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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1920-02-06 · Heft 6 (6.2.1920) · p. Seite 70

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
84 (1920)
Issue
Heft 6 (6.2.1920)
Date
1920-02-06
Page
Seite 70 (sequence 10)
Language
German
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70 Hebräischen gleichgültigen Snragossaner. Seine biblisch gestimmte Tugendlehre: Tikkun middot hanefesch zeigt, wie man die Leidenschaften beherrschen soll, und weist mit Wehmut hin auf den Neid und Hochmut seiner Zeitgenossen. Sammlung von Sittensprüchen aus dem griechisch-avabisch-jüdischen Schrifttum: Mibchar Peninim. Ruhelose Wanderj-ahre. Dann neue Heimat bei Samuel. Vertiefung in die Religion. In seinem in Gesprächsform abgefaßten Mekor Ehajim fromme Gedanken: Welt Kleid Gottes, Mensch Welt im kleinen, Seele Spiegel Gottes; aus Gott entströmen alle Kräfte, die das Weltall gestalten. Diese Schrift hat in lateinischer Uebersetzung (Aricebrol hielt man für einen christlichen Mönch) auf das mittelalterliche Christentum eingewirkt. Nach Samuels Tod dessen Sohn Josef sein Beschützer. Dieser ward erschlagen. Gabirol wieder heimatloser Pilger. TH) in Valencia. Sage. (Heinrich Heine!) IV. Vertiefung: Dieselben Gedanken, die Gabirol in Mekor Chajim darstellt, auch als Dichter in Keter Malchut (Machsor für In diesem Gedichte findet sich auch die Vorstellung, daß Gott mittels zehn Sephirot oder Leitungen seinen Willen durch die Welt lenkt. Die jüdische Gehemrlehre oder Kabbala hat diesen Gedanken vielfach ausgesponnen. Wenn wir die Sephirot als Naturgesetze auffassen (aus die Zehnzahl kommt es uns nicht an), so liegt darin auch für uns eine religiöse Wahrheit, es zeigt sich in ihnen der Wille oder das Gesetz Gottes. (Beispiele!) Der tiefere Sinn der Todessage: Verherrlichung seiner Dichterkrast, die zwar den Neid der Zeit-' genossen weckte, aber noch nach dem Tode des Sängers edle Früchte zeitigte. Spätere fühlten sich durch seine Dichtungen begeistert, ihm nachzustreben. Auch wir laben uns an seinen Worten! Auf seinem Leichensteine: m» rr inpb «mp -\vb Ein späterer spanischer Dichter: Er ist ein König erhaben groß. Das Lied der Lieder ist Salomos (wie zu verstehen?). Gabirols Dichterwürze ist unerreichbar. Seine Dichterkraft ist unvergleichbar. V. Zusammenfassung: 1. Inwiefern ist Gabirol tpHp a) ein heiliger Fürst im Liede, b) ein heiliger Fürst in der Lehre, c) ein heiliger Fürst im Leben. 2. Was lehrt der Titel Tlpft a) Der Quell alles Lebens ist Gott. b) Der Quell des inneren sittlichen Lebens ist die Religion. 3. Was bedeutet der Titel JYnte '"irD a) Der Dichter will Gottes Königsherrschaft besingen. Das Lied ist die Krone, die er seinem Gotte huldigend weiht. b) Die Dichtung ist wie eine Königin, ihre schönste Krone ist aber die Verherrlichung Gottes. VI. Anwendung: Gabirol denkt und dichtet zu Ehren Gottes. Was können wir von Gabirol lernen? Alle unsere Kräfte und Gaben zur Verherrlichung Gottes zu benützen. Mit genügend vorgebildeten Schülern wird^2?!?28 im Ziddur gelesen, außerdem liest der Lehrer einige deutsche Proben seiner Dichtungen nach Hellers hebräischen Melodien vor. I u d a H a l e w <i a ufderQ b e r st it f e derVolks s ch u l e. I. Ziel: Der Dichter der Zionsliebe, der Sehnsucht nach Palästina. II. Vorbereitung: Juden in Spanien damals frei und glücklich, doch das Land der Väter nicht vergessen. Pilgerfahrten, wie beschwerlich damals. Anknüpfung an den heutigen Zionismus. III. Darbietung: Seine Schülerzeit bei Alfasi. Dann Arzt zu Lucena. Der Dichter: Gott, Palästina, Thora. Der Denker: Cusari, künstlerische Einkleidung. Grundgedanke: Israel ist Herz der Menschheit.. Die Satzungen wollen es zum Priestervolk erziehen. Die Leiden wollen es läutern. Israel ist der von den Propheten geschilderte leidende Gottesknecht. Christentum und Islam bereiten die Menschheit für die Annahme der reinen Gotteslehre vor. Seine Sehnsucht treibt ihn nach Palästina. Reise Triumphzug. Sage (s. Heine!). IV. Vertiefung: Religion ist Juda innere Erfahrung, was man im Gemüte erlebt. Der Verstand vermag uns über göttliche Dinge nichts zu erweisen! Ueber sie gibt uns das religiöse Erlebnis im Herzen (Offenbarung!) Ausschluß. Gott ließ sich von Israel und zumal von den Propheten erfahren und erleben, und was diese aus der Gemeinschaft mit Gott gewonnen, soll Israel allen Völkern Mitteilen. Sinn der Todessage: er wäre bereit gewesen, für Zion in den Tod zu gehen. - V. Zusammenfassung: Juda Halewi, der Sänger.und Seher des Exils: a) seine Zionslieder, b) seine Zionslehre (Cusari). VI. Anwendung: 1. Welche Stellung nimmt das Judentum zum Christentum und Islam ein? Es sieht in ihnen gottgewollte Mittel, die Menschheit allmählich für die reine Religion des Geistes empfänglich zu machen. 2. Warum ist uns Zion — Palästina teuer? . a) Es ist das heilige Land der Menschheit, b) es ist das Land unserer Väter, c) es ist das Land, die Heimstätte unserer verfolgten Brüder, 6) es ist das Land, das auch mit unserer Hoffnung innig zusammenhängt. Es folgen Proben aus Hellers Uebersetzungen. M a i m u n i i m G y m n a s i u m I/H. I. Ziel: Wie Maimuni das talmudische Judentum in ein System bringt und mit der Zeitbildung aussöhnt. II. Vorbereitung: Die fanatischen Almohaden erobern Cordoba. Anußim. Die Feinde im Innern: Karäer. Wirren: Was ist das wahre Judentum? Abergläubische Juden, die sinnliche und getrübte Go ttesvorstellungen hatten. Freigeister, die nur die Philosophie, nicht die Religion gelten lassen wollten. Versuche, das Judentum philosophisch zu durchdringen: Sagdia. Unterschied zwischen Emunot wedeot und Cusari! Worin bestand die Zeitbildung? Die arabisch-aristotelische Philosophie! Versuch, den im Talmud aufgehäuften Stoff zu sichten: Alfasi. A. III. Darbietung: 1135 zu Cordoba geboren. Sein Vater (Richterrabbiner) außer im Talmud auch in Philosophie, Mathematik, Astronomie, Medizin sein Lehrer. Vor den Almohaden Flucht aus Cordoba; unstetes Wanderleben. In Fez gab es jüdische Scheinmohammedaner. Der Vater im Jggeret haschmad und er im Maamar kiddusch Haschern ermahnen zur Glaubenstreue. Maimuni in seinem Eifer, auf die Scheinmohammedaner religiös einzuwirken, gerät in Lebensgefahr und wird durch einen mohammedanisch'en Freund gerettet. Uebersiedekung nach Aegypten. Besuch des Heiligen Landes; stürmische Seefahrt. Tag der Rettung in der Familie festlich begangen. Kurz nach Ankunft in Kairo starb sein Vater. Er

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