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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1921-11-11 · Heft 23 (11.11.1921) · p. Seite 263

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
85 (1921)
Issue
Heft 23 (11.11.1921)
Date
1921-11-11
Page
Seite 263 (sequence 5)
Language
German
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263 Dezember' bis 1. Juli 1922, infolge Erreichung der Quote, bemerkt das New Dorker „Morning Journal", daß laut offiziellen Daten, die vom Immigrationsbureau beim Laibour Depar-bment stammen, diese für die Juden geradezu -katastrophale Nachricht nicht -den Tatsachen entspricht. Aus einer Liste des Jmmigrationskommissars vom 29. September ist ersichtlich, daß die einzigen Länder, die ihre Quote bereits erreicht haben, sind: Spanien, Türkei, Palästina und der Distrikt von Smyrna. Von allen anderen Ländern können noch Immigranten ins Land gelangen, während Polen, Oesterreich, Ungarn, Jugoslawien, Tschechoslowakei, R-umänien, Schweiz, Deutschland, England n. a. m. noch nicht einmal ihre September-Quote erreicht haben. Das Britische Museum in London hat der Jüdischen Nationalbibliothek einen, sechsbändigen Fächtatalog geschenkt, der die Neuerwerbungen der Museumsbücher.ei von 1881 bis.1915 enthält. Die zionistische Organisation der Vereinigten Staaten übersandte der Bibliothek neuerdings 30 Kisten mit wissenschaftlicher Literatur in englischer Sprache. Auf einer in Jaffa abgehaltenen Konferenz des „Schutzverbandes hebräischer Autoren in Palästina" wurde beschlossen, eine hebräische Enzyklopädie herauszugeben, die alles Wissenswerte über Palästina enthalten soll. Das Werk, zu dessen Absassiung sich die angesehensten hebräischen Schriftsteller vereinigt haben, wird in seiner Gesamtausgabe zehn umfangreiche Bände umfassen. Readings 60. Geburtstag. Der Vizekönig von Indien, Earl of Reading. feierte am 10. Oktober seinen 60. Geburtstag. Bei dieser Gelegenheit sei auf die vom Ministerium für Indien veröffentlichte Rede Readings verwiesen, die er. vor einer Deputation von Punjäber Muselmanen gehalten pat. Readrug tam dabei auf die englische Toleranz in religiösen Dingen zu sprechen, wobei er sich selbst als Beispiel hinstellte. Seine Anwesenheit als vom König bestimmter Vizekönig sei wohl ein beweis für die religiöse Freiheit. Welchen Grund gäbe es denn, zu behaupten, daß irgendeine Aktion, die von der indischen Regierung, deren Haupt er ist, unternommen wurde, gegen, eine bestimmte Religion gerichtet sei. Jede Aktion, die die Regierung unternimmt, richtet sich nur gegen einzelne und steht in gar keinem Zusammenhang mit dem religiösen Bekenntnis. O Arabische „Trauer" am 2. November. Jerusalem. (I. C. B.) Gemäß Fluigschristen, die im Lande verteilt wurden, und die die Araber aufsordern, am 2. November gegen die Balsour-Deklaration zu protestieren, hat die arabische Bevölkerung beschlossen, diesen Tag als Trauertag zu begehen. Die Flugblätter und die Vorbereitungen zu dieser „Trauer" riesen in Bassa und Jerusalem Besorgnis hervor, aber die Regierung hat Schritte unternommen, um Ordnung und Ruhe im Lande zu sichern. L o n d on, 3. November. (Reuter-Meldung.) Laut Nachrichten aus Kairo haben sich in Jerusalem U n - r uhen ereignet. Es wurden Bomben geworfen. Vier Juden und ein Araber wurden getötet, dreizehn Personen sind verletzt worden. Tie Unruhen entstanden während eines Versuchs, das jüdische viertel a n z u g r e i s e n. * Aus uub über Palästina. Auswanderung nach Palästina über Konstantinopel. Im Monat September haben sich allein über Konstantinopel 400 Auswanderer nach Palästina begeben. Unter diesen befand sich eine große in Kischinew begründete Kooperative, die mehrere genossenschaftlich organisierte Gruppen aus verschiedenen Städten Rumäniens umfaßte. In den letzten Tagen passierte die erste Gruppe der aus 250 Familien bestehenden. „Berschad"-- Gesellschaft Konstantinopel, um von dort ebenfalls nach Palästina weiterzureisen. Unter den Mitgliedern dieser Familien sind die verschiedensten Berufe vertreten. Das eingezahlte Kapital dieser ersten Gruppe beträgt 30000 Pfund Sterling. Jede Familie zahlte einen Mttgliedsbeitrag von 50 Pfund Sterling ein; das übrige Kapital wurde zur Verfügung der Gesellschaft bei einer Bank deponiert. Landwirtschaftliche Geräte im Werte von zirka einer '.Nillion Mark liegen in Hamburg zur Verschickung bereit, während gleichzeitig ein Rindertransport aus Rumänien, nach Palästina abgeht. Der Jüdische Nationalsonds überläßt den Familien in der lodene I e s r e e l den erforderlichen Boden. Die „Alliance Jsraelite Universelle" hat die Wiedereröffnung der nach Ausbruch des Krieges geschlossenen Schule in Jaffa beschlossen. Dr. Sasson, der bisherige Leiter der Jüdischen Schute in Tauta (Aegypten), wurde zum Direktor des Jasfaer Instituts ernannt. — Aus diesem Beschluß der Alliance geht hervor, daß aucht nichtzionistische Kreise der allgemeinen Entwicklung im neuen Palästina mit Zuversicht entgegensetzen. Z. K. * Gotthard Deutsch. Aus Cincinnati geht uns die schmerzliche Nachricht zu, daß Professor Dr. Gotthard Deutsch, unser hochgeschätzter und langjähriger Mitarbeiter, am 14. Oktober im 63. Lebensjahre verschieden ist. Wir verlieren in dem Heimgegangenen einen treuen und bewährten Freund, das Judentum aber einen seiner besten und kenntnisreichsten Söhne. Gotthard Deutsch, der seit 1891 -als Dozent am Hebrew Union College in Cincinnati erfolgreich wirkte, war einer der hervorragendsten jüdischen Gelehrten der Gegenwart, der weite Gebiete des jüdischen Schrifttums souverän beherrschte, und dessen LebensdMse gleich der der alten Rabbinen lautete: Lernen und lehren. Ueberhaupt stand sein Leben im Dienste einer hehren Idee, die sein literarisches Schaffen und Wirken, das in einem besonderen Aufsatz eingehend gewürdigt werden soll, außerordentlich befruchtete und ihn selbst von Stufe zu Stufe zu den Höhen jüdischer Weltanschauung emporfühxte. Gotthard Deutsch huldigte der liberalen Richtung im Judentum; aber sein Liberalismus war Geist vom jüdischen Geiste, das Ergebnis gründlicher wissenschaftlicher Forschung, das ihn auf festen Boden, über die Parteien und ihre engherzigen Programme stellte. Ohne sich offiziell zum Zionismus zu bekennen, war sein Blick auf Palästina gerichtet, das ihm als das Land der Zukunft für Israel und seine Lehre galt. Zu seinen letztwilligen Bestimmungen gehört auch die: ihm bei seiner Bestattung, die — nebenbei bemerkt —am Rüsttage des Hüttensestes im Krematorium zu Cincinnati erfolgte, keine Blumen und Kränze zu widmen, sondern die dafür erforderlichen Beträge zur Errichtung einer „Gotthard-Deutsch- Stiftung für erziehliche und wohltätige Zwecke in Palästina" zu verwenden. — Schalom Tafaro. A. K. | pibrrt JBIturn. | Nach einer Meldung des „Canadian Eaglay" hat die kanadische Judenschaft die Eröffnung einer Bank in Palästina mit einem Grundkapital von 1 Million Pfund Sterling zum Zwecke der Unterstühung der Bauindustrie beschlossen. Mitte Oktober ist der deutsche Vizekonsut Dr. Ko p p in Jerusalem emgetrvffon. Seime Amtsigsschäfte übt er vorläufig im Gebäude der -panischen Gesandtschaft aus. eheimrat Dr. Albert Oliven war in Breslau am 6. März 1860 geboren. Im frommen Elternhause genoß er eine sorgfältige Erziehung. Am d. Oktober d. I. erfolgte feine Beisetzung in Weißensee. Der Verblichene hat vor vollendetem 62. Lebensjahr, wenige Tage nach Rosch Häschona, fein Erdendafein beschlossen. Die selten starke Beteiligung an der Beisetzung legte Zeugnis ab von der Liebe, Verehrung und Freundschaft, welche er im Leben genoß, von

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