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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1921-11-25 · Heft 24 (25.11.1921) · p. Seite 275

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
85 (1921)
Issue
Heft 24 (25.11.1921)
Date
1921-11-25
Page
Seite 275 (sequence 5)
Language
German
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275 aus Rußland begünstige unL die Arbeit Nansens erschwere.. Auf die verschiedene in' dieser Angelegenheit an Wolf gestellten Fragen er- Kärte dieser, er sei bei Absendüng erwähnten Briefes betreffend der Vereinbarung mit der litauischen Regierung falsch informiert gewesen. ' ' ..' J. P Z. - m : Die Lage -er, Inden in Algier nnd Trinis. Par i s, 11. November. „Hulnanitä" befaßt sich mit der politischen Vage in Algier und Tunis, wo neben den vielen Zehntausenden einsleborener Juden auch über 70 000 naturalisierte französische Juden leben. Die Regierung und die Europäer behandeln die einheimische Bevölkerung, darunter auch die eingeborenen' Juden, sehr roh und lassen ihre Ueberlegenheit den Einheimischer; gegenüber brutal walten, indem sie diese als minderwertige Rasse betrachten. Der Antijenütismus ist zwar, m der letzten Zeit ziemlich eingedämmt und hat es den Anschein, als wenn er im Begriff wäre zu verschwinden. Es lei aber verfrüht, vom gänzlichen Aushören des Antisemitismus in jenen Ländern zu sprechen, es sei vielmehr die Gefahr eines neuen .'lusslammens zu befürchten. J. C. B. *> Die amerikanischen Inden und die Washingtoner Konferenz. New-Uork, 12. November. Die Bewegung unter den amerilanischen Juden, die Judenfrage vor die Abrüstungskonferenz in Washington zu bringen, zieht täglich größere Kreise um sich. Die Union der amerikanisch^jüdischen Kongregationen hat beschlossen, diese Bewegung in jeder Hinsicht zu fördern. Mr. Simon Wolf, Vorsitzender des Komitees für Zivilrecht in den Vereinigten Staaten, hat sich bereits mit dem Staatsdepartement in Verbindung gesetzt, um das Erscheinen einer Deputation prominenter Juden vor der Konferenz in die Wege zu letten. Bloß Mr. Lewis M a r s h a l l äußerte sich in einer Unterredung gegen den ganzen Plan, da die Konferenz mit jüdischen Angelegenheiten nichts zu schaffen habe, um so mehr, als Rußland und die Ukraine in -ihr nicht vertreten sind, bei deren Bertretern allein man gegen die grausamen Pogrome an unseren Brüdern, und Schwestern Protest hätte einlegen können. J. C. B. # Ans und über Palästina. Jerusalem, 7. November. Nach den am 2. November in Jerusalem stattgesundenen Unruhen nt kein weiterer Zwischenfall erfolgt. In ganz Palästina herrscht liuihe, so daß die normale Lage als miederhergestellt bezeichnet werven Unm, In Jerusalem selbst wurde ein Sonvergericht gebildet, das daveits 21 Angreifer' abgeiurteitt hat. Die politischen Drahtzieher, die hinter den Angreifern standen, sind über die Wirkung ihrer Hetzla-ulpagne offensichtlich enttäuscht, 'da sie glauben, daß auf Grund der Jerusalemer Ereignisse das Prestige der gegenwärtig in London >veitenden arabischen Delegation einen entscheidenden Schlag erlitten l,at. Hervorragende mohammedanische, katholische und. protestantische t'lotabein haben der palästinensischen Regierung ihr Bedauern darüber mrsgedrückt, daß der Angriff des aufgehetzten arabischen Mobs den Lod schuldloser Leute verursacht hat. Insgesamt sind 5 Juden und ] Araber getötet, 32 Juden und 6 Araber verwundet worden. Die indischen. Opfer wurden am 4. November beigesetzt; über 5000 Personen folgten dem Leichenzuge. Wie der Angriff vor sich ging. Jaffa, 3. November. Ueber die Jerusalemer Vorgänge am Jahrestage der Balfour-Deklaration ist folgendes zu berichten: Am Morgen des 2. November ließen die Araber ihre Geschäfte geschlossen, um auf diese Weise ihren Protest gegen die Balfour- Tvklaratiön. zum Ausdruck zu bringen. Um 10 Uhr rottete sich vor dom 'Jaffa-Tor arabischer Janhagel zusammen und zo>g mit drohend erhobenen Stöcken zum Postamt. Die Polizei bemühte sich, die Demonstranten zu zerstreuen, ihren schwachen Kräften war jedoch kein Erfolg beschieden. Im weiteren Verlauf des Tages «ereigneten sich dann viele Angriffe, deren Ziel die jüdische Altstadt war.' Die trauugm Folgen dieser Vorfälle sind bekannt; sie sind um so beLlagenslverter, als energischere Vorsichtsmaßr'egeln vor Anbruch des Tages die Unruhen gewiß hätten verhindern können. Die Zionistische Komnüssion, der Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat in Palästina) und aridere jüdische Körperschaften verlangen, daß!der Gouverneur Von ArpsHMh. Keit«eral Styrrs, . bis zum Ahschkuß einer, gründlichen M^rßHung' 'vchn- Ämte. fuspÄhiert werde- 7Zri diesem. Zustiwm^ daß der 2. November in Jaffa > dank.^geeignetev Maßnahmen des dortigen Gouverneurs w völliger Riche verlaufen ist. . . ,. . Das „.Jewifh Correspondence BureM" empfing von Lord Rodert Ceciil/ folgendes BsgrüßungMLeigramuv an das jüdische Volk: „Diele Gra-tulationen und «gute Wünsche zum vierten Geb-urtsta-g der Balfour-DÄlaraition. Läßt Weisheit und Mäßigung die Früchte des Baumes sammeln, den vor vier Jahren die Erg«ebenhei.t und det Genius der Zionisten so erMreich gepflanzt haben." Z. K. * . - Damo iZoffmann. | Kurz vor Schluß des Blattes geht uns die betrübende Nachricht zu, daß Professor Dr. David Hoffmann, der greife Rektor am Berliner Rabbrnerseminar, am 20. d. M., nachmittags, verschieden ist. Der Heimgegangene, im Jahre 1843 in Ungarn geboren, war einer der namhaftesten Tälmudisten «der Gegenwart und ein hervorragender Repräsentant der Wissenschaft des Judentums. Sein Leben und Wrrken stand im Dienste Israels und seiner heiligen Thora, feines Wissens Ziel war Gottesfurcht. Um den Tod dieses von der Vorsehung mit einer, hohen Mission betrauten Gadol d'Jsrael trauert nicht allein die deutsche Orthodoxie, die er in Lehre . nnb vertrat, sondern auch die Judenheit über Deutschlands Grenzen hinaus. Der Name David Zwi Hossmann wird .in der Geschichte Israels und seiner Literatur zum Segen kommender Geschlechter fortleben. Tiziin Lebnerlilte des Verbandes der Vereine kur jüdllche Gelchilyte und Merstur in Srutlchland (1921 —1922). Namen und Themen: Dr. ErnftAppel, Rabbiner, Bingen a. Rhein: 1. Der Prophet Jeremia. 2. Jüdische Sekten und Parteien. 3. Raschi. 4. Jbn Gabirol. 5. Die Philosophie des Maimonides. 6. Die Familie Abarbanel. 7. Pflichten des modernen Juden. 8. Der Rabbiner in der Geschichte und in der Gegenwart. 9. Geschichte der Juden am. Rhein. 10. Entstehung des Christentums. Dr. Auerbachs Rabbiner, Elbing: 1. Ruth und Antigone. Andere Themata Vorbehalten. Alfred Auerbach, Mitglied des Frankfurter Schauspielhausesi, Frankfurt a. M., Fichardstraße 31: Die Juden im modernen Roman (mit Rezitationen). .Dr. Max Beermann, Bezirksrabbiner, Heilbronn: 1. Die neuesten Angriffe auf unsere Religion. 2. Die Erneuerung des Judentums. 3. Steiner und wir. 4. Spenglers Geschichtsphilosophie und das Judentum. 5. Judentum und Parsismus. 6. Judentum und Griechentum. 7. Vom Werden des Talmuds. 8. Juden und die Philosophie. 9. Die Kulturbedeutung des Judentums. 10. Die Richtungen im modernen Judentum. Dr. Behrens, Rabbiner, Göttingen: 1. Unsere Bibel. 2. Probleme jüdischer Geschichte. 3. Unsere Stellung zur gegenwärtigen politischen Lage. 4. Religion und geistige Strömungen in der deutschen Judenheit. 5. Geschichte der deutschen Juden im 19. Jahrhundert. Dr. Willy C o h n, Studienassessor, Breslau, Wölflstt. 17: 1. Ferdinand Lassalle in seiner Bedeutung für das Judentum. 2. Die Kteuzzugsverfolgungen der Juden im Mittelalter. 3. Moderne jüdische Bücherschau. 4. Der Kamps um die Emanzipation im 19. Jahrhundert.

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