Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 86 (1922)
- Issue
- Heft 2 (20.1.1919)
- Date
- 1919-01-20
- Page
- Seite 2 (sequence 15)
- Language
- German
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(5f)0t der Alten Synagoge eingeleitet wurde. Hieraus ergriffen nachcinander, als Vertreter des Gemeindevorstandes Herr Gakewi'ki »«« ^epräsentanrenlouegrum Hen Gewerberat Plotke. die Vorsteher der Alten Synagoge, die Herren L Lazarus, F.Goldfchmidt und A.Caro. daS Wort, die alle die Verdienste des Jubilars in warmer Beredtsamteit würdigten. Herr Galewski überreichte ein Anerkennungsschreiben des Gemeindcvorstandes nebst einer Ehrengabe, wahrend die Herren Vorsteher der Alten Synagoge eine Dankadresse nebst einer „Friedmann-Spende" übermittelten. Es folgten dann von der Hilfskaffe der Vorsitzende, Herr Max R o s e n t h a l, der den Tank der Hilfskaffe darbrachte in Gestalt einer „Aron-Friedmann-Stiftring". Herr Oberkantor Asch für die Berliner Kantoren der Jüdischen Gemeinde, der seinen Tankesworten ein Geschenk, ein musikalisches Werk, mit einer herzlichen Widmung hinzufügte. Herr Tirettor Tr. G u t m a n n als Vorsitzender der „Wiffenschaftlickien Vereinigung jüdischer Lehrer und Lehrerinnen". deren treues Mitglied Friedmann seit der Begründung des Vereins ist, und als Direktor des Seminars, in dem der Jubilar sich zum Examen vorbereitet hatte, fand herzliche Worte der Beglückwünschung. Ter Allgemeine Deutsche Kantorenverband übermittelte seine Gratulation und leine Grüße durch Herrn H0berföntor Tavidsohn. und Herr T r. Radau als Abgesandter des „Vereins für die Jnlereffen der Alten Synagoge" beschloß mit herzlichem Glückwunsch, unter Ueberreichung einer Oelbaumspende an den Nationalfonvs in Palästina, die Ansprüche». Hallelujah. vom Chor gesungen, beendete die erhebende Feier. Ter Jubilar erwiderte jeder Korporation mit geistreichen Worten des Tankes für die dargebrachten guten Wünscl)e. Unter den überaus zahlreich eingelausenen Telegrammen und Schreiben waren auch eine Depesche des Lesterreichischcn Kantorenvereins. der Friedmann zu seinem Ehrenmitglicde ernannte, und ein Schreiben des Allgemeinen Teutschen Kantoren Verbandes, das in herzlicher Weise das Wirten und Schaffen des Jubilars für seine Kollegen betonte. Möge es dem Jubilar noch recht lange vergönnt sein, in geistiger und körperlicher Frische im Kreise seiner Familie, in seinem heiligen Berufe zu wirken und »eine Zuhörer Gott näher zu bringen. J. B. Berlin, 17. Januar. Im Alter von 52 Jahren ist der Bräparandenlehrer Leo 31 a f t a n t e l nach einem arlxtttsreichen Leben am 31. Tezember 1*321 gestorben. lJiad) zwölfjähriger segensreicher Lehrtätigkeit an der Volksschule in Pakosch (Posen) erfolgte die Berufung Nattanicls an die Berliner Lehrer^Bildungsanstalt. wo sich ihm reichlich Gelegenheit bot. seine reichen dialektischen und wißen schaftlichen Gaben voll zur Euttalmng zu bringen. Bon idealer Auffassung des Lehrberufs beseelt, 'suchte er in unermüdlichem Aiugr.il uiU> Streben immer neue pädagogische Bahnen zu wandeln, die seinen Zöglingen den Born der (5eistes^chltze in lückenlosem Aufstieg erschließen sollten. In rastlosem Wisiensdraug arbeitete er mrr peinlicher Sorgfalt an seiner eigenen Ausbildung und erschloß sich mit eiserner Willenskraft neue wisienschaftliche Materien, so daß seine auf den mannigfachsten Gebieten ausgestrcuten Samenkörner vielfältig Früchte trugen. Warmlzerzig und hilfsbereit, war er seinen Schülern ein treuer Berater und Fül)ver, Dessen sitllich-ernste Lcbensaunajsung allgemein Liebe und Achtung einflößte. Er war eine vorbildlich Lehrerpersönlichkeit, deren Leben köstlich gewesen, denn es war von Arbeit und Mühsal erfüllt. Bei feinen Kollegen erfreute sich der Tahingeschiedene hoher Wertschätzung; die Lauterkeit -eines Charakters. sein emsiges wissenschaftliches Streben, seine peinlich gewissen hafte Pflichterfüllung sichern ihm bei seinen Dorgesetzten und Kollegen auch über das Grab hinaus ein ehrendes Gedenken. Tie Beerdigung fand am 3. d. M. unter großer Beteiligung auf dem Friedhoke iu Weißensee statt. cd. Berlin, 17. Jammr. Am 12. d. M. verstarb plötzttch im 62. Lebensjahre Frau Hedwrg Kahn, d:e Gattin des Schriftstellers Tr. Arthur Kahn. Eine selten feine und tapfere Frau verliert mit ihr die Judenheit. Ausgezeichnet mst vielen Tugenden des Herzens und des Geistes, war sie stets bestrebt, auf sozialen Ge. biete im jüdischen Sinne schlicht und still zu wirken. s:e strahlte eine echt jüdische Wärme au-, die ungmein wohltuend auf alle, die sic kannten, wirkte. Möge der greis« Gatte in seinem idealen Wirken die Kraft finden, den riese,: Schmer.; zu überwirtdeu'. L2 Slbing, 13. Januar. Während des Freitagabendgottes. dienstes fand jüngst in unserer Snnazoge die Einführung des neu. gewählten Kantors Herrn Anschcl statt. Aus diesem Anlaß breit Herr Rabbiner Tr. Auerbach eine Predigt, in der er den Kantor herzlich willkommen hicy und in geistreicher Ausführung die Bedeutung des Kantor» im» Gattesdienft-erlöstettr.—Seiner Betrachtung legte er den Sabbatspalm zugrunde: „Gut ist es. dem Herrn zu danken und Temen Namen, o Höcksster. zu fingen." Gut aber, so führte er aus. fei es vor allem, den Herrn zu v e. kennen. Auf dem Bekenntnrs ruhe der Gottesdienst. Tas Gotteshaus sei in erster Linie nicht ein Lehrhaus. sondern ein Bethaus, eine Bekcnntnisstätte. Tie Sprackjo des religiösen Bekenntnisses fei der gottesdienstliche Gesang. Selbst der Propljet Elisa. ein Mann von größter religiöser Leidenschaftlichkeit. hätte sich der Macht der Töne bedient, als er vor das Volk hintreten sollte, um ihm göttliche Offenbarungen mit.zuteilen. Auch der Gesang des neuen Kantors werde, so hoffe der Prediger, die Gemeinde derartig religiös um« stimmen, daß über sie der Geist Gottes kommen und sie unter dieser Einwirkung Gott bekennen werde. Tann werde es nicht Vorkommen, daß der Beter die voraeschriebenen Gebete wie ein zu erledigendes Pensum herunterspreche. Vielmehr werde chm der Gott seiner Vater zu seinem Gotte werden wie dem Psalmfänger, der seinen Gesang mit dem Jubel ruf schließt: „Gott ist mein Fels und kein Tadel ist an ihm." Herr Kommerzienrat Löwen stein begrüßte hierauf den Kantor im Namen Des Vorstandes. Er wies ten Kar.'or aus seine Pflichten als hebräischcic Lehrer hin und sprad) die Ueberzeu anng aus, daß das Elternhaus die Schule unterstützen werde. Herrn Kantor; Arrfchel gotte^dienülidvr (neianasvortrag war feierlich und er liebend und zeigte, daß unser neuer Kantor seiner Aufgabe vollauf gewachsen ist. r. Breslau, 13. Januar. De Beerdigung des verewigten Geh. Sanitätsrats R e i d>, dre am 2tt. v. M. auf dem Frteoyose Loyestraße ftatrfand, legte Zeugnis ab von der allgemeinen Wertschätzung, deren sich der Hernlgegangene zu Lebzern» erfreuen durste. NacyLcrrr Ravvu.er Tr. Bogelstein ln rvarmhcrzigen Worten das xi*emi miD Wirken des Tahrngeschredenen gc'chttoerr hatte, gab ^ruonnrar Profepor Tr. Woh lauer der Trauer des Vorstanoes der Synagoaengemeinde wie der Repröscutanlenverfammlung Ausdruck. In ocr Trauerversammlung befanden sich Burgermenter Trennn. Stadtveroronelennorstcher ^h. Justiziar Tr. Herlverg. Vertreter der Aerzretammer und ziihlreicher Orgamfatronen, denen Ser ^rtlarte nahestano. — Am 7. Januar verschied :m »>4. Lebensjahre der Favrikvefltzer Max Freund. Mitglied der Rcprastnlanlenoersammlung. Ter Vorstand der Snnagogengemeiude br-rrauert mit d:cfer den ^enngang eures treuen Mirarveners. der sich allezeit pflrchigerreu rm Dienste der Gemernde und Glaubcnsgcin.inrchafl betätigte und sich durch seine nie ausfetzenoc Gute, ieru stors chttsbercttes. opserfrcrrdrges Enttreren für alle, die da mühselig und belacen. d:e allgemeinste Verchrung rm Leben und crn dantvarcs Andenken wba das Grad h naus gesichert hat r. Breslau, ir.t Januar. Tie hohe Intelligenz der knnstfinnigen Frau Tr. Freudenthai. einer Schwester des allzufrüh verewigten Malers Alfred Gratzer. bietet in ihrer Kuustgewerbrslulie wieder eine Ehannta-Ausstellnng. die neben modernem Kunsthanvrverk eine höd)st beadrlenswcrre Grupp-' von alten und neuen Kul tllsgegenfränden enthält, von der Jüdstchen Gemeinde und dem Jüdischen Archiv in Berlin mir liebensrvurdiger Bereirw.lligteit leihweise zur Verfügung gestellt und noch ergänzt durch Sie Bildtafeln aus den „Mitteilungen der Frankfurter Gesellschaft zur Erhaltung jüdischer Kunsteentma'.er seltener imd rnrerenanter Art". Zu den hervorragendsten Stücken duser Abteilung gehören ein Eha nukaleudsier polnischen Ursprungs mit Figuren aus dem 1$. Jahrhundert. eine tu Italien hergestellte Megillath Esther (L7. Jahrhundert) in Form einer 'pergamenthandschrift mit eingedruckten prächtigen Kupferstichilluftratronen; ferner ein aus Messing getriebener alter Habdalah-Teller. ein Messer für Kultus zwecke mit kostbar ausgestattetem Griff sowie die Ehekontrakte in hebräischer Sckjrifl auf Pergament mit gemalter u,nuu,mur«f| (Italien 172*3 und 1*22». Ein gestickter Thorawimpel c 17. Jahrbirndert) und ein teiUveise in Biedr;rmeier. stil bemalter von fesseln die Aufmerkscunkeit nickst minder wie der im Aufträge der Breslauer meinte in der Kgl. Preußifckxn privil. Graphischen Stadtdruckerer mir reichem Bildschmuck auf Seide gedruckter „Fr.udenritt" anläßlich der glückliche» Ankunft Frredrich Wilheluis ll. am 2. November l793 in unserer Stadt Von anderer. Truckschriften ist bemerkenswert neben mehreren Büchern des ersten Direktors des Jüdtt<l>kneoiogifck»'n Seniinars in Vrerla:: Zachar'vs