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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1919-01-20 · Heft 2 (20.1.1919) · p. Seite 17

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
86 (1922)
Issue
Heft 2 (20.1.1919)
Date
1919-01-20
Page
Seite 17 (sequence 7)
Language
German
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17 gegenwärtigen hohen Bvdenprcifen, die die Bodenpreife in den Pariser Vorstädten übersteigen, in Palästina keine neuen Landkäufe vornehmen könne. Vorläufig wird die ICA ihre Palästina-Tätigkeit auf industriellem Gebiete konzentrieren. Den Anfang hierzu machte auch schon die JCA durch die Erteilung von Krediten an einzelne kapitalkräftige Personen, die bereit sind, ihre Kapitalien in Industrien Palästinas anzulegen. Frank bestätigte ferner die von un8 bereits gebrachte Meldung, daß die JCA grundsätzlich beschlossen habe, sich an der von der amerikanischen zionistischen Minori-tat vorbereiteten Gründung einer kooperativen Barch Palästina mit einer arrgemeffenen Summe .zu beteiligen._ J P.Z. Ignaz Galdziher. Trotz der Emigrationsbeschränkungen sind nach Palästina ausgewandert im September 957 Emigranten, im Oktober 74-1 und im November 765. insgesamt 2465 Personen. Die ersten Versuche, die mit Anbau von Tabak auf jüdischem Boden gemacht wurden, haben sehr gute Resultate gezeitigt. Unter den neuen Chaluzim befinden sich viele, die genügende Erfahrung im Tabakbau aus Rußland mitgebracht haben. Ein jüdischer Kolonist in der Nähe von Jaffa schenkte dem landwirtschaftlichen Museum eine Sammlung verschiedener Tabaksorten, die er auf seinem Boden geerntet hat. Das vom Nationalfonds erworbene, an Mahlul anstoßende Gut Um-Kaba soll für den Tabakbau besonders geeignet sein. Z. K. Die B«e Brittz im* die Abrüstungskonferenz. VI« den Präsidenten der Vereinigten Staaten Washington. T. E. Herr Präsident! Ter hiftvrisck)e Augenblick, der jetzt in Washington hcrannaht. lat voll neuem in jüdischen Herren den Wunsch wachgerufen, den Frieden zu suchen und ihm nachzustreben. Ter Orden, dem zu präsidieren ich die Ehre habe, und feine nahezu hunderttausend jüdische Familien umfassende Mitgliedschaft verfolgen mit reger Anteilnahme die Fortschritte in der Durchführung des edlen Zieles, zu dessen Erreichung Sidie Abrüstungskonferenz einberufen haben. Wir übermitteln ZUnen innere Wünsche und Hoffnungen, daß durch die Komoren * Mittel gesunden werden mögen, noch zu unseren Lebzeiten den Tag he r de i.zu führen. an dem ..die Schwerter zu Pflugscharen geschmiedet werden" und der »Trieben unbeschrankt aut Erden herrschen wird. Tie Kriege und ihre Folgen haben die Juden aller Länder schwerer als die Andersgläubigen bedrückt. Gemeinsam mit den Anhängern anderer Glaubensbekenntnisse haben sie alles für die Länder hingegeben, unter deren flagge sie leben. Vaterlandsliebe. Heldentum. Lpserwilligkeit, Treue und Hingebung sind für die jüdischen Vürgcr jedes Landes in demselben Maße wie für die andersgläubige Bevölkerung kennzeichnend gewesen. Tie vergiftenden Nachwirkungen des Krieges aber: Elend. Haß. Leid. Mord und Lüge, die er im Gefolge hatte, haben sie in weit größerem Maße heim gesucht. Eine Gemeinschaft mit einem solchen historischen Hintergrund hat eine lang zurückreichende Erinnerung: sie hat Jahrhunderte hindurch mit Inbrunst für das Heraufdäwmern des Tages gebetet, für den die gegenwärtüze Konferenz eine Vorbedeutung zu sein scheint. Gott sei mit Ihnen bei Ihren Beratungen! 9. November 1921. Ihr sehr ergebener Adolf Kraus, Präsident des I. O. B. B Tie Antwort an den Präsidenten des I. O. D. D. lautet: Weißes Haus. Washington. 9. November 1921. Mein lieber Mr. Kraus! Ter Präsident hat Ihr Telegramm empfangen lind mich beauftragt, Ihnen und allen Beteiligten dafür zu danken. Es drängt ihn. Sie wissen zu lassen, daß er J!»,icn dankbar ist. ">'d daß ihn dieser Ausdruck der Zustimmung und diese Zusicherung des Vertrauens tief bewegt. Ihr sehr ergebener Mr. Adolf Kraus, Präsident Geo. B. E h r i st i a n s, Ir. I. O. B. B. Sekretär des Präsidenten. Chicago iIllinois».! Ein Gedenkblatt. j uS einem der dunkelsten Winkel des alten, durch die schmachvollen „Friedensverträge* der Entente gemarterten. zerstückelten und zertretenen Europa, aus dem finstern, unduldsamen, erzreaktionären „Horthy-Ungarn" brachte uns der Draht vor einigen Wochen die schmerzliche Trauerkunde von dem Hinscheiden eines der größten und berühmtesten Ge« lehrten auf dem schier unübersehbaren Gebiete der vergleichenden semitischen Religionsgefchrchte im allgemeinen urch der Jslumtunde ün b^ianderen. Professor Dr. Ignaz Goldziher. dieser Stern ersten Ranges am Himmel der orientalischen Wissenschaft, diese Leuchte feines verdüsterten Vaterlandes, diese Zierde des von ihm so geliebten Judentums, ist am 13. November v. I. im Alter von 72 Jahren in Budapest, wo er den größten Teil seines an Arbeit und Erfolgen so reichen Lebens verbracht hatte, zur ewigen Ruhe eingezogen. Weit über die Grenzen seiner engeren Heimat wird die Nachricht von seinem Tode aufrichtige Teilnahme erweckt haben, und die Jüoische Gemeinde in Budapest mag in doppeltem Sinne den Klageruf anstimmen: „benutchaschakim ho^chiwani, in Finsternisse brachte er mich?" - Schwer, unendlich schwer ist es, im knapp bemessenen Rahmen eines Zeitungsartikels den t Reichtum und die Füüa. dieses rasttosen, der reinsten Er-! kenntnis geweihten FoMherdaseins zu schildern. Laßt sich; doch das mächtige Literaturgebiet, in welchem der Verstorbene l wie kaum ein zweiter heimisch war. mit dem unermeßlichen! Wettozean vergleichen, den kein Schiffer noch zu durchsegeln! und kein Senkblei etnef Forschers ganz zu ergründen ver-; mochte. Wir meinen die arabische Traditionskunde. dieses! von Goldziher mit souveräner Meisterschaft bearbeitete Feld! der islamischen Religionswissenschaft. Durch seine kritischen Editionen, tiefgründigen Forschungen und musterhaften Darstellungen der liadlth hat Goldziher neues Licht über diese eigenartigen Gedankenbitdungen verbreitet. Um diese überaus fruchtbare., schöpferische Tätigkeit nach Gebühr zu schildern, bedarf es einer als gut bewahrten Feder und eingehender Fachkenntnisse. Schreiber dieser Zeilen ist sich der Unzulänglichkeit ' seiner Kraft in jeder Hinsicht bewußt, muß daher um Nachsicht bitten, wenn er auf Grund einer Aufforderung der verehr- ' lichen Redaktion dieser Zeitung einen Nachruf auf diesen ' ausgezeichneten Forscher und treuen Juden zu schreiben versucht. Ignaz (Jizchok Jehudo) Goldziher wurde am 22. Juni 1859 in Stuhlweißenburg in Ungarn geboren. Er besuchte das Gymnasium .in Budapest, wo er gleichzeitig dem Studium der! Bibel, des Talmuds und der jüdischen Literatur mit großem! Eifer oblag, so daß er sich schon als Jüngling unter der bewährten Leitung ausgezeichneter Lehrer eine umfassende Kenntnis des hebräischen Schrifttums aneignete. Hierauf , studierte er auf den Universitäten Budapest, Berlin, Leipzig. Leyden orientalische, besonders arabische Philologie. Im Aufträge der ungarischen Regierung unternahm er im Jahre 1873 eine Studienreise nach Syrien, Palästina und Aegypten, wo er auch eine Zeitlang unter der Anleitung mohammedanischer Theologen der Hochschule zu Kairo religionswiffenschaftliche Studien betrieb. Nach Ungarn zurückgekehrt, wurde er 1876 zum Sekretär der Budapester Jsraelitisclzen Gemeinde ernannt, in rvelcher Stellung er bis 1905 verblieb und sich um die Lrganisativn des Religivns- und hebräischen Sprachunterrichts verdient machte. Schon frühzeitig (1872) hatte er sich an der Budapester Universität als Privatdozent tjabilitiert, erlangte aber erst 1894 eine außerordentliche, 1905 eine ordentliche Professur für orientalische Philologie und Geschichte, nachdein man ihn trotz seines Weltrufes lange genug übergangen

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