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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1921-02-04 · Heft 3 (4.2.1921) · p. Seite 30

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
85 (1921)
Issue
Heft 3 (4.2.1921)
Date
1921-02-04
Page
Seite 30 (sequence 6)
Language
German
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30 In Sachen -der Hilfsaktion für die notleidenden Studenten wurde beschlossen, eine Gesellschaft in Paris zu gründen, welche eine große Aktion für die jüdischen Intellektuellen einleiten soll. Dieser wird auch der von Dr. Krämer gestellte Antrag aus Gründung, eines jüdischen Studentenheims in Wien überwiesen werden. Schließlich wurde die Zentralisierung der Hilfsarbeit in Großrumänien beraten, wöbe: verschiedene Anregungen betreffend die Heranziehung lokaler Mittel gegeben wurden. J. p. Z. * Eine Proklamation an Die Inden Salonikis. Der Stadtprästdent von Saloniki veröffentlichte folgende Proklamation an die Bevölkerung von Saloniki: „Ich mache den Einwohnern Salonikis die freudige Mitteilung, daß S. M. der König Konstantin in einer Unterredung mit einem jüdischen Pressevertreter in Luzern erklärt hat, daß er nach seiner Rückkehr nach Griechenland sich des Ausbaues der niedergebrannten Teile Salonikis annehmen wird. S. M. der König werde der Negierung ferner Vorschlägen, den jüdischen. Gemeinden Subventionen aus staatlichen Mitteln für die Gründung besonderer Schulen unter Wiederbelebung der hebräischen Sprache zu gewähren. Diese Kundgebung soll »in allen Zeitungen veröffentlicht und an allen öffentlichen Orten angeschlagen werden. >gez.: Stadtpräsiident O s man S a i-d." * Die Amerika-veife des Barons Janres• de Ro thschild 'hängt zusammen mit der Errichtung des „Palestine Economic Council", bei dessen Organisierung Rothschild auf Einladung der amerikanischen Zionistenführer Brandeis und Mack Mitwirkenwird. Baron James de Rothschild besitzt eine gründliche Kenntnis! Palästinas. Während des Krieges war er dort als Major iber Jüdischen Legion -und erlernte die hebräische Sprache, die er beherrscht. Er ist Mitglied des Economic Council des Palästinagrundsonids (Keren Hajessod) der Zionistischen Orgänifation. Nach einer Mitteilung der Jerusalemer hebräischen Ta.g,eszeitung „Haarez" langte nach vorheriger Ankündigung seitens des schwedischen Konsuls am 20. Januar das schwedische Kriegsschiff „Si-glia" in Jaffa an. Das Schiff. kam :,rn Aufträge der sch»wed-ischen. Regierung, die auf ihm einen Vertreter entsandte, welcher /untersuchen sollte, wie man den Handelsverkehr, zwischen Schweden und Palästina nebst Hinterland ausgestalt-en könne. Auf dem. Schiffe befand sich ferner eine schwimmende Industrieausstellung,, die während des viertägigen Aufenthalts des Schiffes in Jaffa von jedermann besichtigt werden,-kvM'te. Aus Wunsch des Landesrates für Palästina (Advisory Council) gestattete der Oberkommisfar bis «auf. weiteres die teilweise Ausfuhr von Gerste aus Palästina. Tie «Ausfuhr, von Weizen und Dürr ah bleibt weiterhin verboten. \ Der amerikanische Senat gegen die Beschränkung der Einwanderung. Das Senatskomitee, dasj sich mit der Frage der Einwanderung befaßte, soll nach Anhörung von über 30 Sachverständigen zum Beschluß gekommen sein, daß keine Gefahren vorlägen, die die Einstellung der Einwanderung für ein Jahr laut dem Vorschlag von Johnson erheischen würden. Im erstatteten Rapport heißt es, daß die Anschuldigung, Millionen Fremder würden das Land überfluten, Arbeitslosigkeit verursachen und aus diese Weise einen ökonomischen Ruin des Landes herbeiführen, sich nicht als richtig erwiesen hat und daß tatsächlich die Einwanderung nach Amerika keinen Schrecken einslößen müsse. J. P. Z. * Aus und über Palästina. Sir Alfred Mond, der englische Minister der öffentlichen Arbeitenl, Vorsitzender des Wirtschaftsrats des Keren Hajessod (Palästi na - G-ru n dfonbs), kam zusammen mit Professor Weizmann, dem Vorsitzenden der Zionlistischen Organisation, in Jerusalem an. Ter Rat der Jerusalemer Juden veranstaltete eine festliche Begrüßungsfeier, bei der die Rabbiner Mir nnd- Kuk und die Zionist-en»- führer Jellin und Ussifchkin. Ansprachen hielten. Mond antwortete, indem er ausführte, das' Land Palästina besitze gewaltige Entwicklung smöglichkeiten, und keine Macht der Erde könne die Juden hindern, ihr nationales Hein: zu errichten-. Die Schwierigkeiten seien verhältnismäßig gering. Palästinasei groß genug, um das jüdisch-nationale Leben zu tragen und gleichzeitig blühenden Wohlstand der Araber. Weizmann wies daraufhin, daß Mond nunmehr alle Verantwortlichkeit für das zionistische Werk mit trage. Beide Herren verließen inzwischen Jerusalem, um die ländlichen Siedlungen zu besichtigten. Ueber den „Arabischen Kongreß" in Haifa -sind völlig unzutreffende Mitteilungen in -einen Teil 'der Presse gelangt. Es hat sich in Wahrheit in Haifa eine kleine Gruppe zusam men gefunden, die sich anmaßenderweise als die Vertretung, der nichtjü-di scheu Bevölkerung Palästinas bezeichnete. Die wahre Natur dieser Gruppe geht schon aus ihrem Programm hervor, dasu. a. Aushebung des neuen Bodengesetzes und des Getreideau-s-fuhrv-erib-otes verlangte, was deutlich zeigt, daß die 25 Mitglieder der. Versammlung hauptsächlich Großgrundbesitzerinteressen vertreten. In seiner Erwiderung auf das Memorandum dieser Versammlung wies Oberkommissar Samuel darauf hin, daß die Teilnehmer nur -einen verschwindend kleinen Teil der nichtjüdischen Bevölkerung des Landes verkörpern. Die Bevölkerung Palästinas erwarte im übrigen von der jüdischen Einwanderung wachsenden Wohlstand und wünsche sie daher. Nach einer Meldung aus Palästina sind das Bahndepartement und die Atilitärbchörde bereit, eine größere Anzahl qualifizierter Arbeiter, wie Tischler, Schmiede, Maurer, Zimm-erleute, Spengler und Tr-echsl.ee aufzunehmen. Im April oder Mai d. I. wirdin Jerusalem eine Prüfung der Negierungsbeamten -in Hebräisch st-attsi-nden. Die Beamten werden auf die Uebersetzung von Wörtern und Sätzen aus dem Englischen ins Hebräische und umgekehrt und auf ei-ne hebräische Unterhaltung mit einem frer Examinatoren -geprüft werden. Es sollen einfache gram-nratikalische Fragen gestellt werden, und jeder Kandidat muh Fragen über fei-nm speziellen Dienstzweig beantworten können. Die sephardische Aussprache :st Zur offiziellen erhoben. Z. K. Lord Sesding — Vtzklmnig von Indien. Von Benas Levh (Berlin). 3N der Wochenschau der „Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 21. Januar ist bereits gemeldet worden, daß Lord Reading zum Vizekönig von Indien ausersehen war. Inzwischen hat er das hohe Amt angenommen. Der König von England hat ihn in einem Erlaß vom 8. Januar mm Viiekönia und Statthalter von Indien (General Governor) ernannt. Das ist eine historische Tatsache von höchster Bedeutung für uns Juden. Noch niemals hat ein Jude einen so hohen Posten bekleidet. Stellvertreter des Königs von England in Indien zu werden, das ist die oberste Rangstufe, die ein englischer Würdenträger erreichen kann. Und diese hohe Stufe hat jetzt einer unserer Glaubensgenossen erklommen! Mit Stolz erfüllt es uns, wie in England gläubige Juden zu den höchsten Aemtern berufen werden. Vor kurzem wurde Sir -Herbert Samuel als Bevollmächtigter von England (High Commissioner) nach Palästina gesandt. Nunmehr wurde die Verwaltung von Indien einem Juden übertragen, und der Titel „Vizekönig von Indien" wurde ihm .verliehen. Unwillkürlich denken wir an die Erzählung, daß am Anfang des 17. Jahrhunderts ein Jude als König von Polen einen Tag und eine Nacht geherrscht haben soll. Der Jude Saul wurde von den Fürsten zum K'öng erwählt und trug seitdem den Namen „Saul Wahl". Nach einem Tage gab er

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