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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1921-10-28 · Heft 22 (28.10.1921) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
85 (1921)
Issue
Heft 22 (28.10.1921)
Date
1921-10-28
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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öS. Jabrgrmg. Nr. 22 emeindevore. Berlin, 28. Oktober 1921 Beilage zur „Allgemeinen Leitung de§ Judentums". ii. ’ii ■in4——- SorrrsponÄrnNu und Aachrichtm. SkUtschlanL &&& Bevkkn, 26. Oktober. Vom 31. Oktober bis 3. November 1921 findet in Elberfeld, in den Räumen des Franenklubs, Luisen-' strafte 45,- die VII. Delegierten'- und Mitgliederversa'lwn'lung des Jüdischen Frauenbundes E. V. statt. Die Tagesordnung umfaßt 17 Punkte, von denen wir nur folgende mitteilen: Montag, den 31. Oktober, abends 7 Uhr: Beisammensein der Vorstandsmitglieder, der Delegierten, des Ortsausschusses usw. Ansprache von Frau Clementine Krämer (München): Kultur und Mode. Dienstag, den 1. November, von 9—1 Uhr: 1. Begrüßungsansprache durch die Vorsitzende der Ortsgruppe Elberfeld. 2. Geschäftsbericht Frau Henriette May (Berlin). 3. Kassenbericht Frau Dr. Frankl (Berlin). 4. Arbeitsberichte der einzelnen Ortsgruppen, anschließend Bericht über: Bedeutung der Ortsgruppen. 5. Vortrag: Die Tuberkulosebekämpfung mit besonderer Berücksichtigung der Kindersterblichkeit bei den Juden. Ref.: Frau Dr. Alice Gottschalk-Grabowski (Köln). Aussprache. Von 3—7 Uhr: 6. Vorträge: Folgen des Entwurfs zum Reichsschulgesetz für die jüdische Schule. Ref.: Fräulein Lob und Fräulein F r e i m a n n (Köln). 7. Berücksichtigung von Konfession und Weltanschauung im Reichsjugendwohlfahrtsgesetz (Folgen der Unterbringung in Anstalt und Familie). Ref.: Fräulein Dr. Margarete Be re nt (Berlin). Aussprache. Abends Sy2 Uhr: Barmen, Hotel Borussia. 8. Oeffentlicher Vortrag: Die Bedeutung der Frauenarbeit für die Entwicklung der jüdischen Wohlfahrtspflege. Rednerin: Frau S. Wronsky (Berlin). Leitung: Fräulein Bercha P a p p e n h e i m (Frankfurt a. M.). Aussprache. — In einem besonderen Schreiben wendet sich der Frauenbund an die weiblichen Mitglieder aller jüdischen Jugendvereine und an alle, die sich als junge Jüldinnen «Aufgaben für die jüdische Gemeinschaft stellen. „Wir wollen," heiißt es in dem Briefe, „in Elberfeld zusammen Lomimen und versuchen, uns klar zu« werlden über unsere gemeinsamen Pflichten. Wir glauben, daß es eine Forderung gibt, die uns über die verschiedenen Richtungen ilnv Judentum hinweg, verbindet. Quelle bia#u> ist unsere Thora, Weg, und Richtung gibt uns dats Lelben. Es sind die Forderungen, die wir als Jüdinnen 'der Gemeinschaft gegenüber, zu erfüllen haben. Da dies im weitesten Sinne Fraueuauf,gaben find, muffen wir lebendige Fühlung, suchen m-i,t den jüdiiffchen Frauen, die noch, führend die jüdische Frauenaribleit leisten." - Die Jugendversammilung findet statt: Mittwoch, den 2. November, a-bends 8 Uhr, in Elberfeld im Frauenklulb, Luisenstirafte 45. Thema«: Tie Ausgaben der weiblichen jüdischen Ju>gend ftir die jüdische Gcineiinschaft. 22 Bevlin, 26. Oktober. Die Jüdische T o y n b e e - H a l l e für Volksbildung und Unterhaltung, begründet von den Berliner Bne-Brith-Logen, eröffnet am 2. November, abends 8 Uhr, in ihrem Vortragssaal, Gipsstraße 12a, ihre diesjährige Winterarbeit mit einem Vortrage des Herrn Rechtsanwalts Dr. Walter: Jüdische Wünsche und Hoffnungen. Seit nahezu zwei Jahrzehnten hat die Jüdische- Toynbee-Halle durch ihre Abendunterhaltungen, welche durch aufklärende Vorträge und Pflege guter volkstümlicher Musik sich in den Dienst der Volksbildung gestellt haben, den Bildungsuchenden Anregung und wertvolle Unterhaltung geboten. Dem alten Gebrauch folgend, wird während der Pause den Gästen eine Erfrischung gereicht. ### Berkin, 26. Oktober. Die Berliner Zionistische Vereinigung begrüßte am 9. d. M. im Blüthner-Saal Nahum Sokolow, den Präsidenten der Exekutive der zionistischen Weltorganisation. Sokolow, enthusiastisch begrüßt, erklärte: Das Judentinu fei bereits in ^dcvs Stadium beginnenden Volkstums eingetreten. Kleinliche Bedenken müßten erstickt werden, wo es allein gelte, das jüdische Nationaiheim aufzubauen,. Es handle sich bei der zionistischen Frage nicht um Emigrantentum, sondern nur um die Repatriierung des jüdischen Volkes. Die Araberfrage dürfe nicht zu schwieriig eingefchätzt werden. Er sei überzeugt, daß die Araber gute Nachbarn werden würden, wenn man direkt mit ihnen verhandelte. Sokolow schloß mit den Worten, daß er die Hoffnung habe, Palästina schon in ein paar Jahrien als Kulturzentrum des. jüdischen Volkes sehen zu khpnen.. — Eine weitere Versammlung fand am Montag, den 10. d. M,, abends, im Saal des Logenhauses (Kleiststraße) statt. Die Einladungen 'waren von einem zum großen Teil aus angesehenen nrchtzion'istischen führenden Juden Berlins bestehenden Komitee ausgegangen, u. a. von Generalkonsul Eugen Landau, Rabl). Bae ck, Pros. S ob e r nh e im>, Rechtsanwalt Apfel u. a. Von Zionisten hatten neben dem Vorsitzenden verschiedene offizielle Gremien, Professor Einstein, Siegmund Hirsch u. a. die Veranstaltung ein-. berufen, die von zahlreichen Zuhörern besucht war. In dieser Bor-, sammlung sprach Sokolow von der politischen Arbeit für und in Erez Israel und gab den Hörern ein Bild der großen Schwierigkeiten, die aus dem Weg zur Balsour-Deklaration. lagen, ließ sie aber auch nicht im unklaren, daß auch jetzt noch die jüdische Heimstätte in Erez Israel sich nicht entfalten kann, wenn nicht das gesamte Judentum seine Pflicht.erfüllt. 22 Berlin, 26. Oktober. Nach den amtlichen Zahlen über die Zusammensetzung der neuen Berliner Stadtverordnetenversammlung erweist sich der so schnell ausposaunte große Sieg der antisemitischen Deutschnationalen als eine optische Täuschung, nament-' lich in politischer Hinsicht, wenn man ihn mit dem Ergebnis der letzten Landtagswahlen vom Februar 1920 vergleicht. Immerhin ist es betrüblich, daß infolge der allgemeinen Verärgerung durch die Teuerung usw., die sich namentlich bei den Frauen geltend gemacht hat, 40 deutschnationale Stadtverordnete in das Berliner Stadtparlament einziehen. Die Folgen können sich bald bemerkbar machen, und der -eine mit 12 000 Stimmengewählte ganz extreme Antisemit der Deutsch-Sozialen dürfte zur Verbesserung des Tones der Versammlung nicht beitragen, der leider gegenüber der Zeit, wo Dr. S t r a ß m a n n , Dr. S a l o m o n N e u nr a n n, Paul Singer im Roten Hause den Ton angaben, so unendlich gesunken ist. Der jetzt gewählte Spitzenkandidat der Deutsch-Sozialen ist ausdrücklich auf die Forderung der Austreibung aller seit 1914 in Berlin eingewanderten Juden verpflichtet worden. Hierfür ist aber weder die gesamte Linke, die jetzt aus 46 Mehrheitssozialisten, 44 Unabhängigen, 21 Kommunisten besteht, zu haben, noch ist anzunehmen, daß die neugewählten 35 Anhänger der Deutschen Volkspartei oder die zwölf Stadtverordneten der Wirtschaftspartei, beziehentlich die neun Zentrumsstadtverordneten für eine solche barbarische Forderung zu haben sind, in einer Zeit, in der gerade Deutschland mit Recht nach einem wahren Völkerrecht ruft und weiter rufen, ja schreien muß... Der aus 17 Stadtverordneten bestehenden neuen Demokratischen Fraktion gehören neben dem altbewährten liberalen Kämpen Geh. Justizrat H. D o r n (zweiter Wahlbezirk) von bekannten Demokraten noch an Handelsrichter H. Bamberg, Fabrikbesitzer Moritz R o sen thal, Margarete F r iede n t h a l, die sämtlich aus der Stadtliste gewählt sind. M. F. Berlin-Pankow, 26. Oktober. Am Freitag, den 21. d. M.,! fand im Krematorium Gerichtstraße die Einäscherung des langjährigen Leiters des Jüdischen Krankenheims in der Elsässer Straße, Dr. Simon Adler, statt, der seit 1906 auch Chirurg und Verwaltungsdirektor am Emanuel-Mendel-Krankenhaus in Pankow war. Unter Professor Jsr.ael hatte Tr. Adler seine Ausbildung als Chirurg am Alten I ü d i s ch e n Krankend a u s. e in der Auguststraße vollendet; während des ganzen Weltkrieges war der bewährte Operateur an vier Berliner Reservelazareklen unermüdlich hilfreich als Chirurg tätig. Er ist einem Leberleiden erlegen, das den erst 55jährigen so früh dahingerafft hat. Zur Beisetzung hatte sich n^ben Vertretern der Adaß-Jisroel- Gemeinde eine große Zahl von Direktoren der Berliner Krankenhäuser eingefunden. Im Namen der persönlichen Freunde des Verstorbenen sprach nach dem jetzigen Leiter des orthodoxen Krankenheims zunächst Professor Hirschberg, der berühmte Augenarzt, dann Professor B ö n n r g e r , der Amtskollege in der Verwaltung des Krankenhauses Pankow, und Dr. R o t s. ch i l d für die Freie Wissenschaftliche Vereinigung. Dr. Simon Adler war

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