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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1919-05-23 · Heft 21 (23.5.1919) · p. Seite 221

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
83 (1919)
Issue
Heft 21 (23.5.1919)
Date
1919-05-23
Page
Seite 221 (sequence 5)
Language
German
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221 liehen Diskussion steht, ist diese Denkschrift für die Leser deutj scher Zeitungen von besonderem Interesse. Sie festigt in uns die Ueberzeugung, daß es eine Pflicht gegenüber der Zukunft Deutschlands ist, einen Frieden abzulehnen, der den Wilsonschen Leitsätzen nicht entspricht. Die Denkschrift ist unterzeichnet von den Professoren Paul Deussen, Kiel, Rudolf Stufen, Jena, Wilhelm O stwald, Leipzig, Hans Waihingen, Halle, und Geheim. Lberregierungsrnt!b'. 1,. (• Meyer, Halle. >Jc An allem Unheil haben die Inden schuld. Wer hat den Weltkrieg verursacht? Die Juden. Deutschland hat den Krieg verloren: es ist ein Werk der Juden. Die Revolution ist ausgebrochen. Wer hat sie vorbereitet und geleitet? Die Juden. Der Bolschewismus greift auch in Deutschland um sich: die Juden sinid es, die ihn propagieren. Zweihttndert Berliner Kinder werden vermißt. Wer hat sie beiseite gebracht? Die Juden, die ohne Christenblut einfach nicht eristieren können. Deutschland ist gedemütigt und verarmt. Wer freut sich darüber? Tie Juden: denn gegen kein anderes Volk ist die Abneigung der Juden so groß wie gegen das deutsche. Selbst der Antisemitismus ist eine Erfindung der Juden und an seinen Ausschreitungen tragen sie, sie ganz allein die Schuld. Wer das nicht glauben will, der lese die „Post" vom 13. Mai, die ihren Lesern aus „authentischer" Quelle folgendes mitteilt: lieber eine öffentliche Versammlung des Jüdisch-liberalen Jugend- Vereins, die am Sonnabend im Oberlichtsaale der Philharmonie stattfand, geht uns ein Bericht zu, nach dem ein Herr B o g e l st e i n die indische Religion sittlich höher stellte als die christliche und weiter behauptete, der Talmud stelle das edelste Buch dar: das Judentum sei so vollkommen, das; es einen Vermittler zwischen Gott und sich nicht brauche, wie die sittlich tiefer stehende christliche Religion. Durch diese Aenhernngen fühlten sich verschiedene Christen, die der Versammlung beiwohnten, beleidigt. Als sie ihrer Empörung Ausdruck gaben, wurden sie von Mitgliedern des Jüdischen Vereins tätlich angegriffen und mißhandelt. Rur mit Mühe konntet; Soldaten und Polizisten die Ruhe wiederherstellen. -- Es ist in der, Tat unerhört, daß in einer Versammlung von Israeliten, an. der auch Christen teilnahmen, in so ungehöriger Weise über das Christentum hergezogen wird. Dem I ü disch - lib e r a l e tt I u g e n d b n n d kann ntcl)t dringend genug ungeraten werden, iit Zukunft ähnliche Heranssordernngen zt; unterlassen. Ja, ja, was die Juden alles wagen! Nicht einmal das Christentum respektieren sie, und dies alles aus Haß gegen das Detttschtum, auf dessen Ausrottung besonders Herr Bogelstein un>d 'der Jüdisch-liberale Jngen'dbuud es abgesehen haben. < Armes deutsches Volk, du bist zu bedauern! P o l n i s ch e W tt tans b r ü ch e. G r a tt d e n z, 12. Mai. Mit Bezug ans den Protest der Danziger Jüdischen Gemeinde und des Verbandes der Westpreuszischen Syni agogengemeinde gegen die Atlslieferung der Jtlden Danzigs ttnd West-; Preußens tut die Polen schreibt die hier erscheinende „Gazetta! Grndziaska" in ihrer heutigen Nummer: „Die Danziger und die tuest-! preußischen Jtlden habet; es auch für nötig gehalten, gegen die pol- - uische Getvaltpvlitik ztt Protestieret;. Die Lumpen! Polen hat in früj Heren Jahrh.nndertetl ihre Väter vor der Ausrottung tntd Verbrenntmg auf dem Scheiterhattfen durch die Deutschen gerettet. Htm-! derte von Jahren hindurch hat ihnett Polen Schutz und nicht nur! Gleichberechtigung, sondern auch Vorrechte gewährt. Und jetzt hetzt! dieses jüdische Lumpenpack gegen bk Polen und schlendert über sie Verleumdungen über angebliche (!!) Pogromttnd Gewalttaten. Offenbar muß man die Inden toie Hunde behandeln, so tvie sie von den Russen und Deutschen behandelt worden sind. Dann würde man augenscheinlich ihre Liebe gewinnen/' Aus Budapest wird uns unter dem 10. Mai gemeldet: Die Budapester Abendblätter veröffentlichen honte eine sensationelle Enthüllung eittes groß angelegten Pntsches der gegenrevolutionären Kreise unter Führttng des Oberstleutnants Dormandv. Die Gegettrevolution sollte mit einem großen Pogrome beginnen. Tatsächlich waren bereits vor eitrigen Tagen att vielen Straßenecke!; Plakate erschienen, die zu Pogrotnen gegen die Inden anfgereizt habet; und fälschlich im Namen der Arbeiterpartei gefertigt waren. Die Führer der Verschwörung rekrutieren sich fast attsschl.kßlich aus antisemitischen Kreisen. Die Verschwörer haben im Einvernehmen mit den Rumänen gehandelt. Die meisten Führer der Verschwörung sind verhaftet. * Die Lage der Juden in Polen gestaltet sich immer trauriger. Es vergeht kein Tag, an dem nicht in irgendeinen; Orte dieses noch im Entstehen begriffenen Reiches Exzesse gegen die Jltden stattsinden. Die Polen weihen ihr neues Reich mit jüdischem Blute und vergessen, daß es eine Entgeltung, daß es einen Gott gibt, der auch vergossenes jüdisches Blut nicht ungerächt läßt. Die letzten Nachrichten lauten: Neue Pogrome in Polen und Westgalizien. Warschau, 3. Mai (Spezialber. d. K. f. d. O.). Ans Lublin enltveffende Reisende berichten über schwere Ausschreitungen, die dort anläßlich der militärische!; Aushebung polnische Rekruten gegen die jüdische Bevölkernug begangen haben. Tie Exzesse begannen an; Donnerstag, den 24. April, an welchen; Tage, bereits tt; früher Stunde, die Polnischen Rekruten, die jüdischen Geschäfte in der voll Inden bewohnten Gegend von Ljtibartowska ttnd m der Krakauer Vorstadt Plünderten, die jüdischen Passanten unßhandelten. Der iunner anwachsende Hanfe begab sich darauf nach der Zamojska und Foksalna, wo die Plünderungen der jüdischen Geschäfte von neuem begannen. Vorbei gehende Inden tvurdet; mit Stöcken und Ei senbar reu schwer tttißhandelt. Au; folgenden Tt;g>e, Freitag, wiederholten sieh die Erzesse in noch schärferen Forttreu. Jüdische Geschäfte wurden geplündert. An; Bahnhof nahmen polnische Ingendgrnppen Aufstellung, wo sie die jüdischen Reisenden überfielen und blutig znrichtetet;. Zahlreichet; Jtlden wurden die Bärte atlsgerisfet;. Erst um Mittag griff die Miliz tmd Gendarmerie ein, die die Ordnung lviederherstellte. Die Erregung der jüdischen Bevölkerung, ist -unbeschreiblich: turnt befürchtet regelrechte Pogrome. Die „Dwa-Grosze" stellt die Ereignisse in Lublin so hin, als hätten die Juden die Polnischen überfallen, tmd spricht von jüdischen Erzesset; tntd jüdischer Provokation. Dagegen berichtet die in Lublin erscheinende polnische „Ziemja Lnbelska" wahrheitsgemäß, wenn and) unvollständig und zurückhaltend, über dem antisemitischen Charakter der Exzesse. Tie Ausschreitungen dauern fort. K a t a tt, 5. Mai (Spezi albe rieht d. K. f. d. O.h Die Krakauer Zeitungen veröffentlichen lange Verzeichnisse der in Lublin verwundeten Inden, unter denen sich viele Schiververwundete befinden. Der Schaden beträgt mehrere Millionen. Schuld an bei; schrecklichei; Ausschreitungen trägt die Hetze der polnischen Presse. Der Klub der polnischen Sozialdemokratie (P. P. S.) hatim Warschauer Landtag wegen der Lnbliner Vorgänge interveniert, indem er eine Intervention einbrachte, in der es u. a. heißt: „Die Polizei trat den Räu-berei>en und Schlägereien nicht entgegen, die Gendarmerie hinwieder eiferte ztl Ntihhattdlnngen der Inden an. Die Volksmiliz erhielt det; Befehl, die Kasernen nicht ztl verlassen." Pogrome in Westgalizierr. Krakau, 10. Mai. (Spezialbericht d. K. f. d. O.j. In Racs z o w fand atn 3. m;d 4. Mai ein großer Judenpogrom statt. Große Menschenmengen sanmteltet; sich und beklagten sich beim Rlagistrat tmd der Bezirtshauptlnannschaft über die Lebensnrittelverhültniisse. Die Beamten erwiderten. Lebensmittel seiet; bei den Inden reichlich vorhanden. Darauf Plünderten Patrouillen systematisch die jüdischen Geschäfte n.nd Wohnttttgen. Kein Geschäft zwischen Bahnhof und Grunetvaldgasse blieb nngeplündert. Die Jtlden, die den Plündernden in die Hände sielen, wurden blutig geschlagen- und beraubt. Bisher sitt/- j (K) Verwundete, darunter viele Schwervenoundete gezählt. Die Türen der Bcthänser tvurden mit Aexten eingesch taget; und Eisenstangett

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