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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1919-12-12 · Heft 50 (12.12.1919) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
83 (1919)
Issue
Heft 50 (12.12.1919)
Date
1919-12-12
Page
[Seite] (sequence 13)
Language
German
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SS. Jahrgang. Nr. 50 Der Gemeindebote. Berlin, 12 Dezember 1919 -VÄ-i-lK' 3#£ ^$4 OWNe.Kx'^MUMeinrn ,IU>p iTJ>k. •ri'Oxiij f|r;wn u9lVlft£ n-KJmoaoa; unll Sschrichten. 2-l.^M^l-,VoMn^n^^MzeMbe.ir' -Kur Beg'e ü n-d u n g e'i n e r Gltr-ächtzru flÄUMKün-M^i n^e n ist der -Jüdischen- Gemeinde eimlKWchab^tzöw 10S 00.0?Ma4dMchettkti worrden,'ttüs'dessen' Zinsen MMch-H)SLk.:rStLPendien-'--für ftüeibkiche Studierende der bildenden Kchttft 'sdeVjMvM-usgeMdetL/ Münstlerärnen- 'bewiLigt werden sollen. Die Stipendien sollen begab^niKMstberinnen die Möglichkeit geben, stch 'w<rMivrr:WMMM:MnMelm's.'Für'--daS--!Urcheil über'dieBefähigMg^Mr(Stjpendrätännen Zoll: nichst die Höhe 'der> erreichten LelsstüngßNLk ssWerrr rlMMH/die :St.äM des.' künstlerischen Gefühls und des WUonso'lAE Kunst! Eaßgebend'rsei'M Wenn' eine ungewöhnlich begKdte^^KÄnstlernri - sich ..bewirdt>-»')sv-.'. darfein. Stipendium ihr auf W.ehreve'>JohrL<nnchernander zugewendet werden. Me Verteilung ersB lgt . .alljAhzrlLch am i5 j 'Dezenrber. -*Die. Arboi'tennoöet Farbens.kizzen Mkv BeM«bdriMvü, -Mersisorche:? freiwillig -zur 'Verfügung stellen, jKWmMl'jßirmkÜrrWViUM-r-sdds im: Mesch/^des -Stis'tungsLuDatovinws verbleib^ gesammeltwerden. Die' neue Stiftung, welche den Namen „Helene-Fischbein-Stistung für Künstlerinnen" trägt,, wird von einem Kuratorium verwaltet, dem unter anderen der jeweilige Direktor der Nationalgalerie, der Kunstkritiker Fritz Stahl und ein vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu ernennendes kunstverständiges Mitglied angehören. Das Stipendium soll zwischen einer jüdischen und einer christlichen Bewerberin geteilt werden. — Diese Zweiteilung ist sehr häufig bei Stiftungen zu bemerken, die von Juden errichtet werden. Leider sind die Stiftungen, die von Angehörigen anderer Konfessionen errichtet werden, wenn auch nicht immer in der Theorie, so doch leider fast regelmäßig in der Praxis jüdischen Bewerbern nicht zugänglich. E. M. Berlin, 9. Dezember. Di e Besetzung des Leh rstuhls Emil Fischers, des berühmten verstorbenen Chemikers, bildet das Tagesgespräch der interessierten akademischen Kreise. Als erster Kandidat war Professor Dr. Richard W i l l st ii.t l* e x genannt, ein Schüler A. v. Baeyers, der im Jahre 1915 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde. Professor Dr. Willstätter, ein geborener Karlsruher, hat sich um die Erforschung der Alkaloide sowie um die Aufklärung der chemischen Vorgänge in der Pflanze sehr verdient gemacht. Der Gelehrte war Dozent am Baeyerschen Laboratorium in München, wurde 1896 Privatdozent, 1992 außerordentlicher Professor und 1905 als Ordinarius für Chemie an die Universität in Zürich berufen. Nach dreijähriger Wirksamkeit am Chemischen Institut der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Dahlem übernahm Dr. Millstätter den Lehrstuhl v. Baeyers in München. Das Gerücht seiner Berufung nach Berlin gab Anlaß zu einer Interpellation im bayerischen' Landtage, in deren Beantwortung der Minister erklärte, daß die Unterrichtsverwaltung bemüht sein wird> den ausgezeichneten Gelehrten der Münchener Universität zu erhalten. . 'Professor Dr. Millstätter ist ein Jude,: der für alle Fragen großes Interesse und warmes Empfinden hat: & & Berlin, 9 Dezember. Die Genet aXdersammlung d.e s V e r e i n s s e l b st ä n d i g e r Ha n d w e r k et:: j üdis ch e n GX a ubens z u Ber X i n befchäftigte sich eingehend mit. der. Stellung, des. Vereins zu den' bevorstehenden R e Pr äste n ta n t e n - wa h'len. ...Der Verein hätte schon in . eilner früheren Sitzung, beschlossen,' wib einer Parter in..'der Gemeinde-ohne Rücksicht aus deren poWscherLder::rMWse''S'M^ 'eine' ^Mermerbstndttttg^-eiWUVehM. Die Aädi'stckM^Vol k spar te i sowie' der L i b er a-le Verein hatten' dem. Verem aussichtsreiche: KanbidnMr - angebvten, doch war mit Rücksicht aus die widersprechenden Strömungen -im-Mremvon •vetrogfc bei einer der beiden Truppen Abstand geklommen worde-M Dagegen hatte der Vereinsvorsitzende, Tapezierer Wolfs, als „PriväWann" eine Kanditzätür fürdie 'liberale Liste angenommen."■■■ Däs VwryetzÄ des Vorsitzende^ wurde von dem Mtglie-de Herrn W. M arr c u s einer scharfen Kritik unterzogen. Muh langen Vethändlungen mit der' Volkspartesimitder sicherste wei'tgehende IMereinstimmung? ergeben hat,'durfte der Verein sich nicht Leitung deK Judentums. ■ ' ' > »ln.: hl ...iHn ji ■ - - -.“L-:" von der. liberalen Partei in das Schlepptau nehmen lassen, deren Herrschast/.'der "KlmdwerkervereM 'seit Jahrzehnten bekämpft hat. Von oinem anderen. Mitgliede . wird die Ansicht ausgesprochen, 'daß es gleichgültig sei, 7mit welcher Liste der Handwerkerverein ein Mandat erobere;, wenn erst ein Handwerksvertreter in der Gemeindeverwaltungsitze, sp. werde er gegen Auswüchse nach rechts und links kämpfen können. . . Bildhauer. Ca sp a r y, Mitglied der Berliner Gemeinderepräsentanz, befürchtet, daß der Kampf über die Frage des Anschlusses an eine bestimmte Partei zu inneren Kämpfen im Verein führen könnte, die die gesunde Entlvi-cklung der Organisation hernmen würden. Er empfiehlt den in Groß-Berlin ansässigen jüdischen Handwerkern, deren Zahl etwa 6000 beträgt, die Vereinigung und eine eigene Kandidatenliste aufzustellen. Der Vorwurf, daß die liberale Partei kein jirdisches Vollsenchsinden habe, sei unberechtigt. Nach einer längeren Aussprache über den ^Antrag des Vorstandes, von einer korporativen Beteiligung, an der Wahl abzusehen, wird beschlossen, die Beschlußfassung zu vertagen. er. KÜnigshrvg u P2., 5. Dezember. D er T 0 d d e s S ta d t - vä r 0 r du e te n He r m a n n Wolf sh e i m hat in allen Kreisen unserer Stadt aufrichtige Trauer erregt. Die Stadtverordnetenversammlung beklagt eines ihrer fähigsten Mitglieder. Besondere Hingabe entfaltete der Verstorbene als stellvertretender Vorsitzender der F ü r s 0 r g e st e l l e s ü r L u n g e n k r a n k e und Tuberkulöse. Ihr galt in den letzten Jahren der Hauptteil seiner Arbeit. Selbst in jüngeren Jahren durch die schleichende Krankheit gefährdet, machte W0 l ffh e i in sich ihre Bekämpfung zur Lebensaufgabe. Seine letzte Rede in der Stadtverordnetenversammlung, der er bis zu ihrer Auflösung durch die neue Negierung ein Menschenalter hindurch angehörte, galt noch der Verbesserung des Loses der Tuberkulösen. In unserer S y n a g 0 g e n g e w e i n d e wirkte der Verstorbene seit langen Jahren als Mitglied der Nepräsentantenversannnlung. Zahlreiche wohltätige Vereine und Anstalten, wie die Chewra Kadischa (Israelitischer Verein für Krankenpflege und Beerdigung), deren Vorsitzender er durch eine lange Reihe von Jahren war, und der weibliche Verein für israelitische Armenpflege haben einen tatkräftigen Förderer und Mitarbeiter verloren. Die Ortsgruppe der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland beklagt den Heimgang ihres Begründers. Den Verstorbenen zeichneten große Güte und vornehme Sachlichkeit aus. Sein freundliches, bescheidenes Wesen berührte jeden wohltuend, der mit ihm in Beziehungen trat. Er war ein Vorbild echtest Nächstenliebe. Die Trauerseier, der die Einäscherung vorangegangen war, fand in der Leichenhalle des neuen jüdischen Friedhofes statt. C/g l&cuthen O.-SHl., 5. Dezember. Vier volle Jahre war der hier wohnende Pensionierte Lehrer'Brann in Vertretung des zur Fahne einberüsen'en Lehrers an der jildifcheil ''Volksschllle in Antonienyütte als - vollbeschäftigter Lehrer mit 30' Wochenstunden berufstätig. Sein Gesuch um Anrechnung der vier Dienstjahre auf die Pension und entsprechende Erhöhung derselben wurde sowohl 'Von der Regierung in Oppeln als' auch vom Oberpräsidenten von Schlesien abschlägig beschieden, weil ein Antrag auf Wiederüberführung in' den aktiven Schuldienst weder von der Gemeinde noch vom Stelleninhaber gestellt war. Der gegen.^ .diese Entscheidung angerusene preußische Herr Kultusminister hast den Rechtsstandpunkt der Vorinstanzen zwar anerkannt,^ aber, aus Mlligkeits.rückstchten. Herrn. Braun einen jährlichen PenssoüszusHlß volrA3 M Rückwirkung vom 1. Januar 1919 zugebilligt. •- — Ratibor, 6. Dezember. Zu. Ehrenunseres Rabbiners Dr. Die ne m an n,'.der, wie bereits gemeldet, einen Ruf nach 'Osfenbäch ä., M. angenommen hat, fand ach letzten Freft.ag in der Syna^vgtz'eiN'Ubschr'Mgostte-bienst' stakt, .zn dem die günze Gemeinde erschEnen war. Dr: D i e n e in a n.n 'sÜhM rn'.'se.-iner 'Predigt aus, wie jeder einMne Gottesdienst, Sähbät und' Festtag, ihm ün.vergstßlich sei, Vesoniders-abesthätte, sich chm der 26. November 1913. emgeprägt,, der 'Täg des 1 0 0 jahri ^e^ B estehens de r Jüdisch e n G e m>e i n de' R a k -i> b' or, sowie' der :4. August 1914, als unsere Mischen''Männer ^zurrst Xsttztech Male vor ihren: Auszüge ins Feld den' Segen des Rabbiners -ems)fingen^ Ebenso werde ihm der

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