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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1920-03-12 · Heft 11 (12.3.1920) · p. Seite 3

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
84 (1920)
Issue
Heft 11 (12.3.1920)
Date
1920-03-12
Page
Seite 3 (sequence 15)
Language
German
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Deutschen bedenkt: Auch die innere Entwicklung zeigt auffallende AHn-l.i-chke'iit'en. -- Im Laufe der.Jahr>hund-ert.e sind Judentum und Teuijischtium . in .enge. Bezieh,u-ngen .zue-inander getreten und haben gegenfe-itig. einen starken EM-.s-luH auseinander -auslzeübl. Tie jüdische Gi-genart hat -im Rahmen . des deutschen Volkstums ihre gute Berechtigung. Gerade der Jude, der sich in sein eigenes Wesen und in die jüdische Vergangenheit vertieft, lernt hier die sittlichen Kräfte kennen, die die deutsche G-eschii-chte bewegen, und die Treue Zum Judentum er Zieht ihn a>uch Zur Treue gegenüber dem deutschen Volke, denn die Treue durchdringt den ganzen Memchen nnd äußert sich in seinem gesamten Tun und Lassen. Daher macht gerade die Pflege seines' Judentums den deutschen Juden gleichzeitig Zu einem charaktervollen Menschen. Der Redner gab der Hoffnung Ausdruck, daß die Schickralsgemeinschaft zueinem größeren gegenseitigen Verständnis und zu einer wahrhäsleu Harmonie Zwischen Judentum und Deutschtum führen werde. ~ Siegburg, 5. Mürz. Am 22. v. M. fand hier die Gründung eines K r e i s v e r-b a n d e s des C e n t r a l v e r e i n s d e it t f ch e r Staat 8 bürg e r j ü d i s dyen G l a u b ens, nmfafsend sieben Ortsgruppen, statt. Tie Ortsaruppen benenn-n sich nach den sieben LynagogenbeZirken im Sieakreis wie folgt: Siegburg, Geislingen, Ruppichteroth, Eitors, Oberdollendorf, Mondorf und Honnef. Jede der Ortsgruppen hat. einen Vorstand für sich, und aus diesem Gesnmtvorstand, der sich aus 25 Person!.'n zusammensetzt, wird ein engerer Ausschuß, den Kreisvorstand darstellend, gewählt. Der einstweilige Vorsitz wurde dem Kaufmann'Herrn Hermann L ev y in Honnef übertragen, welcher die Versammlung leitete. Zu der Versammlung waren auf Einladung erschienen der Vorsitzende des Landesausschusses, der Geschäftsführer des Landesausschusses, Herren des Vorstandes der Ortsgruppe Bonn, Vertreter der Verbindungen im K. E. Rheno-Silesta (Bonn) und Rheno-Guestphalia (Köln). Zuerst ergriff der Vorsitzende des Landesausschusses, Herr Kaufmann B. F e i t che n f e l d aus Köln, das Wort, mn in einer fast einstüudigen Rede den Amvesendeu die Gründe und die Ziele vor Augen zu führen,' die der Centralverein für wine Arbeit sich zu stellen anal, legen sein läßt. Hieraus gab er ein Bild von der demnächst zu leistenden Arbeit im Kreisverband und in den Ortsgruppen. Tie Hauptverfamurlungen werden aber ausschließlich in Siegburg, dein Zentralaelegensten Punkte des Kreises, ab gehalten. An diese Darlegungen schlossen sich die Begrüßungsreden -der verschio-deneu Vertreter ausn-ärtiger Körperschaften. tzllllsnd. Haag, im März. Tie Erwerbung des palästinensischen Bodens als ewiges, unveräußerliches Eigentum des jüdischen Volkes ist die Hauptaufgabe des Jüdischen Nationalfonds. Aber auch die Aufforstung Palästinas ist von nicht geringer Bedeutung für den Wiederaufbatt. des Landes. Ob diese dem Jüdischen Nationalsonds übertragene Aufgabe von ihm allein durchgesührt oder ob auch Negierungsin'stitutionen b-is zu einem -gewissen Grade sich beteiligen lverden, steht noch nicht fest. In jedem Falle obliegt es dem Jüdischen Nationalsonds, die sich bietenden Gelegenheiten schon jetzt auszunutzen, und mit der Bewaldung dort Zu beginnen, wo dies int kolonisatorischen und auch sanitären Interesse notwendig ist. Schon vor dem Kriege lvurde bekanntlich beschlossen, daß sich die „Baumspende" künftig nicht mehr ans.'die Pflanzung von Frucht'bäunten beschränken, sondern vielmehr Nutzbäume aller Art, also Waldbäume, anpflanzeu möge. Durch die praktischen Erfahrungen in Palästina war man zu der liebe rzeugung gelangt, daß die -Anpflanzung von Fruchtbäumen, die einer individuellen Pflege bedürfen, zweckmähiaerweise der Privatinitiative zu überlassen ist. Anderseits ergab sich immer mehr die Notwendigkeit, Sümpfe, Sanddünen und sonstige Oedländereien mit Wald bäumen, besonders mit «beni schnell wachsenden Eukalyptus, Zu bepflanzen. Die Aufforstung solcher Gebiete erschließt der Kolonisation weite Strecken Landes, bildet eine wichtige Borattssetzung für die Sanierung des Landes und bietet die Möglichkeit, dringend notwendiges Hol'Zmaterial für Bnuzlvecke us-lv. im Lande selbst Zu be schass eit. Es war indessen nicht luöglich, solange die türkische Herrschaft währte, die Aufforstungsarbeit ernstlich in Angriff Zu nehmen. Es fehlte auch an den nötigen Erfahrungen' bezüglich der Auswahl von geeigneten Baumgattungen und der richtigen Pflanzungsmethoden. Die Mittel der „Baum spende" lvurden daher vornehmlich in die Pflanzlingen von Den-Schemen und Hul'dal) investiert, die unter den vorhandenen Umftänden keinen besriedigenden Erfolg austviefen.. Neben den Schwierigteiten, die die Anfänge jeide.r Kolontfationsarbeit begleiten,, kamen. Elementarereignisse hinzu, wie die Heuschreckenplage, diein den Pflanzungen schweren Schaden anrichtete. Zuletzt wurden die PslanZungen in Ben-Schemen Zllm Kriegsschauplatz, wo das, was die Heuschrecken übrig ließen, durch die Kämpfe fast vollständig zerstört wurde. In der Kriegszeit wurden durchdie Arbeitergenossenschaft in Ber- Tobiah versuchsweise 100 Dunain mit Eukalyptusbäumen aus Nationals o n d s-.Böden angepslanzt. Dieser Versuch ist in jeder Weise geglückt. Jut vergangenen Jahr ließ auch die Anglo Palestina Company und die Jmmobiliengesellschast „Palästina" 200 Dunam auf den Abhängen des Karmel in Haifa mit Felsensichten durch eine Arbeitergen^jssenschast bepflanzen. Auch diese Anlage verspricht nach den Gutachten von Fachleuten einen guten 'Erfolg. Diese Versuche haben der „Baumspende" einen neuen Weg Zur Verwirklichung ihres Programms gewiesen: die Ansforstung durch Vermittlung von Arbeitergenossenschaften. Diese Methode ist nach dem Urteil der Fachleute von großer Wichtigkeit für den Wiederaufbau Palästinas, die Sanierung des Landes und auch für die Lösung des Arbeiterproblems. Die Verwaltung des Jüdischen Nationalsonds hat nun auf dieser Grundlage die Ausführung eines großzügigen Planes für die Aufforstung Palästinas in Angriff genommen. Nach diesem Plan, der sich aus drei Jahre verteilt, tollen angepslanzt werden: 1 700 000 Eukalyptus- und Waldbäume anderer Art aus einem Komplex von 2125 Dunam. Hiervon entfallen: 1. Aus Merchaviah im Zusammenhang mit der Sanierung der Siedlung 20 000 Eukalyptusbäume auf 200 Dunam. 2. Auf K i n e r e th und Daga n i a h an den Abhängen des Berges neben der Farm Kinereth und an den Usern des Jordan und des Kmerethsees 42 000 Eukalyptus- und Waldbäume anderer Art aus 175 Dunam. 3. Auf Ben-Schemen ca. 700000 Bäume auf 230 Dunam. 4. Auf Huldah 425 000 Bäume auf 140 Dunam. 5. Auf B e r - T o b i a h (Kastinie) 27 000 Bäume auf 380 Dunatn mit Ausnahme der bereits oben erwähnten. 6. In der Umgebung d e r K o lo nie C h>e d e r ah hauptsächlich Eukalyptusdäume auf 1000 Dunam, insgesamt 500 000 Bäume. Hinzu kommen letztens die Ausforstungsarbetten in R i s ch o n - l e - Z i o n. In der Generalversammlung dieser Kolonie ist beschlossen worden, dem Jüdischen Nationalsonds zum ewigen Eigentum 500 Dunam von den angrenZenden Sanddünen zu überlassen. An die Schenkung ist die Bedingung .geknüpft, daß der Jüdische Nationalsonds i-m Lause von drei Jahren dieses Land bewalden läßt. Diese Tatsache zeigt, welche Wichtigkeit die Bevölkerung der jüdischen Kol.cniett Palästinas dem Jüdn-chen Nationalsonds beimißt. Tie Verwaltung des Jüdischen Nationalfonds hat bereits die Aufforstung der Dünen von Nischon-le-Zion einer Arbeitergruppe von 18 Mann uns den Arbeitern Nachlath-Jehndas übergeben. Tie Arbeitergenossenschaft hat milden Pflanzung s arbeiten sofort begonnen, nnd es wurden ungefähr 35 000 Bäume angepflanzt. In den ersten zwei Monaten tverden außer dieser Genossenschaft noch 25 Arbeiter beschästtgt werden, die zusammen unter Leitung des landwirtschaftlichen Teparrements des Palästinaaurtes die Arbeiten ausführen werden. Diese Ausforstungsarbeiten dürften dem Anspruch des Jüdifchen R'ationalsonds, ihm alles Oedland in Palästina kostenlos zu überlassen, erhöhte Berechtigung, geben-. Sie werden auch bcm Jüdischen Rationalfonds die Möglichkeit geben, in kurzer Zeit seinen Derpslichtungen nachzukotttmen und alle gespendeten Bäume zu Pflanzen, deren Zahl sich zurzeit aus etwa 400 000 beläuft. Anaarn. z. Budapest, int März. Die Pester Israelitische Religionsgemeinde, diese größte, führende Gemeinde Ungarns, hielt Sonntag, den 15. Februar, unter dem Vorsitz des Präsidenten Franz S z e t e'! y eine sehr gut besuchte außerordentliche Generalversanunlung ab, die ztlnächst den Vertrag über die Ausnahme eines 4^-Millionen-Darlehens ratifiziecte. Dieses Darlehen wird einerseits zur Vereinigung der früheren "älteren .Darlehen der Religionsgetneinde, anderseits zur Deckung jener enormen Schäden verwendet werden, die die Proletarierdiktatur den kulturellen, Humanitären tmd fottstigett Jnstittltionen der Gemeinde verursacht hat. Die Rückzahlung lvird in hundert Hälbjahrsraten erfolgen. Der Bericht über die den Getneindeangestellten, Lehrträften und Beamten im Jahre 1910 und in den l'eiden ersten Monaten des lausenden Jahres gewährten linkec-

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