Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 84 (1920)
- Issue
- Heft 16 (16.4.1920)
- Date
- 1920-04-16
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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' - . . . .... leider die Veranlassung sind, ihre Kinderdem ReligiouSunt^rrichkzu entziehen, so daß die Lehrkräfte. Mw ungen styd^ durchweg vpr halben Klassen zu dozieren, wodurch ein' Erfolg."vv-n"vornherein F ausgeschlossen ist, geschweige denw daß es den L-chrträften möglich ist, trotz größter Mühe das Lehrpensum der Klasse zu erreichen, daher auch die jüdischen Analphabeten trotz Absolvierung aller Klassen. Wir fr.rdern, daß der Religionsunterricht in denersten Zwei Jahren nur die Kenntnis des geläufigen. Lesens der hebräischen Schrift -als Endziel hat. Vermieden muß werdendaß, wie es bisher meistens der Fall ist, die schulentlassene Jugendnicht in der Lage ist, den Gebeten im .Gotteshause zu folgen., weil sie die. Gebete nicht fließend lesenkönnen, geschweige sie denn verstehen. Die Folge davon ist, daß die Betressenden sich. im.Gottes- Hause langweilen und demselben entfremdet werden. Auf alle. Fälle ist der Religionsunterricht, der in Steglitz auch am Sonnabend erteilt wird, auf einen Werktag zu verlegen. Punkt 2: Die Domizilierung eines Rabbiners für unseren über 2000 Steuerzahler umfassenden Bezirk in Friedenau oder in Steglitz ist ein Gebot der Stunde, wenn der GemeindeDorstand nicht, will, daß die jüdischen Einwohner dieses großen Bezirks separatistische Wege beschreiten. Der Rabbiner findet ein reiches., dankenswertes Arbeitsfeld als Seelsorger, Prediger und Lehrer , vor. Tausende jüdische Seelen warten auf ihn. Wir fordern weiter, -daß die Gemeinde sich für den Ausbau der Synagoge Steglitz sofort einsetzt. Zur Hebung des Gottesd-i-enstes dort sind Predigten mindestens einmal im Monat dringend geboten. Für Friedenau, wo die ,Aula des Reformrealgymnasiums gegen geringes Entgelt stets zur.Verfügung steht, ist dringend nötig, daß die Gemeinde an .allen Feiertagen. .sowie -an allenbesonderen Sabbaten einen würdigen Gottesdienst mit Chor und Predigt (Orgel ist vorhanden) veranstaltet. Die Unterzeichneten Vereine würden es als ihre vornehmste. Aufgabe betrachten, die Gemeinde in weitestgehender Weise, hierin, zu unterstützen. Unsere im vorstehenden skizzierten Wünsche. sinddringend und erfordern schnellste Erfüllung. Es geht nicht länger an,, daß ein Bezirk mit zirka 5000 Seelen alle religiösen.. Einrichtungen entbehren .muß, welche die kleinste jüdische Gemeinde im Reiche besitzt. Hinzu kommt, daß -die Nächstliegenden Gotteshäuser, in der Fasanenstraße, Lützowstraße und Münchener Straße nur-,nach zirka dreiviertelstündiger Fahrt zu erreichen find. Die Mißstimmung über diese unhaltbaren Verhältnisse ist eine . derartig große,, daß. unbedingt entweder seitens der großen. Gemeinde diese Bedürfnisse und Wünsche erfüllt werden, oder unsere Vereinigungen sind gezwungen,, diese 5000 Seelen in einer neuen, selbständigen Gemeinde Zttsammenzusassen. Mit vorzüglicher Hochachtung Die Vorstände der Unterzeichneten Vereine:. 1,. Jüdischer Religionsverein Friedenau, Steglitz und. Umgebung, E. V., gez. S. Gottschalk, Vorsitzender, Steglitz, Martinstraße 4, 2. .Religiöser Verein Steglitz, gezl Carl Witt e n b e r g ,. Vor-.. sitzender, 3. Jüdischer Frauenverein der südwestlichen Vororte, gez. Frau Tr. Cohn, Vorsitzende. 4. Jugendbund Friedenau, Steglitz und Umgebung, gez. Tr. Blumenthal, Vorsitzender., E. M. Berlin, 13. April. Ter berüchtigte D e u t schv ö l k i sch e S ch u tz - u n d T r u tz b u n d treibt noch immer sein .Unwesen. Neuerdings spielt sich der Bund als Retter des dentschen.Volksver- - mögens auf und erhebt folgende Forderung: Alle Juden und Judengenossen sind schleunigst durch strenge Gesetze zur Vorlage genauer, eidesstattlicher Vermögenserklärungen über . dessen Veränderungen von 1014 bis 1919 zu veranlassen. Die Prüfung dieser Erklärungen muß durch einen besonderen Gerichtshof aus unbestechlichen, deutschen Männern, erfolgen. Sie entscheiden über die Rückerstattung aller durch Wucher, Schwindel und Betrug dem Staats-, und Volksver-.. mögen entzogenen Güter,. Geldsummen und Werte.. Der .Bolksbund. hült also Hinterziehungen von Steuern durch ^arische" ..Volksgenossen. für unmöglich und erläßt diesen deshalb-die Abgabe von. Steuer-., erklärungen. Die Aufrufe werden in der.. Potsdamer Straße von zwei. Soldaten, verteilt, die mit Seitengewehr und..Revolver versehen sind., Briefen (Wpr.)^ 8. April- Kürzlich feierteder hiesige Stadtrat und-langjährige. Vorsteher der Genreinde^- Herr Isidor Ate x a n.- der , rnit seiner Gattin das seltene - Fest der. goldenen Hochzeit- Rab-. biner. Tr. R e u f e.l -d..segnete das Jubelpaar unter dem Trauh-mimel ein... Nach-der Einsegnung..überbrachten Deputationen, des. Mem-.eindevo.r-. starches» des. JZra-eli.tizchE. FrauenvLreins-...unü..-der,..CHewra., Kadischa.. __ ■V * •. * : >■ '/. ' >,; . /-'Vj?, 7 . U-Z -.' : v v .• 'Ov'.' / in ehrendest Ansprüchen die Glückwünsche der Mitglieder. Auch der Magistrat sandte seinem rgugMrMfl^Mtg'ljed herzliche Glückwünsche. H.v W. der PSelvinz k April. Posen. Herr Rabbiner D-r.- M o t t-s-ch-a-4 k- Moni.tz) ha t. sti-n Mink räbbiner bei der hi-esigen Syn-agoge 8, ang-etreten, und fand dessen, Einsühru.N'g mv Bureau der Sytt ag-ogettge me in de i nr Bei se in der Gemein dekörperfchast-en statt... .Eine. vom Verein liberaler Juden herausgegebene „Posener jüdische Zeitung" ist hier. erstmalig erschienen. In dem Geleitwort heißt .es u.. a.: Im Gegensatz zur nationaljüdischen! Richtung soll hier die Ansicht, aller der, religiös -gesinnten. Inden zum.Worte kommen, 'die von der Notwendigkeit einer Entwickelung in der Religion überzeugt sind. — : Die Synagoge des Bereins der wohltätigen Freunde wählte zu ihren Vorstandsmitgliedern die Herren Joseph Badt, Max Berg, Isidor Broh, Bruno Brummer, Abraham Fischer, Siegfried Koenigsberger, Georg Lauffer und Max Wreschinski. Der Vorsitzende ist Herr Fischer. Die Synagoge besteht, seit nunmehr 109 Jahren. Der Rabbiner dieser. Gemeinde ist Herr Dr. Silber- : berg. — R o g a s e n. Aaron Kottwitz in New Orleans (Nordamerika), dessen Vorfahren in Rogasen wohnten, hat unserer : Synagogengemeindie 25 Dollar zur Verteilung an 'be.düast.kge Mto-lieder gesandt. — Das Eiserne Kreuz zweiter Klasse ist dem früheren Unteroffizier Alex Lohde in Moschin (Posen) verliehen! worden. — Bromberg.. In der Jahresiversamml'UN'g des . Btindenfürsorgevereins,'in 'bet Provinz Posen wurde Geheimer Kommerzienrat Ä r o n s o h -rti (Brornberg) zum Schatzmeister gewählt. J. Gleiwitz, 11, April. Am Schlußtage des Pessachsestes hat hier in der Synagoge, eine ernste bedeutsame Feier, stattgesunden. Herr Vorsteher Hermann Guttmann, der schon oft für Stadt und Gemeinde hohe Beträge spendete, hat der Synagoge eine echt bronzene Tafel mit einem Kostenaufwande von 15 000 Mark geschenkt, die die Namen der wackeren Männer unserer Gemeinde enthält, welche im Weltkriege den Heldentod fürs Vaterland erlitten haben. Herr Vorsteher Arnold P e s e schenkte, die elektrische. Beleuchtung für . die Tafel, die, nebenbei bemerkt, ein Werk des bekannten Berliner Bildhauers Jakob Pteßn er ist. Dieselbe wurde bei Gelegenheit der Seelenseier ' enthüllt. Im Mittelpunkt der Feier stand die feinsinnige Predigt unseres hoch-' würdigen Rabbiners Herrn Dr. Ochs. „Diese Tafel soll ein Wahrzeichen sein für die kommenden Geschlechter/daß die Antisemiten ' mit Unrecht uns als Drückeberger im Weltkriege hinstellen, denn ' wir Inden haben in gleichem Verhältnis wie unsere Volksgenossen I Gut und Blut 'unserem Vaterlande geopfert, trotzdem man uns als Frenrde bezeichnet, trotz unserer Entrechtung und Ausschließung. Wie würden wohl andere Volksteile sich» im Kriege verhalten haben, wenn sie solchen Verfolgüngen und Drangsalen aus-gesetzt wären wie wir? Die jüdischen Männer und Jünglinge sind aber mit größter Begeisterung, vielfach als Freiwillige, ins Feld gezogen ünd haben ihr-Leben 'fürs Vaterland geopfert." Darauf trug der Oberkantor in ergreifender Weise das El'- möle - rachamim - Gebet' vor. - Nachher richtete der Vorsitzende des Gemeindevorstandes, Herr Landtagsabgeordneter Justizrat Koch mann, Worte der Ausrichtung und Aufmunterüng an die Gemeinde. Auch er zeigte, laut den Feststellmlgen der Statistik, wie prozentual bedeutend die Teilnahme' unserer Gläubensgenossen am Kriege war. Er schloß mit den Worten: Wir wollen leben imserem Baterlande und', wenn es notwendig ist, . auch für dasselbe sterben. Ein' deutscher Chorgesang beschloß 'die Feier, die aus alle Gemeindemitglieder einen tiefen Eindruck machte. er. BreÄ>gu, 8. April. Am 1. d. M. fanden. .. unter dem Vorsitz, des Geh. Justizräts Landgerichtsrats>. Dr. G o ld feld, als staatlich Beau'st.r-agtem, durch, -die.. R-opräientantienver-samml-UW' die Wahlen'.. zum Vorstände den BrM-a-uer. Syna-gogengemeinde' statt. Es. wurden wiedergewählt: A. zu Vorstehern auf sechs Jahre:., Rentier Eduard S a ch s,. Geheimer. Justizrat Dr.. Leo G o l d feld-, Jllstizrat Felix Hirschber-g; 8. zu Vorstehern, aufdrei Jahre: Saaritättz-rat.. Tr> Paul I u n -g m a n n,. Rentier Emih Wa.ld ste i n, .-. Buchhändler Max. M.-a r c u s, Rittergutsbesttzer Tr... Paul ...S cho>t.t.l.ä n de r; 0. zu VoW>cherstellvertröterü>..'auf sechs Jahre wurden ., neug-ewählt: Fabrikbesitzer Alsred. 'B.i e l - scho w s ky,..Bankdirektor EmilHa n,ck.e, BahWr!^Mprjtz. Mab.ck. In. der.. deu. Wahlen vorangegän-genen.. Mtzung. ..ge.la.ug.te >ein Antrag' des ' Professors, Dr° W o h l a ue-r/ zuxl ’ Annahme: ■ Der » Ge°.