Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 84 (1920)
- Issue
- Heft 19 (7.5.1920)
- Date
- 1920-05-07
- Page
- Seite 216 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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216 ■ nehmen wäre. Dagegen sei derjenige, der daran schreibe, ein Schreiber. Wiederum habe er selbst einen Vetter, eigentlich bloß einen angeheirateten Vetter, also der Mann einer Cousine, der wäre anderseits auch dann ein Schreiber, wenn er nicht schreibe. (Fvrtsetzuna folgt.) Littrarilche Mitteilungen. — M axBrod : Sozialis m u s i m Z i o n i s. m u s. 3i. Löwit Verlag, Wien-Berlin 1920. Preis drosch. 7 Atark, geb. 10 Mark. Tie so oft gesuchte Versöhnung zwischen i n d i v i d u a l i st i i ch e r und ko m m u n i st i s che r Weltgestaltnng s-inbet Max Brod, indem er unter Anschluß an das System von Popper-Lynkeus und an altjüdisches Gedankengut seine eigene Idee vom geistigen W c s c n sozial e r N m \v ä l z u n g e n entwickelt. Das Buch, aus unmittelbarer Tätigkeit des Dichters auf dem Gebiete jüdischer Politik entstanden, ist keine parteipolitische Schrift, sondern es wendet sich an die geistigen H ü h r e r aller Volke r. Das Buch verdient die größte Beachtung. H- — sJJi artin B e r a d t, Erdarbeiter. Aufzeichnungen eines Schanzsoldaten. S. Fischer Verlag, Berlin. Geh. 7 Mark, geb. 9,50 Mark. Beradts Buch, dessen Erscheinen das Oberkommando in den Marken während des Krieges verhindert hat, bringt durch Erlebnissälle und Unparteilichkeit ausgezeichnete Auszeichnungen eines Armierungs- - so l baten aus Belgien und Nords nantreich. Gebieten, die durch den « 'Mederaufbau erneut im Mittelpunkt des Interesses stehen. Kein vor 1914 literarisch bereits geachteter Dichter hat den Krieg aus dem Gesichtspunkte des gemeinen Mannes bisher darstellt. Beradt stand einen Winter lang als Arbeitssoldat vorn an der Front in Frankreich. Alle Tiefen und Schrecken, aber auch alle Beglaubigungen und Unzerstörbarkeiten der Persönlichkeit werden erlebt, und durch die Heerlager, durch die Heuböden, über die Landstraßen, durch die Erdhöhlen, Kammern und Stuben geht der Verfasser seine schwermütigen oder gemächlichen Wege. Bon alledem berichtet er mit der Ruhe und dem Beivußtsein eines Menschen, dem auch im Unglück nichts geschehen kann, da er erlebt und darum sein Geinüb bereichert. Liebe zur Welt in allen ihren Erscheinungen, Entdeckerfreude und Wille zur Gerechtigkeit prägen den Klang dieser Aufzeichnungen, die nur unseren Lesern aufs wärmste empfehlen. * De r h i sto r i s che M o me n t. Betrachtungen über jüdische Zeitsragen. Bon M. G -o n z e r. Verlag von G. I tz k o w s k i, Berlin N 24, Auguststraße 69. Zn beziehen durch den Weltverlag, Berlin NW, Toro cheenstraße 3 5. Das Büchlein ist nicht leicht zu lesen, denn« es ist im Zargon geschrieben und .mit hebräischen Lettern gedruckt. Aber Stofs rmd Stil machen es interessant, und ein guter Hum-or gesellt sich zu dem Ernst, mit dem der Verfasser wichtige jüdische Zeitsragen behandelt. Die allgemeine Lage nach dem Weltkriege ist auch für das Jndentu.m kritisch geworden; es handelt sich um „Sein oder Nichtsein". Gonzer steht aus dein Standpunkt, daß die Juden sich nur als Volk werden durchsetzen können, daß sie als „auserwähltes Volk" unter den anderen Völkern jetzt ihrer Bestimmnn.g entgegengehen, und daß es für sie gilt, unter Zurücksetzung aller anderen Zeitfragen, nu.n den historischen Moment zu erfassen und nichts zu verabsäumen, um endlich das Ziel ihrer Wünsche zu erreichen. Vielleicht entschließen sich Verlag und Verfasser, das lesenswerte Büchlein in gewohntem Deutsch und um deutschen Lettern Herauszug,eben; es wird dann sicher noch mehr Freunde und einen weiteren Leserkreis finden. Sanitätsrat Dr. Scherbe! (L-iffa). * Wirtschaftli ch e Wirkungen des Friede n s - Vertrages. Bon L n d \v i g Werthei m e r. Berikag Friedrich Andreas Perthes A.-G., Gotha. 3. Heft von Perthes' Schriften zum Weltkrieg. „Das neue Reich". , Der Verfasser setzt auseinander, welche verhängnisvollen Folgen der Friedensvertrag von Versailles in wirtschaftlicher und privatrechtlicher Beziehung für Deutschland hat, und da dies noch immer nicht genügend in seiner traurigen Wahrheit bekannt Ist, ist die Schrift recht lesensioert. Er erinnert an das Wort Napoleons I., daß, wenn Europa den Grundsätzen Englands über den Wirtschaftskrieg folgen würde, es in den Zustand der Barbarei zurückf.allen würde, denndaun mürbe mansich feindliches Privateigentum« so gu t an eignen wie 'feindliches Staatseigentum. Hundert Jahre später hätte England so gehandelt und feine Verbündeten veranlaßt, ihm hierin zu folgen. Er berweist ferner u«. a. auf, den Teil des Friedensvertrages, wonach es jeder Ententemacht frei steht-, innerhalb drei- Monaten« nach Inkrafttreten des FriedensverLrages alle laufenden Lebensversicherungen mit ihren Staatsangehöri-Len unter solchen Bedingungen auMilösen, daß diese vor Schaden bewahrt werden. Dadurch können die deutschen Versicherungs-gefellschasten geschädigt werden. Die Bewohner der abgetretenen Gebiete — und zu ihnen gehören ja viele Juden — sind besonders darauf aufmerksam zu machen. Der Verfasser erhofft Abhilfe der schwersten und drückendsten Lasten vom. Völkerbünde. Miöge er sich darin nicht täuschen. Der erste Grundsatz im menschlichen und im Völkerkeben soll ja sein: Leben und leben lassen! Sanikätsrat Dr. Scher bei (Lisfa). Mcherkinlauk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Die Sagen der Juden. Gesammelt und bearbeitet von Micha Josef bin Gorion. Die zwölf Stämme. Literarische Anstalt Ntttten n. Loening, Frankfurt ä. M. Die Lehren des Judentums. Erster Teil. Die Grundlagen der jüdischen Ethik. Herausgegeben vom B e r b a n d der D e u t f ch e n Inden. Berlin 1920. E. A. Schwetschke u. Sohn, Verlagsbuchhandlung. Gegründet 1729. Mov einen ts in .judaism. Hellenism by Norman Beut wich, Author of „Fhilo-Judaeiis of Alexandrie etc.“. Philadelphia, The jewisl) Pnblication of America. 1919. Wiederholungsbuch für den Unterricht in der nachbiblischen jüdischen Geschichte. Von Robert H i r s ch s e l d , Lehrer in Berlin. Preis 1,50 Mark. Druck und Verlag: B. Hirschfeld, Parey (Elbe), 1920. „Kameraden", Bnndeszeitschrift des Reichsverbandes der -„Kameraden", Verband jüdischer Wander-, Sport- und Turnvereine. Nr. 1 bis 3 Januar—März, Nr. 4 Apri^ 1920. Misrachi, Jüdische Atonatsheste. Herausgegeben, von der Misrachi- Laudesorganisation der Schweiz. Heft 6. April 1920. I. L. Perez: In Fesseln. (Der Traum eines Klausners.) Dramc^isches Gedicht in drei Akten. Uebersetzt von Siegfried S ch m i tz. 1920. R. Löwit Verlag (Dr. M. Präger), Wien und Berlin. Die Judensrage auf dem Wiener Kongreß, auf Grund von zum Teil ungedruckten Quellen dargestellt von Dr. Salb Baron. R. Löwit Verlag, Wien und Berlin. Das Buch Hiob. Eine kritische Analyse des überlieferten Hivbtextes von Dr. Harry Torczyner, Dozent an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums in Berlin. 1920. R. Löwit. Verlag, Wien und Berlin. Al a x Brod: Sozialismus im Zionismus. R. Löwit Verlag, Wien und Berlin. 1920. Al e i r Wiener: Messias. Drei Dichtungen. R. Löwit Verlag, Wien und Berlin. 1920. Gedanken über Monismus und aphoristische Betrachtungen von Hermann Cohn, Verfasser von „Wisse, was du dem Gottesleugner antworten sollst". Frankfurt a, M., Verlag von Sänger u. Friodberg, 1920. F r a n z R o s e n z w e i g : Bildung und kein Ende. Wünsche zum jüdischen Bildungsproblem des Augenblicks, insbesondere zur Volkshochschulfrage. 1920. I. Kaufsmann, Verlag, Frankfurt a. M. An den Mastern von Babylon. Ein fast heiteres Judenbüchlein. Mit Beiträgen von Hermann S i n she i m. Lisa Fe u cht w a n ge r, Fritz C a s s i r e r , Paul S ch l e s i n g e r. Umschlagzeichnung von Ernst L. Stern. Georg Müller, Verlag, München. Schriften, herausgegeben von der Gesellschaft zur Förderung der' Wissenschaft -des Judentums. Tie Inschriften der jüdischen Katakombe am Monteverde zu Rom. Entdeckt und erklärt von D. Dr. Nikolaus M üller , weiland Professor der Theologie an der Universität Berlin. Nach des Verfassers Tode vervollständigt und heraus gegeben von Dr. Nikos A. Be es, Assistent am neutestamentlichen Seminar der Universität Berlin. Mit 173 Abbildungen im Text. Leipzig, 1919. Otto Harrassowitz.