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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1919-12-12 · Heft 50 (12.12.1919) · p. Seite 576

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
83 (1919)
Issue
Heft 50 (12.12.1919)
Date
1919-12-12
Page
Seite 576 (sequence 12)
Language
German
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M .M .&i{6$KteC -L8 Aufbau vor Augen'führe», sowohl durch einen Ueb/rblick über das, schon Geleistete wie durchweinen Himveis auf das noch zu Leistende sowie durch Anregungen ::für eine zweckmäßige und zugleich, künstlerische Gestaltung des Ausbaues. Die Ausführungen sind durch eine Karte und 29 instruktiv ausgewählte und geschmackvolle Abbildungen unterstützt. Unter anderem finden wir dort auch einen Entwurf für den Neubau der Synagoge in Ortelsburg (S 5). ' Der frühere Oberpräsident der Provinz, Batocki, weist in einem Geleitwort zu der Schrift nicht ohne berechtigten Stölz auf „das Kulturwerk hin, das ostprenßische Zähigkeit, gestützt auf einmütige Mithilfe des gesamten Vaterlandes, mit der' Wiederherstellung der zerstörten Provinz während des Krieges geleistet hat". Leider läßt sich noch nicht sagen, ob der Aufbau der Provinz sich weiter planmäßig vollziehen wird. Denn die betroffenen Landesteile fälleti im wesentlichen mit den Abstimmungsgebieten zusammen: Kein Teil der Bevölkerung wünscht sehnlicher ihren Verbleib' beim Deutschen Reiche als gerade die dort wohnenden Juden. * — Praktische Grammatik der jiddischen Sprache , für den Selbstunterricht. Mit Lesestücken und einem Wörterbuch. Von Salomon Birnbaum. Wien und Leipzig, A. Hartlebens. Verlag. , An einer praktischen Grammatik der jiddischen Sprache für Deutsä-e war schon lange ein fühlbarer Mangel; das vorliegende Lehrbuch ist dazu bestimmt, diese Lücke zu schließen. . Der Verfasser hat es verstanden, im Rahmen des Buches alles zll bringen, was zur Erlernung der Spracke, zur Erleichterung des Studiums erforderlich ist. Nach einer kurzen geschichtlichen Einleitung wird die Lese- und Lautlehre, die Formenlehre und Syntax leichtfatzlich und methodisch dargestellt. Daran schließen sich ausgewühlte Lesestücke, ein ausführliches Wörterbuch, 'Hilfsverzeichnisse, eine Besprechung des jiddischen Lautsystems und endlich eine Bibliographie aller wichtigen Werke, die sich auf die jiddische Sprache beziehen. . Jeder, der sich für das Jiddische interessiert, wird sich des Werkes mit Befriedigung bedienen. * — „Al H an i s s i m", eine Chnnukagabe für 'die jüdische Jugend. Sondernummer von „Bar Kochba. Blätter für die Heranwachsende jüdische Jugend"; herausgegeben von C. Z. K l ö tz e l. Welt-Verlag, Berlin NW. 7. Broschiert 2 Mark. Dieses 32 Seiten starke, sehr schön ausgestattete Heft bringt außer einer Einleitung und einem längeren Auszug aus den „Makkabäerbüchern" Chanukaerzählungen von Sc1«rlom Ach, Annette Loewenthal, Gedichte von Zuckermann und Herzl, die Noten des „Moaus zur" und eine Reihe kleinerer Beiträge,.die alle im Zusammenhang mit dein Chanukafest stehen. Das Verständnis eines Kapitels ans dem. Jugendroman „Moses Pipenbrinks Aben-teuer" w,ird dadurch ermöglicht, daß der bisherige Inhalt kurz wiedergegeben wird. Einen besonderen Schmuck des Buches stellen die zahlreichen. Bilder nach Zeichnungen.von Joseph Budko, Lotte Baerwald und Ludwig Wrenkow dar. Eine Anzahl noch nirgends Veröffentlichter Bilder, aus dem Leben Palästinas gibt dem Heft einen besonderen .Reiz. Rätsel und. Briefkastennotizeu,. darunter eine sehr lesenswerte, über den „jüdischen.Weihnachtsbaum", schließen das Heft. Sprrchlsal. Was auf dem Gebiete der WoMtätigkeit jetzt am meisten not tut^ In meinem Artikel: „Tie Beziehung der Arbei ts losou-unter stützung zur Armen-und Wohlsahrtspflege" in. Nr. 10/11 der. „Allgemeinen Zeitung .des Judentums",vom.14. März 1919, S. 100, wies, ich auf die Ursachen des Rückgangs.der..Unterststtzungsgesuche um ©e= Währung von Barnutteln. hin, .doch .mehrt sich jetzt von .Tag .zu - Tag eine ./andere. Art von Bittgesuchen. ,-Es.sind dies die.,Gesuche um Gewährnng yon. Kleidungsstücken... Auf keinem Gebiete sind, die Preise so hochgeschnellt wie auf dem der Äekleih-ungÄndustris, Nicht nur die Ae.rmsten der Armen, wie man fle immer nannte,..sind nicht imstande, für sich und ihre Faulilienan-gehöpigem:.die..<nsMLndigsten Kleidungsstücke zil beschaffen, sondern auch.'die. B evölk-ernnHsklasse. lvelche man früher als den Mittelstand bezeichnete, ist bei den gewaltigen^PrpNd^icht mefyt in dex. ihren Kleider-, Wäsche-. “wi£: eignem RÄteN Ml decken. Der Kleiderbestand, den man-Esdenstetzten-Jahreuim^^Geg^e^ gerettet hat, wird irymer dürftiger und m abMbarer Zeit gänz,W arstgMaucht'sMHh^ ldaßGUKieM WSyW werden können, da der Verdienste zum. großen Teis knapp für die notwendigen Lebensmittel ünd'die Äi'nt^r teurer werdenden Mieten ausreicht. Hier-muß. die WoMtätig-ke it-..urchHdrn>a.trÄmiEtzond„ K-Sie muß die Armen mit Kleider. un d ^Wäsche n versorgün, die - Geiriagbemittelten in den Stand setzen!,!r Meldung ^ül'sehv mäßigM^'Preise zu Erwerben. Das G-e^bot „MaLbisch.avum-inr^d -ei-neKüdev-WW iigsten Gebote; dessen.«ß --jeder;HegütertL..O HieM so Mweren Zeit besonders'eingedeMfrstr.'/..' Während , der Kr i egsj>ah!re hattei die -: KriegshiLssWmmWoni Wr Jüdischen Gemein'de - eineKleiderkmnwer.: unterhaltend chielche^Wedüxftige uri-t Kleidungsstücken^ und -Wa-scheVbV-r röte wurden andauernd durch Spenden-don lgeeignetdn BekleidunW gegenstäinden Hertens unserer-) w-öhlhabeuden WaludensgOWsten --ergänzt, -die.entbehrliche Kleidu-ng ^anH , ihren Beständen) ausfonderte und der Klei derkammer überwies. -.DE^Kwr-ichtlMgWt^WrraLKi^ segensreich, bewährt, daß 'der:Glmreinddvorsta>nd befchloss^N^kmt? diM als-. ei ne d u e rin de beiz.u.beWlteui. --- RatMa^MndMl W-eHerrr Htzt aber immer spärlicher, da 'bet der herrschenden Kleidernöt'auch unsere reicheren Glaubensgenossen -ihre Kleidung mehr als i»n früheren Zeiten nuft ragen. Es mußte daher zueiner Neuordnung geschritten werden. Die Verwaltung 'der Kleid er kämm er ist genötigt, große Mengen vom Bekleidungsgegenstünden — neue und getragene — gegen bar zu erwerben. Ta die Ansprüche, die von Bedürftigen gestellt werden, gewaltig sind, müssengroße Mittel ausgebracht werden, und ergeht zu diesem Zwecke ein Aufruf an alle Wohltäter. Keiner sollte zurücksteheu, jeder sein Scherftein dazu beitragen, um diesen erheblichen Notstand zu lindern.. Hier gilt es. in der Zeit der leider so großen Arbeits u n w i l l i g k e i t die Arbeitswilligen in den Stand zu setzen, ihrem Beruf nachzugehen, was nur dann möglich -wird, wenn sie einigermaßen anständig, gekleidet erscheinen. Aber auch Krankheit kehrt ein, wenn es an Kleidung fehlt. Bald werden wieder die Chanukalichte als Hoffnungsfunken in dunkler, schwerer Zeit, aufflammen. Um das Chanukafest zu einem wirklichen Weihefeste zu gestalten, sollte niemand mit seiner Gabe zurückhalten. Schatzmeister ist der Handelsrichter Herr Bernhard Ca spar ins, Berlin C 2, Spandauer Straße 29. Bekleiduugsgegenstiände nimmt die Armenkommission der Jüdischen Gemeinde, R-o-senstraße 2/4, an, welche auf telephonischen Anruf die Sachen gern abholenläßt. Bureauvorsteher Nathan Cohn (Charlottenburg). * Arrfruif! Gleich den Rabbinern und Kantoren unserer Gemeinden, gleich den Berufs genossen aller übrigen Religions gemeinfchasten haben nunlnehr auch die Dirigenten und Qrganisten de e Synagogen Deutschlands einen Zusammenschluß ins' Leben gerufen. Die Veremigung hat sich am 21. November d. I. auf einstimmigen Beschluß aller Anwesenden konstituiert mit dem provisorischen Sitz in Berlin. Notwendig geworden besonders durch die ungewisse Zukunstder' Gemeinden und ihrer Beamten, erstrebt die Vereinigung vor allem.den bereits in die Wege geleiteten Anschluß an den stchon über 18 000 Mitglieder zählenden Jnteressenverband der Organisten und Chordirigenten, ferner Verbesserung der wirtschastlichen Lage aller im Amtbefindlichen Kollegen, Förderung der künstlerischen Interessen sowie die Ertüchtigung des Nachwuchses. All-diese Fragen sollen iw möglichster Uebereinstinnnung. mit den Gemeinden gelöst-, und in denr -sofort-zu gründenden Verbandsovgan zur Sprache kommen. Es ergcht an alle Chorleitle.r und. .Qrgelfp jeher unst rer Synagogen im. Deutschen Reich bie./dringliche- Austo-vdeMM,.-im eigensten Interesse und im Interesse der Allgemeinheit unverzüglich dem Verbände beiMtreten; denn pur: . „Einer für alle, und. alle -für einen!" Alle -'diesbeB'Mchen.< Annreldnngen.^ ünd- Anfragen find zu. richten an den einstweM-gen Vorsitzenden: Herrn Chordirigenten Kprt Burchard, Berlin.-Charlottenburg, Sybelstraße 8.

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