Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 83 (1919)
- Issue
- Heft 45 (7.11.1919)
- Date
- 1919-11-07
- Page
- Seite 508 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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508 sich recht wohl zusammensinden, so — abgesehen von dem großen Gebiet der sozialen Wohlfahrtsfürsorge — namentlich in der Pflege der hebräischen Sprache zum besseren Verständnis der Quellen der jüdischen Religion und der unersetzlichen Liturgien sowie in der Herstellung und Verbreitung einer Sammlung wertvollster Bestandteile des im allgemeinen viel zu wenig gekannten jüdischen Schrifttums. Eine gemeinfainft Aufgabe aller Richtungen soll Nicht zuletzt die möglichste Bekämpfung des Zuwiderhandelns gegen Recht, Sittlichkeit und Anstand in unserer Mitte sein. Allgemein ist die Klage, das; die Moralität des deutschen Volkes und die Achtung vor Gesetz und Recht ins Wanken geraten seien. Es ist in dieser .Beziehung bei dem indischen Teil der deutschen Bevölkerung sicherlich nicht schlimmer bestellt als bei der nichtjüdischen Umwelt. Aber das kann keinen guten Juden befriedigen. Ihm muß für seine Person und für die seinem Einfluß zugänglichen Glaubensgenossen die Heiligung des göttliclM Namens, die Verehrung des Gottes der Sittlichkeit durch die sittliche Tat obenan stehen. Als unsittlich, mindestens aber als nilanständig müssen wir den übertriebenen Aust wand bezeichnen, den in dieser Zeit der allgemeinen Not leider auch so manche Glaubensgenossen in bezug auf Kleidung, Schmuek und wist'tige Lebenshaltung machen. Möchte doch jeder und jede bestrebt sein, durch größte Einfachheit und durch Verwendung des Ersparten für notleidende Mitmenschen sich hervorzutun. Liebe Bruder und Schwestern! Gedenket der teuren gefallenen Glaubeusbrüder und zeiget euch ihrer würdig durch ernste, opferlvillige Arbeit für den Wiederaufbau des Vaterlandes. Sorget ferner, daß unsere Kriegsgefangenen bei der endlichen Mekkehr in die so lang entbehrte Heimat nicht moralischen Zusammenbruch und ödes Gonußst reden, sondern ein geordnetes und reiches Familienleben, Zuverstcht und Hoffnungsfreudigkeit vorfinden. Die Ansprache des Badischen Oberrats, an die Angehörigen der Badischen Landesshnagoge gerichtet, ist im wahren Sinne des Wortes „ein Wort zur Zeit", das von allen Juden im Deutschen Reiche gehört und beherzigt zu werden verdient. * In der Morgennummer des „Berliner Tageblatts" vom 29. Oktober veröffentlicht Dr. Paul Nathan einen längeren Artikel über die Pogrome in Wilna und in der Ukraine, dem wir folgendes entnehmen: Es war zu erwarten, daß die Pogrome sich nicht auf Polen beschränken würden. Es liegen mir jetzt aktenmäßige Mitteilungen vor über gleich furchtbare Vorgänge, die sich, wie in ganz Polen., so in d e r g e sa mtc u Ukraine abgespielt haben. Vielleicht war das Rauben und Morden dort noch schlimmer. In der Ukraine war die Entwicklung eine ganz besonders interessante. Die revolutionäre Negierung hatte den dortigen Juden nicht nur die Gleichberechtigung, sondern die „politische Autonomie" gewährt. Daß die politische Autonomie ein Danaergeschenk sein würde, mußte jedem klar sein, der Rußland und russische Verhältnisse gilt kennt. Ich habe, soweit ich tonnte, davor gewarnt, diese verhängnisvolle Bahn zu beschreiten. Natürlich kann der nicht auf Gehör AUS DEM KREISE UNSERER GEMEIND 5TAR3EN FÜR DAS VATERLAND!M WELT! RAH AM ■' LT MANN ■ &?TZ ARNDT hat n APN DT SRI ’ 7 DL EUCH, WALTO CCBnnH7 ■ WALTER DAvIDRC-HW WATr.R-DO$~o??:a CURT F.fJLCHDFFLD PAUL Fr!< COURT!_D CSORC “EtUND *' TRIDBERG rpTD.l^NDER KURT uv. G'RDTHRL' hon7 C dv-ask W;.. ' M H. CUTTKANH ROBERT MONZER. . "" '7 'Ww'AN rvU.L! H NCULAENOER r prr n r? r p p mp. “f r p Kün~ DR ENSTE IN DD! r v.PELS- ■ KURT;T . HLm ' HA BW ROS MACH WT7 SAKOUERC HANS schl ochauer KARL L- TCHNOOFP harte R'tCHANA ADOLFS ST FTTNC F rR|TZ. TH;CM WAlTcLP M .WIE HER NEUE HIMMEL LNL . DIE ICH. SCHAFTE* FC.KT7:l_ SO WH AUCK EUER GESCHLECHT“ LNC VFUE ERDE’ "‘BESTEHEN ■'-■Um R:<Wy.E:' A.iTL f0’; ifci MM.' Ehrentafel für die Gefallenen der Berliner Jüdischen Reformgemeinde. Von .^acob Vlekner. — Gestiftet von Frau Geheimrnt Tranka Minden.