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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1921-08-05 · Heft 16 (5.8.1921) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
85 (1921)
Issue
Heft 16 (5.8.1921)
Date
1921-08-05
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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3 was heute bereits zu etwa zwer Dritteln geschieht. Der Präsident der Kantloge, Professor Dr. T heodor Coh n, wies auf die ethische Begründung des B-ibelwortes ,Fiebe «deinen Nächsten wie -dich selbst" hin und wünschte dem Heim eine in jeder Hinsicht gesunde Zukunft. Gemdinderabbiner Dr. L ew in pries die Li-ebesarbeit und soziale Gesinnung, die das Heim entstehen ließ, woraus ein kleiner Insasse des Heims unter lautem Beifall ein längeres Weihegedicht vortrug. Oberkantor L e w a n d o w s k i, Birnbaumsstimmbegabter jugendliche!: Nachfolger, sang Beethovens „Die Himmel rühmen", worauf Stadtmedizinalrat Dr. Jankowski im Aufträge des Königs b e r «g e r Magistrats die Arbeit des Kuratoriums dankbar begrüßte und die Notwendigkeit engen Zusammenhalts zur Stärkung der Arbeitsfreudigkeit betonte. — Gemeinde- und Amtsvorsteher Ehlers überbrachite die Glückwünsche der GemeindeNeuhäuser, und Sta-dv» ältester Professor Dr. Lasfar/Cohn sprach namens 'des Borst an des der Synagogengemeinde seine dankbare Freude aus über den neuen Edelstein, der nunmehr im Kranze jüdischer Wohlfahrtsbestrebungen funkelt, außerhalb der Mauern der Stadt Königsberg, in der herrlichen -freien Natur. Sanitätsrat Dr. B o l l - n o w brachte Glückwünsche des Zentralvereins der Staatsbürger jüdischen Glaubens, Direktor Peritz die des Vereins jüdischer Neligionslehrer Ostpreußens. Rechtsanwalt Dr. Jacob.i II sprach als Vertreter der Zionistischen Vereinigung^ Herr Herzfetd als Vertreter der mir der Kantloge eng verbundenen Königinloge (Odd Fellow- Loge), und Herr Din es mann begrüßte in herzlichen Worten den „Benjamin" unter den jüdischen Wohlfahrtsanstalten Königsbergs. Herr Arthur Cohn sprach allen, die dem Heim so warmherzige Wünsche dargebracht hatten, den wärmsten Dank'des Komitees aus Ein Schlußgesang des Chores beendete die würdige Feier. r. Bernstadt i. Schl., 29. Juli. Die hiesige jüdische Gemeinde beklagt den Verlust ihres hochverehrten Mitglieds Herrn Josef E s r e m, der im Alter von 83 Jahren verschieden ist. Ausgestattet mit hervorragenden Gaben des Geistes und des Herzens, ein edler, lauterer Charakter, wirkte er jahrelang als Vorsitzender des Gemeindevorstandes. Sein schlichtes-, einfaches Wesen, seine Gottergebenheit werden vorbildlich bleiben und feinen Namen nie vergessen lassen. Diesem Nachruf des Vorstandes wie der Repräsentantenversammlung schließt sich nicht minder warm der des Vorstandes der Chewra Kadischa an. Darin heißt es: Unser hochverehrtes Vorstandsmitglied Herr Joses Esrem ist heute aus unserer Mitte geschieden. Bis zuletzt hat er unserer Gemeinschaft ein Menschenalter hindurch als Vorsitzender mit seiner reichen Erfahrung gedient. Seine Herzensgüte und Hilfsbereitschaft sichern ihm in unserer Bruderschaft ein bleibendes dankbares Gedenken. C. S. Elberfeld, 29. Juli. Die Generalversammlung des I ü d ischenWohlsahrtsverbandes Elbersel d-B armen hat' kürzlich stattgefunden. Der Bericht, den die Vorsitzende Frau Samuel erstattete, läßt eine lebhafte Verbandsarbeit erkennen, die versuchte, alle Kräfte der Gemeinde im Dienste jüdischen Gemeinwohls zu einen. Dem Bericht entnehmen wir, daß die Arbeit unter dem besonderen Druck der Judennot unserer Tage stand. Das -eingeleitete P a l ä st i n a h i l s s w e r k konnte wohl als erstes in einer deutschen Stadt im Einvernehmen mit den Gemeinden und Organisationen aller Richtungen durchgeführt werden und ergab eine beträchtliche Summe. Anderen Einrichtungen im Reich, die versuchten, jüdischer Nvt zu begegnen, wurden gleichfalls durch den Wohlfahrtsverband Mittel zugeführt. Die F l ü ch t l i n g s n o t kam durch lebhafte Nachfrage junger Männer um Arbeit zum Ausdruck. Eine geregelte Arbeiterfürsorge wurde für ostjüdische Arbeiter eingerichtet, die in Elberfeld oder Barmen ansässig sind und dort arbeiten. Durch die Kommission Arbeitsnachweis und Berufsberatung wurden 24 männliche und 13 weibliche Personen untergebracht, Berufsberatung in 20 Fällen ausgeübt. Ein Vortrag des Direktors der Elberselder Kunstge>w>erbeschule Schutz, an einem Eltern- und Schülerabend über Kunstgewerbe und Handwerk gehalten, brachte noch in. späteren Aussprachen einigen jungen Menschen Klarheit über ihren zukünftigen Beruf. Der Vortrag über den „Stand der Ostjudensrage" in Deutschland von Dr. Walter P r e u ß. weckte lebhaftes Interesse für die Arbeitsämter in den rheinisch-westsälifchen Provinzen. F ü r s o r g e f ä l l e werden von nun an seitens der Stadt, Landeshauptmann und Hebammenlchranstalt dem Wohlfahrtsverband gemeldet und von da aus an die Vorsitzenden der Fürforgekommisfionen bzw. Fürsorgerinnen weitergeleitet. Außer namhaften Geldspenden wurden im Berichtsjahr dem Wohlfahrtsverband verschiedentlich auch Sachspenden überwiesen, die den verschiedenen' Organisationen Zugeführt wurden. Der Jugendverein überwies aus dem Erlös des Chanukasestes 2000 Mark für Jugendfürsorgezwecke. Aus diesen Mitteln ist für den Winter die Errichtung einer Näh- und Flickstube beschlossen und die Ausführung dem Jüdischen Frauenbund Ortsgruppe. Elberfeld übertragen worden. In vielen Fällen konnte der Wohlsahrtsverband vermittelnd eingreifen, sei es bei Darlehen, Regelungen beim Wohnungsamt, Rückwanderersragen,' Ausweisungen ufw. Dem Wohlsahrtsverband ist im Berichtsjahr der Ostjudenverband beigetreten, so daß ihm. heute angehören: die Gemeinden in Elberfeld und Barmen, 15 Vereine in beiden Städten und der Frauenverein in Remscheid. Nach- Erstattung des Jahres- . und Kassenberichts sprach der Geschäftsführer der Zentralwohlfahrtsstelle der Deutschen Juden Dr. G. S e g a l l über „Jüdische Jugendnot in Deutschland". Seine Worte fanden lebhaften Widerhall in der Generalversammlung, die die Vertreterversammlung mit einer großzügigen Aktion zugunsten der Jüdischen Kinderhilfe beauftragte, welche nicht nur in der Aufbringung von Geldmitteln, sondern auch in der Aufnahme auswärtiger Kinder im Bergischen Lande bestehen solle. Inzwischen ist das Hilfswerk eingeleitet und. hat, obwohl noch nicht abgeschlossen, in der Gemeinde Elberfeld über 75 000 Mark eingebracht, wozu Remscheid mit über 5000 Mark beigetragen hat. Besonders erfreulich ist es, daß sich bereits über 20 Familien in Elberseld, Farmen, Remscheid und Velbert bereit erklärt haben, erholungsbedürftige Groß-Berliner Kinder, für die eine Unterbringung bisher nicht möglich war, bei sich aufzunehmen. Die Geschäftsstelle des Wohlfahrtsverbandes befindet sich im Gemeindehaus, Elberseld, Genügsamkeitsstraße 7. E. R. Gelsenkirchen, 29. Juli. Die Synagogengemeinde hat ihren im Weltkriege gefallenen Söhnen eine Ged-e-nktafel gewidmet, die am Sonntag, den 24. d. M., in der Synagoge feierlich enthüllt wurde. Der Hiabbiner der Synagogengeme-inde, Herr Dr. Galliner, hielt die Weiherede, die durch die Höhe der Gedanken die Zuhörer fesselte und durch die vollendete Form tief zu Herzen ging. Die Brüder, die Selbstentäußerung geübt bis zum Einsatz des Lebens, hätten, so führte der Rabbiner aus, die Krone sittlichen Heldentums errungen, weil sie des Lebens höchstes Gut in der Erfüllung der Forderung des Propheten erblickt: Pflicht tun, Li-ebe üben, in Demut wandeln mit deinem Gott. Die Ueber lebenden sollen sich nicht der Klage hingeben, sondern sich erheben, denn wenn es etwas Gewaltigeres gibt als das Schicksal, so ist es der Mut, der es unerschütterlich trägt. Die Tragödie der Gegenwart soll die Hoffnung des deutschen Volkes nicht verdrängen, daß aus 'leer-gebrannter Stätte, nach Tod und Zerstörung, ein neuer Morgen erblühen wird. Wir sollen daran denken, daß es fortan gi-lt, den Menschen -durch den Menschen zu erlösen, statt den Menschen durch den Menschen zu quälen. — Nach der Weiherede gab der Vorsitzende des Vorstandes dev Synagogengemeinde, -Herr K le st ad t, im Namen der Gemeindeverwaltung >i-n eindrucksvollem, tiefempfundenem Vortrag dankbarer Anerkennung Ausdruck, die die Gemeinde ihren gefallenen Helden stets bewahren würde. Die Gedenktafel in ihre Obhut zu übernehmen, fei der- Gemeinde eine selbstverständliche Pflicht. Gleichzeitig dankte der Vorsitzende t-en Erschienenen für die Teilnahme, insbesondere den Ehrengästen, unter denen sich der P o l r z e i p r ä s i d ent, Herr Pfarrer Jordan als Vertreter dev evangelischen Kirchengemeinde, Frau Kommerzienrat Burgers, die Vorsitzende des Vaterländischen Frauenvereins, Herr Justizrat Greve für die Kriegervereine, Herr Stadtarzt' Dr. Wendenburg, Herr Kreisarzt Dr. Sael-lvaendt, Herr Direktor Geheimrat F r i t s ch e, die Direktoren der Reichsbank und andere befanden. Der Oberbürgermeister, -der dienstlich verhindert war, hatte durch ein Schreiben sich entschuldigt. Die Feier war umrahmt von Liedern, die in wirkungsvoller Weise vorn Shnagogenchor vorgetragen wurden. Besonders ergriff der Sologesang des Herrn Viktor Herzseld, der. sich m dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hakte. Mit der Seelenseier und einem Gebet für die gefallenen Helden schloß die erhebende, eindrucksvolle Feier, die bei allen Beteiligten von bleibender Erinnerung sein wird. — Die Tafel, selbst, für die ein angesehenes Mitglied der Gemeinde -das Material gespendet hat, besteht -aus einer großen Bronzeplatte, die in goldenen Lettern die Namen der gefallenen 43 Helden, darunter drei Brüder, enthält. — Frankfurt a. M., 29. Juli. In -der neuesten Nummer der ,„Alldeutschen Blätter" lesen wir: Das Hakenkreuz-Kartenspiel. Teuto-

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