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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1920-04-02 · Heft 14 (2.4.1920) · p. Seite 150

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
84 (1920)
Issue
Heft 14 (2.4.1920)
Date
1920-04-02
Page
Seite 150 (sequence 6)
Language
German
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150 Zeit der Demonstration war berittene und nichtberittene Polizei von der englischen- Negierungaufgeboken, um die Ordnung aufrechtzuerh-alten. „Haaretz" betont daß außer 'den antizionistischen Äußerungen einzelner Redner^ von denen sich besonders der Redakteur der „Suriah el Gaubm" hervortat, nichts Feindliches» gegenüber der jüdischen Bevölkerung gesprochen wurde. In seinem Leitartikel vom 1. März schreibt „Haaretz", daß gerade der Verlauf und die geringe Beteiligung an der Demonstration deutlich zeigen, daß beim arabischen Volk keine feindliche Gesinnung gegenüber den Juden vorhanden sei. Diese Tatsache ist ein beredtes Zeugnis für unseren festen Glauben, daß der Tag des Verständnisses und des Zusammenarbeitens der Araber mit den Juden in Palästina zum Wöhle des Landes und der Einwohner nicht mehr fern ist. Nach weiteren Berichten fand dieser Tage noch eine zweite Demonstration in Jerusalem statt, bei der es auch zu Zusammenstößen und Uebersällen seitens der Araber auf die Juden kam. Die arabischen Demonstranten zertrümmerten u. a. auch das Schild des Hadassa- Spitals. Auch in Haifa fand eine arabische Demonstration statt. Diese Nachricht, die nach Mitteilungen der „Neuen Korrespondenz" keineswegs unerwartet kam, hat in England Unsicherheit und Unbehagen hervorgerufen. Die Stellungnahme der Zeitungen zu diesem Problem ist eine geteilte. Nach den letzten Berichten» hat der Oberste Rat infolge der Ereignisse in Syrien Emir Feysul ein ge laden, zur Prüfung der neuen Lage nach Paris zu kommen. J. P. Z. Die Mraelttilche kranken- und Ktründnerhaus-Stiktuns?u Mür?bur§. Von Fanny C o h n - N e ß l e r. m April 1910 konnten beide Anstalten auf eine 25jährige K Vergangenheit zurückblicken, Vor mir liegt die Festfchrift der Anstalt. Bereits im Mittelalter besaß Würzburg ein jüdisches Spital, das erste in Deutschland. An- Israelitisches Rrankenhaus zu würzburg. (Ansicht von Nordost.) Tie Zionistische Organisation in London veröffentlicht ein Comumniquö, wonach nach Zusicherung der offiziellen Kreise durch die Vorfälle der letzten Zeit sich nicht das geringste geändert habe bezüglich ihres Standpunktes in der Frage Palästinas. J. P. Z. * Emir Feysul, König von Syrien? Die bereits während der Araber-Temoirstration in Jerusalem verbreitete Nachricht, wonach Emir Feysul vom syrischen Kongreß in Damaskus zum König von Syrien ausgerusen worden wäre, scheint sich zu bestätigen. Es hietz zwar vorerst, es wäre Emir Feysul gelungen, auf Wunsch der Entente den Zusammentritt deS Kongresses auf den 11. März zu verschieben. Nach telegraphischen Berichten des Konstantinopeler Korrespondenten der „Associated Preß", datiert von Beirut vom 8. März, habe sich jedoch Syrien bereits unabhängig erklärt und Emir Feysul zum König gekrönt. Das Königreich soll außer Syrien auch Palästina, den Libanon und das nördliche Mesopotamien umfassen. , scheinend ging dasselbe im sechzehnten Jahrhundert zugrunde, als die verheerenden Kämpfe sich über das Heilige Römische Reich ausbreiteten. Erst im Beginn des 19. Jahrhunderts bildete sich in Würzburg eine jüdische Gemeinde. Kranke Juden fanden im Julius-Spital Aufnahme. Natürlich gab es mancherlei Mißlichkeiten hierbei. So begann denn um die Mitte des 19. Jahrhunderts die Propaganda zur Begründung eines jüdischen Spitals einzusetzen. Doch die Gemeinde zählte nur 70 Mitglieder. Da fehlte es an den nötigen Geldmitteln. Der Privatier Louis Henneberger hinterließ ein Legat von 9000 Mark für ein israelitisches Krankenhaus. Nun war der Antrieb da. Die Würzburger Gemeinde beschloß nach einer Sitzung am 29. März 1880, fortan 5 Prozent 'der Gemeindeeinnahmen dem Fonds des zu erbauenden Krankenhauses zuzuweuden, sodann auch den ganzen (eisernen) Bestand des Wohltätigkeitsfonds dem gleichen Zwecke zuzuführen.

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