Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 85 (1921)
- Issue
- Heft 9 (28.4.1921)
- Date
- 1921-04-28
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Berlin, 28. Hpril 1921 «5. Jahrgang. Nr. 9 ^ßtUdllbCllOtC. Weilsgr zur „Allgrmclnen Leitung deK IudentumK". Korrespondenzen und Mschrichten. LkutschlanL. &&& Berlin, 26. Llpril. Wir erhalten vom Hilfsverein der deutsche n I u d e n die folgenden Mitteilungen: Das Z e n - tral'bureau des Hilfsvereins für jüdische Auswanderungsangelegenheiten hat seine Lotigkeit wieder ausgenommen. Als besonderer Sekretär für das Jentralbureau ist Herr Dr. Nathan Ben Nathan angestellt. Die Arbeit des Zentralbureaus besteht in der Regulierung der Emigration, die durch Deutschland geht, in der Beratung von Auswanderern und in der Auskunfterteilung an Organisationen, in einer systematischen Auswandererfürsorge unter möglichster Zusammenfassung aller Tätigkeiten, die mit der Auswanderung Zusammenhängen. Die Mitarbeit aller Organisationen ist willkommen. Die Zentrale ist in Berlin, Steglitzer Straße 12. Nebenstellen sind in Hamburg, Ferdinandstraße 14, und Bremen, Düsternstraße 7, bereits vorhanden. Weitere Nebenstellen werden an den Grenz- und Haupteisenbaihnknotenpunkten, soweit nötig, eröffnet werden. Verhandlungen mit den Schiffahrtsgesellschaften und den 'auswärtigen jüdischen Organisationen sind ausgenommen worden. Das Zentralbureau wird, wie vor dem Kriege, ein Korrespondenzölatt herausgeben, das Jnformationsmaterial über die Auswanderung enthält, und außerdem die Presse mit Nachrichten über die Emigratiousangelegenheilen versehen. &&& Berlin, 26. ApM'l. Die Hochschule für die Wissenschaft des Judentums zeigt die iw Sommersemester 1921 stattfindenden Vorlesungen an: Herr Dr. Baeck wird lesen: 1. Einführung in die jüdischl-mhstische Literatur, 1 Stunde. Freitag 8—9. 2. Midrasch (Tanhuma), 1 Stunde. Dienstag, 9—10. 3. Homiletische Hebungen für Anfänger, 1 Stunde. Freitag, 9—10. 4. Die Ideen des Judentums, 1 Stunde. Dienstag 8—9. Herr Professor Dr. Baneth wird lesen: 1. Mischnah: N'zikin, 2 Stunden. Sonntag 10—12. 2. Bab. Talmud: Baba Kamma, 4 Stunden. Montag, Donnerstag 9—11. 3. Tur und Schulhan Aruch Jore Dea. 2 Stunden. Mittwoch 9—11. 4. Die Einrichtungen einer jüdischen Gemeinde, 1 Stunde. Montag 11—12. 5. Das jüdische Eherecht, 1 Stunde. Donnerstag 11—12. Herr Professor Dr. E l bogen wird lesen: 1. Hillel und seine Zeit, mit quellenkritischen Exkursen, 2 Stunden. Dienstag 9—11. 2. Geschichte der Juden in Deutschland (1350—1750), 2 Stunden. Mittwoch 7—9 nachmittags. 3. Talm. b. Pesahim Kap. X., 4 Stunden. Montag, Donnerstag, 8—10. 4. Hebräische Geschichtsquellen, 1 Stunde. Freitag 9—10. Herr Professor Dr. Guttmann wird lesen: 1. Die Ethik des Judentums, 2 Stunden. Mittwoch, Freitag 11—12. 2. Interpretation des More Nebuchim, 2 Stunden. Dienstag 11—1. 3. Lektüre ethischer Texte für Anfänger, 2 Stunden. Mittwoch 9—11. 4. Hebungen zur Religionsphilosophie der Gegenwart, 2 Stunden. Freitag 9—11. Herr Dr. Torczyner wird lesen: 1. Hosea und Micha, 3 Stunden. Montag, Donnerstag, Freitag 12—1. 2. Psalmen, 2 Stunden. Montag, Donnerstag 11—12. 3. Bibelkommentare, 1 Stunde. Montag 10—11. 4. Hebräische Stilübungen, 1 Stunde. Donnerstag 10—11. 5. Assyrisch für Fortgeschrittene, 1 Stunde. Freitag 11—12. Herr Dr. Hoch selb wird lesen: Methodik des Unterrichts in, der jüdischen, Geschichte (Fortsetzung), 2 Stunden. Dienstag 6—8 nachmittags!. Herr Dr. Freund wird lesen: Die staatskirchenrechtliche Stellung, des Judentums in Deutschland nach der neuen Reichsversassung, 2 Stunden. Mittwoch 6—8 nachmittags. In der Präparandie werden, wie bisher, Kurse über Bibel und Kommentare, hebräische Grammatik, Mischna, Talmud und das, Gebetbuch gehalten werden. Näheres wird durch Anschlag am Schwarzen Brett bekanntgemacht werden. Alle Vorlesungen und Hebungen sind unentgeltlich. Die Eröffnung des Sommersemesters erfolgt Dienstag, 3. Mai, 11 Uhr vormittags. Als Zuhörer für die Vorlesungen sind in erster Linie rite immatrikulierte Studierende der hiesigen Universität — und zwar ohne Unterschied der Fakultät — in Aussicht genommen. Auch andere Personen können auf Grund besonderer Ermächtigung an den Vorlesungen teilnehmen. Die Anmeldung erfolgt bei dem derzeitigen Vorsitzenden des Lehrerkollegiums, Herrn Professor Dr. Guttmann, am Mittwoch, 4. Mai, Freitag, 6. Mai, und Montag, 9. Mai, 12—1 Uhr im Sprechzimmer der Hochschule. y. Berlin, 26 April. Inder Lewandowski-Feier, die, wie bereits mitgeteilt, der Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Berlin am 3. d-. M. veranstaltete, wurden die Soli in meisterhafter Weise von den KonZertsängerinnen Fräulein, Agnes Lenbach und Frau Vera G o l d - b e r g-Ko ne w skr gesungen. Fräulein Lenbach, die Tochter des bekannten Hamburger Rabbiners Tr. L e i m d örfer, besitzr Prächtige, wohllautende Stimme. Sie brachte das „Joh schimcho zu ergreifender Wirkung und wurde für ihre vollendete 'künstlerische Darbietung mit reichem Beifall überschüttet. Nicht, weniger lausdrucksvoll fang auch Frau Vera, Goldberg-Kouew'ski das „Tow" in „Mismor fchir rjiorn hafchabbos" und erntete hie^ftir wohlverdienten Beifall. Berlin, 26. April. Seitdem in der Mitte vorigen Jahres die Turchwanderung unserer aus den östlichen Ländern nach Amerika flüchtenden Brüder größeren Umfang angenommen hat, hat sich unter Beteiligung zahlreicher jüdischer Jugend- und Franenvereinigungen Berlins und unter Subventionierung durch die prominentesten jüdischen HitsZorganifatiönen ein freiwilliger Jüdischer Ba hinhos sdie n st , Berlin, Schlesischer Bahnhof, gebildet. Die Helfer, kenntlich' durch eine Armbinde mit Mögen Dovid, nehmen die Durchwanderer an t>en von Osten kommenden Zügen am> Schlesischen Bahnhof in Empfang und geleiten sie in einen von der Bahnverwaltung zur Verfügung gestellten besonderen Wartesaal', in welchem — durch Stiftungen zweier hiesigen Großfirmen ermöglicht — Wasch- und Nuhcgelegenheit geschaffen ist und Tee verabreicht wird. Eine hiesige Koscherrestauration spendet seit Monaten allsabbatlich für zirka 150 Personen eine warme Schalentsuppe; die rituelle Lebensmittelkommission hat aus ihren amerikanischen Beständen Pökelfleisch, zur Verfügung gestellt. Die zahlreich durchkommenden Mütter mit kleinen Kindern konnten bisher aus den Beständen der Zentralstelle für rituelle Lebensmittel mit amerikanischer Kondensmilch versorgt werden. Nachdem diese Bestände nunmehr aufgebraucht sind, müssen neue Lieserque^en gefunden werden.' Die Hauptaufgabe des Bahnhossdienstes besteht in der Erledigung aller Reiseformalitäten, insbesondere der Lösung von Fahrkarten, der Weiterbeförderung des Reisegepäcks sowie in der Be treu u n g der Durchwanderer vor Ausbeutung und allen sonstigen Gefahren, denen sie in der ihnen fremden Umgebung so zahlreich ausgesetzt sind. Bei Paßschwrerigleiten wird nach Möglichkeit Beistand geleistet, in Krankheitsfällen ist stets für ärztliche Hilfe gesorgt. Bei der Fülle der Aufgaben und dem immerwährenden Steigen des Durchwandererstromes reichten die freiwilligen Kräfte nicht mehr aus und ein kleiner Stab festbesoldeter Beamten uurßte angestellt werden, der die Aufrechterhaltung eines geregelten Tag- und Nachtbetriebes gewährleistet. Mit den in Schneidemühl, Kattowitz und Osnabrück ins Leben gerufenen Jüdischen Bahnhofsdiensten sowie dem ßilssausfchuß für jüdische Durchwanderer in Köln ct. Nh. wird in ersprießlicher Weise zusammengearbeitet. Die Leitung des Jüdischen Bahnhofsdienstes liegt in den Händen eines freiwilligen Ausschusses, in welchem das Jüdische Arbeitsamt, die Agudas Jisroel und der Hilfs-Verein der deutschen Juden vertreten sind. Das Bureau ist dem Jüdischen Arbeitsamt, Berlln X 24, Auguststraße 17, Telephon Norden 2133, ange gliedert. Bankkonto des Jüdischen Bahnhofsdienstes: Enten u. Shman, Berlin W, Französische Straße; deren Postschecktonto Berlin 622 21. Die Mittel des Jüdischen Bahnhofsdienstes gehen zur Neige. Schnellste und weilestgehende finanzielle Förderung ist dringend erforderlich, wenn nicht ein überaus wichtiges jüdisches soziales Hilfswerk aus Mangel an Mitteln eingestellt werden soll. Leb. Berlin, 26. April. Das Winterfest, das der Liberale Verein für d 'i e A n g e l e g e n h, eiten d e r Iüd t s ch e n Gemeinde am 10. d. M. im Logenhause, Kleiststraße, veranstaltete, kam diesmal zwar etwas verspätet, brachte aber dafür auch ein künstlerisch hervorragendes Programm, das den Rahmen» eines Verein sfestes erheblich über schrill. Wir nennen mn: die Namen Andreas Weiß gerbe r (Violine), Alfred