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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1920-02-13 · Heft 7 (13.2.1920) · p. Seite 84

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
84 (1920)
Issue
Heft 7 (13.2.1920)
Date
1920-02-13
Page
Seite 84 (sequence 12)
Language
German
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84 Geschichte gemeinverständlich darzustellen, ihre einzelnen Phaser! int Zusammenhänge mit der allgemeinen Historie aufzuzeigen, ist fraglos ein schwieriges Unternehmen. Hier kam es darauf an, den reichen Stofs in weiser Selbstbeschränkung zu gliedern und Personen und Ereignisse prägnant zu charakterisieren. Das ist dem Verfasser vortrefflich gelungen; seine Darlegungen fesseln -den Leser auf jeder Seite und werden hoffentlich dazu beitragen, daß im Streit der Geister das Urteil über Juden und Judentum gesunde. Es ist für Lernende getrieben, die unsere Geschichte kennenlernen wollen. Möge die warmherzige Liebe, die dem Verfasser den Griffel führte, Nacheiferung wecken und zu vertieftem Studium dieses interessanten Kapitels der Weltgeschichte anregen. Göttin gen. Dr. S. B e h r e n s. * Richard Beer- Hof man n : . Schlaflied für Mirjam. S. Fischer Verlag, Berlin. Der durch sein herrliches Drama „Jaakobs Traum" in letzter Zeit mit Recht zu allergrößter Berühmtheit gekommene Dichter legt auf einem schön gedruckten Blatt ein „S ch l a f l i e d für M i r j a m" vor, das schon im Jahre 1898 entstanden ist. In diesen schlichten, einfachen Versen spiegelt sich die ganze Innigkeit seines Wesens. Es sind Worte wurzelhaster jüdischer Art, die der Dichter hier findet, und aus ihnen tritt uns mit freudiger Genugtuung die Tatsache entgegen, daß Beer-Hofmann den Zusammenhang jüdischer Geschichte und jüdischen Wesens in größter Lebendigkeit in sich empfindet. Ihm ist das zu sagen gegeben, was so viele von den Juden unter uns fühlen, die nicht nur Mußjuden sind, sondern die in ihrer jüdischen Art das Beste ihres Wesens zu finden glauben. „Blut unserer Väter, voll Unruh und Stolz. In uns sind alle." Wundervoll fliehen diese vier Strophen dahin. Wir wünschten selbst Kinder zu sein, damit man sie uns am 'Abend singen könnte. Ruhe und Frieden verbreiten sie, und aus denr tiefen Erlebnis eines wahrhaft großen Menschen heraus sind sie geboren. . Dr. Willy Cohn. * — H ei n rich M a r g ul i e s: „Kritik des Z i oni sm us". 1. Teil: „Volk und Gemeinschaft". R. Löwit Verlag, Wien und Berlin. Preis geheftet 8 Mark. Mit di.es.enl Buche wird zum erstenmal der Versuch unternommen, das ganze Gedankengebäude des Zionismus umfassend darzustellen und gleichzeitig eine Art Geschichtsschreibung der jüdischen Bewegung zu geben. Der vorliegende erste Teil enthält den Aufbau der gedanklichen Grundlagen und eine längst erwünschte Klarstellung strittiger Begriffe. Eingebettet in die Gedankengänge der modernen Philosophie und Soziologie bietet er den Entwurf eines soziologischen und sozialethischen Denksystenis, wie es großzügiger und umfassender kaum vorgestellt werden kann. Wer den Zionismus nicht nur als eine Summe praktischer Bestrebungen kennenlernen will, wer darüber hinaus die geistigen Wurzeln dieser Bewegung erfassen und sich aus ihnen eine harnronische, abgeschlossene Weltanschauung bilden will, wird von diesem Buche ausgehen müssen. &&& * Eines der geistreichsten und gedankenvollsten Bücher unserer Tage fdie Superlative sind hier am Platze) ist Julius B a b s „Fortinbras oder Der Kampf des 19. Jahrhunderts mit denr Geiste der Romantiker" (Berlin 1914). Eine Bemerkung von Professor Volkelt in ferner Schrift „Religion und Schule" S. 29: „Vortreffliche und selten gehörte Gedanken - äußert Julius Bab in seinem Buche" usw. lenkte unsere Aufmerksamkeit auf Babs Werk. In künstlerisch vollendeter Form und in ausgezeichneter GedankenPräzision schildert d>er Verfasser, mi-c aus dem klassischen Menschen der Bildungsphilister und aus dem rourantischen der Snob sich entwickelt, und so das Niveau des deutschen Geistes im 19. Jahrhundert gesunken sei. Er führt den Nachweis, daß an die Stelle wirkender, Kräftentwtckeluug, zeugenden Weltgenusses das bloße Sein sich setzt, das Sichbehagen in der gegebenen Wirklichkeit als letzter Sinn und Wert. Bab kommt zu dein interessanten Ergebnis, „daß die Mysterien des Blutes einer gleichen „wissenschaftlichen" Versimpelung fähig sind wie Kant-Goetheische Ideen; das beweisen uns die bequem-gläubigen Sekten der ersten Philisterkirche: die Legitim isten, Chauvinisten, Antisemiten, Nationalisten und alle Spielarten frivoler Rassendogmatik tagtäglich". Zum 'besseren Verständnis sei bemerkt, daß Bab zuerst von der Kirche der politischen Idolatrie, der stumpfen Machitvergötterung spricht; die zweite große Philisterkirche des 19. Jahrhunderts ist ihm die Kirche der Marxisten und' die dritte die auf naturwissenschaftlicher Basis errichtete. Obwohl das Werk wenig spezifisch Jüdisches enthält, möchten wir es als äußerst anregend nachdenkenden Lesern angelegentlichst empfehlen. Dr. Spanier (Magdeburg). Mchkrrmlauk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. Organisation und Betrieb des japanischen Welthandels. Von Dr. S. Berliner, vor dem Krieg, Professor der Handelsschule an der Kaiserlichen Universität zu Tokio. Hahnsche Buchhandlung in Hannover. 1920. Der Neue Merkur. Monatshefte. Herausgeber L. Frisch «und W. Hau s e n st e i n. 3. Jahrgang. Dezember 1919. Verlag „Der Neue Merkur", München. Jüdische Monatshefte, herausgegeben unter Mitwirkung von Rabbiner Dr. S. Breuer (Frankfurt a. M.) von Rabbiner Dr. P. Ko hu (Ansbach). 6. Jahrgang, Heft 11 bis 12. 1919. Verlag Rudolf Leonhard Hammon, Hagen i. W. Aus dem Zusammenbruch ins Paradies! Ein Weckruf an die Menschheit. Bon Karl Harz. Zweite, verbesserte Auflage des Buches „Durch Revolution und soziale Religion ms Paradies". Verlag von Gebr. Harz, Altona-Ottensen, 1919. Hans Goslar: Jüdische Weltherrschaft! Phantastegebilde oder Wirklichkeit? 1920. Gabriel-Rießer-Berlag, Berlin SW 68, Lindenstraße 13. Aus Natur und Geisteswelt (748). I. Elbogen: Geschichte der Juden seit dein Untergang des jüdischen Staates. Verlag B. G. Teubner, Leipzig-Berlin, 1919. M a s e r. Bon Meier Aaron G o >l d s ch m i d t, mit Zeichnungen von Benno Wulfsohn. Aus dem Dänischen übersetzt von Age Avenstrup und Elisabeth Tr eitel. Axel Juncker Verlag, Berlin W 15. Dr. Paul v. Mat hi-es: Katholizismus und Demokratie. Eine Skizze. Der Freie Verlag, Bern-Berlin 1919. K. C. Blätter. Monatsschrift der im Kartell-Eonvent vereinigten Korporationen. 9. Jahrgang. Heft 11 und 12,. 1919. 2 6. Jahresbericht der Jsraelitisch^-theoilogischen Lehranstalt in Wien für das Schuljahr 1918/19. Wien 1919, Verlag der- Israelitisch-theologischen Lehranstalt, 2. Telnp.elg.asse 3. Reclams Universal-Bibliothek Nr. 6075. Jakob Scherek: Die Doppelverlobung. Eine Erzählung aus dem jüdischen Kleinstadtleben. Mitteilungen des Verbandes der jüdischen Ju.gendvereine Deutschlands, Heft 3/5. Berlin 0, Burgstr. 26. Zur Finanz-Wirtschaft der israelitischen Religionsgemeinschaft (Landessynagoge) und der israelitischen Rel igionsgemeinden in Baden. Bcn Dr. rer. pol. Ezechiel Ha sga ll. - Karlsruhe i-. B. G. Braunsche Hofbuchdruckerei- und Verlag, 1920. Leopold Zunz. Ein Lebensbild von Leon Schein haus. Verlag von M. Poppelauer, Berlin, 1920. Mi'srachi. Jüdische Monatshefte. Herausgegeben von der Misrachi-Landesorganisation der Schweiz. Heft 3. Zürich, 1920. Bürgerin Louise. Roman von Edward S t i l g e b a u e r. Erstes bis sünfteis Tausend. Erwin Berger, Verlag, -Berlin W 62. Der deutsche Konservatismus und die Revolution. Bon Adam Röder. Verlag Friedrich Andreas Perthes A.--G., Gotha, 1920. Gabriel Rieher. Ein deutscher Mann jüdischen Glaubens. Ein Lebensbild von Jakob Seif ensie de r. Frankfurt a. M., 1920. Verlag von I. Kauffmann.' Preis gebunden 10 Mark, Luxusausgabe 20 Mark und 20 Prozent Teuerungszuschlag. Der Tragödie zweiter Teil: Ter Friedensschlnß. Von Georg Brandes. Autorisierte Uebersetzung von Erich Holm. Verlag Friedrich Andreas Perthes A.-G., Gotha, 1920. Agada-Sammlung von- I. Lewner. Für die Jugend.-ausgewählt, übersetzt und mit Zusätzen versehen von B. 'Gottschalk. Dritter Band: Von Saul bis Zedekia. Vierter und fünfter Band: Von Daniel bis Herodes. — Von Hillel bis Akiba. Berlin, 1920. Verlag von M. Poppelauer.

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