vortragszyklus ..Ter Lstiude". >1 6. Berlin, 17. Januar. Am 1. d. M. beging der Musikdirektor Aron Friedmann. Lberkantor der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, sein 4ßjährigeS Amrsjubitäukn. Schon am Sonnabend vorher, dem 31. Tezeml»er 1'321, fand wahrend de« Gottesdienstes, bei den, der Jubilar selbst amtierte und dessen Sitz reich mit Girlanden geschmückt rvar, auf Veranlassung des Gemeindevorftandcs eine Feier statt: Cyorgesang vor und nach der Predigt, eine Ansprach' durch den Rabbiner Tr. L 0 w e n t h „ l Nt de»" Jubilar fräst seines Amles den Morenntitet verlieh. Am Sonntag, den 1. d. M.. fand dann die eigentliche Feier statt, die durch Ehorgefang vom