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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1920-10-01 · Heft 33 (1.10.1920) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
84 (1920)
Issue
Heft 33 (1.10.1920)
Date
1920-10-01
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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Iimg der Synagoge und gedachte in bewegten Worten der verstorbenen Gründer des Gotteshauses. Herr Senatssekretär Dr. Struve ergriff hierauf das Wort, um die Wünsche des Senats zu überbringen; er wünschte der Gemeinde ein weiteres. .Kepeihen, Die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. Leimdörfer. Hieran schlossen sich dann noch weitere Ansprachen der Herren Rabbiner Dr. Sonderling, Dr. Grün w a ld und Dr. Loewenlhal. Es fand dann noch eine Seelenfeier für die verstorbenen Gründer und Vorsteher statt. Die Beamten I. Heinemann und Jul. Rosemann sind seit 25 Jahren ununterbrochen an der Synagoge tätig. er. Oerlinghausen (Lippe), 24. September. Die Einweihung des Gedenksteins für die im Kriege gefallenen Mitglieder unserer Gemeinde fand unter großer Beteiligung statt. Eine Deputation des Dorfansschusses, des Kriegervereins, des Gesangvereins nahm an der Feier teil. Eingeleitet wurde die Feier durch, Vorlesung eines Psalms; . hierauf folgte die Gedächtnisrede des Predigers R ü l f aus Detmold, die auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Nachdem das Gebet gesprochen war, wurde eine Reihe von Kränzen niedergelegt. Der Gesangverein stimmte daun noch das Kriegslied „Morgenrot" an,und die schtichite Feier war beendet. H. Kassel, 24. September. Nun hat auch unsere Gemeinde ihren iw Weltkrieg gefallenen Söhnen den. Tribut der Dankbarkeit durch Errichtung eines Denkmals gezollt, das in seiner ganzen Anlage, seiner Schlichtheit und Würde ein nachahmenswertes Vorbild für ähnliche Gedäcl'tnisstütten sein dürfte. Den Architekten Prof. Hummel von der hiesigen Akademie und Negierungsbaumeister Sichel standen reichliche-Mittel zur Verfügung, und so konnten sie ein Werk schaffen, das kommenden Geschlechtern von den Heldentaten ihrer Brüder erzählen wird. Di.e Künstler mußten mit dem hügeligen Gelände des- Ehrenseldes rechnen. Nischenartig hat man dein Berg den Raum abgewvnn-en. und im Hintergrund erhebt sich in schlichtem, antikem Stil die kleine Säulenhalle aus roteul Sandstein. Zwischen den sechs Säulen, die den mit Stahlhelmen geschmückten Fries tragen, sind die Tafeln angebracht, die die Namen der Gesallcnen tragen. Die mittlere Tafel trägt die Inschrift: „Dem Andenken ihrer im Weltkrieg 1914—18 gefallenen Sohne. Die israelitische Gemeinde Kasels." Von 3000 Seelen in der Gemeinde standen 500 unter den Fahnen. und 47 ließen ihr Leben für ihr Vaterland -- ein hoher Prozentsatz. Bei schönem Herbstwetter hatten sich viele. Gemeindemitolieder, Bürger der Stadt. Vertreter der Staats- und städtischen Behörden zur Weihe eingefunden. Ein Dopvelguartett leitete die Feier mit dem ergreifenden Chor: „Neber den Sternen wohnt Gottes Liebe" ein. Namens der Gemeinde begrüßte Herr Rechtsanwalt Dr. Ka-tze n ste i n die Anwesenden nnd dankte allen Beteiligten, die ihr bestes Können an dem Ban zeigten. Der eindrucksvollen Weiherede dos L-andrabbiners Dr. W a lter lag das Wort der- Klage Davids um Saul und Jonathan zugrunde: „Wie sind die Helden gefallen". Ausgehend von der Klage Davids über den Tod seines grimmigen Feindes und seines Freundes schilderte der Redner in alle Herzen bewegender Rede das Lefd und die schweren Opfer, die der Weltkrieg unserem Volke auferlegt, und betonte, wie auch seine Glaubensgemeinschaft in des Vaterlandes Not itre Pflicht in vollem Maße getan. Auch sie> habe ihre Blüte, ihre Jugend, ihre strahlende Zukunft dem Volksganzen geopfert. Den schwergeprüften Angehörigen sprach er Trostworte zu. für unser nieder getretenes Vaterland aber hoffe er, daß esans den Trümmern und Ruinen neu und schöner erstehen werde und die strahlende Sonne der Liebe und Wahrheit, der Freiheit und Gerechtigkeit aufgehen möge über alle Völker. Den starken Eindruck -dieser Rede vertiefte das von Herrn Kantor Hörwitz vorgetragene El mole rachamini. Den Abschluß der Feier bildete das ergreifend schöne Lied „Auferstehen, ja auferstehen!" Die Abordnungen der Vereine legten nun ihre Kränze nieder, Herr Stadtrat Berli-t einen solchen, mit den Schleifen in den Stadtfarben. Wehmütig verließen die Teilnehmer den Friedhof, und manche Träne floß um -die, die hier oder draußen 'in Feindesland ihr zu frühes Grab fanden. F. Frankfurt a. M., 24. September. In unserer letzten Veröffentlichung über 'die erweiterte Sitzung der Arbeitsgemeinschaft der jüdischen Lehrerverbän'de und Vereine iw Deutschen Reiche vom 16. Mai d. I. berichteten wir, daß von allen angeschlossenen Vereinen unser Rundschreiben an die Genieinden betreffs Gleichstellung der Religion sichrer mit den Volksschullchrern hinansgeschickt werden sollte. lieber das Ergebnis dieser Aktion können wir noch kein abschließendes Ergebnis mitteilen. Jedoch können wir zu unserer ' Freude konstatieren, daß einbeträchtlicher Teil der Gemeinden volles Verständnis für unsere Bestrebungen gezeigt hat. Aus den einaegangenen Antwortschreiben, greifen, wir mir drei heraus. Eine Mittelgemeinde C. berichtet, daß, si,e ihre Beamten mit den Nekü>ren der dortigen Gemeindeschulen gleichgestellt hat. Eine süddeutsche Kleingemei-nde V. teilt mit, 'daßdie Gehaltsfrage ihres Lehrers iw gewünschten Sinne geregelt ist. Eine norddeutsche K teingemeinde S. beantwortet unsere Aufforderung -mit der 'Angabe, daß die Gehalts- Verhältnisse ihres Beamten zu beiderseitiger Zufriedenheit geordnet sind. Wir nehmen die Gelegenheit wahr, die Vorstände der Einzel- Vereine zn ersuchen, uns baldigst darüber Bescheid, geben' zuwollen, wie die Gehaltsverhältnisse bei ihren. Vereinsmitgliede'r'n sich mif nufere Aktion hin gestaltet haben. Es wäre wünschenswert. iwnn bk Vorsitzenden uns auch die N>ame>n derjenigen Kollegen an,geben würden, die nicht organisiert sind, da mir ans verschiedenen Gründen ein Interesse 'daran haben, die Namen dieser Kollegen zu kennen. Da in letzter Zeit sehr viele Kollegen sich, ohne Vermittlung ihres Vereins direkt an uns tuenden, bittenwir darunr, beientstehenden Streitfällen mit den, Gemeinden sich zunächst an ihren Provinzial- Verein zu wenden, da -durch Rückfragen bei den- Vereinen uns unnötige Arbeit verursacht wird. Unserer Ei-ngabe an den Herrn Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung in Berlin vom 26. Februar 1920, betreffend Teuerungszulagen für jüdische Religionslehrer in kleinen und mittleren Synagogengemeinden, wurde folgende Antwort: „Ander Bestimmung, daß ans denzur Gewährung von Beihilfen für leist'UngAschw'ache Synagogen,gemeinden behufs Beschaffung des jüdischen Neligiionlsnnterrich-ts bereitgestellten staatlichen Mitteln nur da Beihilfen gewährt werden können, wo die Zahl der die öffentliche Volksschule besuchenden indischen Kinder durchschnittlich zwölf beträgt, muß auch im Hinblick auf die Bestinmnungen der 88 3 7, 40, Absatz 2 des Schuliintierhaltungsigesetzes festgehalten! werden. Dem An trage am Schlüsse der Eingabe, den indischen Netigionslehrern eine Teuerungszulage a-us 'der Staatskasse zu gewähren, kann 'schonaus 'Mangel an verfügbaren Mitteln nicht entsprochen, werden-. Im Aufträge: gez. Klo-tzsch." — Auf eine weitere Eingabe an das Reichsamt des Innern wegen der Verletzung der Neichsverfassung durch die bayerische Regierung, die jüdische Lehrer von der Anstellung an Simultan schulenausschließt, ist uns bis jetzt noch kein Bescheid geworden. Am 18. 'August richteten! -wir eine Eingabe an die Preußische Land-esversammlung im Interesse der Lehrer an privaten Volksschulen-. Z-ur besseren Vertretung die'er Eingabe wie auch im Interesse der Erhaltung, der jüdischien Volksschulen' in Preußen haben wir verschiedentlich private Schritte -mit Orga'M'sati'7'nen u-u'd Parlamentariern rrnter nommen. Hoffentlich führen, -unsere Bern Äsungen zri gutem Erfolg. g/g Ulm, 24. September. Auch unsere Gemeinde hat es sich nicht nehmen lassen, ihre Gefallenen zuehren, besonders da hier von 125 Ausmarschierten 22 gefallen sind. Bier davon haben auf heimatlichem Boden zur letzten Ruhe gebracht werden können and wurden ans dem Ehrensriedhof beigesetzt, wo auch sieben russische Kriegsgefangene, die in. den hiesigen Lazaretten und Gefangenenlagern verstorbenwie auch schon aus katholischen Friedhöfen in der Umgegend beigesetzt waren, nachher ans'gegriaben und hier beigefetzt worden sind. Die Anlage, die die hiesige Gemeinde nun errichtet hat, ist ein Hain, dessenvorderer Teil die gefallenen Söhne, das Denkmal mit den Namen aller Gefallenen!, und der Rückteil die Gefangenen-gräber umschließt. Die Anlage ist einfach, schlicht und gerade deshalb 'so wirkungsvoll; der Plan wie die Ausführung stammt von Bildhauer Wehrte aus Ulm, der sich damit ein großes Verdienst um die Ehrung unserer Söhneerworben hat. Die shnagogale Feier fand am 17. September statt, bei der Rabbiner Straßburger die eindrucksvolle Weiherede hielt; die weltliche Feier fand am Sonntag, den 19. Septenrber, statt, an der neben der Gemeindeverwaltung, der gesamten- Gemeinde, .Vertreter der Stadt und Bürgermeister Fa-ß auch die militärischen Behörden (Oberst Flaischler) teilnahmen. Nach -einem Gebete und ein-lei-tenlden Worten unserer Gel.stli.chen übergab. Bildhauer Wehrle den- Ehren-- friedhof, und der stellvertretende Vorsitzende des Israelitischen Kultusvereins, Herr R.-A. Dr. H i r s ch , übernahm das Denkmal

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