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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1920-11-12 · Heft 36 (12.11.1920) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
84 (1920)
Issue
Heft 36 (12.11.1920)
Date
1920-11-12
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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er sich nicht mehr der geschäftlichen Tätigkeit widmen können. Gold« schmidt hat dem Aufsicht srak der Lilegnitz-Räwi tscher Eisenbahn, der Deutschen Hypothekenbank und der r Czernitzer KchlemALtien.g!esellschaft a.n,gehört. Der Verstorbene zählte zu den angesehensten Mitgliedern unserer Gemeinde. . Sfi Bveslau, 5. November. Ter 39. ordentliche Vereins tag des V e r e i n. s i s r aelitis ch e r L e h r e -r >i> n S ch l e f i e n u n d Posen findet im Sonntag, den 14. November 1920, vormittags 11 Uhr, in Breslau, im Sitzungssaale der Repräsentanten der Synagogengemei-nde (Walljtraße 9II) statt. Die Tagesordnung la-utet: 1. Gedenkfeier für den verstorbenen Vorsitzenden Professor Dr. Brann. (Moops, Breslau.). 2. Vereinsbericht. 3. Verbandsbericht. 4. Neuwahl des Vorstandes. 5. Arbeiksverteilung innerhailb des Vorstandes. 6. Aenderung der Vereinssatzungen-. (Fa l k>e n stei n, Landeshut.) 7. Vorschläge.für unsere Besserstellung mit besonderer Beziehung auf das zu -evw>artende Organisationsgesetz der -deutschen Juden. (U n i k o w e r, Na ms lau.) 8. Freie Aussprache. 9. Anträge aus der Mitte der Versammlung. Kollegen und Kolleginnen, welche den: Verein nicht angehören, sowie die verehrlichen Gemeinde- und Schulvorstände sind zur Teilnahme am Vereinstage freundlichst eingeladen. r. Breslau, 5. November. Auf den Bericht der Beamtengehaltskom'mission wurde in der letzten Sitzung der hiesigen Repcäsentantenversammlung beschlossen, daß den Beamten mit ernem Emikormuen bis 5099 Mark ein Zuschlag von 59 Prozent, mit einem Einkommen von 5999 bis 19 999 Mark ein Anschlag von 45 Prozent, von 19 999 bis 15 999 Ntark 49 Prozent, von 15 099 «bis 29 999 Mart 35 Prozent, über 29 999 Ntark ein Zuschlag von 39 Prozent, zu gewähren sei, und zwar rückwirkend vom 1. April 1929. Die Bezüge der Angestellten sind ab 1. Oktober 1929 um 25 Prozent zu erhöhen. Die Bezüge der Ruhegehaltsempfänger werden! rückwirkend av 1. Avril 1929 erhöht, und zwar sollen erhalten Empfänger bis 1599 Mark 59 Prozent Zuschlag, bis 3999 Mark 49 Prozent, b.is 5999 Mark 39 Prozent, bis 7999 Mark 25 Prozent, über 7999 Ntark 29 Prozent Zuschlag. Der Vorstand soll ersucht werden, in seinem Bureau die 42stündige Wochenarbeitszeit durchzuführen und bei Neuanstellungen den Anzustellendeu zu verpflichten, sich auch in einem anderen Ressort, zu betätigen, falls er durch seine Haupt tätigte it weniger als 42 Stunden in der Woche in. .Anspruch genommen wird. — Der Haushaltsplan wurde auf die Dauer eines Jahres angenommen und unter Aushebung des Beschlusses vom 22. August 1929 beschlossen, den. Prozentsatz der durch Zuschlag zur Staatseinkommensteuer aufzubringenden Gemeindebeiträge anderweitig au] 59 Prozent sestzusetzen. — Als Buceaudrrektor für das Bureau der Synagogengemeinde hat der Gemelndevorstand den bisherigen unbesoldeten Stadt rat Dr. W e i ß - st e i n (Hirschberg i. Schief.) angestellt. Der Genannte ist kurz vor Beginn der Sitzung in sein Amt eingefü'hrt worden. Dann fand die Wahl des ersten- Rabbiners an der Alten Synagoge statt. Für diesen Posten waren vorgeschlagen die Rabbiner Dr. Hoffmann (Gmden), Dr. Löwenthal (Berlin) und Dr. Nobel (Frankfurt a. Nt.). Gewühlt lvurde Dr. Hoffmann (Emden) mit 15 von 18 Stimmen. — Görlitz, 5. November. In den Räumen der Viktoria-Loge sanh hier ein „künstlerischer Abend jüdischer Musik" statt. Nach 1 einem kurzen Vortrag des Amtsgerichtsrats Dr. Schwenk über die Entwicklung und den Geist der jüdischen Musik wurden den überaus zahlreich erschienenen Hörern Perlen der jüdischen Synagogakmusik dargeboten. Herr Kantor H. Pagli n (Dresden) hatte sich dafür zur Verfügung gestellt. Seine tiefbeseelten, stimmlich und in der musikalischen Herausarbeitung gleich vollendeten Vorträge wurden mit tiefster Andacht entgegengenommen. Im zweiten Teile des Abends riß Herr Paglin mit stimmungsvollen Jargonliedern bk Hörer zu stürmischem Beifall hin. Vorlesungen aus der Bibel, Rezitationen jüdischer Dichtungen und eine .Ausführung des „Kol Nidre" von M. Bruch (für Violine, und Klavier), sämtlich von 'einheimischen Künstlern geboten, setzten den Gesangsvorträgen abwechslungsreiche Lichter aus. — Köln, 5. November. Eine großzügige Hilssovganisation ist in unserer Gemeinde ins Leben getreten zum Besten unserer ostjüdischen Brüder und Schwestern, die, 'Macht und Gewalttat ins Elend treiben. Das Los der Heimatlosigkeit, das ewig wiederkehrende Judengeschick, wann hätte es sich erschütternder offenbart als hier, wo, gleich der Vertreibung, der Juden aus Spanien, ja furchtbarer noch, Tausende und aber Tausende den Pogromen, den unerträglichen Wirts-chaftsverhültuissen und der Militärdiktatur entsliehen, um in überseeischen Ländern, zunieist im gastlichen Amerika, rder im Lande unserec Väter -eine Heimstätte zu suchen? Deutschland, und insbesondere Köln, ist Turchgangsstation für die Durchwanderer nach Holland, Belgien und Frankreich. Auf dem Bahnhof selbst ist eine Hilss-organisatiou ge ich offen worden, die, geleitet von edeldenkendea Männern und Frauen der jüdischen Gemeinschaft und unterstützt von der selbstlosen, hin gebenden Arbeit unserer jüdischen Jugend, alles versucht, um den Unglücklichen ihr Los zu erleichtern. Frankfirrt <*♦ M., 5. Noveinber. Sanitätsrat Dr. Arnold B a e r w a l d, der Leiter der geburtshilflich-gynäkologischen Abteilung am Krankenhause der hiesigen Israelitischen Gemeinde in der Gagerustraße, ist im Alter von 54 Jahren gestorben. Er war der Sohn des. ehemaligen Direktors des Philantropins, assistierte bei Professor Reh n und Professor Schau da in Wien und ließ sich später als Ärzt in Frankfurt nieder. Seit der Gründung der gynäkologischen Klinik des Israelitischen Krankenhauses war Tr. Baerwald deren Leiter. Unter seiner Führung hat sich die Anstalt 31: hohem Ansehen.entwickelt. Er hatte eine ausgcochnte Privatpraxis und erfreute sich in Kollegen kreisen eines wohlbegründeten Rufes. — Karlsruhe, 5. November. Das Schwurgericht in. Karlsruhe sprach den Studenten. Robert Engelhorn aus Baden-Baden, der am 7. März, wie berichtet, den Sohn des Badener Bankiers David Kahn, der ihm vc.llständig fernstand, aus der Straße ohne irgendwelche Ursache durch Revoloerschüsse tötete, f r c i. Der Freispruch erregt großes Aufsehen, da alle Schuldfragen nach Mord, Totschlag und mildernde Umstände verneint wurden, obgleich die sachverständigem Aerzte den Mörder nicht als geistig anormal bezeichneten, sondern erklärten, daß der Täter bei Begehung des Nlordes das Bewußtsein gehabt und nicht im Affekt gehandelt habe, sondern nur in einer Spannung lebte, aus der ihn das Verbrechen herausbringen sollte. tzollsnd. Den Haag, im November. Das bisherige Sammelergebnis für den I. N. F. im Jahre 1929 entspricht bei weitem nicht dem von der Nationaifondsverwaltung aufgestellten Voranschlag gemäß den in diesem Jahre zu erwartenden kolonisatorischen Erfordernissen in Palästina. Dieser wurde Ende vorigen Jahres in. Höhe von f ü n s h u n d e r t t a u s e n d Pfund eingejchatzt und dementsprechend auf die einzelnen Länder kontingentier:. Das Aktionstonsttee hat durch Herrn Dr. W e t3 m a u n sogar das Doppelte, d. i. eine M i l l i 0 n Pfund, für notwendig erklärt. Tatsächlich betragen die Einnahmen des Jüdischen Nationalsonds bis 1. August 1929 nur 65 379 Pfund, das macht ca. 12 Prozent der erwarteten Jah-rese'in nähme aus. Tie Jüdische Nationalsondszentrale hat sich unter Hinweis auf die jetzigen großen Möglichkeiten an die Vertrauensmänner in allen Ländern mit einem dringenden Appell gewendet, alles auszubieten, um die laut Voranschlag für das lausende Jahr auszubringende Gesamtsunune von 599 999 Pfund so bald als möglich zu sichern. Dieser Appell dürste im Hinblick auf die begonnene Emigration und die endlich in Angriff genommene Erschließung von Erez Israel nirgend ungehört verhallen, wo Juden sehnsüchtig der Geulah harren.. Von Aah und Lrrn. — Das preußische Staatsministerium hat eine Stiftung genehmig:, die vom Kaufmann Hermann Weil in Frankfurt a. M. mit einem Grundkapital von zunächst 299 999 Mark ins Leben gerufen worden ist. Die Hälfte der jährlichen Stiftungseinnahmen ist dem Frankfurter Sozialmuseum zum weiteren Ausbau seiner Sammlungen zugedacht; im übrigen sollen daraus bedürftige Studierende und junge Gelehrte durch angemessene Honorare, frei von jeder parteiischen Klausel, in ihrem sozialwiffenschaftlichen Studium unterstützt werden, vornehmlich im Zusammenhang mit den Aufgaben des Universitätsinstituts

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