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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1920-04-08 · Heft 15 (8.4.1920) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
84 (1920)
Issue
Heft 15 (8.4.1920)
Date
1920-04-08
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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84. Jahrgang. Nr. 15 Berlin, 8. Npril 1920 Der Gemeindedore. Vellage zur „Allgemeinen Leitung deß Judentums. Korrespondenzen und Kschnchten Srvtschland. E. K. Berlin, 6. April. A-nr 31. v. M. fand eine^Abendf i tz u n g der Repräsentanten v e r s a nr in l u n g statt, bei deren Eröffnung der Vorsitzende Herr Geheim rat Tr. Minden den Repräsentanten herzlichen Tank für ihr zahlreiches Erscheinen aussprach; er hätte unter -den jetzigen Verhältnissen die Versammlung nicht kurz vor den Feiertagen einberufen, wäre es nicht eine sehr wichtige Vorlage, die zur Verabschiedung gebracht werden müsse. Er teilt dann mit. daß Herr Dr. Weigert aus Gesundheitsrücksichten aus dem Kollegium ausscheidet und 'den Repräsentanten sowohl als dem Vorstand seinen Dank für die kollegiale Gesinnung ausspreche, und bittet um die Genehmigung, . Herrn Tr. Weigert den Dank der Mitglieder für seine langjährige Tätigkeit im Ehrendienste der Gemeinde übermitteln zu dürfen.-- Die Nabbinerkommissiou hat Herrn Dr. Emil Levy zum Rabbiner der Synagoge Pestalozzistraße vor geschlagen, womit die Versammlung, einverstanden ist. — Frau Sanitätsrat Johanna Cohn geb. Straßmann hat die Jüdische Gemeinde zu -ihrer Erbin eingesetzt mit der Auslage, aus dem Nachlaß eine Sanitätsrat Dr. Israel Cohn lind seiner Ehefrau Johanna geb. Straßmann-Siiftung bei der Alterversorar-ngsansta-lt zu errichten, ungefähr 134 000 Mark. Frau Eugenie M anheim er geb. Nachn rann hat der Jüdischen Gemeinde letztwillig 20 000 Mark für Grabpflegezlvecke vermacht. Die Erben haben das Vermächtnis aus 47 395 Mark erhöbt. Anläßlich des T'ides seiner Schwägerin hat Herr Albert N e u k i r ch e n aus Charlottenburg 10 000 Mark Deutsche Kriegsanleihe zur Errichtung einer Else-Wolfstein-Stiftung überwiesen. deren Zinsen jährlich am 20. Dezember einer bedürftigen jüdischen Arbeiterin aus der Konfettionsbranche ausgezahlt werden sollen. Dem jeweiligen Inhaber der ftirimt Albert Günther soll das Recht?,ustehen, bis zum 15. November eine bei der Firma beschäftigte Arbeiterin in Dornblaa zu bringen. Soferndie Voraeschlaaene von der Verwaltung der Jüdischen Gemeinde für würdig befunden wird, soll sie den Vorzug vor anderen Bewerberinnen haben.. Von dem Rentner Georg K r a k a u sind zirka 175 OOO Mark der Älterversorgiings-a-nstalt zur Errichtung einer Geora-Krakail-Stiftllng.überiviesen worden. Bcn Herrn Geora G r ü u b a u m und dessen Ehefrau Adele geb. Friedländer IO OOO Mark zur Begründung einer Fritz-Grünba um -Stiftung. Die Zinsen sollen am- 6. Januar jeden Jahres für jüdische bedürftige Kriegswaiienkmder bz-w. erholungsbedürftige jüdifche Kinder Verwendung finden. - An Stelle des aus Gemndheitsrücksichteu ans der FürsoraekomMission ausgesch.iebenen Herrn Willi Simsmi wird Herr Louis K ahnte, Lessingstraße 15, gewählt Ueber die Erhöhung der Beerdigungsgebühren referiert Herr Dr. Ginsberg. Die andauernde Steigerung aller Kosten hat dazu geführt, daß die seit dem 1. November eingeführte Erhöhung der Beerdigungsgebühren in den unteren Klassen bei weitem nicht mehr die Selbstkosten deckt. Die unmittelbaren i Kosten, d-e der Gemeinde durch eine einzelne Beerdigung erwachsen, belaufen sich aus 890 Mark. Unter Hinzurechnung der Nebenkosten, die das! Beerdigungswesen verursacht, erfordert die einzelne Beerdiguug einen ' Aufwand von 1000 Mark. Gegenwärtig beträgt der Tarif ein-! schließlich des 50-Prozent-Zuschlages in der dritten Klasse 300 Mark,! in der zweiten Klasse 52 5 Mark, in der ersten Klasse 750 Mark und in den Erbbegräbnissen 1050 Mark. Eine wesentliche Erhöhung | dieser Gebühren ist erforderlich. Der Vorstand bittet, die Versam-mlnug möge beschließen, mit Wirkung vom 1. April d. I. ab zu den Beerdigungsgebühren einen Teuernngszuschlag von 200 Prozent, zll den Grabpflegegebühren einen Teuerungszuschlag von 100 Prozent zu--erheben und die Gebühr für den Erwerb von Re ih enerbbeg-räbnissen auf 2400 Mark, die Gebühren für den Erwerb von Mauererbbegrä'bnissen auf 3000 Mark zu erhöhen. Herr Professor Tür k bittet um Auskunft, ob eine Abwanderung stattgefunden hat. Von seiten des Vorstandes erklärt Herr Kommerzienrat Dr. Retter, daß dies nicht der Fall sei. Die dritte Klasse hat einen Rückgang erlitten. Die Nachfrage nach Erbbegräbnissen ist eine derartig große, daß eine Erhöhung der Gebühren durchaus am Platze ist. Für die nächste Zeit ist keine Abwanderung zu befürchten. Durch den Rücktritt des Herrn Martin Loose, der aber bereit ist, bis zur Wahl seines Nachfolgers im Amte zu bleiben, ist es nötig geworden, bei dom- Umf-ana des Beordigungslvesens die Wahl zu bes-chleunigen. Herr Sanitätsra-t S kein tha l erklärt, ein so wichtiges Dezernat darf nicht auf Wnchen unversorgt bleiben. Ihm schließen sich die Herren Emil P i n c u s, T ft »r k, Tr. G i n s b e r g und L i p s ch ü tz -an. Herr Geheimrat M i n d e n stellt den Antrag, die Wahl auf die nächste Tagesordnung zu setzen. Ter Antrag wird angenommen, ebenso die Erhöhung der Gebühren. lieber die Gewährung eines Gchaltsvorschnsses auf die neue Besoldungs- Vorlage berichtet Herr Benas Levy. Tie Vorarbeiten für die neue Vesoldungsordnung sind so umfangreich, daß die Neuordnung der Gehälter nicht znm 1. Avril d. I. erfolgen kann. Anderseits haben sich die Teuerunasverhältnisie so zugesvitzt, daß im Interesse der Beamten scklleun.'gist etwas geschehen muß, um sie in den Stand zu '-etz-eu, wenigstens die -allernotwendigsteu Ausgaben bestreiten zu können. Infolge der Anträge, die von ve-w'chiedenen Beauckeuaruppeu an den Vorstand ergangen sind, hat er sich entschlossen, den Beamten erstens eine einmalige Zahlung in der Höhe zu gewähren, daß dadurch der Ausgleich zwischen ihren bisherigen Bezügen und den Bezügen geschaffen wird, die sie nach der neuen Besold-ungsrrdnuug für die Zeit vom 1. Juli 1919 bis 31. März 1920 zu erwarten hätten, und außerdem, da vorläufig für den Monat April d. I. nur das alte Gehalt mit den alten Teuerungszulagen gezahlt werden kann, einen Vorschuß auf das nach der neuen Besoldungsordnung für den Monat April d. I. ihnen zustehende Gehalt. Tie Versammluna wolle demnach beschließen, den Beamten eine Ausaleichzahlnng für das Etatsfahr 1919 von 600 Mark für Verheiratete und 100 Mark für jedes Kind, und von 400 Mart fü>r Unverheiratete, ferner einen Gehaltsvorschuß für den Monat April von 400 Mark für Verheiratete und 250 Mark für Nnverbeiratete, den hauptamtlich beschäftigten Hilfskräften lBnr.'aubilsskräfte. Hilfsleicheu träger und Hilfslehrer), soweit sie am 1. April d. I. noch im Dienste der Gemeinde sind und mindestens seit dom 1. Juli 1919 bei de-r Gemeinde tätig waren, eine Ansglei-chssumlne von 500 Mark für Verheiratete und 100 Mark für jedes Kind und von 300 Mart für Unverheiratete, ferner einen Gehaltsvorschuß für den Mmat April in Höhe von 250 Mart für Verheiratete und 175 Mark für Unverheiratete zu gewähren. Hilfskräfte, die nach dein 1. Juli 1919, aber bis zum 1. Oktober 1919 in den Gemeindedienst getreten sind, erhalten zwei Drittel, Hilfskräfte, die in der Zeit vom 1. Oktober 1919 bis 1. Januar 1920 Bei der Gemeinde eingetreteu sind, erhalten ein Drittel der Ausgleichssnmme. Ten Rnhegehaltsempfängerivast eine Zahlung von 360 Mark für Verheiratete und 100 Mark für jedes Kind. den Witwengelde-mpfängern eine Zahlung von 150 Mark und 50 Mark für jedes Kind, den Untorstützungsgeldempfängern eine Zahlung von 100 Mark zu bewilligen. Ten unter den Eärtneetarif fallenden Arbeitern -sowie den Gruftmachern ist für die Zeit -vom 1. Januar 1920 ab eine lausende Teuerungszulage von 26 Mark wöchentlich für Verheiratete ttnb 12 Mart wöchentlich für Jugendliche sowie den Gärtnern und den mehr als zwei Jahre tätigen Arbeitern eine Erhöhung des- Stundeulohnes um 10 Pfennig zu bewilligen. Ter Gesamtaufwand für diese Bewilligungen beträgt 600 000 Mark. Herr Benas Levy tritt mit großer Wärme für den Antrag des Vorstandes ein, bittet jedoch, recht bald die Besoldungsordnung vorzulegen. Herr Geheimrat Minden dankt Herrn Benas Levy herzlich für den Fleiß unddas Interesse, welches er dieser Angelegenheit widmet. Die Versammlung nimmt den Antrag einstimmig an, worauf die öffentliche Sitzung geschlossen wird. Berlin, 6. April. Unter dem Titel: „Die Grundlagen der jüdischen Ethik" erscheint gelegentlich der bevorstehenden Hauptversammlung des Verbau d e s der Deuts ch e n I u d e n der erste

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