Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 86 (1922)
- Issue
- Heft 1 (6.1.1922)
- Date
- 1922-01-06
- Page
- Seite 12 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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12 Cftftti fern«* Werte-, \xne feiner ipi ficr.yfrfl sÄtck«^ Arbett ittEchaupt. ES ist dies gerade für ein Prottem mit den Zionismus, der so in der .Welt" steht, strst ein 2rm der lkMSS^ch8n4 olle Lj^e verschiedenen. Nichtun^n und Anscharmngen in ern System ,zu bringen. ..eine ziomftrjche Jde-oktgre^ darzustellen. Der FontzmuS ist honte'eine ..MrL.' lrchvett", verlangt die S^aLsierünge-«S Ideals, mtd deShaw ist Schlesingers Arbeit leider fast umsonst. Aber . trotz - alledem gibt -dieses Wert dem ..Nichtzioaisiktk" sehr viel: nicht daß eS ihn für den Zionismus gewinnt (fcrS triff auch Schlesinger nicht), aber ezeigt doch dem modernen Jaden^ wie hier soziale GeistLr tan eine jüdische Weltanschauung tLnpsen. wie alle ctns ihrem jüdischen Herz heraus Theorie« aufstellen, um ihren Kämpfen eine dom zu geben, die meist aber »icht mehr jüdisch ist. Für mich hätte, sich eine Einteilung nur »ach den zwei Gesichts punkten er- {***ir. der rvligiäie Zvomsrmks und der politische Ziomsnnrs. Trm ersteren wird Schlesinger teilweise gerecht in den .Freien Formen" fgerft^een^ ncirmtjftifcfen) mstt tat M^-r<rh^SmrrH Ter ßorrnaliftische Zionismus, der die jüdische Gemeinschaft als Nation unter Ablehnung aller subjektiven. geistig-idealistische.: Kriterien einzig auf Grund der objektiven. formale« Kriterien des Landes Palästina und der bedrärfchetB Sprache als Volkstracht anerkennt fS. 64). ist vielleicht die gefährlichste Anschauung innerhalb deS Zionismus, aber auch die konseauenteste. der ein deutscher oder französischer Jude Nie Folge leisten kann noch wird, und der von dem Antisemitismus am meisten begrüßt wird. AuS diesen verschiedenen Anschauungen heranist eß auch zu erklären. frflfe der ..zionnVche Gedankt" « wric Vrrbrerbung <ceuüuk:ii hat. Was einer auch immer an seinem Judentum findet, er findet dafür einen Zufluchtsort im Zionismus. Lb der ..religiöse Jude" darin feine Befriedigung finden wird, möchte ich sehr bezweifeln. Alts jeden Fall ist es nicht leicht, innerhalb dieser Mannigfaltigkeit eine Einheit zu stnden- Schlesinger macht dielen Versuch int 3. Abschnitt, wo er (£. 14*) die allgemein-zioinitischen Grundsätze aufstellt. in denen die verschiedenen Einzelformen des modernen Zionismus übereinstimmen: Lei allem kehlt uns das ..religiöse" Prinriv. Und das ist .zu bedauern und be^orders iür alle die. die mrr in der Erneuerung des religiösen Judentums die Zukunft des Judentums sehen. Scblestncrer fühlt dies auch selbst, wenn er (&. l"»r») Um dem Bno-Mo^feh-^rden 'prosit, denen Wiedererstehen er wünscht, und besten Aukaabe eine religiöse und kulturelle wäre, der alle die vereinigen sollte, die als Zionisten sich religiös und ftmirrfff orientieren Unrffvit. Mt . xviii ortbodor-relra^ösen Prinzip des Misrachismus wie gegenüber dem ..revolutionären" des neun7hsts''chen ^o£;<r i>~dcrs evolutiourstrichreligiöse und evolutionistism-kultureve Prinzip im Sinne des geistigen Zionismus innerhalb der zionistischen Bewegung auf allen l^cbietcn zur Geltuna und Entfa^rrwg bringen wollen". Hier können die liberalen Juden irrt den Z-ion-iston Hand in Hand gehen: daS beweisen auch größtenteils die Schritten Ackiad Haams. die das Ardentum und feine Religion als hifborisch^ Gebilde erfassen und dementsprechend beurteilen. Daraus möchte ich besonders hin. werfen, und ich freue mich.'daß Schlesinger' in dem Wunsch nach einem solchen „Lrden" die Empfindung äußert, daß der ganzen Deweaurrg die religiöse Kracht, der Wille urm ..religiösen Judentum" fehlt. Wenn der Zionismus in vieler Richtung sich entfalten sollte und könnte, dann wäre er die „jüdische" Bewegung. Solange ahcr für den Zionisten Religion „Privatlache" ist. trennt ihn eine weite stluft von dem liberalen Juden. Tas Schlesingerfche Buch zeigt uns gerade in der fast übertriebenen Klassifizierungsmethode die Schwächen des Zionismus, ohne, daß er es gttovllt. Tos Buch gibt für den Juden. der lern Judentum liebt, viel Stoff .zum Nachdenken und dürfte allen degen zur Lektüre empfohlen sein, die heute noch der Bewegung fern oder uitn'wcnt gegemrbersteben. Es ttf feine Propaganda raxb Tendeuzfchrift. und darin liegt der V o r t e i I der Arbeit. Solche Arbeiten sind stets zu begrüßen, und wir möchten noch mehr solcher von Schlesinger bekommen, der ia in der zionistischen Schrststellerivelt sich seinen Platz schon erobert hat Straßburger sllltn). G r. -7- Briese von und an Malwida v. Meysenbug. HerauSgegeben von Berta Schenken. Verlor von -Schuster u. Loeffler, Berlin. 1920. Zum 1<^). Geburtstag Malwrdas v. Mehsenbug sollte der vorliegende Brieibrwd erscheinen. Z» dreiem Zwecke hatte die Adoptivj tochter der verewigten Schriftstellerin. Frau Proseffor Monod, 1914 der Herausgeberin, eine Anzahl Briefe, zur Verfügung gestellt. Da kam der Weltkrieg, so daß das Such erst vier Jahre nach dem .beabsichtigten Termin herausrommeu tonnte, Malwids v.^rhfenLus hat zu Lebzeiten wie über das Grab hinaus die höchste Verehrung der deutschen Frauenwelt jüdischen Glaubens genosftn, deren -DMkÄ^ daß wir sie ans diele hochinteressante Neuerscheinung deh BüchermarkteS himveifen. wir daher sicher find. Goethe sagt einmal: .^Briefe gehören unter die wichtigsten Denkmäler. die der einzelne Mensch hmterlaffen kann." Die Briefe von und an Malwida v.Mehseubug gewähren nicht nur tiefe Einblicke in eine große, edle und starke Frauenseele, sie bilden auch einen wertvollen Beitrag zur Zeitgeschichte der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts. Malwida v. MevsenLua hat mit den he, deutschsten Männern und Frauen jener Tage in den engsten Freund schastsbeziehungen gestanden, nicht zuletzt mit hervorragenden Persönlichkeiten jüdischen Glaubens und Iudenstämmlingen. waS unS besonders freundlich anmutet. In erster Reihe begegnen wir mehrfach Frau Julie Salis-Schwabe*). die Malwida in CmqJanfr der ihren Bemühungen um eine selbständige Steilung behilflich gewesen war. sie auch wiederholt gastlich' in ihrem Hause ausgenommen hatte. In Neapel gründete Frau Schwabe das Jnttituto Froebeliano, wo Malwida sich auch zeittoeise als ihr Gast aufhielt. Treiundachhigjührig war sie von unserem . unvergeßlichen Ludwig Geiger aufg-fordert worden, einen Soethe-Aufsatz .511 schreiben, der als „Betrachtungen ül>er Goethes Cvonr im 21. Bande des Goethe-JahrbucheS 1900 erschien. Ten Tod des Generalmusikdirektors Hermann Levi in München nennt sie ..einen großen Verlust für Dasireuth". Alice Hallgarten, Prosesior Schiff und dessen Mutier, Joseph Rubinstein, die Tocksier Meherbeers. Baronin Andrian, finden Erwähnung, auch die italienische Dichterin Erminia Fua Fuscifato u. a. An, .11. Juli 1888 schreibt sie u. a. aus Ems an ihren Freund, den Baron Alexander von Varsberg: .Las einzige Buch, welches ich in dieser Zeck gelesen habe und welches mir die geistige Lede dieser Wochen erhellt hat. ist ein schon 1889 erschienenes, die Briefe und Auszüge aus dem Tagebuch Torothea Schlegels. Tochter MoseS Mendelssohns und Mutter, aus erster Ehe, der zwei Maler Veit. Sie ist eine geistvolle Jüdin, mit Schlegel zum Katholizismus bekehrt und eifrig wie alle Konvertiten: die Briese sind sehr unterhaltend und vieles arrs dein Tagebuch sehr schön: nur zuweilen Unsinniges über Goethe, was mir aber ein Beweis ist. daß Hehn recht hat mit der Behauptung der nnalaublick^n Anfeindungen der bedeutenden Zestgenvffen: allerdings gehörten die Schlegels zu den Romantikern." Wir müsien uns leider versagen, aus diese ausgezeichnete Briefsammlung. welche die Liebe zur Kunst, der bildenden und musikalischen. dllrchzieht. in der politische und philosophische Gedanken bei handelt und rein menschliche Fragen verständnisvoll und warmr herzig durchfprochen werden, näher einzugehe,». Unsere Frauen und Töchter mögen aüs dieser'edlen Lektüre lernen' sich bis ins Alter einen reichen, frischen Geist', ein junge?', warmes und Herz zu bewahren. " _ * K. A.. Breslau. ' v -») Als Fnm -Schwatz. o;re- *4r r i nten Phllmrthropiimren ihrer Zeit, im Mai von dieser Erde schied, war eS mir ver-. gönunt. ihr cm dieser Stelle einen ehrenden Nachruf. widmen, Lprkchsaak. An die U n t er stützüngSkaf fem? v - Ter zirka 20 bis 23 Jahre ältv Leo Potzpep aus der Tschechestowaßn hat auS ..Tankbarkekt" für die ihm gewährte Unterstützung nnd zirka -pvenvöchige Untorkmnt' stnd lohnende Defchästiaung nv der Behausung des Unterzeichneten in der Nacht vom Freitag auf Schabbos vor zirka vier Wockren einen Einbruchsdiebstahl -vor» übt und mit reichlicher Beute die Flucht ergriffen' Sollte der Genaimte an irgendeiner UnterstützungSkaffe wieder auttauchen. wird um telegraphische Benachrichtigung gebeten. ° Seine Unschädlichmachung liegt im Jnteresie der All^nwinheit. Aeußere Kennzeichen:- Holter. breitß5)ultriger Wuchs mit etwas gebogener Nase und spitzem Kinn. Augen spitzbübisch. Vollständige Unkenntnis de? Hebräischen. Soberuheim MM). 18. Tezeurber 1921. - - . JtoNas Haas. Ehewra^Vvrflehetz. Telcgraa»madrefle: Jona? Haas. Söbernherm. Telephon: Nr. 110.