Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1919-05-23 · Heft 21 (23.5.1919) · p. Seite 2

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
83 (1919)
Issue
Heft 21 (23.5.1919)
Date
1919-05-23
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3224737-3229392-3229411--74899-3287375
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

3 ..Tie .Unmevabcn" 3oo l)iavt einmalig. - x\n 'die Armenkommp'fiou tverden p,eiiuil)lt die Herren £tto '15 n i* f cl) mW Tr. (5. Mission wurden getvählt die Herren Otto (5 a r s cl) und Tr. E. T i ei;, in die Ehrenbeamten-Kommission Herr Georg (5 v l) n , in den Vorstand der Thnagoge Levetzotostraße die Herren Georg "B e n d a und Adolf H i r s cl) seid. 22 Berlin, 20. Aiai. Ter Verband der Tentschen n d e n hat in einer Sitzung seines G e s a m t a u s s ch n s s e s am 11. iX M. folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Ter Verband der Tentschen Inden beruft eine allgenteine Versammlung der deutschen Juden zur Beratung aller jetzt wichtigen Angelegenheiten der deutschen finden mit folgendem ersten Punkt der Tagesordnung: Tie jüdischnatlonaien Abwndernngsbestrednngen der Zionisten in Tontschland. - - -)t eligions gemeinden oder Volks gemeinden? 2. Ter geschäftssührende Ausschuß wird beauftragt, unter Anziehung der angeschlossenen und der wichtigen sonstigen Verbände darüber zu beschließen, ob die Versammlung als Hanptoer.sannnlnttg oder als besondere Versammlung (Kongreß) zu berufen ist. 2. Tie Hauptversammlung des Verbandes ist auf jeden Hall zu berufen mtt der Tagesordnung: Reorganisation des Verbandes. A. Berlin, 20. Mai. Tie vor 40 Jahren gegründete Hilfsk a s s e s ü r istaelitis ch e S\ a u t o r e u n n d ft ultns - b e a m t e und d e r e n W i t io e n u n d W a i s e n i n T e u t s ch - 'land (E. V.). Titz Berlin, ftlopstockstraße 38, hatte Ende vorigen Monats seine 30. ordentliche (Generalversammlung abgehalten. Teu Teilnehmern tonnte bekanntgegeben tverden, daß der (Effektenbestand der ftasse sich ans 60 000 Mark erhöht hat. Zugleich wurden von der Generalversammlung Vorschläge zur Erhöhung der Leistungen der ftasse angenommen. Tas Tterbegeld wurde von 73 Mark aus 130 Mark erhöht, der Unterstütznugsbetrag für den Einzelfall von 300 Mark aus 300 Mark. Ter Beitritt zur ftasse kann allen israelitischen ftultusbeamteu warm empfohlen werden. Ter Beitrag beträgt nur s Mart für das Hahr. 22 Berlin, 20. Mai. Am 2 7. vorigen "Monats fand int Vcrwaltuugs ge bä ude der jüdischen Gemeinde, Rosenstraße 2—4, die ordentliche 0*> r it e ralv e r s a tu m l u u g des „Hilfsvereins für die jüdischen Tculbstuuuuen in Teutschlartd E. V." statt. Bor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende, Herr Theodor L ö io e n b e r g , des heintgegaugeneu Vorstandsmitgliedes Herrn Kommerzienrat Mandelbaum sowie der Vereinsmitglieder,' die der Weltkrieg als Opfer gefordert hat. Ihr Andenken wurde hierbei von den "Anwesenden durch Erheben von den Plätzen geehrt. Ter darauf erstattete Jahresbericht zeigt, daß der Verein imstande gewesen ist, allen an ihn gestellten Anforderungen gerecht zu werden, wenngleich mancherlei Schwierigkeiten zu überwinden tvaren. Tas von dein Verein unterhaltene "Allersheim ztt Berlin- Riederschönhausen, ftaiserin-Angnsk-a-Ttraße 37, beherbergt gegenwärtig 2 7 Insassen, von denen eine "Anzahl nicht nur taubstumm, sondern auch erblindet sind. Ten Kassenbericht erstattete der stellvertretende Schatzmeister Herr Ernst Kohn, dem auf "Antrag des Revisors Herr Spandvw, der über das Ergebnis der ftafsenprüfung Mitteilung machte, Entlastung erteilt wurde. Bei den sodann vollzogenen Wahlen wurden die turnusmäßig ausscheidenden Vorstandsmitglieder Theodor Löwen - b e r g , Paul B l a ch st e i n und Eugen E a s p a r h einstimmig durch Zuruf wiedergewählt, ebenso die Revisoren T. Tpaudow, "Alfred E v h n und I. T. H a s s a n. u*. Memel, 16. IMai'. Am 23. v. Bh. waren volle 23 Zähre verflossen. seitdem ft o in m e r z i e n r a t L e o P o l "4 t e r a n d e r znm Obervorsteher der hiesigen Kveis-Tyn-agoaengemei-n-d-e gewühlt.wurde. Zn normalen Zeiten wäre dieser für die Entwickelung der 03entrinde cedentnngsvolle Tag als Treu de tt tag gefeiert toorden, in den gegenwärtig loi'drigen Zeitläniten aber folgten die Gemeindekollegien der inständigen Bitte des allgemein verehrten Jubilars, dem Ernst der Zeit entsprechend, vdn jeder Ehrung und Ovation .abzusehen. Ans die fern Gruttde beschränkten, der Vorstand nitd die Repräsentanz unserer Thnagogengemcinde sich 'darauf, in einer tünstlerisch a-nsgestatteten Adresse (in einer echten Ledermoppe) ihre herzlichen Glückwünsche zutn Ausdruck zu bringen und zugleich dent Jubilar für seine verdienstvolle Tätigkeit den Tank der Gemeinde wie folgt anszusprechen: „Zit diesen langen Jahren ist es Ihnen gelungen, den Zusammenhang der Gemeinde zu erhalten, Gegensätze anszngleichen, tviderstrebende Elemente zu versöhnen uttd Frieden und Eintracht zu belvahren. Als vor einigen Jahren viele unserer Gententdemitglieder von dem Schicksale der Ausweisung bedroht wurden, haben Tie sich mit Energie und Eifer dafür eingesetzt, daß die Maßnahmen rückgängig gentacht wurden, uttd war Jhttett keine "bltihe zu viel undkein Gang zu schwer, mit tut absehbares Unglück abZu.weit.den. Wenn Tie den besten Tank dafür auch in innerer Befriedigung finden, so ist es doch unsere angenehme Pflicht, Ihnen heute den Tank der ganzen Gemeinde ansznsprechen. Tnreh Ihre hochherzige Stiftung für das Jüdische Krankenhaus haben Tie die Gründung und Errichtung desselben ermöglicht, und Ihr Name wird in den Annalen des Instituts unvergeßlich bleiben." Bon weiteren -drahtlichen Glückwünschen! der Gemeindeinstilnttouelt an Kommerzienrat "Ailerander sind hervorznheben: „Znm Jubiläum gratuliert Ihnen sowie unserer Thnagogeugemeinde und wünscht Ihr ferneres glückliches Walten ans derselben hohen Warte wohlauf, segens- und erfolgreich. Ter Verein für jüdische Geschichte und Literatur". „Unserem verehrten Wohltäter znm seltenen Ehrentage die besten Glückwünsche! Hilfsverein für jüdische Arme, E. V., Memel". Hätte sich nicht der Jubilar jeder Feier entzogen, wäre der Tag in weiten Kreisen unserer Bürgerschaft auch außerhalb unserer Gemeinde nicht unbemerkt vergangen. Wie wir hören, hat Herr Kommerzienrat Alexander ans Anlaß seines Jubiläums znm Neubau einer Halle am Jüdischen Friedhof zehnt a n s e n d Mark gestiftet. Mögen dem verdienstvollen Manne noch viele frohe ttnd wirkungsreiche Jahre im Ehrendienste unserer Getue in.de besch t eden sein'. B. Breslau, 16. "Mai. Ter Jüdisch-liberale Jugendverein zu Breslau berichtet über feine Tätigkeit: Tie erste größere Versammlung stit unserem letzten Bericht sand am 26. "März statt, in der der "Vorsitzende des Liegnitzer Jüdisch-liberalen Jugendvereins Herr shul. nt ad. M e tz über „Jüdische Gegemvartsfragen" referierte. Er bezeichnete den gegenwärtigen Moment als eine Tchicksalsstnnde der deutschen Indenheit und begrüßte den Gedanken einer Willenskundgebung der deutschen Juden, die er aber in einem .Kongreß der „sich zu der jüdischen Nation rechnenden Inden", wie ihn die nationaljüdischen Kreise verlangen, nicht anznerkennen vermöge. In der daraus folgenden "Aussprache tvaren alle Tisknssionsredtter sich darin einig, daß wir gern mit den Zionisten einen Kongreß veranstalten ivürden, falls die ursprünglich vorgesehene Formel fällt und die Wahlvorbereitungen von einem Ausschuß getroffen werden, der nicht einseitig zusammengesetzt ist, sondern in dem alle Richtungen vertreten sind, wie es z. B. in dent Verband der Tentschen Inden der Fall ist. Wir beteiligten uns ferner an der Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe der Vereinigung für das liberale Judentum in Deutschland, in der der Vorsitzende des Repräsentantenkollegiums Herr Prof. W v h l a u e r und Herr Rabbiner Tr. Tanger über „Zuknnfts- und Gegenwartsaufgaben" sprachen. Herr Pros. Wohlaner erörterte die Umrisse einer neuen Verfassung der Thnagoaengemeinde, als deren besonders dringliche Ziele er ein demokratisches, nicht mehr an die 'Steuerzahlung gebundenes Wahlrecht, die Vermehrung der Zahl der Repräsentanten und der Heranziehung der Frauen bezeichnete. Herr Rabbiner Tr. Tanger wies in seinen Ausführungen daraus hin, welche Aufgaben das liberale Judentum in den jetzt entbrennenden schweren geistigen Kümpfen zu lösen habe. Deshalb müsse besondere Aufmerksamkeit dem Religionsunterricht geschenkt tverden, der so ansgeübt werden müsse, daß er der Jugendsowohl Wissen vom Judentum als auch Liebe zu ihm einpflanze. - - Am 0. April fand eine Mikgliederversantmlnng statt, in der 23 neue Mitglieder eingeführt wurden. „Ter jüdnehe Liberalismus als Religionsausfassung und Bewegung" lautete das Thema, das sich unser zweiter Vorsitzender, Herr Erich Veher, gestellt hatte. Er legte dar, daß das liberale Judentum, an das prophetische Judentum anknüpfend, in den Vordergrund die sittliche Tat stellt und die rituellen Forderungen nur als Mittel znm Zweck, aber nie als Selbstzweck betrachte. Tie lebhafte Anssprache klang dahin ans, daß es Pflicht jedes einzelnen sei, der ans dem Boden der Entwicklung im J-udenkum stehe, sich der liberalen Organisation anznschließen, und daß es nicht mehr angche, daß man sich auf Berufung seines Tonderstandpunktes von der Gesamtheit abschließe. - - Unser "Verein zählt nun bereits 600 Mitglieder. Tie während des Winters begonnenen Kurse tverden auch im Sommer abgehalten. Auch die sonstige Beretnstätigkeit wird fortgesetzt. Anfragen bitten wir zu richten an die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.