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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1921-09-16 · Heft 19 (16.9.1921) · p. Seite 4

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
85 (1921)
Issue
Heft 19 (16.9.1921)
Date
1921-09-16
Page
Seite 4 (sequence 14)
Language
German
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4 ^lrbeiterpresse. Der „Bvlksfreund" schreibt: „Das Antifemitengesiudel weis; ganz genau, das; es die von ihm angeregte PogroMstimmnng nur dann in die Tat umsetzen kann, wenn es ihm gelingt, weitere kreise der Arbeiterschaft für seine verderblichen Pläne zu gewinne;;. Man versucht, der Arbeiterschaft darzustellen, daß die untisenntische Bewegung eine Klassenkampfbewegung sei, die der proletarischen verwandt ist. Die Unrichtigkeit dieser Angabe-braucht nicht im einzelnen nachgewiesen 31t werden. Jedem denkenden Arbeiter ist ohne weiteres klar, daß sämtliche Voraussetzungen, die in ihrer Gesamtheit oft das Wesen des Klassenkampfes bilden, dem Antisemitismus fehlen. Ter Antisemitismus ist eine Bewegung, die mit dem Kamps zwischen Ausbeutung und Ausgebeuteten, zwischen der besitzenden und der nichtbesitzenden Klasse nicht das mindeste z u tun hat. Sie entspringt den niedrigsten Motiven wirtschaftlichen Neides und ist nicht auf Befreiung, sondern auf Unterdrückung gerichtet. Ovlen. x. Lista. im September. Am Sabbat, den 20. August, fand in der Synagoge nach den; Gottesdienst eine Abschiedsfeier sür Miseren scheidenden Rabbiner Herrn Dr. Gelles statt. Man sah es dem gefüllten Telnpel, in dem auch. Christen nicht fehlten, nur wenig an, wie sehr unsere Gemeinde sich gelichtet hat. . Aber alle Anwesenden waren von Wehmut erfüllt über das,Avas des Geschickes Mächte aus unserer altehrwürdigen, großen Gemeinde gemacht haben, und wie sie ihr schließlich noch ihren Rabbiner geraubt haben. Dieser wehmütige Klang durchzitterte auch die Abschiedspredigt des Rabbiners, der darlegte, daß er glaube, das Programm, welches er vor zehn Jahren der Gemeinde als das Ziel seines Wirkens vorführte, redlich und treu erfüllt zu haben. Bor allem habe er sich bemüht, ein Freund und Berater der Jugend, ein Helfer der Schwachen und Hilfsbedürftigen zu fein. Der Borsitzende des Gemeindevorstandes, Herr Emil I a c 0 b i, und der Vorsitzende der R'epräfentantenversammlung, Herr M 0 r i tz M a r g o l e s , dankten il)iu für sein erfolg- und segensreiches Wirken in der Gemeinde und wünschten ihm viel Glück in seinem neuen Wirkungskreise München- L. A. Henckels Zwillingswerk - Solingen Fabrik feinster Gtahlwaren M' mit der bekannten Zwillingsmarke^ Volle Gewähr für jedes Stück. „Ä; Berlin W66, Leipziger Straße 117/118. Eigene Verkaufsniederlagen: Köln a. Rh., Sres-en-A., Frankfurt a. M., Hamburg, München, Wien I. Ein verbessertedoppeltkohlensarrres Natron, welches sich durch verfeinerten Geschmack und erhöhte Bekömmlichkeit auszeichnet.wird v.d.Firma ArnoldHolste Wwe., Bielefeld, unter dem Namen „Kaiser- Natron" in schönen, sauberen Packunaen mit Zugabe von wertvollen Rezepten und praktischen Metallösselchen (als Maßangabe) in d. Handel gebracht. „Kaiser-Natron" ist infolge seiner überaus .nützlich, u, vtelseit. Verwendbarkeit in Küche, Haushalt, zur Gesundheitsu. Körperpflege usw. für jederm. unentbehrl. und ersetzt manches andere teure Mittel, weshalb es mit Recht als gutes, billiges Universalmittel empfohlen wird. Beim Einkauf achte man aus d. ges.gesch. Marke „Kaiser-Natron" u.d. grün. Pack.; zu haben in all. bess.Geschäft., jedoch niemals tose. REIN WIEDER URQUELL Kaiser- Natron fürdie Küche medizinischen Gebrauch! TEE CEYLON - INDIEN - CHINA - JAVA. In Originalpaketen! Ordo-T ee-Company, Berlin W 57. Rührige Vertreter allerorts gesucht! ORDOI TEE mm Gladbach. Voll Ergriffenheit nahmen auch alle Anwesenden von ihrem Rabbiner Abschied und wünschten ihn; sür die Zukunft das Allerbeste Angara. Z. Budapest, im September. Der ungarische Finanzminister N 0 l ix n d H >e g e d ü s> der bekanntlich aius b:m Werallen Lager her vor gegangen ist und beim Antritt feines Postens offen erklärte, auch weiterhin unentlvegt denliberalen Ideen huldigen zu wollen, gibt feinem Liberailiisnms in eiigientümlicher Weife Ausdruck. Nach der Revision d>er TrcHiklizenzen, dirurch die zahlreiche jüdische Trafikanten brotlos gemacht lvurden, hat er nnn> nm n>eu>e Verordnung betreffs der Schanklizenzen ertasfen^ di'e — lvie das christbich^-nationale Tngblatt „9kernzet.i Ujsäg" bernerkt — wegen der leingewanderten Galiztaner und anderen verdächtigen .Existenzen er kaffen wurde. Nach dieser Verordnung werden mm nach die Schanklizenzen einer Revision unterzogen. Schanklizenzen können nur solchen Personen erteilt werden, die vollständige verläßlich von tadellosem Vorleben sind, niicht vor dem Konkurse stehen und ungarische Staatsbürger sind. Diejenigen, gegen die fotche Tatfachen, anftauchen, aus denen gefolgert werden kann, daß sie die Lizenz zur Verbreitung staats- und gesellfcha-ftsfeindlicher Lehren beziehungsweise zur Ermögtichun-g derartiger Aufreizungen in ihren Gefchläifitsstvlkalen ausnutzen werden, ferner diejenigen, gegen deren mit ihnen in geme infamem! Haushalt lebende Ehegefährten, direkte Verwandten, Seitend er wandten ersten Gliedes beziehnngÄveiife Schwägern die obigen Ausfch'ließungsfälle obwalten, können keine Lizenzen erhallten. Die Verordnung ist nach ihrem Wortlaut gegen Bolschewisten und kommunistische Agitatoren gerichtet. Daß aber die Revision des liberalen Fi na nzmi nieste rs bei diesen nicht stehenbleiben dürfte, darf wohl aus der Bemerkung des „Nemzeti ltjjäg" gefolgert werden, daß sie gegen „Galiziiauer und andere verdächtige Existenzen" gerichtet fei. — Beim Oberrabbinat der Pester Jfrlieliitischen' Religiionsgenreinde sind vom 1. Januar bis 1. August 1921 129 Personen zum Judentum übergetreten. Hiervon sind ungefähr die Hälfte Rückkehrer, d. h. Personen, die in den letzten Jahren fahnenflüchtig geworden sind und nun wieder zum wäh rcn d der3 ■ sehr niedriggestellte Preise Gegenstände jeder Repa m t u nen, Um a rbai unjen. Damen-u. Herren- Kleidung zu neuen billigen Preisen, billigen Preisen, Neu/ <2A Soli ne berlin W. 66. Leipziger» Str.911

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