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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1919-10-15 · Heft 42 (15.10.1919) · p. Seite 480

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
83 (1919)
Issue
Heft 42 (15.10.1919)
Date
1919-10-15
Page
Seite 480 (sequence 12)
Language
German
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Bund z» segnen. Onkel Ehajim war Feuer und Flamme dafür und Tanke Mirl sprach von der „Schmalzgrube" und anderen fetten Dingen, die mich bei Krummholz erwarteten — kurz, alle waren sie dafür, alle sagten sie ihr kräftigstes Ja dazu. Da durfte ich allein nicht Nein sagen, das tzcißt, ich durfte cs schon, aber mein Nein hätte in solchem Falle wenig genutzt. Ich hatte also keinen anderen Ausweg, als die Sache so zu deichseln, daß Jankel Krummholz Nein sagte. Ich setzte mich also hin und schrieb den bekannten Brief. Es blieb mir nichts übrig, als mein eigener Pasquillant zu sein." Jossel Schlüte brach in ein schallendes Gelächter aus. Er schüttelte sich vor Lachen, fuchtelte mit beiden Armen herum, hüpfte ein wenig durch das Zimmer und rief einmal ums andere: „Großartig! Einfach großartig! Benjamin, so etwas hätte ich dir nicht zugetraut!" Und dann, etwas ruhiger geworden, fügte er hinzu: „Das muß ich gleich Sara-Lea erzählen, sie wird entzückt feir.i von diesem Trick. Weiht du, was sie sagen wird? .Benjamin ist gerade derjenige, welcher . . .‘ wird sie sagen und Tränen lachen." Gar süß klang -das letzte Wort in Benjamins Ohren. Er glaubte, Sara-Leas wohllautende Stimme zu hören. Ihm ward mit einem Male so warm ums Herz. Als Jossel gegangen war, wiederholte er immer wieder die Worte: „Benjamin ist gerade derjenige, welcher. . . wird sie sagen und Tränen lachen." Die Sage erzählt, daß das Manna, das die Kinder Israel vierzig Jahre in der Wüste aßen, dem Gaumen alle kulinarischen Genüsse vortäuschte; es schmeckte bald süß wie Honigkuchen, bald lebhaft wie fetter Wachtelbraten, es hatte alle Würze auserlesener Königsspeisen und alle Wohlgerüche süß-saftiger Früchte. Etwas von dem geheimnisvollen Zauber des Manna lag in der Wendung: „Benjamin ist gerade derjenige welcher . . .", wenn sie von den Lippen Sara-Leas kam. Das war für Benjamin ein Ohrenschmaus von der köstlichsten Art. (Fortsetzung folgt.) Iiskor! Bon Henriette H i r f d;. b e r g '). ir sind das Volk der Tradition, Wir können sie nimmer zerbrechen; Und böte die Welt uns herrlichsten Lohn, Wir lassen uns nicht besteckten! Wir leben im Neuen, dem Alten getreu. Dem Heut und dem Ew'gen ergeben Volk Juda, nicht bist du wie andere frei, Du lebst auch den Toten dein Leben! Denn, wenn uns ein neues Leben entsprießt, Zum Hoffen die Herzen zu mahnen, Der Name, der unser Kindlein begrüßt, Entstammt den verstorbenen Ahnen. Und wie nur von Toten die Namen ihr tragt, Sie immer lebendig zu halten. Ein blühender Stamm durch die Zeiten ihr ragt, Verkündend des Ewigen Walten! Ihr zeigt, daß der Tod ist nimmer beschert Dem Geiste, noch auch dem Lichte: Das Grab durchbrechen sie unversehrt Und machen sein Dunkel zunichte! — Nicht können wir bannen die Tradition, Wir, ihre lebenden Zeugen; Und tun wir's, dann sprechen uns selber wir Hohn, Das Recht der Toten wir beugen. h Die Dichterin, eine treue Freundin unseres Blattes, ist vor wenigen Jahren gestorben. Wehmütig gedenken wir ihrer am Tage der Totenfeier, indem nur ihr letztes uns anvertrautes Gedicht znm Abdruck bringen. Die Redaktion. Einst zogen mit uns sie ins Heilige Land: Als wir uns zur Freiheit erhoben, Die Asche von Joseph, die Ruhestatt fand — Wir halten, was wir geloben. Sie ziehen mit uns, wohin wir auch ziehn. Wir halten, was uns geboten; Wir leben dem Tage, ihm gilt unser Müh'n, Doch denken wir treu unsrer Toten! Lüchrrnnlauk. Besprechung der Bücher Vorbehalten. Zurücksendung der Bücher findet in keinem Falle statt. S. Zemach: Jüdische Banerngeschichten ans dem n-enen Palästina. R. Löwit B-erl.ag>, Wien/Verlin, 1919. Der Zufam menschlutz der Thoratreuen. Zwei Referate von Jacob R o s e n h e i m. Zürich 6679, Verlag des Zentralbureaus der „Agudas Jisroel". Ostjüdische Arbeiter im Kriege. Ein Beitrag zur Arbeitervermittlung unter Inden, von Julius Berger. Sonderabdruck, aus „Bolk und Land", Berlin 1919. Ein Wirtschastsplan. Tie Gefahren, von links und rechts. Bon Leopold Roths ch i l d. Denwkratsicher Verlag, Verilin.-Zehlendorf-West 1919. Esra. Monatsschrift des jüdischen Akademikers. Juni-Hest und Juli-Heft, 1. Jahrgang, 1919. Herausgegeben vom Jüdischen Hochschutausschuß in Wien. Jung, - Frühling. Von Otto Lehmann-R u ß b ü l d t. Vertag Neues Vaterland E. Berger <fc Co., Berlin W 62. Wahrheit und Gerechtigkeit. Ein Beitrag zur Volksaufklärung. Bon Rabbiner. Dr. Rosenak (Bremen). Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums. Herausgegeben von Prof. Dr. M. B r a n n. Heft 7 bis 12. 1919, Breslau, Koebnersche Verlagsbuchhandlung. Durch Revolution und soziale Religion ins Paradies. Ein Weckruf an die Menschheit'. Von Carl Harz. Verlag, von Gebr. Harz, Altona-Ottensen, 1919. Studienrat Prof. Tr. Heinrich Michelis: Staat, Kirche und Schute. Kulturhistorische Betrachtungen zu den Forderungen des Taa.es. Verlag Gchellschaft und Erziehung G. m. b. H., Berlin 1919. Mitteilungen des Verbandes der jüdischen Jugendvereine Deutschlands, Heft 3 bis 5, Berlin C, Bürgst ratze 26. Mitteilungsblatt des Jüdischen Volksrats Posen, September 1919. Revision des jüdischen Nationalismus. Von Dr. Ignatz Z o l l - sch an. R. Löwit Verlag, Wien/Berlin 1919. Zeiten und Völker. Monatsschrift für Volkswirtschaftslehre, Staatsbürgerkunde, Geschichte und Geographie. Heft 2, 16. Jahrgang. Franckhsche Verlagshandlung, Stuttgart. Jüdisches Jahrbuch für die Schweiz 5680 (1919/20). Vierter Jahrgang. des Jüdischen Jahrbuches, Basel. Martin Bub er: Der Heilige Weg. Ein Wort an die Juden und die Völker. Literarische Anstalt Rütten L Loening, Frankfurt a. M. 1919. Der Todesgang des armenischen Volkes. Bericht über das Schicksal des armenischen Volkes in der Türkei während des Weltkrieges von Tr. Johannes Lepsius. Tempelverlag, Potsdam 1919. Ter Neue Merkur. Monatshefte. Dritter Jahrgang., Juli 1919. Herausgeber: L. Frisch u. W. Hausen st ein. Verlag „Der Neue Merkur", München. Der Föhn. Sozialistisches Schulblatt. Halbmonatsschrift des Verbandes sozialistischer Lehrer und Lehrerinnen Deutschlands. (Erster Jahrgang, Heft 7/8, 1919). Drei-Länder-Derlag, München, Wien, Zürich. Dr. Theodor Herzls „Judenstaat". Besprochen von Ahron Mar cus>s. A. 2. Auflage. Verlag S. Marcus, Hamburg 1919. Archiv für - jüdische Famili-enforschungj, Kunstgeschichte -und Museumswesen. Zweiter Jahrgang, Nr. 4, 5 und 6. Verlag R. Löwit, Wien. . Chernth. Eine Rede über Jugend und Religion von Martin Buöer. R. Löwit Verlag, Wien/Berlin 1919.. Max Wolfs, Lernet werden! Gedanken über Kulturentwicklun-g und Kulturpolitik. Preis 4,50 Mark. Der Neue Geist-Verlag, Leipzig.

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