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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1920-08-06 · Heft 29 (6.8.1920) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
84 (1920)
Issue
Heft 29 (6.8.1920)
Date
1920-08-06
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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dabei des vor 22 Jahren gestorbenen Vaters, dessen -treuer Schüler der Sohn war. Nach werteren Ansprachen von Vertretern der Deutschen demokratischen Partei, des Deutschen Anwaltsbundes wurde der Sarg von Mitgliedern der Gemeindeverwaltung zur Gruft getragen. S£2 Augsburg, 1. August. Am Freitag, den 30. Juli, wurde auf dem hiesigen Israelitischen Friedhof in der Haunst-etter Straße dem Gemeindcvorstand das ^Denkmal übergeben-, welches zu Ehren der im Kriege gefallenen Augsburger israelitischen Mitbürger von der Gemeinde erstellt worden ist. Durch Herrn Architekt Julius Th. Schweighart ist in sehr glücklicher Form die Anordnung getroffen worden, daß. auf dem Friedhof selbst gewissermaßen ein Kriegerehrensriedhof geschaffen wurde. Die Grabstätten der nach der Heimat über geführten Gefallenen,, die in einer-Ehrenreihe hier ihre -letzte Ruhe gefunden haben, wurden räumlich durch eine Hecke in einen kleinen stimmungsvollen Irmenhof zusammengefaßt. In diesem fand auch das Denkmal zu Ehren der. sämtlichen 24 gefallenen Gemeindemitglieder. Aufstellung. Zwei kräftige Steinpfeiler bilden die Zugangspforte zu der Anlage. Diese ist einheitlich aus Tuffstein hergestellt, nur die Gedenktafeln-sind aus Treuchtlinger Marmor. Der bildhauerische Schmuck ist von- Herrn Prof. K i n d l e r (München), die Ausführung erfolgte durch Steinmetzmeister Brenner in Göggingen, die Bronzeschrift stammt aus den Werkstätten des bekannten Augsburger Meisters Rehle. Die Leitung der Ausführungoblagunserem Augsburger Architekten Herrn Julius Th. Schwei g h art. Durch eine einfache Gedenkfeier wurde das Denkmal seiner Bestimmung übergeben. Es kann in seiner Schlichtheit als Sehenswürdigkert Augsburgs bezeichnet werden. e/ft Möhringen, 30. Juli.' Endlich kam der Plan, der in Versammlungen zu Mühringen und Haigerloch angeregt wurde, zur Ausführung. Die Schwarzwald-Jugendvereine Haigerloch, Mühringen, Baisingen, Horb und Rexingen folgten einer Einladung des Herrn Haupttehrer Wallach (Haigerloch) nach Rexingen, um dort die endgültige Statuierung des Schwarzwald-Jugendgauverbandes vorzunehmen. Auf Sonntag, den 11. Juli, nachmittags 2 Uhr, war die Versammlung einbevusen. Sämtliche Vereine waren zahlreich vertreten, so daß per große Saal in der Wirtschaft zum „Kaiser" kaum ausreichte. Nach einer kleinen Begrüßungsansprache des Vorstandes von der Jugendgruppe Rexingen, Herrn Julius Fröhlich, ergriff Herr Wallach das Wort zu einer längeren Ausführung. Er schilderte in klaren Worten die fetzigen Zustände in unserem deutschen Vaterlande, kam dann ganz eingehend auf die antisemitische Verhetzung. des deutschen Volkes zu sprechen und somit aus den Zweck des zu gründenden Schwarzwaldverbandes. Es ist Pflicht der jüdischen Jugend, sich zusainmenzuschließen zum gemeinsamen Arbeiten-, zur gemeinsamen Abwehr, und ganz besonders muß die jüdische Jugend beim Wiederaufbau des Vaterlandes Mitarbeiten helfen. Hierauf fand eine Versammlung der Delegierten der einzelnen Ortsgruppen statt, die den Arbeitsplan für die kommenden Wintermonate sestlegte. Diese Arbeit soll eine gemeinsame sein in allen Vereinen, die dem Verband angehören. Es wurde beschlossen, daß innerhalb acht Wochen mindestens ein größerer Vortrag in jeder Ortsgruppe stattzufinden hat, und zwar aus dem Gebiete der jüdischen Geschichte und Literatur sowie über jüdisch-politische Themen. Der Referent, der für das betreffende Thema vorgesehen ist, hat den Vortrag in allen Ortsgruppen zuhalten, damit die Arbeit eine einbeitliche wird. In der Zwischenzeit bleibt es dem Vorstand jeder Ortsgruppe überlassen, für Lehr- und Unterhaltungsabende zu sorgen-. Von Zeit zu Zeit sollen Gauzusammenkünfte stattsinden, um über das Gehörte zu 'diskutieren und neue Anträge und Wünsche vorzubringen. Der Arbeitsplan wurde dem Plenum der Versammlung vorgelegt und von diesem nach reger Aussprache gutgeheißen. Nun folgte die Wahl des Gauvorstandes und Ausschusses. Gauvorstand: Herr Hauptlehrer Wallach (Haigerloch), Gauausschußmitglieder: Herr Hauptlehrer Spatz (Rexingen), Herr Lehrer Jakob Adler (Mühringen), Herr Herrmann Kahn (Baisingen),-Fräulein Flora R o th s ch i l d (Horb-Nordstetten). Statuten hat der Gauverband keine, maßgebend sind für jeden Verein die betreffenden Ortsvereinsstatuten. Nach einer kleinen Schlußansprache des Herrn Julius Fröhlich (Rexingen) mit dem Wunsche für gedeihliche und segenbringende Zusammenarbeit schloß die gutgelungene Versammlung. Holland. S2 Aus fcettt Haag, im Juli. Dem Hauptdureau des Jüdischen Nationalfonds sind Berichte über weitere Aktionen zugekolmncu, die nach Bekanntwerden der politischen Entscheidungen in Sau Nemo zugunsten des Jüdischen Nationalsonds eingeleitet wurden. In Ungarin finden Palästina-Wochen statt. In Saloniki wurde eine Nationalfondslotterie veranstaltet, die bisher zirka 25 000 Drachmen aufbrachte; in allen Städten des südslawischen. Staates wurden großzügige Sammlungen für den Jüdischen Nationalfonds eingeleitet, als deren erstes Ergebnis hem Hauptbureau. des Jüdischen Nationalfonds über 50.000 südslawische Kronen überwiesen wurden. Die Blumentage in Holland brachten dern Jüdischen Nationalfonds zirka 5000 Gulden, der Bazar in London über 1000 Pfund Sterling, ein Nationalfondsbazar in Velfast 300 Pfund Sterlirrg, der Blumen tag in Antwerpen über 9000 Francs. In Minsk (Weißrußland) fand ebenfalls ein Blmnentag statt, durch den über 30000 polnische Mark erzielt wurden. In Straßburg fand eine imposante Kundgebung für den Jüdischen Nationalfonds statt, aus der große Beiträge gezeichnet wurden. Der Oberrabbiner hielt eine begeisterte Ansprache und appellierte an alle Teilnehmer der Versammlungdie Idee des Jüdischen Nationalsonds zu verbreiten und ihn durch Beiträge zu fördern. In Bulgarien haben sich sämtliche jüdischen Kuttusgemeinden, Bne- Brith-Logen und jüdischen Banken verpflichtet, denr Jüdischen Nationalfonds regelmäßig einen bestimmten jährlichen Betrag ihres Budgets respektive ihres Reingewinnes Zuzuführen. Die Gemeinden verpflichteten sich, 4 Prozent ihres Jahresbudgets dem Jüdischen Nationalfonds zur Verfügungzu stellen. Auch in der Bukowina haben sich Czern-owitz und fast alle anderen großen jüdischen Kultusgemeinden bereit erklärt, für die Dauer von 10 Jahren dem Jüdischen Nationalfonds einen Teil ihrer Einnahmen zuzuführen. In Polen und dern besetzten Litauen wurden durch die Landessammelstellen große Sammlungen eingeleitet, um einen Fonds zu begründen, der den Namen „Josef Hagalili" tragen wird. Hierdurch soll der Jüdische Nationalfonds in den Stand gesetzt werden, Josef T r u m p e l b o r und den anderen in Obergaliläa gefallenen jüdischen Arbeitern im Rahmen seiner Kolonisationsarbeit ein ewiges Denkmal im neuen- Palästina Zu errichten. Allein in Polen wurden im Monat Jjar für diesen Zweck zirka 200 000 Mark gesammelt. Trotz gleichzeitiger Aktionen für andere Zwecke haben sich nach den politischen Entscheidungen in San Remo die Einnahmen für den Jüdischen Nationalsonds in Polen bedeutend vergrößert. Sie betrugen im Monat Jjar ca. 530000 Mark. Herr Schwarzstein aus Antwerpen hat dem Jüdischen Nationalfonds einen Boden-komplex von 150 Duna-m in der Kolonie Ehedera (Samaria) geschenkt. In Wien haben nicht genannt sein wollende Gesinnungsgenossen einen Betrag von -annähernd X Millionen Kronen zum Ankauf von Boden in Palästina, der ewiges Besitztum des jüdischen Volkes bleiben soll, gestiftet. Die italienischen Gesinnungsgenossen. haben den italienischen Ministerpräsidenten Francesco Saverio Ni-tti in das Goldene Buch des Jüdischen Nationalsonds eintragen kaffen. Von jpat) unö jFm«. — Auf der kürzlich stattgehabten Vorstandssitzung des Jüdischen Frauenbundes in Berlin wurden hauptsächlich die Fragen besprochen, die- -im Augenblick im Vordergründe des jüdischen Interesses stehen. Der Bund tritt jetzt an die Schaffung des Heimes für schwer erziehbare Knaben heran, das, ähnlich wie das Heim in Neu-Isenburg, einem dringenden Bedürfnis entspricht. Auch die zur Schaffung eines Heims für heimatlose ältere Frauen soll -nicht ausgeg-eiben-, s-ondern vorläufig. nur zurückgestellt werden. Die Delegierte nversawmlung!des Bundes, -die s-ü-v die Ausführung dieser und anderer 'wichtiger Plän-e äußerst notwendig ist, ist für den 11. und 12. Oktober -d. I. in Berlin vorgesehen. — Geheimer Medizinalrat Professor Dr. Leopold L a ndau feierte am 22. v. M. das goldene Doktorj-ubilänm. — Der- Direktor

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