Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 84 (1920)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1920)
- Date
- 1920-05-07
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
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84. Jahrgang. Nr. 19 Berlin, 7. Mai 1920 Der Oemetndedore. Veila§e zur „Allgemeinen Teilung de§ Judentums". Lorrespondrn?kn und Sschrichtm. DkutschlsnL. E. R. Berlin, 2. Mai. Die heutige S itz u n g. d e r R e P r ä - s e n t a n te n b c r s a m m l u n g wurde von dem Vorsitzenden Geheimrat Dr. Minden mit einem von der Versammlung stehend angehörten lvariuempsundeuen ddachruf für den verstorbenen'Städtrat Dr. Atox Weigert, dev der Versammlung beinahe 30 Jahre angehört hat, erössnet. — Die Verfamnrlung beschließt bie?lnnah>uw nachstchenb ansgesührter Zuwendungen: Von Geheiinrat Dr. Albert Cohn 1200 Mark zur Grabpflege, von Herrn Oskar Hei mann für die Altersversorgungsanstalt 15 000 Mark, von Frau Anna Jacob geb. Rosenbaum für die Altersversorgungsanstalt 12 000 Mark, von Frau Margarete Hirschler für die Altersversorgungsanstalt 15 000 Mark. — Die Verleihung der Rechte des £ 50a an einen Verwaltungsbeamten mit besonderem Dezernat wird nach Bericht des Ausschusses III dem durch vorzügliche wissenschaftliche Leistungen ausgezeichneten Herrn Tr. Jsmar F re u n d übertragen. — Auf Anregung des Herrn Benas L e v h wird eine Etatskommission, bestehend aus den Herren Emil P i n c u s , 3 t e i n t h a l, Emil Cohn, G r ü n f e l d, H a l l e, Benas Lev y, T ü r k und 3 t e i nt ha l, gewählt. Herr Prof. Türk richtet an den Vorstand die Bitte, Auskunft zu erteilen, was ans der Wahl des neuen Syndikus wird. Herr Amtsgerichtsrat Wolfs teilt n:.it, daß nach Genesung des Vorsitzenden des Gemeinde- Vorstandes diese Angelegenheit sofort wieder in Angriff genommen lverden wird. Die Stiftungskonunission hat auf Grund eines einstimmigen Beschlusses an den Vorstand das Ersuchen gerichtet, die Bestimmung des § 15 der Satzungen der Stistungskommission aufzuheben, welche die Wiederwahl derjenigen Mitglieder, die der Kormnission sechs Jahre augehören, erst nach einer dreijährigen Karenzzeit zuläßt. Der Referent Dr. Lev y teilt mit, die Stiftungskom,Mission begründet ihren Antrag mit dein Hinlueis darauf, daß das Ausscheiden von Mitgliedern, die sich in sechsjähriger Mitarbeit bewährt haben, den Arbeiten der Koinmission schädlich sei. Tie Bedenken, welche bei der Festsetzung der in Rede stehenden Bestimmung maßgebend waren, hält die Stiftungskommission durch die Tatsache für widerlegt, daß lvährend der g-esamten Wirkungszeit der Kommission die befürchtete Beschränkung der Wohltaten der Stiftung ans einen bestimmten Kreis von Personen niemals beobachtet lvordeu sei. Der Vorstand hält diese Darlegung für zutreffend und die Aufhebung der singulären Bestimmungen für erforderlich. — Zur Beratung der Frage über Abschaffung der Predigtlieder in den Synagogen ohne Orgel wird eine gemischte Komnlission, bestehend aus den Herren Prof. Kali s che r , Genier berat Plotke, Prof. Türk, Emil Cohn, Rabbinern Tr. Weiße, Dr. Löwenthal und Dr. Baeck, eingesetzt. — Zum ersten Male ist eine Religionslehrerin, Fräulein Hahn, definitiv zur Anstellung gelang:-. Für die seminaristisch gebildeten Religionsleyrer ist die gleiche Gehattsskala wie für die festangestellten Lehrer der Knaben- und Mädchenschule, die das Mittelschullehrerexamen abgelegt haben, festgesetzt. Der Schuluud Talinu'd-Thora-Vorstcrnd hält es für angezeigt, für Religionslehrerinnen die gleiche Besoldungsskala lvie für die festangestellten Lehrerinnen der Mädchenschule zu beschließen. Anfangsgehalt 2200 Mark, steigend in acht Alterszulagen von drei zu drei Jahren bis znm Höchstgehalt von 3800 Mark. Diese lvie die folgende Vorlage erfreute sich der warmen Befürwortung des Herrn Benas Levy. lieber die Entschädigung für JnterÄnsreligionsschulleiter wurde beschlossen, die Differenz zwischen ihrem Gehalt uud dem Gehalt der Neligionsschulleiter zu vergüten und dementsprechend in Zukunft bei den interimistischen Religionsschulleityrn zu verfahren. A u.genblicklich handelt es sich mit die Herren Direktor Dr. G o etz und Rabbiner Dr. Fintel. Der Borstand will die beiden vakanten Stellen vorläufig nicht definitiv des e tz e n. — Es folgt der Kommissionsbericht über die Revision der Kassen und des Depositoriums. Durch Stichproben sei die Nichtigkeit dec im Tresor besindlichen Stiftungsbestäude uud der Hypothekenbriefe sowi-e die Uebereinstimmnng mit dem Kassabuch festgestellt: die Entlastung wird von der Versammlung erteilt. — Tie außerordentliche Erhöhung aller Unkosten hat den Vorstand des Krankenhauses genötigt, eine Erhöhung der Verpflegungskostensätze wie folgt vorzuschtagen: zlveiter Klasse voll 20 Mark auf 25 Mark pro Tag, die kleineren Ziuuner erster Klasse vo 3 5 Mark auf 40 Mark pro Tag, die größeren Zimnler erster Klasse von 45 Mark ans 50 Mark pro Tag. Die Versammlung beschließt demgemäß. Der Schnlvvrsteherin Fräulein Elise L a n a e ist durch Gemeindebefchllrß vom 1. Oktober v. I. ab die Subvention für den jüdischen Religionsunterricht, dio bis dahin 480 Mark jährlich betrug, auf 1080 Mark erhöht lvordeu mit Rücksicht darauf, daß von Fräulein Lange ihrerseits nvcb immer 1620 Mark, also beträchtlich mebr als sonst üblich, für den Unterricht ausznlvenden sind. Unter Hinweis darauf, daß eine Erhöhung der Honorarsä de bereits vom 1. Oktober 1918 ab in Allssicht genommen war, bittet Fräulein L ange, die erhöhte Subvention auch von diesem Zeitpunkt ab selten zu lassen. Dein Anträge des Schulvorstandes entsprecb.end, beschließt die Versammlung. Für Schwellensundamenke ans dem Friedhof in Weißensee werden vorschußweise 40 000 Mark bewilligt, zur Verpflegung der Insassen des. Zustucht^bein^s für iüd'sche Mädchen vom 15. September bis 1. April 1920 500 Mark. Bei Bewilligung eines Beitrages an die indische Religionsaemeiude in Cbarlvtteubura r'cktet Herr Benas Levy an den Borstand die Bitte, dafür schleunigst Sorae zu tragen, daß der Verein sich doch endlich einmal auslöst. Bei dem Beitraa au den Verein Acmdatb Achim bittet Herr Pros. Steinthal in Erlväanng zu ziehen, ob denn llicbt in der heute so schweren Zeit nobelieaen.de kleinere religiöse Verbände zufommeuaelegt lverden könnten. Von seiten des Vorstandes erunderte Herr Hugo B l a ll k e n b u r g , daß die Schwierigkeit in der Berschiedenbut des Kultus bestehe. - In die Rabbinerkommissiou werden gewählt die Herren Direktor Dr. Josef Gutmann, Dr. Mvri'ü Salom onsfi . Dr. Simon S o n u n f ch H-rr E"Vs V j n n s. Berlin, 4. Mai. Tie W ah l e n z u r R e v r ä s e n - taut e n v c r f a m m l u n g d e r I n d i s cü e n G e m e i n d e, die für den °7. Juni augeßcht loa reu, sollen, wie lvir erfahren, bereits am 20. Juni stattfinden. Für diew Perlemma ist die Rücksicht mir di" für den ursprünglicherr Wahltag, den 2 7. Jun-i. auaeieüte o l k s a b st i m m u n g i n W e st P r e ll ß e n und P o s e n bestimmeud gewesen. Für die Neuwahlen zur Revräsentantenversammlunia wird laut Gemeindebeschluß eine neue Wählerliste hergestellt. In diew Liste loerdeil alle diejenigen Gerneiudemitglioder ausgenommen. die für das Jahr 1919 zur Kuktnssteuer veranlagt worden sind, soweit sie in den Jahren 1917 bis 1919 ihren Steuerverpslicbtunaen gegen die Gemeinde uachgekolumen sind. Diest Bestimmung scheint die Abkehr von der mit -einigen Jahren ans Grllnd eines Ministerialerlasses getroffenell Allordniulg zu bedeuten, nach welcher nur dieienigen Gemeindelnitglieder das Wahlrecht zur Rep-rästntanten'versnmmlun-g erhielten, vie seit mindestens drei-Jahren veran-lagt waren. Es ist ja auch klar, daß niemand mit Steuern in Rückstand kommen kann, z-n denen er nicht veranlagt lvar. Für die Kriegsteilnehmer sind besondere B-estimillzmaen aetrofsen. Allen Gemeindemitaliedern, die in den Jahren 1916 bis 1919 Kriegs'teilnehmer lvaren, wird die Steuer für die Zeit ihrer Kriegsteilnehmerschaft und für das 'darauffolgende Jahr, soweit die Stenern noch 'unbezahlt sind, aestilndet, so daß ihnen ihr Wahlrecht nicht verlorengeht. Die Wählerliste liegt -vom 25. April bis zum 24. Mai im Gemeindehaule zur Einsicht aus. Alle Eimvendunaen sind innerhalb dießr Frist zu erheben. Es ist Sache aller Gemeindemitglieder zu Prüfen, ob sie in der Wählerliste verzeichnet sind. Besonders alle Kriegsteiluehmer werden gut daran tun, durch Einsichtnahme in die Wählerliste mrd eventuellen Einspruch ihr Wahlrecht zu sichern. Der Wahlkampf verspricht troß der kurzen Zeit, die uns noch vom Wahltage trennt, sehr lebhaft zu lverden. Die Parteien rüsten. Berlin wird also einige Wochen ein intensiveres jüdisches Leben haben. E. M. Berlin, 4. mal Der „I it d i s ch e Volk s v e r e i i," unterhält im alten Krankenhaus'gebände in der Augnststraße eine Herberge für obdachlose Inden, aui die in der gegenwärtigen Zeit geloaltige Ansprüche gestellt lverden. Die Arbeit des „Jüdischen