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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1919-08-01 · Heft 31 (1.8.1919) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
83 (1919)
Issue
Heft 31 (1.8.1919)
Date
1919-08-01
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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Nauheiul 150, bk Israeli tische Kinderheilstätte zu Königsdorf 300, der Verein 9i<cfi}c 'Jiirtvamim 10 0, der Israelitische Fortbildungs- Verein RUmtefiore 3OO, der Verein Jüdisches Kinderheim 1200, der Verein für Ferienkolonien jüdischer Kinder 12 00, das Jüdischtheologische Leininur zu. Breslau 5 O O O und das Jüdische Kurhospital zu Warmbrnnn 8OO Mark als erste Vale eines größeren Zuschusses. — Durch die starke Zunahme von Beerdigungen hat sich der Nebel stand ergeben, daß auf dein Friedhöfe in Weihensee ein Mangel an richtig vorbereiteten Beerdigungsplätzen eingetreten ist. Es ist unbedingt notwendig, daß dort alsbald die Planierung neuer Felder, die An- , tage von Wegen, die Errichtung von Grenzmauern und das Ausstellen von Schwellenfundamenten für Erbbegräbnisse ausgeführt lvir-d. Zur Ausführung dieser dringlichen Arbeiten wird ein Betrag von 100 000 Mark mit der Maßgabe bewilligt, daß die Verwendung der Gelder im einzelnen denn Gemeindeborstand überlassen bleibt. Nachdem dem Gemeindevorstand noch für eine Anzahl von Re-cL)nn'N'gsa-bjchlüssen Entlastung erreilt worden war, wird die öffentliche Sitzung von Geheimrat Tr. Minden geschlossen. <V»> Berlin, 29. Juli. Ter Verein „L e hrli n g s h e i m Pankow" hielt am 21. d. R!. unter Leitung seines Vorsitzenden, d.'.s Herrn Tr. Rudolf Masse, seine ordentliche Generalverjamurlung ab. Im Aufträge des Kuratoriums erstattete der Schiriftsnhrer, Herr Jnstizrat Kraft, den Venvaltuugsbericht. Er gedachte zunächst des schmerzlichen. Vor Erstes, dender Verein durch den Tod des Herrn Kommerzienrats I. Mandel bäum erlitten hat. Obgleich der Verstorbene erst kurze Zeit dem Kuratorium angehörte, habe er dvö) mir seinem scharfen Verstände, seiner reichen Erfahrung und seinem warm empfindenden Herzen die Ziele des Vereins wesentlich gefördert. Die Versannntüng ehrt das Andenken des Heimgegangenen durch Erheben von den Plätzen. - Sodann en-tivarf der Be richterstatter ein anschauliches Bild von der segei^s reichen Tätigkeit des Vereins, der trotz der Not der Zeit seine Wirksamkeit unverändert fortsetzte. Sind doch die Bestrebungen zur Förderllng des jüdischen Handwerkerstandes wichtiger denn je. Durch die herrschende Tenerimg sind die. Ausgaben gewaltig gewachsen, während die Einnahmen zurnckgegangen sind. Ter Berichterstatter schloß daher mit der herzlichen Bitte, den Verein durch Zuwendung von Geldmitteln zu unterstützen. Hierauf folgte der Bericht der Revisoren. Rach Erstattung desselben erteilte die Versammlung einstimmig denr Kuratorium die Entlastung. Durch Zuruf erfolgte die Wiederlnah[ der turniismnßig ansscheidenden Vorstandsmitglieder. Als Revisorenwurden die Herren Eduard Pincus und Siegfried K a i s e r wiede rgelvnhlk. Tann ivurde der Etat für das Jahr 1919 arigenommen. Hiermit war die Tagesordnung erschöpft, und mit Tankesworten an die Erschienenen schloß der Vorsitzende die Versammlung. In der anschließenden Knratorinmssitznng konstitnierte sich der Vorstand wie folgt: Tr. Rudolf Masse, Vorsitzender; Oscar Tietz, stellvertretender Vorsitzender; Kraft, Justizrat, Schriftführer; Tr. Alt manu, stellvertretender Schriftführer; Georg Lachmann, Schatzmeister, W, Beudlerstraße 8; Max F r a e n k e l; Tr. S. Feist; Oskar Oliven, Direktor; Prof, Tr. Paul Friedrich R i ch t e r; Paul L ö n> e n st e i n; Eduard G r o iu a I d; Ernst W a l l a ch; Geh. Kommerzienrat r o n so h n. E. M. Berlin, 29. Juli. T i e f e i e r l i ch e Amtseinführung des znui Rabbiner der Jüdischen Gemeinde gewühlten bisherigen Oberrabbiners von Straßburg, Tr. Emil Levy, fand am Freitag, den 25.d.M.,in der alten Synagoge statt.. Im Vorrgnm dieses ältesten Gotteshauses unserer Gemeinde vor s>a.m melken sich di e Mitglieder der G e m e i n d e k ö r p e r f ch aste n, der S y n a goge n b c h ö r d e n und der, Sch A! v e r w a ltung, um den neuen Gemeinderabbiner im feierlichen Zuge 31t geleiten. Während der Eher Lewandowstls Vlahtauwn lang, bewegte sich der Zug bis zur Estrade vor der Heiligen Lade, wo der Vorsitzende des Gemeindevorstandes, Geheimrat Tr. Stern, eine Ansprache hielt, in der er Oberrabbiner Tr. Levy namens der Gemeindebehörden herzlich miüfü'inmen hieß. Nicht als Fremder sei der neue Seelsorger in diese Gemeinde gekommen, die er aus langjähriger Wirksamkeit in einer Priva.rgemeinde genau kenne, in der er sich die Anhänglichkeit und Zuneign-ng der Gemeindemitglieder -im ifidy fielt Maße erworben habe, bis er. sich als Feld Prediger dem Baker,- lande zur Verfügung stellte. Ein ehrenvoller Ruf nach -den bisherigen Reichslanden, die ihn zum Oberrabbiner erwählten, führte Tr. L e 0 y nach Straßburg. Als bei Kriegsende dev siegreiche Feind von dem Oberrabbiner Straßburgs forderte, eine Siegesfeier durch eine in der feindlichen- Sprache gehaltene Predigt zuverherrlichen, lehnte Dr. Levy diese Aufforderung als unvereinbar -mit seinem Gewissen ab und kehrte in das deutsche Vaterland zurück. Dieser von Mannesstolz, von vaterländischer Gesinnung und Treue zeugende Schrikt hat die Sympathien der Gemeindebehörden in, hohem Maße erregt, welche die nächste sich bietende Gelegenheit benutzt haben, n,m Tr. Levy in ihren Dienst zu berufen-. Es ist unnötig, einem Abanne, der seit vielen Jahren den hohen Beruf eines Rabbiners ausübt, die Pflichten dieses Amtes im einzelnen darzustellen. „Die Jüdische Gemeinde hat Ihnen als besonderen Wirkungskreis die seelsorgerische Arbeit in unserer Gemeinde zugetoilt. Ihnen wird die schöne Ausgabe erwachsen, die Kranken zu trösten, und die ans Leichtsinn oder Unkenntnis gestrauchelt sind, auf den rechten Weg zurückzuführen. Bor allem aber wird die Kanzel dieses ehrwürdigsten unserer Gotteshäuser, von der allezeit Meister und berühmte Lehrer unseres Glaubens ihre Gemeinde lehrten. Ihnen zur Verkündung des GoUeswvrtes zur Verfügung stehen. Möge die Saat, die Sie streiten werden, Ihnen ertragreiche Ernte bringen." Dr. Levy dankte in bewegten Worten für die Begrüßungsansprache. „Der Entschluß, meine bisherige Tätigkeit zu verlassen, ist keine verdienstliche Tar, sondern ein Akt der Selbste rhaltung. Nie habe ich für unser Vaterland tiefer empfunden lind nie ist-mir die Zugehöri-gkeit zur deutschen Kultur fühlbarer gewesen als in den Tagen des deutschen Unglücks. Tiefe Empfindungen können in keiner Weise dem Abbruch tun, was ich als eigenstes Besitztum an sehe: meinem jüdischen Bewußtsein. T le Verteidigung innerer erhabenen Lehre, die nie schlafende Sorge um die Existenz Israels ist die erhabenste Aufgabe des Juden. Es gilt, im Herzen unserer Jugend die Flammen der Begeisterung zu erweckeii in der Verteidigung unserer heiligsten Güter, im fteten mingen um die sittliche Rettung der Strauchelnden unserer Gemeinschasr. Im Widerstande gegen alles, was schlecht, fnt-mnt oder faul ist, weih ich mich -m-it allen, die reinen Herzens und aufrechter Gesinnung sind, ohne Unterschied der Partei, denn das jüdische reben ist zu reich, als daß es sich in eine Pnrteischablone preßen ließe. Wenn ich mir die herrliche Ausgabe, die momer Harri, vergegenwärtige, halb erloschene Funteii jiioitchen Gefühls zu lodernder ^ianiiiie anzufachen und tränte Seelen autzurlchten chwie Leiden-deii oeczigreyen, .so mochte ich jubeln, lute beneidenswert ist mein Anteil. 00 null ich mein Werr versilchen; möge Gottes Liebe und Treue nur ^ral) und Stutze sein." 'Rach dieser Ansprache setzte neuer bhorgesang em. Tann begann der Gouesdi-ensr. 22 Berlin, 29. Juli. Das Hebräische Sekretariat, Berun, Sächsische Straße 8, plant für Ottober/^lovember d. I. die Eröffnilng eines Hebräischen Seminars in Berlin, dessen Zivecr sein soll, hebräische Sprachlehrer für Deutschland und Palästiim heranznvilden sowie Pylloiogen, Jilristen, Aerzte, Kausleute us'w., die iyren Berils m Palästina hebräisch ausüben wollen, Gelegenheit zu gründlicher Vorbereitiing zu geben. Der Unterricht wird täglich zwei vis drei stunden m Aiispruch nehmen und meyrstundige yausuche Arbeit erfordern. Die Ausbildung wird etwa 1-2 Jahr oauern und von rheorelisch^wissenschaftlichen wie prattischen Gesichtspuntien geleuet weroen. Das ^>chulgelv betragt oO Rkart pro Mvnar. Borattsgesetzt wird die Fahigteit, einen leichten Bibeltext ohne Borberellung aversetzeii 31t tonnen, sowie Kenntnisse der Grunozüge der hebräischen Grauunanr. 'Alle Anfragen, Zuschrlsten nsw. sino zu richten an oas Hebräische Setrelartat der Zivwstlschen Beremigimg für Deutschland, Beralil. w 15, sächsische Straße 8. — Bresrau, ^0. Juli-, un -der „Breslauer Zeitung" vom 5. Juli lesen ioir: Judenhetze in der Schiile. Auf den in unserer RNtlivochiiivrgenniiiiimer veröffentlichten Artitel „Judenhetze in der Schiile" ,oivi.e auf? das Eingesandt in der Dienstagnwrgennummer erividert oas Leyrerkollegium des RealgymnastuiliS am Zwinger folgendes: Tie Anstalt ist weder früher noch jetzt Tummelplatz judenjeuldUcher UmtrteDe gewesen, im Gegenteil ist vei jeder sich bietenden Gelegenheit zu kameradschaftlicher Einigkeit und konfessionellem Frieden geniaynt und vor Störungen gewarnt worden. Vereinzelte Mlle haben stets durch eingehende Besprechungen un Kreise der vetr. Schüler und Eltern ihre befriedigende Erledigung gefunden. Die Wahl der Bertrauensschüler ist geheim. Das Lehrerkollegium enthält sich grundsätzlich dabei jeder Beeinflussung. Bei Schulausflügen hat eine Trennung der jüdischen und christlichen Schüler nie

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