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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1838-01-04 · Heft 2 (4.1.1838) · p. Seite 7

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
2 (1838)
Issue
Heft 2 (4.1.1838)
Date
1838-01-04
Page
Seite 7 (sequence 3)
Language
German
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7 Trotz dem eifrigen Bestreben, allen möglichen Anforderungen in Cultus-, Schul- und Gewerbs-Angelegenheiten zu genügen, das sich ganz besonders unter den Juden Baiern's bemerklich machte, könnte ihre Sache keinen Schritt vorwärts kommen, außer daß man sich öffentlich überzeugte, daß die beliebte Diffamation der Juden eitel Lug und Trug sei. Für den öst reich!schen Kaiserstaat ist das Jahr 1837 nicht ohne schöne Erfolge vorübergegangen: für die Hauptstadt des Reiches wurde das Toleranzedikt ziemlich erweitert, in der Hauptstadt des Königreiches Böhmen wurde ein neuer Tempel eröffnet, die großen Gemeinden Ungarns zeichnen sich durch ihre schönen Bestrebungen aus. Den Rabbinen Galiziens wird wissenschaftliche Bildung zum Gesetze gemacht, und den Gymnasiasten derBesuch der Gotteshäuser anempsohten. In Preußen hielt sich eine Zeit lang das Gerücht, daß den Juden das Bürgerrecht für den ganzen Staat ertheilt werden sollte, bislang bestätigte sich es noch nicht. Sonst konnte man die Auszeichnungen Einzelner heranbrkngen» So bleiben denn abermals für das begonnene Jahr nur Aussichten und Hoffnungen. Niemand wage es aber diese thöricht und vergeblich zu nennen! Wer weiß nicht, daß der langsam schreitende Geist der Zeit mehr und Liefere Wirkung hervorbringt, als alle plötzliche Kraftäußerungen, die zu bald wieder in den Zustand der Erschlaffung zurückfallen? Ein solcher Geist hat sich auch im verflossenen Jahre in den innern und äußern Verhältnissen der Juden ganz gut bemerklich gemacht — und so wollen wir uns hiermit begnügen. Ist es schön, eine vollendete Schöpfung zu betrachten und ihre trefflichen Dimensionen mit Auge und Geist zu fassen: so ist es doch nicht minder angenehm und erhebend, den aufstrebenden Wachsthum eines Werdenden zu schauen, sobald es Gutes verspricht und Ln sich verbürgt. Findet ihr aber, meine Glaubensbrüder, daß man jetzt weniger von Außen für Euch zu thun geneigt sei — so ist es Euer Beruf um so eher, selbst Hand zu legen, und dazu findet Ihr am ehesten und glänzendsten Gelegenheit bei der Gründung einer jüdisch-theologischen Facultät. So überlassen wir uns der freudigen Hoffnung, daß gerade diese Hoffnung im Jahre 1838 zu herrlicher Erfüllung kommen wird. Theologie. Die jüdisch-theologische Facultät und das jüdische Seminar für Deutschland. Indem wir der sichern Hoffnung leben, daß in dem Jahve 1838 die Wünsche so vieler Israeliten und Menschenfreunde hinsichtlich des Gegenstandes, den die Ueberfchrist benennt, in Erfüllung gehen werden: wollen wir fortan einen Artikel unter dieser Rubrik geben, der alle diese Angelegenheit berührenden Geschehnisse dem Publikum überantworten soll. Daher zuvörderst die kurze Geschichte derselben bis hierher, besonders für die neuen Leser unsrer Zeitung, die mit dem Heutigen ihre Theilnahme uns geschenkt haben. Mit dem 24. Oct. des verflossenen Jahres übergaben wir dem Publicum in No. 88. die Aufforderung durch Subscriptionen einen eisernen Fonds von 100,000 Thlr. zusammen zu bringen, von dessen Zinsen die Erhaltungskosten einer jüdisch-theologischen Facultät und eines jüdischen Seminars bestritten werden könnten. Daß dieselbe sowohl öffentlich als privatim einen tiefen Anktang finden, daß aber die Realisirung nicht mit Einem Male möglich sein würde, ließ sich voraussehen. Zuvörderst kann man sagen, daß von Seiten unsrer christlichen Brüder auch nicht eine mißbilligende Stimme sich vernehmen ließ, sondern daß sogar alle öffentliche Blätter sich beeilten, eine günstige Stimmung dafür zu wecken, und die Aufmerksamkeit ihres Publikums darauf zu wenden. So, von denen, die uns bislang zu Gesicht gekommen: das Journal äe8 vöbats, der Hamburg-er Correspondent, der Eremit, die Zeitung für die elegante Welt, die Mitternachtszeitung, die Universal-Kirchenzeitung rc. Gleicher Weise sprach sich auch in allen jüdischen Kreisen eine ungemeine Theilnahme aus, Altwie Neügesinnte erkannten hierin das rechte Mittel, das Judenthum von Neuem in allen seinen Fragen zu begründen, Sektirerei und Partheiung hinwegzuräumen, und eine einheitliche Entwickelung hervorzubringen. Natürlich daß sich dies nicht im Augenblicke zur T h a t gestalten konnte, indem man erst die allgemeine Stimme darüber vernehmen wollte, und ein glänzendes Beispiel erwartet. Die Redaction dieser Zeitung unterließ nicht sofort mit ungemeinem Aufwande von Mühewaltung und Kosten die nöthigen Schritte zu thun, und sich zunächst an die großem Gemeinden Deutschlands zu wenden, nachdem ihr unter dem 24. Nov. von einer hohen Königl. Preuß. Regierung freie Hand gnädigst gegeben worden. In Hamburg bildete sich ein Verein von 26 Ehrenmännern zur Beförderung der Subcriptionen, das Ober-Vorsteher-Collegium zu Breslau erließ ein desfallstges Circulär an seine Gemeinde, die Münchner Cultus-Administration wollte zuvor nur noch einige vorbereitende Schritte thun. Der Ober-Vorsteher Herr Hellwitz zu Soest verlangte eine Anzahl Exemplare von No. 88., um eine Sammlung in Westphaten zu veranstalten, Herr Lehrer Schwarz au er in Osterode desgleichen, Herr Lehrer Simon in Schwarza

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