Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 85 (1921)
- Issue
- Heft 16 (5.8.1921)
- Date
- 1921-08-05
- Page
- Seite 4 (sequence 16)
- Language
- German
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4 burg-Verlag, Robert Wissel, Bad Pyrniont. Preis 13,50 Mark. . Der Verlag hat es verstanden, bent; ehemals „französisch", genannten Kartenspiel in geschickter Weise einen „deutschen" Stempel auszudrücken. Das Spiel ist in seinen Grundformen dasselbe! geblieben, nur' das Kreuzblatt hat eine- Abänderungerfahren, indem, man aus ihm eine Hakenkreuzkarte machte.- Auf die eigenartige Neuerung wird hingewiesen. — ,FZedente, daß du ein Deutscher bist!" heißt die . Parole der „AUderrtschen Blätter". - Scheuche nicht nur das Judenvolk von den Straßen deiner Städte, indem du ihm auf Mauern und Zäunen das bannende Zeichen des Hakenkreuzes entgegenstellst, sondern erinnere dich auch in Stunden geistiger Erhebung. und Erbauung deiner völkischen.Pflicht, und wenn du dich zum Jeu niedersetzt, so spiele „Gottes Segen bei Cohn" nur mit der -treudeutschen Hakentreuzkarte! Sie wird dir Glück bringen, wenn du gut zu mischen verstehst. ' Angsrn. L. Budapest, im Juli. In der. jüngsten Sitzung des Ausschusses der Jsraelitlschen TaudstUmmenianstail.t erstattete der-Vorsitzende über . die Unterstützungen der' holländischen, englischen undamerikattc scheu Rote-Kreuz-Veceine und des Joint Distribution Committee of America Bericht, die die Fortsetzung der erzieheriMn Tätigkeit dieser Anstalt ermöglichten. Trotz dieser Unterstützungen schließt das heurige Schuljahr mit einem Defizit' von 84 000 Kronen, und da auch das kommende Schuljahr Leine wesentliche Besserung verspricht, sieht die Anstalt sich m Oie Notlage versetzt, im kommenden Schuljahre nur .75 Zöglrnaen eine Heimstätte gewähren zu können, trotzdem sie genügend Raum für 120 Zöglinge hätte. Tiefe Bewegung-rief ru der Direktionssitzung die Mitteilung des Präsidenten hervor, daß ein ungenannt t'leibeu wollender jüdischer Philanthrop für die Aufnahme eines taubstummen Chvistenkinides und dessen Verpflegung für neun Jahre 125 (MX) Kronen ^u seinen Händen erlegt habe. Von Aah uav Frrn. — Der bekannte amerikanische.Finanzier Bern a r d Bar uch, auf einer Studienreise durch Deutschland begriffen, .ist kürzlich in Berlin eingetroffen. Baruch war während des Krieges Vorsitzender des „War Industries Board" der Vereinigten . Staaten, dessen Mitglied er auch schon früher war. Dieses Departement regelte vollständig die Kriegsproduktion in den Vereinigten Staaten, war die Einkaussvermittelungsstelle für die Alliierten undkontrollierte zugleich die Versorgung der ganzen . Welt mit den wesentlichsten Rohmaterialien wie auch mit den vielen hauptsächlichsten Bedürfnissen. Baruch war mit den weitestgehenden Machtbefugnissen , über alle Industrien der Vereinigten Staaten ausgestattet. In seinem Ernennungsbriefe nannte ihn derdamalige Präsident Wilson „das generelle Auge aller Bersorgungsdepartements im Felde .der Industrie". Baruch ist einer der führenden Finanziers der Wall Street. — Professor Dr. W ä r b u r g, der Herausgeber dev vom. Deutschen Kolonialwirtschaftlichen Institut - finanzierten Zeitschrift . „Der Tropenpflanzer", wird in nächster Zeit nach Palästina, übersiedeln, / um die Leitung der landwirtschaftlichen Versuchsstation zu. über-' .7 nehmen. .Der bekannte Botaniker ist. früß-ex. PxaWM' dev .Zionistischen Weltorganisation gewesen. — Der erste - weibliche-Oootorjuris der Berliner. Änlbersftät, ist eksie Jüdin. / Fväültzin. HanM -die Tochter, des- Geh. .Justizrats Dr. E d w i n K ä tz, erhielt dieser. ' - Tage, für ihre- Arbeit „Lücken im Ltrbejtsverträgt' undans. Grund . der mündlichen Prüfung die' Dokkyrwstrde. /.MAhr^nd-K^ dtz/phiso-. sophischen 'Und "medizinischen Fakultät feit' Jahren- .viele Damen- . promoviert wordeu/ftnö, ist es bisher -noch keinem der allerdings^ weniger .zahlreWst/tzMistischen. ' Studenten,^ ßieMiH^' Peschlcchtsan der Berliner Universität gelungen, die Doktorwürde zu erhalten.! -.jV, -7-; DlchttörWüliM/B a rv n,? der Begründer - des'- Bexlmex- „WjntefMrten"^M rstr Alter von' 81 Jahren MstoWen'. ist.,^.eine. dev " popuMrstey Persönlichkeiten des internationalen. Artisten kurNs' aus/idem Leben^ geschieden.'" Juftus-Baron grHNdete .. im.Zähre 1887 gemeinscstrt 'rnrt/ Direktor - Dorn-' nrn - Hälkst -des ' Zentralhotels diese bekannte' MWM" Aariettzstäite?Msdmin^nachl einigen?Jahren' 'das /'ilnteVnehrsten'stn./den.-Besitz. KesellHafv überging. Bar-önl wür 'sehr /.Wih.lDtigi?wp[ Dutz-^ . mütigteit vereinte, sich MÄ77 einem..-- Den ketztW- Witz machte er vor vier Wochen üm^Theaterklub. Mmhold .Köstlin fragte t ihn: „Wohimgchen Sie denn in. diejetn . Mmmer, lieber Direktor?" „An die See," erwiderte er. „,Ünd .an-.welchen^ Ort?'"- Die Antwort läutete: ,,Näch Weißensee." -- Irr Danzig-starb am 10. Juli -Direktor B e r n h ur d Wrllstätter, seit 191 i) Mtglied und seit. 19.16 stellvertretender^ .Vorsitzender desRepräsentantenkollegunNs der Danziger Synagogengemeinde. — In Posen verschied nach langem, .schwerem Leidest ' irst 69. Lebensjahre Frcku f Dr. Ottilie.L.andsber.g, geb. Hausmann, äie Witwe des tzev-. ewigten Rabbiners Dr; Landsberg in.Kaisersläuten, an dessen Seite sie. ihre letzte Ruhestätte gefunden hat, — In Strehlen in Schlesien, verschied am 19. Juki im kräftigsten- Mannesalter nach kurzer,,, schwerer Krankheit der Fabrikbesitzer ' Karl Oe Ische r. .Der. Verewigte gehörte mehrere Jahre Dem Vorstande der Synagogen'gemein'de an, für deren Gedeihen er mit großem Interesse gewirkt hat. — Zum Nachfolger des nach Saarbrücken berüsenen Rabbiners Dr. Alexander , in Köthen ist Herr 'Rabbiner Leon Baneth aus Berlin gewählt worden: --.Zum Wahlrecht der Frau keilt uns der bayerische Landesverband des Jüdischen Frauenbundes mit, daß sich in Bckyern ein „Verband israelitischer Gemeinden Bayerns" im Frühjahr gegründet Hati Derselbe'gewährt den Frauen sowohl das aktive wie'das passive Wahlrecht, und es wurden dementsprechend fünf Frauen als Delegierte'AM, Tagung gewühlt. — An den Kämpfen um den Deutschmeister-Titel, die im August d. I. in Plauen i. V. stattsinden, werden sich die Brüder Julius und Hermann Baruch aus Bad Kreuznach beteiligen. Die Gebrüder Baruch sind bereits im Besitz vieler erster Preise und sind Meisterschaftsringer Und -stemmer: — - In der Synagoge zu Alzey wurden zwei Gedenktafeln für die Im Weltkriege gefallenen Söhne der dortigen Gemeinde — Alfred' Koch, Erwin Strauß, Paul Küchler, Max und Ludwig Schwarz, Jakob L. Schaffner, Paul und Hugo Weimann — eingeweiht. Sanitütsrat Dr. Mainzer hielt die' Begrüßungsansprache -und Rabbiner Dr. Lewit die Weiherede. — In Köln ist die Witwe Frau Rabbiner Dr. Frank-im 82. Lebensjahre verschieden. — Leo Frankfurter in Musoogee (Oglahoma), ein. Enkel . des Predigers Frankfurter s. A. in Rendsburg, hat-in treuer Anhänglichkeit an seine Heimat in - Heusenstamm in Gemeinschaft von mehreren Gönnern und Freunden eine hochherzige Spende von mehreren tausend -Mark der israelitischen Gemeinde überwiesen, so daß dieselbe in den Stand gesetzt ist, ihr Gotteshaus mit elektrischer Beleuchtung zu versehen und den Wiederaufbau der verfallenen Friedhofsmauer herzustellen. — Die Palästinazentrale der Agudas Jisroel in Frankfurt a. DJL teilt mit, daß Frau Dr. Abraham H i r f ch und Dr. Emil H i r s ch (Halberstadt) zum Andenken an Dr. Abraham Hirsch den Betrag von 200 000 Mark für Jischuw Erez Jisroel zur Verfügung, gestellt haben. Diese Summe soll als Dr.-Abraham-Hirsch--Stistung zum Ankauf von Land in Erez Jisroel verwendet werden. — Aus Stuttgart-wird gemeldet: Oberkirchenrat Dr. Kroner ist infolge seines hohen. Alters, seinem Ansuchen entsprechend nach mehr als 26jähriger Tätigkeit in den Ruhestand versetzt worden, wird aber als Mitglied der Israelitischen Oberkirchenbehörde -weiterhin im Amt verbleiben. .Die.Stelle des ersten Stadtrabb.iners in Stuttgart soll nunmehr neu besetzt wer- - den. — Professor Dr. Otto Z u ck e r k o n d l, Primarius und. Ab- : teilungsvorstand am Rothschild-Spital in Wien, ist im Alter von 60 Jahren plötzlich gestorben. - Als Primarius, am Rothjchild-; Spital hat er sich zahlreiche Verdienste um arme Ostjuden erworben. Sein Bruder EmiL war als Anatom und sein Bruder Robert als Nationalökonom bedeutend.Dw britische Konferenz der Missionsgeiellschaften>' die' von Vertretern .aller größeren Organisationen der anglikaiirWen.stnd christlichen'^^Kirchen beschickt war, beschloß die Aufnahme emer Kampagne gegen die antisemitische Propaganda/ welche in Letzter Zeik durch einen Teil der englischen Presse, geführt wird. —. Die . in Moskau erscheinende „Jewrejftaja Jßroletarskäja Mysil" enchÄt Nr. 20/21 einen'-Müdererregenden Bericht / über. -MhliveiM^ -7 ^derP-rM-onie in' der -Ukraine - rmd SowstLMßlaüd,. -7^- Äus Marschau wird ge- ' meldet: In . einer dev: letzten ÄestnsitzuNgen beEkragte. 7 der jüdische Deputierte H ar tgJ.'atz'/die'>MstzMng sämtlicher- /rechtlichen Beschränkungen der Juden in Polen,/da die bisher durchs -die Mgierungv befolgte LakM,' bloß die mistderwichtigen Beschränkungen außer Kraft zu setzen, den Eindruck erwecken müsse, daß die Regierung lediglich? den Zweck Verfölge,''däs Äüsland zu täuschen. -Die Rechte des, HaM-es..machte'Heft und hinderte -den "jüdischen -Redner in .sjeinen weiteren UMsüDrMgew " ' ' A l-h e r t k a tz in Perlin-Panköw, FloMstmtze 88. Verantwottsich für. den .Anzeigenteil: Mnx Z Ung e, BerKIt-Fviedenaüi- Druck und Verlag von Rudolf Mosse. . > / -