Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 84 (1920)
- Issue
- Heft 12-13 (26.3.1920)
- Date
- 1920-03-26
- Page
- Seite 2 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3224737-3229443-3229455--75633-3288151- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
nisbauten für die Prüfung der Zeichnung' und Erteilung der Bauerlaubnis eine Gebühr von fünf Prozent mit der Maßgabe zu. erheben, daß die bisher erhobene Kontrollgebu.hr von 30 Mark in Fortfall kommt. Die Steineinführungsgebühr von 6 Mark auf 25 Mark bei großen Steinen, auf 10 Mark bet Kindersteinen zu erhöhen. — Hieraus beantragte Herr L i p f chü tz, für die Mazzot'hversorgung der jüdischen Strafgefangenen in Brandenburg a. H. am diesjährigen Pessachfest einen Kostenbeitrag von 200 Mark' zu bewilligen. Für die Anschaffung österlichen Geschirrs für das Krankenhaus wird ein Betrag, bis zu 20 000 Mark bewilligt. Hierbei, richtet Herr Pincus an den Vorstand des Krankenhauses die Bitte, die Kosten für das Krankenhaus möglichst zu verringern- Er hält die Summe von 20 000 Mark zum Ankauf für österliches Geschirr für sehr hoch und fragt an, ob diejenigen, welche Pessach halten, nicht durch Errichtung eines Seitenflügels getrennt werden könnten. Ihm entgegyete Herr Dr. Ginsberg: Dies sei nicht möglich, wozu brauchten wir dann ein jüdisches Krankenhaus? Herr Pincus bittet, ihn richtig zu verstehen. Ihm liege es ganz fern, die religiösen Ansichten eines Menschen, wer er auch sei, zu verletzen. Der Antwort des Herrn Tr. Ginsberg schließen sich gleichlautend die Herren Gemeindevorsteher Badt und Geheimrat Dr. Stern an. Herr Dr. Ginsberg bemerkt noch, das Krankenhaus sei bisher ein Stolz der Gemeinde gewesen, jetzt sei es ein Schmerzenskind. Herr Pincus könne versichert sein, daß, wenn irgend möglich, das Krankenhaus auf eine andere Basis gesetzt werden wird. Das werde sehr in Erwägung gezogen und mit größter Sparsamkeit gearbeitet werden. — Tie Subvention der Jüdischen Resormgemeinde kür das Jahr 1919/20 wird au: 30 000 Mark erhöht und ihr ein einmaliger Betrag von 20 000 Mark zur Deckung des Defizits bewilligt. Der Israelitischen Vereinigung Lichtenberg wird für das Jahr 1919/26 eine Subvention von 5000 Mark gewährt. Ferner werden bewilligt der Schulverwaltung 480 Mark zur Verstärkung des jüdischen Unterrichts am Ulrichschen Lyzeum, dern Krankenheim in Bad Neuenahr 3000 Mark, dem Allgemeinen deutschen Kantorenverband wie bisher 150 Mark für 1920 sowie die gleiche Summe für die Mietung verschiedener Säle zur Abhaltung von Haupt- und Jugendgettesdiensten an den hohen Feiertagen. er. Königsberg, 12. März, lieber: „Die Jüdin in der F r a u e n beweg u n g" sprach in der Hauptversammlung des Jüdischen Frauenbundes Frau Klara Reichmann. Die Rednerin führte aus, daß die Betätigung der Frauen am öffentlichen Leben aus ihrer charitativen Tätigkeit Ixrausg?wachsen und daß daher die jüdische Frau, deren traditionelle Pflichten sie stets auf diese Hinweisen, in vorzüglicher Weise für Arbeit an der Allgemeinheit vorbereitet sei. Ihre drei wichtigsten religiösen Pflichten: die Hochhältung der Sabbatseier, die Beobachtung der sanitären Speisegosetze und die Erfüllung des höchsten jüdischen Gebots: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!", führen die jüdische Fran zur Frauenarbeit, die für die deutsche Froau höchst wertvoll ist. Eine Menge jüdischer Frauen Habe' sich in den verflossenen Jahren, teils in leitender, teils in bescheidener dienender Stellung, mit voller Hingabe an der Kriegsarbeit beteiligt und bewährt, leider oft nicht unberührt vom Antisemitismus. In der demokratischen Partei ist die Stellung der jüdischen Frau am wenigsten schwierig. Jur Jahre 1904 haben sich die jüdischen Frauen zu. einer konfessionellen Verbindung zusammengeschlossen, nicht im Sinne dogmatischer Gebundenheit, sondern int .Anblick auf ihre Sonderausgaben, wie auch die evangelischen und katholischen Frauen ihre besonderen Bestrebungen pflegen. Der Bund deutscher Frauenvereine faßt aber alle Frauen zusammen, in ihm fehlen nicht gute jüdische Namen. Int Vorstand des Stadtverbandes Königsberger Frauen wirken drei Jüdinnen und in der Mitgliedschaft des ehemaligen Nationalen Frauenvereins waren die Jüdinnen in reichem Maße vertreten. Frau Reichmann sprach als Schlußfolgerung ihrer gehaltvollen Ausführungen aus, daß die jüdische Frau, die durch ihre ganze Tradition unb Kultur hervorragend dazu befähigt sei. Ersprießliches in der Frauenfrage zu leisten, auch die Pflicht habe, sich ihr zuwidmen, zum Heile Deutschlands und zur Hebung der Achtung vor dem Judentum. — Nach dem Vortrage erstattete Frau Dr. Vogel stein den Rechenfchafts- und Frau Arendt den Kassenbericht. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewählt. Eine Hauptversammlung der Jüdischen Ausstattungskasse Königsberg beschloß den Abend. 6. Berrthen (Oberschlesien), 12. März. Das älteste weibliche Mitglied unserer Synagogengemeinde, die verwitwete Frau Rosalie S ü ßrrrann gob. Silberfeld, vollendete am jüngstver flösse ne n P-urim» feste ihr Hundertstes Lebensjahr. Aus diesem Anlaß wurden der Jubelgreisin zahlreiche Ehrungen zuteil. Herr Oberrabbiner Dr. K o p f st e i n beglückwünschte in erhebender Ansprache die Jubelgreistn namens des Gemeindevvrstandes, Herr A l t m a n n int Aufträge des Vorstandes der Chewra Kadischa und. Frau Julie Iottkowitz als Vorsteherin des Jüdischen Franenvereins. Die Jubilarin erfreut sich noch einer relativ günstigen körperlichen Gesundheit und ist auch geistig noch rege. Sie führt persönlich ihr Hauswesen und besorgt auf dern Markt ihre Einkäufe. Zu den Gratulanten gehörte auch eine Deputation von drei Schwestern des hiesigen evangelischen Diako>n'i!sfenhei>m'es. Breslau, 12. März. Die Repräsentanten der Shnagogengemeinde Breslau traten nach erfolgten Nem bzw. Wiederwahlen am Sonntag vormittag zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Es wurden neu- bzw. wiedergewählt: zum Vorsitzenden Professor Dr. W oh lauer, zu dessen Stellvertreter Geheimer Sanitätsrat Dr. R eich, 3um Protokollführer Buchdruckereibesitzer Samuel W. Meyer und zum Stellvertreter Justizrat Rechtsanwalt Pe iser. Namens des Vorstandes der Synagogengemeinde erklärte hierauf der Vorsitzende, Rentier Eduard Sachs, daß er seine Aernter in die Hände der Wähler zurücklege, die Dienstgeschäfte aber bis nach den bevorstehenden Neuwahlen weitersü'hren werde. Auf der Tagesordnung stand ferner eine Vorlage über die Ergänzung der Gebührenordnung für die Mitwirkung der Rabbiner bei Bestattungen, gültig ab 1. April 1920, sowie eine Vorlage über die Neufestsetzung des Beerdigungstarifs vom 1. April 1920 ab. Die erste dieser beiden sehr umfangreichen Vorlagen wurde nach dem Vorschläge des Gemeindevorstandes gutgeheißen, die andere Vorlage wurde einer fünfgliedrigen Kommission zur weiteren Beratung überwiesen. — Den Beamten, Angestellten und Hinterbliebenengeldbeziehern beschloß man, einem Dringlichkeitsantrag des Gemeindevorstandes gemäß, eine weitere Teuerungszulage von 100 Prozent zu den bereits in letzter Sitzung bewilligten 50 Prozettt zu gewähren. — In der anschließenden geheimen Sitzung besprach man alsdann die Wahl des ersten Rabbiners fü.r die Neue Synagoge. Die Versammlung wählte einstimmig aus diesen Posten Rabbiner Dr. Vogelstein aus Königsberg i. Pr- M. Hamburg, 12. März. Das R ep r ä s e n t a n t e nk o l - legium der Deutsch-Israelitischen Gemeinde nahm in seiner unter Vorsitz des Herrn E. Helft abgehaltenen Sitzung einstimmig den Antrag des Gemeindevorstandes aus Veranstaltung eines Wettbewerbes zur künstlerischen Ausgestaltung des Kriegerehrenfriedhofes der Gemeinde in Ohlsdorf an, und bewilligte die für das Preisausschreiben ersorderlichen Mittel. Ferner wurden dem Unterstützungs- Verein für Obdachlose 1000 Mark als einmalige Beihilfe bewtlligt. Nach Erledigung der Tagesordnung erinnerte der anwesende Kommissar des Gemeindevorstandes, Jakob Ale x a n d e r, daran, daß diese Sitzung -die letzte des Kollegiums sei und daß es neun Jahre in ernster Zeit ersprießliche Arbeit geleistet habe. Er gedachte der verstorbenen Mitglieder des Repräsentantenkollegiums und ihrer Verdienste um die Gemeinde, erinnerte an die vielen Arbeiten, die zu bewältigen waren, und dankte im Aufträge des Gemeindevorstandes den Mitgliedern des jetzt abtretenden Kollegiums für die stets friedfertige und erfolgreiche Mitarbeit. Nach Erwiderung, einiger Mitglieder des Kollegiums schloß der Vorsitzende die letzte Sitzung, dies! Repräsentantenkollegiums, welches vier Jahre über den satzungsgemäß festgesetzten fünfjährigen Zeitraum hinaus im Amte war. M. Hamburg, 12. März. Das I s raeliiti s ch e Gemeins ch>a, f t s h. e i nt, eine Schöpfung des unvergeßlichen Philanthropen Gustav Tuch, hat auch in diesem Winter eine überaus segensvolle Tätigkeit entwickelt. Für die Vielen künstlerischen Veranstaltungen, die auch beu unbemittelten Kreisen Belehrung und Erholüng bieten sollen, hatte sich dank der unermüdlichen Tätigkeit der Vorsitzenden, Frau Dr. M. Fink, und ihrer Mitarbeiter stets eine Schar von. Künstlern -und Gelehrten zur Verfügung- .gestellt. Einen besonders glänzenden Verlaus nahm die vom; Vorstand veranstaltete Piurimfeier, die auserlesene künstlerische Genüsse bot. Die vom Gründer gegebene Bezeichnung „Gemeinschaftsheim" kam hier zur vollen Geltung-. Der .große Saal des Logenheims war dicht besetzt; alle Kreise unserer Gemeinde waren vertreten. Mit zu zeigen daß sie, ob reich oder mil-tell-o-A, eine Gemeinschaft