Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1920-04-30 · Heft 18 (30.4.1920) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
84 (1920)
Issue
Heft 18 (30.4.1920)
Date
1920-04-30
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3224737-3229443-3229460--75717-3288240
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

84 5abt9“9 Nr 18 Dxx Oemetndedme. Berlin, 30. Hpril 1920 Vrtlsgr zur ^Allgemeinen Zeitung Subcntumg“. Lorrrsponden?en und Machrichtrn. LkutWsnÄ. E. M. Berlin, 27. April. D i e Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums hielt ihre diesjährige Generalversammlung unter Leitung des Vorsitzenden des Kuratoriums, Geheimer Justizrat Professor Dr. Mosfe, ab. Der Vorsitzende gab einen Rückblick auf das letzte Geschäftsjahr. Die ausgeschiedenen Kuratoren Justizrat Lilien th a l, Justizrat Dr. S e l i g s o h n> und Bankdirektor Oscar W a s se r m a n rv wurden tviedergewäh'lt. Der Rechnungsabschluß, der in Einnahmen und Ausgaben mit 220127,79 Mark abschließt, weist eine Steigerung der ordentlichen Ausgaben um 32 000 Mark auf. Der diesjährige Voranschlag schließt trotz völlig unzureichender Gehälter mit einem Fehlbetrag von 27 700 Mark ab, doch wird dieses Minus, wenn der stets wachsenden Teuerung auch nur einigermaßen Rechnung getragen u>erden soll, auf mindestens 75 000 Mark ansteigen. Nach erfolgter 'Rechnungslegung beriet die Generalversammlung den Antrag des Vorstandes auf Statutenänderung. Die wichtigste Bestimmung lautet $ 1 Absatz 1: „Die zu Berlin unter dem Namen „Hochschule für die Wissenschaft des Judentums" hu Jahre 1872 eröffnete Lehranstalt, die später den Nansen „Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums" geführt hat, nimmt nunmehr wiederum den Namen „Hochschule für die Wissenschaft des Judentums" an. Die Regierung hat. die Genehmigung zur Führung der Bezeichn ring „Hochschule" in Aussicht gestellt. Die Anstalt, die bei ihrer Begründung diesen Namen bereits geführt hat, mußte auf denselben auf behördlichen Zwang verzichten. Tie Generälversammlung gab ihrer Befriedigung darüber Ausdruck, daß die Bezeichnung als Hochschule wiederum im'Namen der Anstalt nun Ausdruck kommt und dadurch dem Institut, das seinem Wesen und seiner Aufgabe nach eine jüdisch--tbeologische Fakultät ist, auch äußerlich das entsprechende Anseben sichert. Der Generalversammlung wurde das neu erschienene Heft der „Schriften der Lehranstalt ri'ir die Wissenschaft des Judentums" vorgelegt, das eine literarisch und wissenschaftlich bedeutende Abhandlung des gefallenen Rabbiners Tr. Max L i ch t e n st e i n : „Das Wort nefesch in der Bibel" enthält. Berlin, 27. April. Der Beschluß des Hilfskomitees für Palästina, einen größeren Vorrat von Geräten und Maschinen 'ür jüdische Bauern und Handwerker in Palästina zu erwerben, ist von den zuständigen Stellen im Heiligen Lande mit lebhafter Genuatuu-ng begrüßt worden. Diese Verwendungsart der in Deutschland gesammelten. Gelder gestattet einerseits, die deutsche Mark voll zu verwerten, und entspricht anderseits den zurzeit dringendsten Bedürfnissen ber jüdischen Kolonisation in Palästina. Aus den Berichten des Vertreters des Hilfskomitees in Palästina, aeht hervor, -daß das Land Infolge der mit dem Weltkrieg verbundenen Requisitionen von dem Nötigsten entblößt worden ist. ..Palästina ist völlig, völlig aller Gerätschaften bar" heißt es in dem Bericht —, „das Land schreit danach, in erster Linie aber nach landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen. Von den einfachsten Svaten, Heugabeln, Hacken, Sckstp-Ven und Schaufeln, einscharigen Pflügen bis zu den vierscharigen Pflügen, Gras«- und Getreidemähmaschinen, Sä-emaschinen und Dreschmaschinen, alles tut hier dringend not." ferner erhielt das Komitee die Mitteilung, daß die Vertreter der größten in Palästina arbeitenden Traanisationen ein gemeinsames Komitee bilden werden, welches die Verteilung der nach Palästina zu entsendenden Gerätschaften tibernehmen wird. Nach Erhalt dieser Mitteilung schritt der Arbeitsausschuß des Hilfskomitees! sofort an die Anschaffung der Geräte, welche noch vor der neuen landwirtschaftlichen. Kampagne int Heiligen. Lande e intreffen werden. —Gelegentlich des Purimmb Pessachfestes haben zahlreiche Vertrauensmänner des Hilfskomitees', insbesondere die Mitglieder des Rabbi ne rausschusfes, in ganz Deutschland die Sammelarbeit mit Eifer und Erfolg weiteraeführt. Eine Werbeaktion größeren Stils bereitet das Hilfskomitee anläßlich der hohen Festtage i.m September vor. In- Berlin wird mn diese Zeit zugunsten des Fonds des Hilfskomitees eine Aeihe von Veranstaltungen stattfinden, darunter ein Konzert in der Philharmonie, für welches erste Künstler i.hre Beteiligung zugesagt haben. ff ff Berlin. 27. April. Eine I u g e n d f ü r s o r g e sie l le der Jüdischen- Gemeinde zu Berlin ist als wichtiges Glied in der Reihe der sozialen Einrichtungen der Gemeinde von den Gemeindebehörden begründet worden. Die Jugendfürsorgestelle ist eine gemeinsame Einrichtung aller Wohlfahrtskounuissionen der Jüdischen Gemeinde. Sie untersteht der Leitung des Vorsitzenden der Wohlsahrtskommistionen. Rechtsanwalt Dr. B a u m : ihre Bureaugeschäste werden bis ans weiteres durch das Bureau der Fürsorgekommission erledigt. Aufgabe der neuen Fürsorgestelle ist die psleaerische Behandlung aller jener Fälle, in denen Jugendliche einer Fürsorge bedürfen, für welche weder die W a i s e n k o m m i s s i o n noch die F ü r s o r g e k o m - Mission oder die S a m m elv o r m u n d sch a s t s st e l le zuständig ist. Die Jugendfürsorgestelle soll ferner noch tut Einvernehmen mit der Fürsorgekommission die pflegerische Behandlung solcher Jugendlicher übernehmen, die infolge der Verhältnisse ihrer Umgebung einer Verwahrlosungsgefahr ausgesetzt sind, gegen deren Person aber in sittlicher Beziehung noch keine Bedenken bestehen. Soweit für die zu übernehmende Fürsorge Geldmittel erforderlich sind, stellt die Jugendfürsorgestelle bei den zuständigen Verwaltunasstellen der Jüdischen Gemeinde die erforderlichen Anträge auf Bewilligung der notwendigen Mittel. Zur pflegerischen Behandlung der einzelnen Fälle werden Pfleger und Pflegerinnen aus den Kreisen der Mitglieder und Helfer der einzelnen Wohlfahrtskonunisiionen gestellt. Die Auswahl erfolgt durch den Vorsitzenden der Wohlsghrtskommissionen. Ter Versuch, die Jugendfürsorge in unserer Gemeinde auf eine breitere Basis zu stellen, ist im Interesse unseres jugendlichen Nachwuchses auf das freudigste zu begrüßen. ff_ff Berlin. 27. April. Die G e n e ra t v e r sa m nt I n n g v e s V e r e i n s d e r B e a m t e n der I ü d i s ch e n Gemeinde fand unter zahlreicher Beteiligung der Vereins- Mitglieder im 2. Derwaltungsgebäude in der Rosenstraße statt. Die Versammlung wurde vom Vorsitzenden Silberberg mit einem groß auaelegten Tätigkeitsbericht eröffnet. Ter Redner ging auf alle Fragen ein, die irn vergangenen Geschäftsjahr den Verein beschäftigt haben. Besonderen Raum widmete er in feinen Ausführungen den fortgesetzten Bemühungen des Vereinsvorstandes, die materielle Lage der Beamten zu verbessern. Jnnner wieder und wieder babe der Vereinsvorstand die Gemeindebehörden auf die Not in der Beamtenschaft hingewieseu und dringlich Abhilfe verlangt. Leider sei es noch nicht gelungen, die Verhandlungen über die neue Beföldungsordnung zum Abschluß zu bringen. Der Vorsitzende referierte auch über die Mitgliederbewegung im vergangenen Jahre und erwähnte, daß ein Rückgang trotz der erfolgten Absplitterung einer Anzahl Beamten durch die Begründung der Arbeitsge m e i ns ch a f t nickst eingetreten ist. Warme Worte des Gedenkens widmete der Redner den im Geschäftsjahre verstorbenen Mitgliedern und gedachte besonders eines noch immer in der Gefangenschaft weilenden Kollegen: Ter Rendant erstattete den Kassenbericht, an den sich der Bericht der Revisoren anschloß. Dem Vorstand wurde darauf Entlastung erteilt. Bei den hierauf folgenden Wahlen wurden Sekretär Kreindler ztnu ersten Vorsitzenden, Hauptbuchhalter 'Rawack zum zweiten Vorsitzenden gewählt. Auf Antrag des Vorstandes wurde beschlossen, den Beitrag vom 1. April 1920 ab auf 3 Mark vierteljährlich zu erhöhen. W. Vosen, 23. Avril. Ter Verein für positives Judentum vielt unter Vorsitz des Kattsmanns L. Baum gar dt seine diesjährige Generalversammlung ab. Ten Rechenschaftsbericht über die Tätigkeit des im Januar 1919 gegründeten Vereins erstattete Rechtsanwalt Dr. Schmul. Auf Grund des Abstimmungsergebnisses wurden folgende Herren in den Vorstgnd gewählt: Manasfe. Werner. Israel Friedlaender, M. Rothstein, Rechtsanwalt Dr. Kollenscher, M. Herzog, S. Bauer,. S. Brummer. Rechtsanwalt Dr. Schmul. Jacobsohn'. L. Baumgardt, Hugo Matzdorff und S. Neuwerk, lieber die Vorbereitungen zu den neuen Wahlen referierte Rechtsgirwalt Dr. Kollenscher. Redner führte im wesentlichen aus: Das im. Januar 1919 verabschiedete neue Gemeindestatut ist von der Behörde genehmigt worden, so daß die Gemeindewahlen, für die ein

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.