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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1921-12-09 · Heft 25 (9.12.1921) · p. Seite 285

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
85 (1921)
Issue
Heft 25 (9.12.1921)
Date
1921-12-09
Page
Seite 285 (sequence 3)
Language
German
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285 manche, die trotz Men Anfeindungen dort ihr Heil suchen, so verdienen sie mit Recht diesen Fußtritt. * Kudeudorfs uttb der Orden »ttfc MM. Offener Brief an Se. Exzellenz General den Zfnfsnterie Lndendorff. „Ew. Exzellenz haben in dem jüngst veröffentlichten Buche „Kriegführung und Politik" dem Orden Bne Brith unterstellt, daß er mit anderen Organisationen' für die Entente gearbeitet und ihre Werbearbeit verstärkt habe. Ich gehöre seit dem Jahre 1898 dem deutschen Distrikt des Ordens an, seit 1913 bin ich Mitglied des Präsidiums. Aus einer meiner Schriften „Der Orden Bne Brich in Deutschland (U. O. B. B.)" haben Ew. Exzellenz die beiden Schlußabsütze zitiert und aus dem Inhalt, der sich nur auf die jüdischen Verhältnisse Deutschlands bezieht, internationale Bindungen konstruiert. Ew. Exzellenz haben a.»s meiner Schrift nicht zitiert, daß die deutschen Logen des Ordens „auf dem Boden getreuer vaterländischer Gesinnung" stehen, haben nicht zitiert den Satz: „Als eine vornehmlich bemerkenswerte Kriegsleistung darf die Einrichtung des Kriegslazaretts der Logen, die Institution der Krankenpflegerinnen, des „Vereinslazaretts M 3" angesehen werden, die anerkanntermaßen unendlichen Segen gestiftet haben." Für Kenner der Verhältnisse brauche ich kaum zu betonen, daß der Orden eine rein humanitäre Vereinigung ist und daß der amerikanische Distrikt außerordentliche Leistungen zur Linderung deutscher Not aufweisen darf. Ich bin es mir selbst — in ebenso selbstverständlicher Richtung auf den deutsthen Distrikt unseres Ordens, dem ich als Präsidialmitglied angehöre — schuldig, folgende persönliche Momente hinzu- Zufügen: Ich habe mich sofort zu Beginn des Krieges trotz vorgeschrittener Jahre als Stabsarzt der Landwehr a. D. freiwillig dem Vaterland zur Verfügung gestellt. (Mein Sohn war als Kriegsfreiwilliger die ganze Kriegszeit hindurch an der Front.) In den iVj Kriegsjahren habe ich dem Vaterlande in verschiedensten Stellungen bis zum Schluß des Krieges gedient. In den ersten zwei Kriegsjahren war ich Chefarzt des Gefangenenlagers und -lazaretts Quedlinburg. Als ich aus dieser Stellung schied, nahm der Magistrat der Stadt Quedlinburg Anlaß, in einem offiziellen Schreiben (vom 8. August 1916) mir „wärmsten Dank und herzliche Anerkennung" auszu sprechen. Er fügte hinzu: „Sie haben sich um das Wohl unserer Stadt und Bürgerschaft wohl verdient gemacht, und es ist uns eine besonderer Freude, Ihnen dies bei Ihrem Scheiden von hier zum Ausdruck zu bringen." In ähnlicher Weise haben mir die beiden Kommandanten des Lagers, der (inzwischen verstorbene) Generalmajor v. Sigsfeld und sein Nachfolger, Generalleutnant v. Geldern-Crispendorf, „Dank und Anerkennung für meine Tätigkeit in organisätorischer und ärztlicher Beziehung" ausgesprochen. Letzterer betonte brieflich in einem Schreiben vom 17. August 1916, daß ich die Kranken- und Be-rwundetenpslege aus dem Nichts vorbildlich organisiert und unermüdlich versehen habe, wobei man mich zugleich als treuen Kameraden kennen und schätzen gelernt habe. Herrn v. Geldern-Crispendorf war es bekannt, daß ich dem Orden Bne Brith angehöre. Ein von wir verfaßter Aufsatz „Lagerleben in einer Barackenstadt" erschien mit Erlaubnis des Kommandanten und des stellvertretenden Generalkommandos in unserem Logenorgan (1916, Nr. 8, S. 122). Die Schilderung der Zustände des Gefangenenlagers konnte angesichts der humanen Leitung beider Kommanbanten nur einen für Deutschland günstigen Eindruck erzielen. . Ich. freute mich, als der Aufsatz später in einer n-ichtdeutschen Zeitung abgedruckt wurde. Ich versage mir, weiteres hinzuzufügen. Meiner Tätigkeit, ist kein äußerer Lohn erwachsen, nur die Feststellung in dem Buche Ew. Exzellenz, daß mein Name in Verbindung mit Bestrebungen gesetzt wird, die gegen Deutschlands Interessen gerichtet waren. Ich darf als alter preußischer Sanitätsoffizier von Ew. Exzellenz erwarten, daß nach der von mir gegebenen Aufklärung durch Richtigstellung in den Ew. Exzellenz nahestehenden Zeitungen der Schatten von meinem Namen genommen wird, der durch Ew. Exzellenz Darstellung aus ihn geworfen wird. Noch größere Genugtuung aber würde es mir bereiten, wenn dadurch der Schatten von einer Organisation genommen würde, der ich seit 23 Jahren angehöre. Ich würde bei einer Gemeinschaft nicht eine Minute verbleiben, die etwas gegen die Interessen Deutschlands zu unternehmen fähig wäre. Sanitätsrat Dr. Alfred Goldschmidt. Stabsarzt d. L. a. D. . NB. Dasselbe gilt von den beiden mitangegriffenen Herren, die an vaterländischer Gesinnung feinem anderen Deutschen nachstehen bzw. nachstanden. Die vaterländische Gesinnung unseres Ordens wurde erst kürzlich von einem deutschen Gericht anläßlich einer Klage gegen einen unbegründeten plumpen Angriff des berüchtigten „Münchener Beobachters" anerkannt. „Nach dem satzungsgenmßen Zwecke der Logen und nach dem bekannt gewordenen Verhalten der Logen im Weltkrieg müssen die Behauptungen (nicht-vaterländischer Gesinnung) als unwahr bezeichnet werden." An anderer Stelle konstatiert das Urteil: „Die Großloge hat während des Krieges sich Mühe gegeben, in Amerika, solange es sich noch nicht am Kriege beteiligt hat, und im neutralen Auslände den Lügennachrichten der Feinde entgegenzntreten und für das Deutsche Reich Freunde zu werben." A. G. # Obcrschlesischer Rabbinerverband. Am 16. November fand in Hiudenburg eine Generalversammlung des Verbandes der Rabbiner Oberschlesiens statt. Der Vorsitzende, Kaatz (Hiudenburg), gibt Zunächst Kenntnis von der Einbuße, die der Verband durch das infolge Wegzuges erfolgte Ausscheiden dreier Mitglieder erlitten hat, der Rabbiner F r i e d m a n n (Lublinitz), Nellhaus (Rybnik) und Graden w i tz (Tarnowitz). Er bespricht sodann die Schwierigkeiten, durch die eine ersprießliche Tätigkeit des Verbandes im letzten Jahre infolge der politischen Wirren gehemmt wurde. Die Inspektion des Religionsunterrichts konnte nicht in ordnungsmäßiger-Art ausgeübt, soll aber nun wieder in früherer Weise ausgenommen werden. Es wird beschlossen, beim oberschlesischen Gemeindeverband die Gewährung einer Subvention zur Bestreitung der gesteigerten Reisekosten der Inspizienten zu beantragen. Darauf folgte eine Aussprache über die durch die Politischen und die sozialen Note herbeigeführte traurige Lage der kleinen Gemeinden, von denen eine Anzahl ohne Kultusbeamten sei: ein schwerer Mißstand, der dringend der Abhilfe bedürfe. Es wird nach eingehender Beratung beschlossen, 'an den ober schlesischen G e m e i n ,dev e r band das Ersuchen Zu richten, schleunigst geeignete Maßnahmen zu treffen, um für die in Frage kommenden Gemeinden die Anstellung von W a n d e r b e a m t e n zu veranlassen. Sollte der Gemeindeverband die Erledigung dieser dringenden Ausgabe ablehnen oder aufschieben, dann solle der Rabbinerverband selbständig Vorgehen. Hieraus wird über eine Anregung des Vorstandes der Synagogengemeinde B e u t h e n verhandelt, Fortbildungskurse für jüdische Lehrer des Bezirks einzurichten. Die Anregung wird shrnpathisch begrüßt, doch muß deren Praktische Durchführung in Rücksicht auf die gegenwärtige Situation zunächst hinausgeschoben werden. Es wird sodann in eine Besprechung der Stellung der zweiten Rabbiner eingetreten und beschlossen, an den allgemeinen deutschen Rabbinerverband das Ersuchen zu richten, diesen Punkt aus die Tagesordnung seiner nächsten Generalversammlung zu setzen. Den Schluß des geschäftlichen Teils bildete eine Aussprache über die durch die Teilung Oberschlesiens geschaffene Lage. Es folgt der wissenschaftliche Teil, in welchem Krengel (Ratibor) eine homiletische Vorlesung und Kaatz einen talmudischen Vortrag hält, an den ffich eine rege Diskussion knüpft. * Außerordentlicher Gemeindetag des Provinzialverbandes rheinischer Synagogengemeinden. A. R. K ö l n, 22. November. In dem Gemeindesaal der Synagogengemeinde Köln fand am Mftttdvch, den16.Mvember, ein außerordentlicher Gemeinde tag des Provinzial Verbandes rheinischer Synagogen gemeinden statt. Fast sämtliche Großgemeinden und viele kleinen Gemeinden hatten ihre Vertreter entsandt, denn die Bedeutung der einzig zur Beratung stehenden Frage: das Ostjudenhilfswerk in der Rheinprovinz war von allen Gemeinden als außerordentlich'wichtig anerkannt.

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