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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1920-02-20 · Heft 8 (20.2.1920) · p. Seite 94

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
84 (1920)
Issue
Heft 8 (20.2.1920)
Date
1920-02-20
Page
Seite 94 (sequence 10)
Language
German
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94 - bei Ferdinand. Vergebliche Mühe, Judenaustreibung zu verhindern. Edikt vom 30. April 1492. Abarbanel Hot 30 000 Dukaten. Tvrquemada! Bis zum 31. Juli sollten sie bas Land verlassen. Nur Mobilien mitnehmen, Liegenschaften nur gegen solche, nicht gegen Geld verkaufen! Unbeschreibliches Elend. Hunger, Seuche. Auf Schiffen. Seeräuber, auf unwirtlichen Inseln ausgesetzt. Die Glücklichen: nach Türkei; Amsterdam; Neapel; hier König Ferdinand Judenfreund. Erwartet Aufschwung dom Zuströmen der Juden; Neapeler Gemeinde bringt große Opfer für die Zuzügler; unter ihnen Abarbanel, arbeitet weiter an seinem Dibelko-mmentar. Dann Finanzrat bei Ferdinand. Pest unter den Auswanderern in Neapel. Ferdinand sendet aus Abarbanels Betreiben Aerzte, und als die Minister zur Judenvertreibung rieten, sagte er: Er lege seine Krone nieder, wenn man die Juden aus Neapel vertreibe. Auch in Portugal spanisch-jüdische Flüchtlinge. König Johann versprach 12 000 Juden gegen ein unglaublich hohes Kopfgeld acht Monate in seinem Lande zu dulden, es sollten ihnen dann Fahrzeuge zur Verfügung gestellt werben. Erpressungen. Man gab ihnen für teures Geld schlechtes Essen. Hunger, Pest. Willkürliche Erhöhung der Schiffspreise, so daß viele zurückblieben. Vom Könige als Sklaven verkauft. Kinder den Eltern entrissen, nach den neuentdeckten Dhomasinseln (als Beute des Klimas und der Bestien starben sie dort) verschickt. Ta der portugiesische König die spanische Prinzessin heiraten wollte, vertrieb er Oktober 1498 auch die portugiesischen Juden. Vorher hatte er ihnen am Pesach, da sie sich wider Erwarten nicht hatten taufen lassen, gewaltsam die Kinder weggenommen und diese unter seinen Adligen verschenkt. Verzweiflungstod vieler Eltern. IV. Vertiefung. Schilderung des Leids in Schebet Jehuda, Einet habacha! Marranen Anußim — Muchranum. Man merkt bei Abarbanels Bibelkommentar seinen Sinn fürs öffentliche Leben: Militär- und Verwaltungsverhältnisfe bespricht er. Die Habsucht, nicht nur der Glaubenshaß, zeigt sich bei der Judenaustreibung. Die Juden mußten ein Haus für einen Esel, einen Weinberg für ein Stück Leinwand hingeben. Wie edel erscheinen die Juden im Leide. Reiche halfen den Armen. Am schwersten der Abschied von den Gräbern. Leichensteine nahm man als Andenken. Standhaftigkeit gegen t;ie Bekehrungsversuche: Nimmer entweihen wir den Bund unserer Väter. -.00 000 zogen aus. Rlabbiner ließen, um den Schmerz der Hestuatberaubten zu betäuben, Musik machen. Treue Hilfe der Ä arr.'.uen, die ihren Brüdern Geld nachschickten. Großer Verlust Spaniens! Sein Verfall! Die fephardifchen Kolonien mi: ihrem Ordnungssinn, ihrem Ladino und ihrem Stolze gegen die Aschkenasim! V Zusammenfassung: 3. Ferdinand von Spanien und Ferdinand von Neapel . zwei Gegensätze? 2. Die Beweggründe Ferdinands bei der Judenvertreibung? 3. Die Folgen der Austreibung: a) für die Inden, b) für Spanien? VI. Anwendung: 1. Die spanischen Juden im Leide: Vorbild der Seelengröße. 2. Die spanischen Juden im Leide: Vorbild in Heimatliebe. 3. Die spanischen Inden im Leide: Vorbild in Glaubenstreue und Liebe zu den Stammesbrüdern. 4. Abarbanel gemahnt uns, auch auf der Höhe der Ehren unserer armen Brüder zu gedenken. 5. Wir lesen einige neuere Gedichte, welche hie Vertreibung der Juden aus Spanien poetisch behandeln. Manasse den Israel auf der O b e r st u f e des Gymnasiums. I. Ziel: Wie der Amsterdamer Manasse öen Israel für die Zulassung der Juden in England sorgt. II. Vorbereitung: Holland Zuflucht .entkommener Marranen . und Juden. Erlaubnis zum Synagogenbau Bet Jakob. Wegen ihres Fleißes willkommen, st III. Darbietung: Manasse ben Israel kommt mit seinem von der Inquisition fast zu Tode gefolterten Vater nach Amsterdam. Sein Lehrer Usiel. Sein Schriftstellervorbild Abarbanel, dessen Urenkelin seine Gattin. Genießt als Polyhistor Weltruf; Grotius (Völkerrecht) und Frankenberg (Mystiker: Graeei rivos, Latini paludes, Hebraei habent fontes) verkehren tritt ihm, und Rernbrandt liefert zu einem seiner Bücher Titelvignette und Kupferstiche. In seiner Druckerei stellt er gute Bibelausgaben her. Aus Not wird er Geschäftsmann. Entschluß, nach Brasilien zu gehen. Wird aber durch die reichen Pereyras zum gut besoldeten Leiter der neuen Akademie. Durch den Sprachgelehrten Vossius mit der Königin Christine von Schweden bekannt, bittet er, daß dort Juden sich niederlassen dürfen. Wird mit Cromwells Geheimsekretär Ed. Niclas bekannt, richtet an die englische Gesandtschaft in Amsterdam die Bitte, Juden — seit 1290 war ihnen England verschlossen — wieder zuzulassen. Besuch der Gesandtschaft m der Synagoge. 1655 überreicht Manasse in London dem Lordprotektor ein Gesuch zugunsten der Juden. Trotz der begeisterten Fürsprache Cromwells Ablehnung vom Parlament. Manasse schrieb in London „Rettung der Juden". Darauf erteilte Cromwell einzelnen Juden die Erlaubnis zur Ansiedlung. Manasse empfängt 100 Pfund Jahresgehalt, stirbt 1675 auf der Rückreise. IV. Vertiefung: Isaak Usiel kämpft gegen katholische Neigungen der früheren Marranen. Rest katholischen Einflusses in der Bannformel gegen Uriel Acosta und Baruch Spinoza. Im Conciliador, wo Manasse die Widersprüche in der Bibel ausgleicht, wirft er, wie Abarbanel in seinen Werken, erst Fragen auf, um sie dann zu beantworten; ferner ist er wie Abarbanel ganz erfüllt von Messiashoffnung: Gspsranra d’Israel (Indianer als Rest der Zehnstämme!). Ed. Niclas hatte eine Apologie für „die ehrenwerte jüdische Nation" geschrieben, deutet die Leiden Englands, als Strafe für das den Juden getane Unrecht und erwartet Englands Glück von der Wiederaufnahme der Juden (im gewissen Sinne hat sich das erfüllt!). Puritaner und der Einfluß des Alten Testaments. Manasse macht geltend für die Juden ihre Vaterlandsliebe und verteidigt sie gegen den Vorwurf des Wuchers und des Ritualmordes. „Rettung der Juden" von Markus Herz übersetzt, von Mendelssohn bevorwortet. V. Zusammenfassung: 1. Manasses Umgang mit Nichtjuden. 2. Manasse und Abarbanel. 3. Manasse und Josephus. 4. Wie erklärt sich die Intoleranz der Synagoge gegen Acosta und Spinoza? 'st VI. Anwendung: 1. Probe aus ,Kettung der Juden". 2. Wie ist die Beschuldigung des Wuchers zurückweisen? . . 3. Wie die des Mtnalmords? 4. Glaubenstreue und Vaterlandsliebe. st

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