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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1921-11-11 · Heft 23 (11.11.1921) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
85 (1921)
Issue
Heft 23 (11.11.1921)
Date
1921-11-11
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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8$. [Jahrgang. Nr. 23 . Berlin, 11. November 1921 Vellage zur „Allgemeinen Leitung deF Judentums. SorrrsponLenzen und Aschrichten. Deutschland. 2/D Berlin, 8. November. Das ArbSiiterfü-risioivgela-mL der jüdischen OriMbisa-tzwEn Teutschilainds hiatte zur BeHprechjU-ng versch>i!e>dtM!e'r mit der OMrdenfür-so-rge m der Pravinz Ostpreußen zufammenhängenden Fragen das Mitglied seines Gen'er'als.ekr>etia>riats-, Herrn Dir. S-en a t o r, nach Ehdtkuhnen >un!d Köniilgisbergi enits-andt. Ter Besuch i-n Eh'ditkuhnen' ergab, daß die Fürsorge für d-ie ostjüdischen Flüchtllmge, trotzdenrdiie jüdislbe Gemeiad-e dort nur 40 FamiWen zähR, von dien Gemeirndemitgli-eder-Ni in vorbildlitcher Weise ausgeübt wurde. Die Gemeinde Ehldtkuhnen er-Mrie sicht bereit, zu den, Kosten der jüdischen Arbe-i-kerfürsorgestelle in Königsberg monaiMch, 300 Mart beizutr,a>gen. In Königsberg fand cm 8. Oktober eine Versammlung, von Mitgliiedern des Vorstandes und ter Repräsentanz der Gem-einde Königsberg! soÜn-ie von Vertretern der jüdischen 'Organisationen und einzelnen Persöniliichikeiiten statt, m -der die Verfam-melteumit Interesse von den Diarleguin-gien des Herrn Dr. Senator Kenntn-is nlahinen. Jnsbesoüdere herrschte Einig,keilt Wer die Notwendigkeit einer geordnie'ten politischen Vertretung, w>ie si,e d-a-s ArbeHterfürsorgeamt und' seine Zweiglstellm d-arstell-en, sow-iie einer möglliichst wei-tgehenden sozialen Fürsiorige. Herr Dr. Senator fihrte ferner -rnt#, daß, >d>a die »oimierifa^ nische Hilfe nunmehr ausgebUeb>en i>st, dials deutsche Judentum zunächst, urn sich dte Unterstütz unig der Amierilanier wieder zu stchern, selbst erhebltche Smnmien -aufb-ri^n-gen m-uß,. Die Versammlung, die einstimmiig der Ansicht war, daß die erforb-erlichien' Mittel zur Erhialtung. der Arbeitersürsor-gestelle in Königsberg 'ausgebwachit werden müssen undi anfgebracht werden kö-n-nieiv. nahm einstimmig folge-nde ResoAlitionen an: 1. „Die am 8. Oktober versaimmel'tein' Viertreter des S^to'rfftctinibte^ und der Repräsentanz der jiddischen G>em>ei'nde sowie der j-üdischen Organisationen Kö-nilgs>bergs erklär-en die Awfr-echiterh-altunig der ArLeiiterstirso-rgestelle Königs'b-er,g! für unbedin-gt erforderlich. Die a-nwes-enden Vertreter der jüdiischien- Orlgianisaittonen erMrien sich bereit, bei ih>ren Organisetionerr dasü'r -ei'nzusetzen-, daß in analoig-er We«i'se wie bei den anderen Arbei-terflirsorgestiellen der Arb^itersürsorgestelle Kö>ni!gsber>g laufend? mon-atliche bzw. viertebjährli'che Bei>trä>ge zur tiei-lloeisen Deckungdes. Etats n>ach Mia>ßaab>e der zur Verfügung stehenld>en- Mittet üb-erw'iiesen^ werden." 2. „Die am 8. Oktober versammelten M'itglieder des Vorstandes und der Repräsien'taniz der jüdischen Gemeinde Köni-als,b!erg erklären an-gesichits der Wichtiigkeit der Politischl-konsntarischen Dätiigke'iit sowie der sozi-al-- Pobi-t'sch!-fiirs>or.geri's>ch!en Arbeit des Urbe'itersi"lrsorge»a'M!ts di-e Ansrechiterh,alitung des Hil>fs.w-erks für die ostiitdischlen. Flüchtlinge als eine unbedingte No>twend>i>gkei't. Tenn di-e Tätigkeit d-es Arbei'terfiürsiorae-- amtes liegt niicht n-u-r im Interesse der Flü-chMnige, als v-ielmehr anich in dem d>er eiin-gesessenlen deutschen Jndenheit. Die Gemeinde Königsberg. erw-artet — u-nd sie richtet in d'iieser Erwartung einen dringende-n Ap-Pie-ll an die Gemeinden der Pr-oviüzen' —, daß -auch diese und v.o>r allen Dingen di-e von d>er Ostj^udennot Nlichit oder nur wenig Betroffenen d>ie Ar'beitersü rsorgestelle Königsiber'g mit lausenden monatlichen Beiträgenunterstützen werden. Die.versammelten Vertreter des V-orstlanteis und der Repräfenitanz der Gemeiinde w-erden sich dnsür eiinsetz-en, «daß auch diie Gemeiinde Köni-asbierg zu den Kosten der Arbei'terftl-rsiorgestelle eine-n 'liarlsenden monatlichen Beit rag, sowei-t es ihre Mittel i-rgend erlauben^, bewillii>g,t. Si-e bedian>ern dabei, daß andrere Großgemeindlen, insbesondere -au«ch Berlin, verhältn-ismäHig zu geringe Miiittel ftt-r d>i«esen Zweck b-ew-iillü'-gt h>aben." Demgemäß wurde in Aussicht genommen-, zu-r Erhialtung >der Arbeiitersürsorgestelle Köni'gsberg -foiligende Faktorenheranzuziehen: einmial die Jüdische Gemeinde Königsberg, di-e Pr-ovinzgemeinden, d'ie Organifationen!; endlich h-errschte Einigke-i-t da>rüber, daß auch eiine Pri«v-atsammbunig w»erd>e ersolgen müssen. Herr Komm-erzienrat Marx hat bereits zu dieser Sammlung 5000 Miark gezeichn'et. Die am nächsten Tag stiattsindeude Dagiung der G-emei-nden Ostpreußens lvar leiider nicht s,o besuchit, lv-ie es die W'iichtti-gke'it d>er An-g>e'l!egenlheiit erso>rdert hätte. Jmmerhtiin waren Vertreter einer Reihe wichtiger Gemeinden anwesend. Rach ein-gchiender Darlegung des Resereniten Dr. Senato-r über dm Ernst der 'Situation, wurde die nachstehende R-esol-ution -am genommen dur>ch die die Vertreter 'der anwesenden- Gemeinden die Unterstützung der Avbei-tersürsorg-estelle Königsberg in Aussicht stellen: „Die am 9. Okto-bier versammelten V>ertveter der jüdischen Gemei'nden Ostpreuß>ens erklä-rensich bereit, in 'der Erken-n-tniis der drilnigenden Notwiendiigkeiit einer Produktiven Fürso>r-g,e ftör die ostjüd-ischen Flüchtlinge „sich b>er ihren- Gtemeinden für eine bausende monaitlii-che bzw'. vierteljährliche Sublvenitionierung der Arbeiltersü-rsorgestelle Köniigsberg einzufetzen. Der Sylna-goigenverbiaili-d Ostpr-eußen w>i-rid> gebeten, di-esien Befchluh allen a-n>gesch«loss-enen Gemei'nden zu üb-ermii-tteln und zur D-urchisührunig zu empsehilen." B-esonders gün-stigeu Eindru-ck machite das A>n.gebo«t der G>emeinde Ehdtkuhn-en-, der Arlbiei'terfürsorgestelle in Köniigsber-g e'in-en Betrag von mon>atliich 300 Miark für di-e Zwecke der Ostjudensürsorgie zuzu-sühiren-. §£•> Berlin, 8. Novenwer. Die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums, Artilleriestraße 14, veranstaltet im kommenden Winterse-mester neben den Fachvorl-esungeu wiederum verschiedene A b e n d v o r l e s u n g e n, die sich an weitere Kreise der Gebildeten wenden. Es werdenlesen im Hochschu-lgebäude, Artill-eri-estraße 14: Dienstag 8—9 Uhr Dr. Torczhner: Israel und Aeghpten: Mittwoch 6—8 Uhr Dr. Freu n-d: Die sta-atskirchenrechtliche Stellung des Judentums in Deutschland nach der neuen Reichsverfasiung; im Logenhause, Kleiststraße 10: Mittwoch 7—8 Uhr Rabbiner Dr. Baeck: Besprechung moderner religiöser Literatur; Mittwoch 8—9 Uhr Professor Dr. Guttmann: Einführung in die jüdisch? Philosophie des Mittelalters. Eine Vorlesung zur Einführung in den Tert der Mischna hält Professor Dr. Baneth Sonntag 10—12 Uhr vormittags im Hochschu-lgebäud-e, Artilleriestratze 14. — Die Vorlesungen, die sämtlich unentgeltlich sind, begannen Sonntag, den 6. November. Berlin, 8. November. Die zahlreichen im Verlauf der letzten" Jahre von oder mit Hilfe der Gesellschaft „Ort" errichteten Lehranstalten für technische! und landwirtschaftliche 'Bildung in den Randstaaten Rußlands leiden allgemein unter dem Mangel an technisch und pädagogisch genügend gebildeten Instruktoren. Manche Abteilungen können bloß deshalb nicht eröffnet werden, weil keine Menschen vorhanden sind, die den hohen Anford^-rungen -entsprechen würden, welche an einen Instruktor gestellt werden müssen. Es scheint daher dringend geboten, daß sich jüdische Fachleute auf dem Gebiete der Technik und der Landwirtschaft, di-e mit der -Fachkenntnis auch pädagogische Begabung und Liebe zum Erzieherber-us verbinden, in ausreichender Zahl zu diesem Zwecke zur Verfügung stellen, über dessen Wichtigkeilt für den Aufbau des jüdischen Erziehungswesens und -der jüdischen- Wirtschaft im Osten kein weiteres Wort mehr gesagt zu werden braucht. Die Gesellschaft „Ort" bittet alle Fachleute der genannten Kategorien, die den angeführten Bedingungen entsprechen und entschlossen sind, sich dauernd oder z-um mindesten eine längere Reihe von Jahren dem Erzieherberufe zu widmen, sich mit der Abteilung für Wirtschastserziehung beim Bureau der Z-entralv-erwaltung in Berlin in Verbindungzu fetzen. Derzeit kormn-en hauptsächlich in Frage: Instruktoren für Männer- und Frauenschneiderei, Schlosserei, Tischlerei. Schäfk'macherei. Es mögen sich aber auch Fachleute für Keramik, Korbflechterei, Lederverarbeitung, Gärtnerei und Kleinlandwirtschaft, Elektrotechnik und Polhgraphik melden, da man ihrer in der nächsten Zeit vora-u-sstchtlich bedürfen wird. Alle näh-eren Bedingungen sind durch di-e Abteilung für Wirtschaftserzi-ehung der Gesellschaft „Ort", Charlott-enburg, Bleibtr-eustraße 34/35, zu erfahren. E. M. Berlin, 8. November. Im Rahmen der Opferwoche, die der Zen t r alverei n deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens im ganzen Reiche veranstältete, fanden zwei große Kundgebungen auch in Berlin statt.- Als Termin der Opferwoche war die Woche zwischen dem Neujahrsfest und dem Versöhnungsfest festgesetzt. Die Berliner Veranstaltungen sind jedoch wegen der am 16. Oktober erfolgten Stadtverordnetenwahlen verschoben worden. Die ersteKundgebung wurde am 25. Oktober in den Spichernsülen veranstaltet. Der Vorsitzende des Zentralvereins, Justizrat Brodnitz, wies in kurzer Begrüßungsansprache auf den Zweck - der Opferwoche hin, worauf Rechtsanwalt Dr. John Wertheim

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