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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1921-04-28 · Heft 9 (28.4.1921) · p. Seite 108

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
85 (1921)
Issue
Heft 9 (28.4.1921)
Date
1921-04-28
Page
Seite 108 (sequence 12)
Language
German
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108 24 Kapitel setzt sich der Der fass er mit den Vermittlungsversuchen, die im Weltkriege von Wilson und dem Papste ausgingen, und mit dem deutschen Friedensangebot auseinander und schließt mit einem Ausblick in die nächste Zukunft und -einer Erörterung der Entwürfe der niederländischen Kommission und Lammasch'. — Den Wert des Buches erhöhen 25 in der Sprache der Originale beigegebene diplomatische Aktenstücke, mit denen der Verfasser seine Ausführungen belegt, sowie ein Personenverzeichnis und eine Uebersicht über die einschlägige Literatur. Weit über die Fackkreise und diejenigen der Friedensfreunde hinaus ist dem Werke lebhaft Verbreitung! zu wünschen, nichlt allein bei allen Gebildeten Deutschlands, sondern auch in den neutralen und in alleii am Kriege beteiligt gewesenen Ländern überhaupt: sie alle haben jetzt sicherlich größeres Interesse an Mitteln zur Bewahrung des Friedens als vor dieser Zeit, unermeßlichen Elends, die über die Menschheit gekommen ist. * - Wohlfahrtspflege im V o l k s st a a t. Gedanken zur Umgestaltung des Fürsorgewesens. Von Paul Frank (Eharlottenburg). Verlag von Franz Dahlen, Berlin W 9, Linkstraße 16. 1920. Der Verfasser untersucht, wie die Wohlfahrtspflege in Zukunft am besten gestaltet werden kann, und zwar will er nicht Einzelheiten der künftigen Gestaltung, sondern Hauptströmungen charakterisieren, in denen, sich eine wirksame Wohlfahrtspflege künftig bewegen müßte. Die Wohlfahrtspflege foll jetzt den Anforderungen einer neuen Zeit, den Wünschen und Ansichten einer durch die grauenvollen Ereignisse der^ letzten Jahre nun einmal anders gewordenen Menschheit genügen. Eine der dringlichsten Aufgaben ist die Einrichtung großzügiger Hilfsmaßnahmen auf dem Gebiete der Mittelstandsfürsorge. Diese sollte aus den verschiedensten Gründen Aufgabe der freien Liebestätigkeit sein. Der Verfasser rechnet alle Personen mit einem Einkommen von 30* bis 80 000 Mark dem Mittelstände zu. Unter den Vorschlägen, die er zur Hebung irnb Verbesserung der Wohlfahrtspflege macht, sind zu nennen: die Einstellung sozial geschulter Berufsbeamten, eiste Beaufsichtigung der Wohlfahrtspflege, Einrichtung von Wohlfahrtsämtern, Besoldung der Sozialbeamten in den Grenzen der Leistungsfähigkeit der privaten Wohlfahrtsvereine, Heranziehung aller Klassen zu praktischer Mitarbeit, Umänderung mancher Gebiete der Wohltätigkeit (z. B. in der' gesundheitlichen, der Ernährungsfürsorge, lt. dgl. in.) in gemeinnützige Betriebe, usw. 'Das Beste ist wohl von einem vertrauensvollen Zusammenarbeiten der öffentlichen und privaten Fürsorge zu erwarten, wobei die freie Liebestätigkeit von dem Staat alle Förderung erhofft, deren sie dringend bedarf. Der Verfasser hebt die Erfolge und Leistungen der ans konfessioneller Grundlage beruhenden Bestrebungen hervor, die er als ganz besonders groß und beachtenswert bezeichnet. Dies gilt, nach ihm, sowohl für die mustergültige Organisation der katholischen Charitas, für die Arbeit der evangelischen Inneren Mission, für die jüdische Wohlfahrtspflege wie auch für die Arbeit der Heilsarmee und anderer Sekten. Jedem, der sich für die Ausgestaltung der Wohlfahrtspflege in modernem Geiste interessiert, ist das belehrende Buch bestens zu empfehlen. Sanitätsrat Dr. Scherbel (Lissa i. P.). * — Erste r Alma na ch des Weltverlages- 1920, mit Katalog. Die „jüdische Buchfrage" hat ein neues Gesicht bekommen. Schon das Heft der „Neuen Jüdischen Monatshefte" (2/4, IV. Jahrgang. „Das jüdische Buch") hat uns gezeigt, daß die jüdischen Verleger Deutschlands in jeder Hinsicht auf der Höhe sind und daß — jüdische Bücher gelesen werden. Das war nicht immer der Fall gewesen, besonders nicht in Deutschland, wo man in jüdischen Familien alle Klassiker fand, aber keine „jüdischen" Bücher. Wenn man auch nicht alle Ausgaben des Weltverlages mit „jüdisch" bezeichnen darf (z. B. die Gedichte von Caspari mit dem Titel „Elohtm" halte ich trotz der biblischen Gestalten für sehr unjüdisch) und auch sonst manches besser unediert geblieben wäre, im großen und ganzen hat der Verlag in diesem Jahre seines Bestehens Großes geleistet und will noch Großes leisten, besonders mit seinen „Weltbüchern". Im Almanach selbst hat man eine farbenreiche Blumenlese aus all den Gebieten, auf die der Verlag sich gewagt hat; nur aus seinem „Barkochba" hat er nichts gebracht. Dem Verlag selbst wünschen wir ein weiteres Arbeiten aus der beschrittenen Bahn, die jedem etwas bringen wird, der sein Judentum liebt. F. Straßburger (Ulm.) Liichrreinlauk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Index to the Publications of the American Jewish Historical Society, Numbers 1 to 20. Published 1914. Publications of the American Jewish Historical Society Number 22, published 1914; Number 23, published 1915; Number 25, published 1917; Number 27, published 1920. Har old M. Wiener, M. A. L. L. B.: The Date of the Exodus. The Main Problem of Deuteronomy. The Religion of Moses. The Law of Change in the Bible. Oberlin (Ohio, U. S. A.). Bibliotheca Sacra Company 1919—1920. Professor Barton on „The Religion of Moses“ (Reprint from Bibliotheca Sacra) 1919. 39. Bericht dec Hochschule für die Wissenschaft des Judentums in Berlin N 24, Artilleriestraße 14. Berlin 1921. Geschichte der Juden in Polen und Rußland. Von Dr. Joses M e i s l. Erster Band. Berlin 1921. C. A. Schwetschke u. Sohn, Verlagsbuchhandlung. Moderne Vergewaltigung des Alten Testamentes. Beleuchtet von Eduard König, Dr. litt, semitt. phil et theol., ord. Professor und Geheimer Konsistorialrat in Bonn. A. Marcus u. E. Weber Verlag, Bonn 1921. Jakob Wassermann: Mein Weg als Deutscher und Jude. S. Fischer. Verlag, Berlin. Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Begründet von Z. Frankl. Herausgegeben von Dr. I. Heinemann. 64. Jahrgang. Reue Folge 28. Jahrgang. Heft 10-12, Oktober—Dezember 1920. Breslau, Koebnersche Verlagsbuchha ndlung. Statistik des Bundes jüdischer Frontsoldaten Dortmund-Hörde (Stadt und Land). Bearbeiter: Rektor Ab. Hey mann (Dortmund). Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde. Herausgegeben von Dr. M. Grunwald, Rabbiner der Israelitischen Kultusgememde Wien. 22. Jahrgang, 1. Heft. Wien 1921, S. Guttmanns Nachfolger Leopold Grün, II, Czerningasse 4. Jahrbuch der Jüdisch - Literarischen Gesellschaft. (Sitz: Frankfurt a. M.) XIH. Frankfurt a. M., I. Kauftnann, 1920. Sprrchsaal. Sehr geehrter Herr Redakteur! In der jetzigen Zeit gewaltigen, weltgeschichtlichen Geschehens, da alle Völker sich ihres Volkstums lebhafter als je bewußt werden, ist auch daS jüdische Volk vom Geiste der Zeit erfaßt und mit glühender Begeisterung für die Ideale des Judentums und die Geschichte der Vorzeit erfüllt worden. Aus der Geschichte der bedeutenden Leistungen der Geisteshelden des jüdischen Volkes auf allen Gebieten der Kunst und Wissenschaft, des Handels und der Industrie schöpft auch die jetzige Generation den Mut zum Kampfe für die Wiedererweckung seiner Ideale und die Hoffnung auf eine glückliche Zukunft desselben. Ein Werk, welches die Lebensgeschichte aller bedeutenden Männer und Frauen des Judentums enthält, das die Schicksale und Leistungen derselben der Kenntnis des Volkes vermittelt, ist bisher noch nicht geschaffen worden, obwohl sich ein lebhaftes Bedürfnis nach einem solchen zu allen Zeiten geltend machte. Um diesem allgemein empfundenen Bedürfnisse entgegenzukommen, hat sich der Gefertigte entschlossen, ein bedeutendes Nationalwerk unter dem Titel „Biographisches Lexikon namhafter jüdischer Männer und Frauen aller Zeiten und Länder" erstehen zu lassen, für welches er bereits mehr als- 6000 Biographien ge* sammelt und zu einem Ganzen verarbeitet hat. Das von Fachgelehrten überprüfte Material soll schon in nächster Zeit in Form eines mehrbändigen Nachschlagewerkes der Öffentlichkeit übergeben werden. Es ergeht daher an alle interessierten Kreise die Bitte, dieses große nationale Unternehmen durch Einsendung von biographischem Material (Rezensionsexemplare, Gedichtproben usw.) über solche Personen, deren Wirken in den einschlägigen Quellenwerken noch nicht gewürdigt erscheint, zu unterstützen. Für die Redaktion des Biographischen Lexikons: S. Wininger. C z e r n o w i tz (Bukowina), im März 1921.

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