Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 85 (1921)
- Issue
- Heft 7 (1.4.1921)
- Date
- 1921-04-01
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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unserer Stadl', die ihn in 15jähriger Tätigkeit als pMchteisrigen, allezeit dienstbereiten, opferwilligen und selbstlosen Mitarbeiter in unserer städtischen Verwaltungschützen lernte, schmerzlich empstm-den. Die Beerdigung fand am Mittwoch unter zahlreicher. Beteiligung von der Leichenhalle des israelitischen Friedhofes an der Lohestraße aus statt. Magistratsausreuter hielten am- Sarge die Ehrenwache. Das Magistratskollegium war unter Leitung des Oberbürgermeisters Dr. Wagner und des Bürgermeisters Dr. Tren-tin fast vollzählig, erschienen, ebenso eine große Anzahl von Stadtverordneten. Auch die hiesige Aerzteschast war in der Trauergesellschaft zahlreich vertreten, und eine größere Zahl von gemeinnützigen Anstalten hatte ihre Vorstandsmitiglie'der entsandt. In der eindrucksvolle Gedächtnisrede entrollte Rabbiner Dr. Vogelstein ein Lebensbild des Entschlafenen, dessen edle Menschlichkeit er rühmte. Er schilderte ihn ferner als Gelehrten, Forscher,. Lehrer und Arzt, Chorgesang beschloß die Feier. ' Dann, wurde der Sarg zu Grabe getragen-. r. Oppeln, 25. März. Am lg. d. M. starb hier 'das Vorstandsmitglied der Jüdischen. Gemeinde Herr Justizrat Louis Salinger nach längerer, schwerer Krankheit. „Ein aufrechter, gerader Mann, von durchdringendem Geiste und scharfem Verstände," heißt es in dem überaus warmherzigen Nachrufe des Vorstandes und des Repräsentantenkollegiums, „füllte er jeden Matz, auf den er gestellt war. voll und ganzaus. So wußte er auch in unserer Gemeinde und ihrer Vertretuna eine hervorragende Stellung si-ch au erringen. Sowohl als Repräsentant wie auch als Mitglied des Vorstandes wahrte er treu und eifrig die Interessen der Gemeinde. Sein vorausschauender Blick und sein treffendes Urteil gaben bei wichtigen Entscheidungen oft den Ausschlag. So hinterläßt dieser überaus tüchtige Mitarbeiter in unserer Gemeinde eine Lücke, die sehr schwer auszufüllen sein wird, und dessen Andenken in dankbarer Erinnerung bei uns fortleben wird." Auch wir werden dem Dahingeschiedenen ein treues Gedenken bewahren. E. G. Offenbach a. M., 25. März. Am 13. d. M. wurde die an unserer Synagoge angebrachte Gedenktafel für die 25 Gefallenen . unserer Gemeinde durch -einen feierlichen Gottesdienst geweiht. Rabbiner Dr. D t e n e nr o n.n gedachte in vollendeter Rede der Helden, die ihr jugendliches Leben geopfert für das gemeinsame, heißgeliebte deutsche Vaterland- Die vier Vorsteher des etwa 100 Mitglieder zählenden Bundes jüdischer Frontsoldaten traten an die geöffnete Lade und sagten in überaus ergreifender Weise für ihre gefallenen Kameraden das Kaddisch. Zwei Familien unserer Gemeinde haben je zwe^ Söhne verloren. — Mannheim, 25. März. Der Bund der israelitischen Wohl fahrtsvereinigun gen in Baden, die konfessionelle Vereinigung aller in Baden bestehenden israelitischen Wohlfahrtsvereine, hat sein drittes Geschäftsjahr vollendet. Der Zw-eck des Bundes, dj,e israelitische Wohlfahrtspflege in Baden zusammenzufassen - und auszubauen, ist in erfreulicher. Weise gefördert wordene auf ..einzelnen- Gebieten, wie bet.Entsendung von Kindern^aufs Land, in Erholung,sheime uyd in die Schweiz, in . der . Armenfürsorge, Kinderm der Stellenvermi-ttlung, in Erziehungs- und A'usbrldungssragen, hat der Bund erfolgreiche' Arbeit geleistet. Neben der Zentrale in^KorHruhe arbeiten in allen größeren Städten Badens Ortsgruppen und an kleineren Plätzen Ver-trauensl-eute. Bemerkenswert ist, daß der Bund nicht nur in jüdischen Kreisen Beachtung gefunden , hat, sondern daß er «auch als Zentralstelle von einer großen Anzahl Behördm zur Mitarbeit herangsezogen wird. Anysrn. * ■ 'r, Ntrdapest, im März Me gesetzliche Einführung feeii numerus elausus an bcn ungarischen Hochschulen bedroht auch eine größere Anzahil jüdischer bildender Künstler, die hierdurch an der Fortsetzung ihrer iStledien gehemmt werden. Um nun die Ungarische und die jüdische 'Kunst vor dieser Gejatzr des NiederdrucheS zu bewahren, Hot das Kulturheim des UnIrrischen Jüdischen Landes kulturvereins mit Unterstützung »nehrecer hervorragender Künstler Unddes Bndapester Ausschusses der amerikanischen Judenfchaft eine Abtion eingeleitet. die diesen jüdischen Kunstjüngern die Fortsetzung ihrer Studien Mbev' tüchtiger sachmÄnnischer Leitung ermöglichen ..soll. 'Im Ritler-W^selmatinschen Blindemnstiit'Ute wurden zwei Ml« zu Ateliers eingecichtÄ, m Petzen die berühMen Professvren Gü^taiv Moghär - Mannheimer' und Adolf Fsnhes entsprechende Kulis« 3.. . •leifen, die anfangs Februar begonnen haben. AG Prosessoren dieser Kurse'wirken noch die Künstler ««dtzr Gürdos, .Armin Glatter, Leopold .Hermann, Josef Rüna, Mozart Rothmann und Stefan Züdor ' in selbstlosester Weise mit. ' Bisher wrirden bereits sechzehn Zöglinge ' ausgenommen,' von denen die ärmeren an der Mensa des Kultur» ' Vereins verköstigt' werden und auch materielle: Unterstützungen erhalten. Die Kmltursoziale Sektion der Bester Gemeinde hielt jüngst unter dem Vorsitze des Vorstandes Dr.. Salomon Eulen- - b u r g, eine Sitzung ab in der der Kostenvoranschlag für das raufende Jahr durchberaten wurde. Der Redakteur des „Eghenlosog , Varstandstellvertreter der Sektion Dr. Ludwig Szabolcsi, berichtete über die jetzt eingesührten, für die Hebung des jüdischen Geistes so bedeutungsvollen Kulturmatineen der Sektion. Die Sektion beschloß, diese Matineen auch fernerhin aufrechtzuerhalten, und votierte für deren Veranstaltung fünszitztausend Kronen. Dem Ungarischen Jüdischen Landeskulturverein, der nach mehrjähriger erzwungener Pause seine Tätigkeit wieder aufnahm, wurde eine Unterstützung von zwanzigbausend Kronen votiert. Von Iah und -rrn. — Anläßlich des 100. Geburtstages von Professor Louis Lewandowski veranstaltet der Verein für jüdische Geschichte und Literatur am Sonntag, den 3. April, mittags 12 Uhr, im .Logen-tem-tzel in der Kleiststraße, eine Gedenksei er. Ihre Mitwirkung haben zugesagt die Herren Rabbiner Dr. S. Hochfeld und Oberkantor Magnus D a v i d s o h n , ferner Konzertsängerin Fräulein Agnes Lenbach sowie die Herren Professor Bernhard D e s s -a u, Dr. James S >i m o n, E. Steg m a n n, Organist Otto L e v h sowie der verstärkte Chor der Synagoge Fasanenstraße unter Leitung des Herrn Theodor Schöneber ge r. Die diesjährige Generalversammlung des H i l f s v e r e i n s de r Deuirschen Juden findet Montag, den 4. April, abends 7 Uhr. im Flugverbandhaus (früher Anwalthaus), Blumeshof 17, statt. Der Vorsitzende des Vereins, Herr Dr. James Simon, Herr Dr. Paul Nathan und Herr Dr. Bernhard K a h n werden über die Tätigkeit des Hilfsvereins und seine weiteren Aufgaben berichten. — Am 16. März fand eine außerordentliche Generalversammlung der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft d e s I u d e n t u m s statt, in welcher die vorgeschlagene Satzungsänderung angenommen wurde. Der Vorstand wurde beauftragt, die Gesellschaft in das Vereinsregister eintragen zu lassen. Der Mindestm-itgliedsbeitrag wurde aus 20 Mark festgesetzt, für. Mitglieder aus valutastarken' Ländern auf 8 Mark in Dorkriegswährung. Jedes Mitglied erhält eine periodische Veröffentlichung der Gesell- - schuft unentgeltlich sowie auf Verlangen die von der Gesellschaft . herausgegebenen ^Schriften zu 75..Prozent des Ladenpreises. — Herr . ✓ Bureauvorsteher Nathan C oh n tritt am 1. April, nach . 31jähriger Amtstätigkeit im Dienste der Berliner Jüdischen Gemeinde, in den wohlverdienten Ruhestand. Herr Nathan Cohn hat sich be- , sondere Verdienste, um die Entwicklung der Armenkommission er- .. wgrben, die unter seiner Mitwirkung in eine Institution mngewandelt wurde, die nicht bloß Almosen zu geben, sondern auch zu helfen bestrebt ist. — Professor Einstein hat am 23. März von Rotterdam aus seine Amerikareise, die.er .zur Vorbereitung der Jüdischen Universität in Jerusalem unternimmt, angetreten. Professor Einstein hat sich auf wiederholten Wunsch amerikanischer Universitäten prinzipiell bereit erklärt, anläßlich seines Aufenthalts dort Vorlesungen über die Relativitätstheorie zu halten. — Studienrät Dr. Otto Driesen (Charlottenburg) wurde zum Direktor des Philanthropins in Frankfurt a. M. gewählt. Die ministerielle Bestätigung der Wahl ist bereits eingetrosfen. — Das europäische Bureau des New Uorker / Tageblattes „Forward" ist aus Kopenhagen nach Berlin übergesiedelt. Das Bureau hat eine telegraphische Abteilung, die täglich außer Telegrammen über verschiedene aktuelle Stoffe einige tausend Worte über das jüdische Leben in Europa schickt. Eine besondere Abteilung sammelt Informationen und Material aus dem jüdischen Leben Europas. Die Adresse des Bur-eaüs ist: Berlin-Schöneberg, Grunewaldsträtze 74. — Aus Neiße wird geschrieben: Der Verband der Tierschützvereine des Deutschen Reiches hat einen Bericht seiner Jugerrdk'ö'mrniission: „Maßnahmen des Tierschutzes g»egen die herrschende- Jugendverrohuttg" herausgegeben, dem eine Denkfchrist des ' Votfitzettden "des Tierschutzvereins Neiße, Rabbiner E l l g u t h e r,