Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 84 (1920)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1920)
- Date
- 1920-01-23
- Page
- Seite 3 (sequence 15)
- Language
- German
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gebracht. An, dem Vereinsleben.uys.erer,Ltccht.. n.s^u..-.e^;bei)stäUgfien Anterü' Znnüchst Mar er ‘MitbögrunberstlM lange .Jahre hindurch 'AufflchtsraMmiltz'Llöd ^detz, Vörschußvere'ins, der. zu einem guten Teile die. materielle Entwicklung der Stadt Gleiwitz erst möglich gemacht hat. Aber .auch über seine Tätigkeit.im Borschußverein hinaus war Herr Kleczewski mit Rat und Tat'bemüht einzugreifen, wo es einmal Not tat, und in mehr wie einem Herzen wird dieser helfenden Fürsorge an dem Ehrentage.des alten Herrn mit Dankbarkeit gedacht werden. Mit der Geschichte der.'Liedertafel und des Alten Turnvereins ist der Name Kletzewski ebenso verknüpft. In der Kultusgemeinde hatte er Aemter nM Würden inne. Seit 33 Jahren wirkt er als Repräsentant und nimmt noch jetzt am Gemein beleben regen, Anteil. Die Stadtverordnetenversammlung sah. ihn namentlich in verschiedenen Kommissionen usw, seine Tätigkeit ausüben, wie er überhaupt eines der tätigsten Mitglieder dieser Versammlung war, nicht aber ein Freund großer Reden. Ein Bürger von altem Schrot und Korn, war Herr Fabrikbesitzer Kleczewski an seinem achtzigsten Geburtstage der' Gegenstand mannigfacher Ehrungen. Eine Deputation des Magistrats und der Stadtverordnetenversammlung überbrachte dem alten Herrn an seinem Geburtstage mit den Glückwünschen der Stadt den Beschluß des Magistrats, der ihn ob seiner vielen Verdienste um das Gedeihen der Stadt zum Ehrenbürger der Stadt Gleiwitz ernannte. Von den zahlreich erschienenen Gratulanten' hielten herzliche Ansprachen: der Oberbürgermeister, der Rabbiner Tr. Ochs, der Vorsitzende des Gemeindevorstandes, Abgeordneter Jnstizrat Kvchmann , der Rep rasen ta n tenvo r sitzende Sanitätsrat Tr. Schl e s i n g e r , Studienrat C r u l l für den Turnverein, Direktor L a x h für den Borschnßverein (jetzt Handels- und Gewerbebank), Herr Direktor Greulich für die Papiermacherbernfsgenossenschaft und den Arbeitgeberverband, Herr Direktor Scholtz für den Verein der deutschen Papierfabrikanten, Herr Gachmann für den Waisenunterstützungsverein unter Ueberreichnng einer Adresse, der Israelitische Franenverein, Kranken-, Beerdigungsverein. Von allen Vereinen, der Stadt und hiesigen und auswärtigen Vereinen und Freunden trafen kostbare Blumenarrangements ein, die einen hohen Wert repräsentierten. Eine Arbeiterdeputation kam mit einem Prachtvollen Blumenangebinde. Nach Hunderten zählten die Gratulanten. Am Abend vorher brachten ihm 70 Sänger ein Ständchen, am Vtorgen des Geburtstages der Synagogenchor unter Leitung des Oberkantvrs ebenfalls ein solches. Möge Herrn Kleczewsti noch viele Jahre die Sonne des Lebens scheinen und möge ihm vor allem die Rüstigkeit des Körpers und die Elastizität des Geistes erhalten bleiben, die ihn heute noch anszeichnet! Auch wir wünschen ihm zu seinem Ehrentage herzlich Glück. — Dessau,. 16. Januar. 'In-erner hiesigen höheren - Lehranstalt sind vor einiger Zeit Flugblätter antisemitischen Inhalts verteilt lvorden;' außerdem hat.bei. einer Gedächtnisfeier zu Ehren der tm Kriege gefallenen Lehrer und Schüler dieser Anstalt der die Festrede haltende Professor wiederholtrein politische Ausführungen voraetragen und dabei alldeutsche Airfsasstmg vertreten. Durch das Hineintragen der Politik in - diel. Schule haben .sich wette Kreise der Bevölkerung ver.'etzt gefühlt. -.l Vor. Epgxerfung. weiterer.. M-aßnahwen gegen dievcrantzvortlichen. - B-Äwtän' beschloß: der .Staatsrat für Änhalh zur - Erzielung eines - streng, objektivem Ergebnisses.: den genauen ^achperlM.micht purch.die vgrgesetzteNdurch'den -RWr - m.muz] förmlichen- MsziMnarischen. .Vvrünbersuchung; - Pest, stellen.-zu-lassen.- -- rb - - -: -KM,, lch Januar. Die --Frage der sofortigen Zulassung,eiw .gewanderte^ ausländischer Jvden zu--.-den GemeiudewaWen, E.-mrch hier gegenwärtig die Gemütererregt, hat schonvor. einer Mihe - .vyn Jahren, (etwa, 12 bis. 15) die altansässigen-.Mitglieder beschWgt, - Hie -wurde -dam-als.schon in dem Smne -erledigt, daß es du-rchouK unMeck- .mäßtg.. und schädlich sei, den zugewanderten und - hierher '.gekehrten .Leuten aus .dem fernen Osten,, die mittellos der Gemeinde zgr Last fielen,, also Ar-menunterstützungerhielten,- ein direktes Wahlrecht.zu .gestatten. Die. Znströmung war zur erwähnten -.Zeit' mäßig. gegenüber .der gegenwärtigen, die eine viel stärkere, Anzahl dieser Legte gack) dem .Westen,, .insbesondere Köln - und anderen großen rheinischen Städten geführt hat. Diese Leute -- abgesehen von. .ihrem kulturellen Rückstand' und* deren Eigentüml'chkeiten, die erst in cvoas''abgeschliffen und dem Empfinden- Andersdenkender nühergebracht werden müssen ü'-nd7sich erst M aWnmtisieren häb-stß weich^ won döchhieW scheu'' Bor kä m srer W v de r-dri .Aweck.i 'M s-, .S t mün'ale i*WJ' eknM än gen .und..benutzt/- .Me,,hiesige..ossiz-ielle rGernrchde ist äbrr.-ickchk JivluMch gesinnt, und .steht .ans beko-nn-t-en- Gründen' diesm Neigungen ab!eichend gegenüber.-Ei ne dreijährige Wartezeit zn-r aktiven Beteiligung an den Gemeindewahlen. ist das mindeste, woran -die liberale Repräsentanz, sesthalten niuß, und sie darf sich durch die Entschließungen . in den öffentlichen Versannnlungen llicht abhalten lassen, das zu beschließen, ums der ruhigen, liberalen und sorgenden Förderung des Gemeindewesens bisher zum Vorteil gereicht hat. Die weitere Behandlung dieser Wahlsragen sei den Erfahrungen und Notwendigkeiten an gepaßt, die die in jahrelanger Tätigkeit mit Eifer und Kenntnis der einschlägigen Berhä-'ttnisie tätigen Männer-im Ehrenamt sich erworben haben. Mit dem politischen Liberal'smus und Demotratismu-s und mit der> Behauptung, die zu gewanderten Stamm-esaen offen zu Gemeindemitaliedern zweiten Ranges heräbznwürdiaen, hat diese' Gem<cindeangelegenheit nichts zu tun und -entspricht insbesondere in dem letzten. Satz auch nicht den Tatsachen. -Eins aber sei fest im Auge zu halten: Die Israelitische Gemeinde muß Herrin in ihrem Hanse ble'ben und darf niemals von den bezei-chneten Elementen beherrscht -werden- Das Ansehen und die Würde der Israelitischen Gemeinde hängen davon ab und würden — wenn anders — beeinträchtigt werden. . E; G.. Ofserrbach a. M., 16. Januar. In der am 25. Dezember v. I. stattgefuudenen Borstandssitzung der ,,Achawa" wurde beschlossen, den verstorbenen Geheimrat Direktor Tr. Adler iw'Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste ttm die jndische Schule und bereit Lehrer in die 'Reihe der ewigen Atitglieder a-uszuinohmen. Zn der bisherigen UnterstüHnngsquote .konnte,, dank der Zuwendung eines Freundes der „Achawa", ein Bonns -belvilligt werden. Einen schier unersetzlichen Verlust hat der Verein durch den -Tod seines langjährigen Kassierers, des Herrn Alfred R o s e n t. h a l, erlitten, der sich mit seltener Hingabe, rwd edler Selbstl0)1 gleit den überarls nim-sangreichen Arbeiten des Vereins widmete und sich dadurch den unans-!öschlichen Dank aller Mitglieder verdiente. (Hngarn. Z. Budapest, im Januar. Der Ausschuß der Pester Israelitischen Religivnsgcmeinde'hielt unter dem Vorsitz des Präsidenten Franz Szekely die erste Sitzung seit seiner Wahl ab. Nach Kenntnisnähme des umfangreichen, vom Generalsekretär Dr. Julius Gabor, unterbreiteten Berichtes, der die Gemeindeverwaltung seit, der Wrederkonstitni-ernng nach der Proletarierdiktatur beleuchtete und hervorhob, daß die Gemeinde zur Unterstützung armer galizischer Glanbensgenossen während der ProletarierdiktaUlr 17 000 Kronen verwendet hat, folgte der Bericht über die Unterstützung.. .d-e-r Geunindeangestellten, ans dem ersichtlich ist, daß drei Geirreinde iur Jahre 1919 unter diesem Titel allein fast 916 00t). Kronen beränsgäbt hat. In Ängelegenheit des indischen Gymnasiums , erstattete Dr.. Bola! Feteky, der Leiter der Unterrichtssektion, einen rmr fassen den Bericht. > Demnach wurde zu Beginn des heurigen Schuljahres der. erste. Jahrgang/ dieses Gymnasiums mit vier Parallelklassen - je, zwei Pur Knasten und Vtädchen ---- eröffnet, in denen rund 209 Schüler und Schülerinnen unterwiesen werden.' An Schulgeldern sind.im lausenden Jahre für das Gymnasimn 60 000' Kronen, an ^Tempelfpenden 124 000' Krönen eingelansen. - Das Referat über die' sinänzielle Lätze der Gemeinde hebt hervor, daß im Zertranm 1'914/1'K1A 'ein.^stzst von 1121 000- Kronen -aüfgetaucht ist, daß rn sombardiert-en KrsegsanÄhen' i- 900 000 Kronen ängetegt -w ürbenund - fürlaufende' "Än - stÄtsanstzabön eist Lombarddarlehen' von nahezu 'Mltronen 'ausg-.ttö'm'me'N'i werden müßte.'-Ter'iAusschüb^erteilte' dem'Präsidium die Ermächtigung, der nächsten ' Generalversammlung einen Antrag -zur Ausnahme eines Amortisatiönsdarlehens von 4M- Millionen Kröneü zur Deckung des oben erwähnten Bedarfs und eines zweiten Darlehens von 5 'bis 6 Millionen Kronen zur 'Rekonstruierung der verschiedenen Gemeindeinstitntionen und Anstalten zu unterbreiten-' -- Die Proletarierdiktatur hat das Birdapester jüdische Spital und das Adele-Brodh-Wöchnerinnenspktal' vor ein Defizit von einer halben Million Kronen gestellt und auch anderen zahlreichen jüdischen: Institutionen große Wunden geschlagen. Ein schlichtes. Mitglied der Pester . Israelitischen Religionsgemeinde, Julius Le ß l a u e r , der Präsident der hauptstädtischen Gewerbekorporation der Fleischhauer und. ReprüsentanzmitglMd her Genmnde, . hat nun aus. eigenem All- .trstb die . schwierige, - Ausga.be -..Jchexn-vmum^' eine - - Sam mlung -zur ^cku-ng/deK.,-Kefizptß-tze,r-^vgenannten. bvidew Stzitäler^- aberauch