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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-01-16 · Heft 7 (16.1.1838) · p. Seite 27

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 7 (16.1.1838)
Date
1838-01-16
Page
Seite 27 (sequence 3)
Language
German
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27 und ich aß von ihr. — Und so Hab' ich von den Purpurfaden — erhabener Dichter-Reden — fünfzig Schleifen gemacht :— und sie an meiner Dichtung Gebäude zum Zeugnis und Zeugen gebracht, — und habe Haken mit dem Golde der Weisheit aufgehoben, — durch die Schleifen 'gezogen; — daß die Wohnung ein Ganzes ward. — Süß sind Dichterwort' und laben — mehr, denn süße Honigwaben, Me, die fern oder nahe — ihre Ohren ihnen neigen. Eilen sie geschaart daher — würd' es auch den Blitzen schwer, Zu erreichen ihren Staub, — und die Löwen würden weichen. Und wenn ihnen nachzuziehn — Blitze wollten sich bemühn, Sänken sie gefesselt hin, — ohne je sie zu erreichen. Du kannst sie den Cherubin, — die den Flammen sind entstiegen, Und bald auf bald niederfliegen, — gleich dem Wetterstrahl,, vergleichen. Ringe sind in ihren Ohren — dort des Firmamentes Sterne; Und die Leuchten jener Ferne, — ihren Händen sind sie eigen; Auch die allerkühnsten Helden — wandeln sie zu matten Schatten Und die Riesen selber werden — gegen sie zu bleichen Leichen. Nur verhaßt und eine Last — sind sie ungereimten Lhoren, Während sie geweihten Ohren nur zu Wonn' und Lust gereichen. Sie, die an der Freunde Hand — knüpft der Freundschaft bestes Band, Denen liebevolle Herzen — süße, heiße Küsse reichen: Und wenn auch die Neider hämisch — jene zu erreichen suchten; Säh'n sie fern doch ihren Quell — und ihr Wasser schnell entweichen. Lieblich sind sie und gar fein, — wie der Himmel klar und rein. — Fest, wie Stein, indeß sie glatt — durch den Mund, wie Honig, schleichen. Ihre Schnüre sind voll Kunst — angereiht aus Silberstücken; Die in Geisteöglut geschmolzen — aus dem Dichterherzen steigen. Und gleichwie des Aethers Räume — sind erhaben meine Reime; Darum müssen alle Neider — meiner Lieder schnell erbleichen. Doch ich will hier enden — weit meine Freunde ermüden könnten, — die sonst mit Freude sich zu mir wenden. — Ich that — nach ihrem Rath, — der so klüglich und klar — allen Hörern und Lesern war, — so daß ihr Wort wol keinem entgeht, — und ein kleiner Knabe es zu fassen versteht.— Und als der Mann vernahm, — daß ich seinen Rath annahm, — küßte er mich nach Freundes Sitte — auf der Stirne Mitte — und sprach: der Herr geleite deine Schritte! — daß du der heiligen Sprache willst einen Tempeln bau'n, — auf den die Enkel mit Entzücken schau'n! — Und gesegnet sei der Herr der Erde, — der der heiligen ' Sprache einen Racher bescheerte, — und ihn berufen aus I Israels Heerde. — Ich sprach: Siehe, ich nehme deinen Befehl an, — und raste nicht, bis ich deinen Rath gethan, — und nun sage mir deinen Namen an, — und die Statte, da man dich finden kann! — Er sprach: So wisse denn: Cheber Ha-Kenk nennt man mich, — und zu Elon be-Jaanajim, meiner Heimath, kennt man mich. — Doch triffst du mich auf gar vielen Wegen, — und in jedem Theile deines Weges komm' ich dir entgegen, — und antworte dir, ehe deine Lippen sich regen. — Als ich seine Worte verstanden, — freute ich mich eines solchen Bekannten, — und mein Herz schloß sich an ihn mit der Liebe Banden; — und er zog weiter von jenem Ott, —. und nahm meine Seele mit sich forts — und da er von mir zu seiner Stadt sich kehrte, — war mir's, als wenn-ich von ihm noch die Worte hörte: Wer den Rath des treuen Freundes höret, Kann mit ihm, wie mit dem Schwert, den Feind besiegen. Und wie Gold ist seines Wortes Ausfluß, Wenn es kam aus seines Herzens Glut gediegen. (Fortsetzung folgt.) M i s c e l l e. In der israelitischen Kteinki nde rbewahranstatt zu Prag befindet sich folgende bemerkenswerthe Inschrift unter Glas und Rahmen: „Worte Sr. Excellenz des Herrn Oberstburggrafen „Karl Grafen von Chotek bei Annahme des „Protektorates dieser Anstalt." „Was endlich das Ansuchen wegen Annahme des Protectorates über diese Anstalt anbetangt, so will ich auch diesem willfahren, weit ich gern jeden Anlaß benutze, welcher wahre intellectuelle Bildung und Humanität aller Glaubensgenossen des Landes zu fördern vermag, und es mich freuen würde, wenn ich zu dem raschen und gedeihlichen Aufblühen dieser in ihrer Art einzigen für die israelitische Jugend so äußerst wünschenswerthen Anstalt mit Erfolg beitragen könnte."

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