Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 83 (1919)
- Issue
- Heft 39 (24.9.1919)
- Date
- 1919-09-24
- Page
- Seite 436 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Margerrkharrs Ppfach ln LettLüerg >ir ppfDische Presse. 7^ Mo r 6 Lcha u besucht^ mit.seiner AorrrmiMon auch Lemberg, NN sich Merdie portbstch P-p^ME.pnh' die WMehWM Mischen Wolem and I udey z^u inforwieren. Mepolni schePresse Hat Worgentha^ ^gehühreM" in ...Empfang genommen, indem sie tGn eine. Denkschrift -über, die /deuLsc^polnischey "Beziehungen/. ln Dft- .gq-lrzien ühep,reichte.. .Diese beginnt mit der Bersicherung? dciß in Ostgalizseu,niemals?tntisem'i'tism.utz geherrscht habe. Nur seit Ä-ü-shruch..des..Krieges haben, die BeziehZungen sich verschlechtert, Md schuldig daxM.siM bse Juden. .'Während,die"Polen ihr" Blut' inder v%mee? vergießen nachten, l>aben die Inden in der Etüppö gedient und,, in Intendantur,. Sie sind auf "Rechnung der Polen reich geworden und Habens sie noch .der Untreue ''Oesterreich‘gegenüber-beschuldigt. Als die Oesterreicher Lemberg zvrückervbert haben, habdn die . Juden die^ Polen denunziert. Jrn Äovembev' vorigen'Jahres .hgben^ die'Juden sich wirklich -als Neutral' erklärt. Gleichzeitig aber haben sie Mit, Erlaubnis der ukrainischen Behörde eine Miliz geschassen,. angeblich für den Selbstschutz. In Wirklichkeit aber haben sie sich an den Kämpfen gegen die Polen beteiligt.' Hierzu kann man noch die Aufregung hinzufügen, die die Juden bei den Polen damit hervorgerüfen haben, daß sie KetLen-haudel betrieben - und Lebensmittel zurückbehalten haben. Nur der hohen Toleranz der Polen wnd ihrer Unfähigkeit, sich.zu rächen, da-es man es verdanken, daß 'sich die Bevölkerung von Lemberg nicht auf die Juden geworfen hat, als-man dieses von den Ukrainern befreit hat. Etliche verbrannte jüdische Häuser und 4vjüdisck)-e Leichemdas ist kein Pogrom, den die Polen auf Juden gemacht haben: nur ein Resultat der unruhigen Zeit und ein Werk, welches Deserteure der ukrainischen Armee ausgeführt haben und Verbrecher, die die Ukrainer aus den Gefängnissen ljerausgelassen haben. Die ganze polnische Bevölkerung hat gegen diese Ereignisse protestiert. In der Denkschrift heißt es weiter, daß die Artikel der. zionistiicfyni Presse, die die Juden gegen die Polen aufreizend auch die Polen gegen die Juden reizen und die Klausel über die Röchle der nationalen Minderheiten die Lage nicht verbessern werden, sondern, im Gegenteil den .wirtschaftlichen Boykott noch vergrößern. Die Denkschrift schließt mit der Erklärung, daß die Elemente im Ausland, welche die Juden schützen, den jüdischen Nationalitäten zu verstehen geben müssen, da sie nicht auf. das Ausland zu rechnen haben; dagegen soll das ,Ausland die Asstmilatore.n stützen und damit deren Autorität bei .den jüdischen Massen, heben.. Nur dann werde die schwere Arbeit des Botschafters Morgenthau, es zu em er Verständigung zu bringen, nicht vergeblich sein. Aus diese Denkschrift hat Professor Johnston geantwortet, daß Amerika, die polnische. Toleranz bekannt ist und man dort nicht zweifelt, daß die ganze-Mhe von.-Moblemen//we(ä)e^n Pylen auf der Tagesordnung stehenzu allgemeinen Gunsten werde gelöst werden,. Der ..Presse, falle jetzt eine große und schwere Aufgabe zu. , Tie -..gesellschgstliche' Diei'nu'n-g' ist jetzt die Herrscherin--der Welt ünd . nimmt den Platz der Könige und Kaiserein. Tieft gesellschastliche Meinung muß die Presse erziehen. Man dürfe nicht, aus. einmal alle' Probleme lösen wollen, 'und vor allem müsse man die Ordnung im Lande aufrechtevhatten,' weil das. Alksland pur.Zutrauen, zu den Staaten '-habe, welche bei ' sich eine Garantie,für das Leben \ini Vermögen der Bürger bieten. Die Jugend,muß gchörig durch die'Schule 'erzogen werden -tmb die Bevölkerung - durch die Presse. Redster ' will Polen mcht. die amerikanisch^- Form auszwingen. Wut dann glaubt er, daß es. Polen nuM schaden luerde, gewisse Beispiele [an Amerika zu nehmen. . Einer der Vertreter der polnischen Presse inachte dann dieKvm- . Mission darauf aufmerksam, daß das Ausland nicht den.-„Jargon" stutzen dürfe, denn es will, daß Polen sich von der deutschen Kultur befreien soll^ ' ' \ .„K, f. d.O. Französischer Protest gjegey die Judenpogrome in Polen nnd in der Ukraine. . / , Auf Initiative, des; „Komitees der "Jüdischen Delegationen"'er- .^LWen dih Mr^utendsten .PerLreter/der pölitischeti^ und wissenschäft- - lichen.Welt, ch Hankreich einen 'Aufkus ctt1 dieMtztrschhertder Mden 7 die; blütißen' Pogrome in Polest' und wesonders in . _'..bex. Ukraine di'e jüdifthe Bebölkdrünch Don vollständiger Vermchtür^g^bedrW:'ist:,-U'n: . Der Appell nimmt, Bezug auf die furchtbaren Pogrome, in. Lein borg, Pinsk,?Lipa' uyd 'Wilna. Er/erwähnt, daß mehi äks hundert Städtein W Wraine/von schrecklichen Pdgrom-enl^trbfsin rvutden, denen, viele.AeHtansen^e. vorr"Jüdest, Küm' OPfer" '.fielen?' üMr diese Pogrchme heißt es in dem. Aufruf: ' / ' /„Die Dage der furchtbarsten Inquisition sind wieverßek-ehtt; denn diese Massakers sind von den' grausamsten Folterungen und von den schrecklrchsteu physischen und moralischen' Martern begleitet?- Der. Ausruf gibt ein herzergreifendes' Bild' über die Lage'der jüdischen Bevölkerung Osteuropas> und sorbert alle Bölker Nus, ihrc Stimme., gegen dich Massakers, zu erheben Jlnd überall. KowitE zuur Schutz der Juden.zu organisieren/ ' Unter den Unterzeichnern ' -des Ausrufs befinden sich: der be rühmte französische. SchrKsteller Anatole France, Mitglied der Academie franMsich Paul Appel l. Hervorragender Wisienschafkler. Mitglied der, Akademie der Wissenschaften; 'Ernest ' L a v i s s e? be rühmter Historiker^ Mitglied der Acahömie fran^aise; A u l ar d l)erv-orragender Historiker,.Professor an der Sorbonne; S -e i g n d b o o. bekannter Historiker,. ..Profesior an der Sorbonne; der Philosop!: Gabrielle Se a i.l l e.s, ^Profejsor.gn der.Sorbonne; Emsle C o m b e $. Senator, früherer , Ministerpräsident.; . Charles ' G. i d e, berühm ter -Rochtsgelehrter;- La r nan de^ hervorragender Jurist, Dekan,'der -jnristijchen-..Fakultät; -Ferdinand. He r o.l d, Vizepräsident der Liga der Vtenschenr-echte; der bekannte Schriftsteller Henry B a r b u s 's e: Albert Thomas, Abgeordneter und früherer M-mister; Gustave Hervö, Herausgeber der Zeitung „Bictoire"; Monzie, Äbge ordneter und früherer Atinister; Abb^ V i o l l e t, bekannt durä seine Tätigkeit in der Dreysuh-Afsäre: Pierre Mille, Redakteur des ,,Temps", und andere mehr. O Politische Deklaration der Zionisten. Die vierte Jahres ko nserenz der Zionistischen Organiftuion in Polen, die in Warschm getagt hat, faßte eine politifti. Deklaration, in der u. a. gejagt wird: „Im Prozeß d.r Errichtung und Konsolidierung des polnischen Staates nehnnu N'ir als Bürger des Landes teil und sind gern' der ei:, an ihm mehr teilzunehmen, wenn von seiten der polnischen Oesfentlichkeit uns nicht neue Heurmungen iw den Weg gestellt werde::. In diesem Prozeß erblicken wir die Verwirklichung der ewigen Ideale der geknechteten und unterdrückten Völker, zu denen bis vor kurzen: auch Polen gezählt hat. Wir finden aber, daß die Befreiung der Völker nicht zur Vernichtung und Unterdrückung der nationalen Vlinoritäten führen darf, unabhängig davon, ob sie. m. kompakten Vcassen in bestimmten Ortschaften leben oder über das ganze Land verstreut sind.. Mit tiefer Wehmut und Erbitterung stellt die Taguun fest, daß noch immer keine. Aenderung in der Stellung zu den Juden zll bemerken ist. Nach wie vor wüten die Exzesse und Pogrome Besonders blutig waren sie in den Städten und Städtchen-des Op gebiets, bk von polnischem Militär erobert wurden. In einer' klener-en und schwächeren. Forrn, aber nicht, weniger vetletzend' für di-.' jiwische N-atioamlehre, ivaren die Hotzro'rne^^ im Lsinde selbst; Nach tuiv vor hetzt der größte Teil her polnischen.Messe ^gcn Äe Duvvnuln^ ./bemüht sich,.waK-pchyiM Half. uMM/gMJe/MelkHf'HberPügel: ' daß die Juden die gefährlichen Feinde "Polens sind ' üMÄe?,,Mischr!'. . Intrigen" -Pie Hauptschuld cm all^M^-eren:-urH., - des Landes - tragen. --Die.vierte .Kvrrferenz der^.HosijDchpn' Mrü: Polens drückt die Ileberzeugung: aus.>haß es,.Wehste'Zeit,.M.Wr ein friedliches Zusammenleben und für eine harmonische AÜtarbeit alic - Bürger des Landes." ' ' & ' '■ AM unb über PalüprAä^ „Times" vom 6. September widmen ' der' v gmge. ekvpS;;'. Mdscheu Hei nies- -m Palästinaeinen besonderen;-Arpit^l. t-Fra:u reich .-wird::- dcrran^ ermnert, daß> indeyr syrischen /Kprchl^- außer Frankreichs.und- England yych>--eM .> Bo-lk,..borHantzen sei,, mit demmap rechlM..rn-üsie.,^ Me^.dj-e...beT , Behandlung.des jüdischen Hxo'bsem^' -f'ra,nzösisch-enHli.säh?'N... .chrfstk)^nrsijelAam^^^ ‘.il!" ...wendM, 'Legreiserr niÄst, wie' ern^L hie Schw'ierlgkörten Arätze-sind Ebenso wichtig ist der füdiW ^^Wsisinkt.: '^Dib'ziottistrMjeMlEunz mit ihren' JdeÄen eines jüdischen' Minies ist ' PaläWa - i st - Du fache undeine Macht, die man nicht übergehen darf. .JhtKMvMd'Pno