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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1919-09-24 · Heft 39 (24.9.1919) · p. Seite 440

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
83 (1919)
Issue
Heft 39 (24.9.1919)
Date
1919-09-24
Page
Seite 440 (sequence 8)
Language
German
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440 es eilen war,' Jünger herantzubiDen, 'itite,'. Üxlt ibeöi 'fjifer itwordenen Wissensgute gusSerüstft, als geistige Führer "und Leiter eine heilsame Wirksamkeit in Gotteshaus, Schule und Geineindeleben ausüben solltest.' j'\\ J"'.; Fünsundzwanzig Jahre solchem Ziehe gewidmeter ehrlicher Arbeit sind nunmehr vorübergegangen, undauch di-bser bedeutsame Wendepunkt imLebenderAnstält vollzieht sich jetzt still und unbeachtet, ohne jede laute Feierlichkeit, diesmal - freilich hiermit, dem Ernste der s schweren ZeitRechnung tragend. - "/ Andere, berufenere Federn werden aber vielleicht doch nicht diese Gelegenheit^voruberziehen lassen, ohne darauf zu verweisen, was alles an wi sseiischaftlichen Leistungen.innerhalb des genannten' Zeitraumes geschaffen worden, wie es der Lehranstalt gelungen, sich hierdurch zu einer achtunggebietenden Stellung in der Geisteswelt emporzuschwingen, -und darum darf sich Schreiber dieses daraus beschränken, hier bloß einzelne Bemerkungen mehr persönlicher Natur vorzubringen. ,, , , So sehr sich auch Lehrplan und sonstiger Betrieb .der einzelnen rabbinischen Lehranstalten äußerlich gleichen mögen, so kommt doch einer jeden ihre besondere Eigenart zu. Nicht sowohl die Vevschiedenartigkeit des Hörermaterials als vielmehr der Geist der an ihnen wirkenden Lehrkräfte, namentlich des an der Spitze sichenden Leiters, verleiht denselben das gerade ihnen eigentümliche Sondergepräge. Und demgemäß darf behauptet werden, daß es etwas vom Geiste der alten Jeschibah war, den Rektor Dr. Schwarz, weil selbst eine hervorragende und allgemein anerkannte Autorität auf talmudischem Gebiete, in seine Lehranstalt von allem Anbeginn zu verpflanzen bemüht gewesen. Solchem Bestreben kam allerdings auf halbem Wege auch der Umstand entgegen, daß die Mehrheit der Hörer aus talmuldkundigen jungen Leuten Galiziens bestand, die mit dazu beitrugen, wenn oft mehr aus die Vertiefung als aus den Umfang - des durchgenommenen talmubischen Lehrstoffen Gewicht geletzt wurde und die Lösung eines „schweren Maharscho" mitunter reichlicher Zeit und Geisteskraft in. Anspruch nahm, als ihm sonst gebührt hätte. Mit einer Strenge, die allerdings eines gewissen väterlichen Wohlwollens nicht entbchrte, sah der Rektor darauf, daß der Eifer aller seiner Hörer, von denen jeder einzelne hier zur Mitarbeit herangezogen wurde, nicht erlahme, wie ja auch das materielle Wohl und Wehe-derselben hauptsächlich von dem Grade ihrer Leistungen in dem tal-, mudischen Fache abhing. “ ' . : ' Daß unter solchen Umständen auch dis übrigen Disziplinen aui völlig ebenbürtiger Höhe Pit den an den fonftigett rabbinischen Lchranstalten gelehrten sich hieltest dafür burgtefchon die ganze Persönlichkeit auch der anderen Lehrkräfte. - So übten durch ihre lebendig anschauliche Formdie Gefchichtsvorlesungen Prof. Adolf Büchlers, der gegenwärtig bekanntlich als Rektor am Londoner Rabbinerseminarwirkt, ihrebesondere Anziehung aus alle Hörer aus,' und es-hatte seinen besonderen Reiz selbst für jene, denen der Sinn für derlei Forschung abgeht, wie er den sprödesten Stoff zu meistern ui'd dem bekanntesten eine neue'Seite abzugswinnen verstand. Und wenn die Vorlesungen über Bibelexegese und' Religionspliilofophie etwas von der ihrem Wesen immerhin anhaftenden trockenen Eigenart verloren, so erzielte dies Prof. D. H. Müller, dessen vor einigen Jahren erfolgtes Ableben einen allzu schweren Verlust für die Anstalt bedeutete, nicht zuletzt dadurch, daß er sich zu seinen Hörern in ein mehr persönliches Verhältnis zu setzen' wußte. In diesen steinest Borlesungen an' der Lehranstalt streifte er: nämlich den weltberühmten- Orten tälsttest 'check' tpofrüt, - und 'was-' dt ' 'sonst'' an hohen Titeln und Würden besaß,' ganz ab und gab sich gern Äs den gemütlichen Professor" utst» Menschen, der seinen Vortrag rnichr Äs eine Aüssprachö mit Gleichgesinnten und Gleichftehenden hökrÄWte,' sÄtm -durch' ein Mtzwort, durch allerlei hümorvölle'Bemerkstngenzu würzen und anregstngsvoll zu gestalten pflegte. 'Aus solchem vertrauteren Verhältnis heraus etMrt es sich wenn er die Ergebnisse seiner FbrWüngert zu'allererst feinen Hörern,' als dein in feisten Augen' berufensten, kritischen Forum, unterbreitete, und es bereitete ihm offensichtlich keine geringe Genugtuung) als beispielsweise seine bekannte „Strophentheorie" bei jenen ' einer' bewundernd enthusiastischen 'Ausnahme ' begegnete; ' ja sie freute ihn vielleicht nicht minder Äs die rückhaltlose Anerkennung, welche' dieser alle Bibelkritik von Grund auf umstürzeikden Theorie nachträglich' auch zuteil geworden. Ein wenig aus dem Rahmen des Lehrkörpers fiel die Figur des Lektörs Friedmann, ebestso'wohl seiner äußeren Erscheinung wegen, die an den früheren jüdischen Gelrhrterchabitus,' wie ihn' ein Mannheimers' Geiger und Jellmek auftviesen, erinnerte, als auch Der eigenartigen Vortragsweise halber, die in ihrer breit-behaglichen, populären Form eigentlich mehr dem Vech-Hamidrasch-Publikum, vor dem er sonst vorzutragen pflegt«, angepaßt war. Allein weniger dieser letztere Umstand, als vielmehr sein gutmütiges Durch-die-Finger-Sehen war die Ursache, wenn seine MidraschvorlesuNgen, trotzdem gerade sie entsprechend ihrer hohen Wichtigkeit für den zukünftigen Prediger einen intensiveren Zuspruch und Pstege verdient 'hätten, eine gewisse stiefmütterliche Behandlung seitens eines großen Teils der Hörerschaft erfuhren, vor denen sich „zu drücken" diese nicht selten die erwünschte Gelegenheit wahrnahm. Dies mag für den inzwischen gleichfalls Heimgegangenen sicherlich oft als -kränkend empfunden worden sein, aber er hat solchen Gefühlen in seiner gutherzigen Art niemals nachgegeben und an 'den betreffenden m irgendeiner Form hierfür Vergeltung geübt. Dankbaren Gedenkens schweift heute die Erinnerung zu jener an der Lehranstalt verlebten Zeit zurück, und der begreifliche Wunsch drängt sich aus die Lippen, daß der Israelitischtheologischen Lehranstalt auch fernerhin ein volles Blühen und Gedeihen beschieden sein möge. Goethe und die lBifod. s gibt wohl kaum ein Buch, mit dem sich Goethe lebhafter ' beschäftigt und inniger besreastdet hätte, als - dM; Bibest Er...kehrt ,..immer 'M - chr '!'zurück- ''4-Äs " dem-'erquicklichsten^ obgleich hier und dagetrübtest-in die- Erde?'sich verbergenden^ isodM» 'aber Mst siM-frisch'wiWer heW»rsprintzendensL!üellwaffex". 'Hn",,DichtuNtz'Är§ Wsththeik" bMchW-er siMMstSürr stpAls "Knabe immer sind >chmer gelöstst jä^ PH'stsirüstgnMfe, von vorn stacht hinten" undumgekehrt,, mit ihr' ''bekänntMMacht, namentlichdin^ests^gstchtd der 'llpwxkt, wyMen' dasst.stBuch Mösts schildert, sich zu' versenkest gesücht,'sich "in den erssen Büchern des Pentateuchs .unterden ausgebreitetenHirtenstämmen zugleich in der größten Emsainkxit und i st d er. größten Gesellschaft gesunden und manchen Tqg sich iy den Pgxa- - diesen des Orients..ergangen habe. Seine Wertschätzung der -.-Bibel war indes,-.nicht,-immer die gleiche., In.sesgW WMxxrn Jahren, -den« Zeiten; seines MfM.-or; den Wertden Homer für^ die - Bildung dev -MWWhMchabc, - über dbst'des - Alten' Testaments) V Schkießlich jedoch M lsMer tÄltersperiodej -erkannke'-errver MM im BergleichchusastlMen ^WMtstrtn^eistdlevÄdigM WstcküstgskÄstsgÄ, «Kt-Htstchrf

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