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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1919-11-21 · Heft 47 (21.11.1919) · p. Seite 533

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
83 (1919)
Issue
Heft 47 (21.11.1919)
Date
1919-11-21
Page
Seite 533 (sequence 5)
Language
German
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533 Scharen deutscher - Handelsagenten nach Rußland ziehen. Tagegen stehen diese Juden, - dem englischen- Kaufmann nicht' zur Verfügung. Darum eben könne der englische Händler den deutschen nur dann mit Erfolg bekämpfen, wenn er sich mit polnischen Agenten verbündet. Ein großer Teil der Direktoren und Verwältungsbeamten und der Ingenieure in Rußland seien Polen. Der polnische Handelsmann könne also für den englischen Handel in Rußland dieselbe Bedeutung gewinnen wie Balten und Juden für Deutschland. K.,f. d. 0. * Eine schamlose Jndenhetze der lettischen Gesandtschaft in Kopenhagen Dem Jüdischen Preßbureau in Stockholm wird von maßgebender jüdischer Seite in Kopenhagen mitgeteilt: Seit einiger Zeit betreibt der Preßdienst der lettifchen Gesandtschaft in Kopenhagen eine systematische Ju.denhetze, die cm Schamlosigkeit und Dummheit mit der antisemitischen Militärpropaganda zur Zeit von Nikolai Nikotajewitsch wetteifert. Hier und da ist es auch der lettifchen Gesandtschaft gelungen, ihre Verleumdungen gegen die Juden m der.Kopenhagener Presse abzulagern. Wie ungeniert die lettische Gesandtschaft es treibt, zeigt folgendes Cornmunique, das ihr Informationsdienst Latopreß am 18. Oktober an die Kopenhagener Presse versandt hat. Das Communique, das uns in deutscher. Sprache vorliegt und mit dem Stempel „Lurvau dinkonnation letton a Copenhague" versehen ist, lautet: „Das T r e i b e n der V errät e r i n R i g a. Aus Riga meldet der Latopreß: In Riga kamen mehrere Fälle vor, wo verräterische Elemente, fast ausschließlich Inden,, durch Lichtsignale von dem Innern der Stadt das Artilleriefeuer der Deutschen leiteten. Durch energische Maßnahmen des inneren Schutzes gelang es, die Verbrecher zu ertappen, und diese Verräter wurden sodann standrechtlich erschossen. Ebenso machen sich -staatsfeindliche Elemente kund, nachweislich ebenfalls größtenteils Juden, welche durch auf- Stadtrat a. D. Her wiegelnde Agitation gegen Lettgeb. 25. Januar J850, land in diesem Momente eben- Siehe ^Allg. Ztg. des Judentums" falls als Landesverräter erscheinen, und gegen welche mit aller Strenge verfahren wird. Da in diesem Treiben, wie gesagt, größtenteils Juden eingemischt sind, so hat man von gewisser Seilte die gesetzliche Verfolgung der. Verräter als irgendwelche Judenhetze und sogar Pogrome dargestellt) was ganz unzutreffend ist. Wie niemals zuvor, so auch jetzt haben m Lettland keine Judenpogrome stattgefunden. (Pogrom ist ein russisches Wort und bedeutet so vielals „Metzelei", „Schlächterei".) 18. Oktober 1919. Bureauches. Bureau d’information letton a Copenhague." Einer Widerlegung dieser frechen Verleumdungen, welche aus einem Befehl eines zarischen Satrapen abgeschrieben sein könnten, bedarf es nicht. Es ist wohl nicht anz-unehmen, daß die lettische Gesandtschaft in Kopenhagen hier auf eigene Faust handelt. Offenbar haben Nur es hier mit einem Versuch zu tun, entweder stattgehabte schwere Judenverfolgungen zu rechtfertigen oder solche hervorzurufen. Es ist dafür gesorgt, daß die zivilisierte Webt, namentlich in den Ententeländern, über das Treiben der lettischen Gesandtschaft in Kopenhagen informiert wird. 3. P. Z. ■ Nach der Einnahme eines großen Teiles der Ukraine und der Städte Charkow und Odessa durch die freiwillige Armee erschien eine Deputation von Leitern der jüdischen Gemeinden in der Ukraine und Südrußland bei Denikin in Rostow, um dem General über die Grausamkeiten und Ausschreitungen gegen die Juden in dem von seinen Truppen besetzten Territorium zu berichten. In dem Memorandum, welches durch die Deputation Denikin überreicht wurde, wurde ein genauer zahlenmäßig belegter Bericht über die Pogrome erstattet und aus die maßlosen Leiden hingewiesen, welche die Juden von der Armee und von den Behörden zu erdulden haben. Wiewohl Denikin' die formelle Zusicherung gab, die Pogrome zu unterdrücken, hat dennoch die Deputation den General schweren Herzens verlassen, da die Aufnahme, die er ihr bereitet hatte, eine sehr kühle ge- Jvesen war. l.. J. K. Aus Paris wird gemeldet: Gelegentlich der Amvesenheit des Präsidenten des Joint Distribution Committees Felix Marburg, fand eine spezielle Sitzung des Komitees der jüdischen Delegationen in Paris statt, die der Frage der allweltlichen jüdischen Hilsskonferenz gewidmet war. Marburg bekundete Verständnis und Sympathie für die geplante Konferenz, fürchtete aber, daß eine jüdische Weltkonferenz von der antisemitischen Propaganda für . verbrecherische Zwecke ausgenutzt werden könnte. Er gab der Meinung Ausdruck, daß die Konferenz für einige Molrate verschoben werden sollte, und versprach, den ganzen Plan bm Joint Distribution Committees vorzulegen. Die anwesenden Vertreter der Bukowina, Transylvaniens, Ostgaliziens, der Ukraine und Rußlands erklärten ihre Zustimmung zu der Konferenz und der Präsident führte aus, daß die Weltkonferenz jedenfalls stattfinden werde. Nach der . Sitzung richtete Warburg arr den Borsitzenden die Worte: „Halten Sie die Konferenz! Ich bin sicher, daß die amerikanischen Hillfsorganisationen an ihr teilnehrnen werden." Eine neuerliche Konferenz des Komitees mit Warburg über die Frage der Organisation des später ins Leben zu rufenden jüdischen Hitfswerkes wird im Januar stattfinden. Das Londoner Jüdische Korrespondenzbureau meldet: Paul Dukes, der eine längere Zeit die Situation in Rußland im Aufträge der englischen Negierung studierte, und dessen Borträge und Artikel in „The Times" allgemeines Aufsehen erregen,! tritt in den „Times" vom 31. Oktober der Legende entgegen, daß der Bolschewismus eine jüdische Bewegung sei. „In konnnunistischen Regimentern" gibt es beinahe keine Juden. Juden sind beinahe alle im Hinlerlande beschäftigt und speziell in jenen Aemtern, die mit. dem Kriege nichts zu tun haben. Das ist der Grund, waruill die Juden den Eindruck erwecken, als - ob sie sehr zahlreich in der bolschewistischen Administration vertreten sind. Es ist eine Tatsache, daß eine sehr aktive jüdische konterrevolutionäre Organisation in Rußland besteht, die sich zum Ziel setzt, den Eindruck zu zerstören, als ob alle Juden Bolschewiki Wären. Die Ermordung mann Elkeles-posen, gest. 18. Oktober 1919. (Gemeindebote) Nr.44 mner Posen.

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