Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 85 (1921)
- Issue
- Heft 17 (19.8.1921)
- Date
- 1921-08-19
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/3224737-3229482-3229499--76367-3288957- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Bibliothekszlvecke -erhielten mir von S-. FeTit»ft c i n , Kassel hdurch Simon Strallß), 500 Nöark; Dr. Kurt J>o«achinr Gran, Neukölln, 10 Mark; Nt. Grill, Hannover, 50 Mark; Julius! Levi, Gießen, 5 Mark; S-alli W-dowinski, Dortmund, 100 Mark; Robert und Hermann Gr ü n th-a-l, Berlin, 200 Mark. — An Jahresbeiträgen (einstweilen für fünf Jahre) siu-d uns seit dein «letzt,en Ausweis zu-- g-egan-g.cn von: Karl Schleiisne-r, Hannover, 1000 Mark; Dr. S.. S ch lv a r z sch i l d , Frankfurt a. M., 500 Mark; Dr. Ennno Lö'bl, Leipzig, 1000 Mark; Geschwister Feist, Frankfurt a. M., 1000 Mark; Tr. Salomon Hildesheimer, Berlin, 250 Mark; Beer Su.'do w i tsch (erste Rate) 500 Mark; Dir. Säl-o Tr-ansl a t g it r , Treptow bei Berlin, 300 Mark; Hesekiet Krei st m a n n , Leipzig, 200 Mark; ferner durch Simon Strauß, Kassel, von Ford. Josephs, Kassel, 100 Mark; Leopold. Strauß, Kassel', 200 Mark; Leopold Cohen, Tins'äkeu, 300 Mark. — So erfreulich diese Bei.- trü-ae sind- — sind wir doch! nur durch sie in' der Lage, dringende Bitten -aus Jerusalem lveni-gsteus zmn Tleil zu befriedigen —, so l'e'deuten sie so lange einen Tropfen auf den heißen Stein, solange Einzel- und vor allein Jahresbeiträge nicht in« viel: größerem Maße als bisher der B-ibliotheksv-erir>a!lln'ng! zuaehen. Jerusalem ist eine Stadt, die nach. Büchern hungert. Und diese einzige Bibliochek der Stadt ist erst mn erst>en Anfangs ihres Werdens. Um so lviichtiger ist es, daß überall das- Interesse für diese einzigartige. und bedentnngs volle Kulturstätte Palästinas erwacht. — Die Jah-l der Benutzer der Bibliothek betrug am 1. Ap-r'il 1920 rund 60, am 1. April- 1921 bereits 700, am 1. Juli- 1921 hatte sie bereits die Zahl Tausend überschri-tten:. Auch, die Zahl der Bücher konnte sich, besonders infolge der Tätigkeit -unserer HäuptfammÄstolle, in dieser Zeit um mehr als ein Viertel vermehren. Heute ist die Bibliothek klein. Aber sie könnte sehr groß sein. Wenn jeder' Jude auch nur ein einziges wertvolle-si Buch beisteuern würde, somürbe die Bibliothek in kurzer Zeit hierdurch die größte der Welt sein können. Wenn jeder Jude, der dazu imstande ist, sich für verpflichtet halten mürbe, einen Jahresbeitrag für die nächstenfünf- Jahre inentsprechender Höhe zu bewilligen, so wäre damit jede Finanznot der Bibliothek zu Ende. Aber dazu gehört, -daß die Erkenntnis Id'nrck> dringt, daß es kein besseres Mittel zur friedlichen- Durchdringnng. Palästinas gibt, als eine allgemeine Bibliothek, und daß sie dazu berufen ist, die geistige Brücke zwischeu deir Vewohnern des Landes und den Einwanderernzu schlagen. — In letzter Zeit -hatten wir Gelegenheit, fiir.die S imom Strauß-Sit ist nu-g und für die Saloinon- Rosenbloom-Stiftuna größere Gnoerbungenvon Zeitschriften und Büchern machen zu können. — Die Ha-uptsamnwlstelte in Berlin wird in ihrer Arbeit gestützt durch das P a l ä st i na - H o chs ch: u l- - komitee (unter dem Vorsitz von Pros. Tr. Otto Marburg und Prof. Dr. A'tbert Einstein) lind hat ihrerseits außerhalb Tdlltschla-N'd-s die Arbeit a-ngeregt vor allem in Lettland, lvo unter der Leitung des Univ.-Pros. Tr. Lazerson dben-salls ein Pallästina- Hochschulkonntee diese Sauuneltätigkeit leitet. Herr Buchhäinidler Glücksmann, der speziell die Büchersmnnrlungen führt, hat seit dem letzten Ausweise w-idderum wertvolle Büchersp-enden ge-sandt. J-n Litauen hat die hebräische Gymnasial fugendzur Zeit der An-- wesenheit von Prof. Loew-e beschlossen, ihrerseits im Laufe v-o-n fünf Jahren die Summe von einer Million- Rvich-suwrk sü,r die Universität in Jerusalem zusammenzub-ringen. Der bisherige Erfolg zeigt, daß das Ziel nicht zu ho-chi gegri ffen ist. Außerdem hat sie die Büchersammlung zu ihrer besonderen Ausgabe gemacht. Gleich! nach dem Schab-uoth feste ging sie an diiese Arbeit. Im Laufe w-eniger Wochen hat sie mehrere Tausendzmn Teil recht wertvoller Bände zusammengebracht. In der Schweiz arbeitet das hauptsächlich ans Universitäts- und Gy-nrnasialprofessoren bestehende Ko-mlitee „Pro Bibbivtheca Jndaic-a" (Adresse: Tr. Norbert W elidier, Zürich, Geßnerallee 52) mit gutem Erfolge, und in Tscheche s l v rn a k i e n wird augenblicklich-ein Landeskoln-itee ins Leben gerufen, das ebenfalls größtenteils aus Universttätsbibü'othek-aren und Professoren bestehen wird. In Polen lvird -die ei-g-entliche Arbeit jetzt erst beginnen. In den Ländern des Westens wird die Tätigkeit für die Bibliothek vom Londoner Bureau -aus geleitet. — Bisher ist ber Gedanke, daß jeder jüdische Verfasser, Drucker und Verleger sich für verpflichtet halten sollte, vonjede in erscheinenden Druckwerke (Buch«, Zeitschrift, Dissertation ustv.) mindestens ein Ehrenpflichtexemplar an die Bibliothek -a-bzu liefern, noch nicht zur Selbstverständlichkeiit geworden. In voriger Ntitteilung lvarunter' den Spendern von Büchern auch Dr. Ferdinand- Priebatsch genannt, d-er Inh,aber von Prie'batschs Berla-gsbrichhandlung in Bres'liau. Heute können wir mitteilen, daß u-ns «der Verlag seine sämtlichen Publikationenals Ghre'N-pflichtexemplare zur Versüg-n-ng stellt. Hierbei sei! auf Anfragen bemerkt, daß neben den Dissertationen jetzt die' tan. ihrer Stelle gedruckten Auszüge ebenfalls in- Fr-a-ge kommen. Von großer Wichtigkeit ist es, d-a-ß sich überall Bezirks-- und örtliche Samm,e!lstellen bilden-, die uns mit Bücher-- und- Geld-famrnlungen bei unserer Arbeit h-elfem Da die Hauptsam-melstelle noch immer nickst in der Lage ist, -eine berufsmäßige Hilfskraft 'anzustellen, fowerd-en namentlich Stulden-tengut daran tun, ih-r freiwlillige Hi>lf-sdienste zulei-sten. — G>elegenitli,ch des -aur 1. September in Karlsbad z-usam-inentretenden Zioniistenko-ng!r>ess'es i'st d>en Freunden d-er^ Mblioch.ek Gelegenheiit geboten, miteirrander in persönliche Fühlung zu treten uyd die Angelegenheiten bier Bib^liothek von- Jerusalem -und des p-alä>stmifchen Biblio'thekslvesens gemeinsam, zu beraten. Mir bitten schon jetzt alle von außerhalb nach Karlsbad kommenden Freunde de r Bibliothek, diese Absicht- -an Pros. D r. Heinrich m it t -e i l e n z u w ol l -e -n. Ort nn>d- Zeit -der Kiarlsbiade-r Bibili-othieksko-n-ferenz wlrdnoch bekanntgegeben. — Unter der Be- Zeichnung: Professor Tr. Heinrich Loewie „Jeruisalemi-Biblioth'ek", Konto Nr. 350 02, hat die Bibliothek ein Postscheckkonto beim Postscheckamt Berlin MV 7. Alle Zufchriften sind an. Prof. Loewe, Berlin NW- 52, FleMiningstraße 12, zu richten. B. Lublinitz, 12. August. Nach nreh>r als vierzigjähriger, überaus segensreicher Wirksamkeit in der hiesigen Sy na g ogen'gemei nd e verließ Herr Rabbiner Dr. Simon Fried mann am 1. d. M. unseren Ort, um in Wien im Haufe des dortigen Rabbiners Dr. M>andl, feines S-chlviegersohnes, seinen Lebensabend zu verbringen. Die Bedeutung des Herrn Rabbiners Tr. Friedma-nn als Gelehrter ist in dieser Zeitung -aus Anlaß seines Rab-b-inerjUbiläums vor -drei Jahren voll und ganz gewürdigt worden, «bei gleichzeitiger Aufzähln-ng der vonr Jubilar verfaßten Abhandlungen und Schriften, die in der w-iss-enschaftbichen Welt nach Gebühr g-ewürdigt ivorden sind, -ebenso wie seine profunde Kenntnis desrabbinifchen Schrifttums!, auf lv-elchem Gebiet er eine an-erkamrte Autorität war. Möge Herrn Dr. Fri-edmann ein recht langer und glücklicher Lebensabend befchieden seiu. Seine gelegentlichen lviss-enschaftlichen Beiträge für diese Zei-- tnng haben stets ein dankbares Lesepubliknm gefunden. i'. Breslau, 12. August. Die Breslauer Aerzteschaft hat einen schweren Verlust erlitten. Nach langer Krankheit verschied am 3. d. M. im Alter von 63 Jahren der hochangesehene Spezialarzt für Hautkrankheiten, Sanitätsrat Dr. Martin Chotzen. Ein treuer Sohn seiner Vaterstadt und Glaubensgemeinschaft hat er zuerst das Realgymnasillm am Zwinger, später das Elisabethghmnasium besucht, promovierte an der hiesigen Universität und kam als Assistenzarzt an die Irrenanstalt von Eike in Pöpelwitz, alsdann in gleicher Eigenschaft an die Universttätshautklinik unter Gcheimrat Neißer und ließ sich hierauf als Hautarzt in Breslau nieder, wo er sich sehr bald eine ausgedehnte Praxis erwarb. Sanitätsrat Dr. Chotzen war Herausgeber eines vielbenutzten Atlas über Hautkrankheiten. In der weiteren Oeffentlichkeit wurde er besonders dadurch bekannt, daß er mit großem Eifer für die Verhütung der Geschlechtskrankheiten auf dem Wege sexueller Aufklärung eintrat, und es ist ihm in erster Linie die Errichtung von Beratungsstellen für Geschlechtskranke mit zu verdanken, deren eine er selbst als leitender Arzt längere Zeit verwaltete. Bor einigen Jahren wurde Sauitätsra-t Tr. Chotzen in Anerkennung seines verdienstvollen Wirkens als Lektor an die hiesige Universität berufen, woselbst er Vorlesungen über die Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten hielt, die zahlreich besucht wurden. Der Verewigte hat, sich der Bekämpfung dieser Geißel der Menschheit bis in die letzte Zeit seines Lebens trotz immer stärker werdenden Krästeverfalls mit unentwegt unvermindertem Eifer und nie erlahmender Energie gewidmet und auch in populären Vorlesungen, die dem Laienverständnis angepaßt waren, die schreckliche Gefahr und ihre zerstörenden Folgen in eindringlichen Worten und eine stumme Sprache redenden Lichtbilderaufnahmen geschildert und Verhaltungsmaßregeln, namentlich aber den Besuch der Beratungsstellen empfohlen, bzw. zur Pflicht der Allgemeinheit gegenüber gemacht. . — Chemnitz, 12. August. Unter dem Schlagwort „Jüdische Antisemiten" schreibt die hiesige „Volk s st i m m -e": „Es gibt politische Dickhäuter, die durch keinerlei Erf-ahrungen zur Besinnung