Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 83 (1919)
- Issue
- Heft 19 (9.5.1919)
- Date
- 1919-05-09
- Page
- Seite 201 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 84% known words query
- IRI
…/3224737-3229392-3229409--74860-3287334- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Mohses Mar Schlesinger ist es um das Monopol als Lieferant zu tun: daß er dasselbe so ohne weitere Umstände von Cobenzl begehrt, läßt vermuten, daß er mit dem Grasen auf gutem Fuß gestanden. Sein aus Mannheim vom * 22. August 1748 datiertes Schreiben lautet folgendermaßen: „Euer Hochgräfl. Er. zu schreiben nehme mir darum die Freyheit, nachdem Euer Hochgräfl. Er. mir gnädig erlaubt haben bei vorfallender Occasion mich an Euer Ex. unterthänig 31t melden. Nun habe hiermit ganz unterchänig bitten wollen, nachdeme ich heute von denen Bonnerjuden Baruch Alleari, welcher mir von Euer Hochgräfl. Er. puncto der Rußiscken Lieferung gnädigst aurecommandiert worden, worauf ich wie schuldig mit unterthänigen Respect den gnädigen Befehl gehorsamst und ihme für all andern einen Nutzen aar gerne zueignet, wenn nicht ein Contre Ordre wegen Maschirung deren Troupen ergangen wäre, die ohnvermiltblicke Nachricht erhalten mit dieser Erpression, daß er die Gnad gehabt Hütte von Euer Hochgräfl. Er. die Nachricht unter 18. dieses zu erhalten, daß wirklich die Rußen widerum weiter in das Reich zu marchiren die ordre erhalten. Run bab ich vor nöthig erachtet Ueberbringer desselben meinen Oa^siren per exnressurn an Euer Er. abzuschiken mit ganz unterthänigen Bitt hochdieselben wollen gnädigst aeruhen von dero unteraebensten Diener die hohe Gnad zu haben prot. mir durch Ueberbringer dieses die gnädige Nachricht ertheilen zu lassen, ob es dem also seve u. wie weit dieselben marchiren sollen, pro 2do mir in dieser aelegenheit dero gnädiae protection, damit nicht wie aemeiniglich in derlei occa^iouem zu geschehe Psleaet Ein oder andere Beeinträchtigung entstehen möge, gnädig widerfahren zu laßen u. im Uebrigen Ueberbringer dieses gnädig anrecommandiren wollen, Ibme mündlich in Gnaden an,zuhören n. das weiter nöthige von ihm zu vernehmen, für welche Gnad ich in ganz untertihäniaen Relvect. usw." Ein weiterer Brief fofat am 17. Februar 1719. Er bat folgenden Wortlaut: ..Euer Hochgräfl. Er. unter abgewichenen 28. nbri« gnädig an mich erlassenes habe zur ^eit mit geziemender Devotmn erhalten, .worinnen hochdiesclbe mich e'msoliret, da^ Sie d^u verlangten Ertrakt nicht schiken können . . . Mann nur aber der iüngst allhier angekommene Eoilrir die zeitliche Segnung weiland des Herrn Bischöfen zu Würzburg mitgebracht, so zweifle ich nicht. Euer Hochc-räfl. Er. werden bei diesen Umständen sattsam occasion finden in obaedacht mein untertbäniges Verlangen Gnädige mention zu machen, worumben ich mein vorheriges Bitten multiplicire und mich dessen ganz sicher getroste, annebens auch habe pro memoria unterthänigst beibringen u. eriudern wollen, wie daß bei meiner jüngsten anwesenheit in Frankfurt, da ich gerade gehabt mit hochdenenselben zu sprechen u. Euer Er. aus einer vor meine Wenigkeit gezeigten guten Intention vor gut befunden haben, daß bei herankommenden Würzburgerangelegenheiten, mir nicht schädlich sehn dürfte, eine tour dahin zu machen, daß wann also beh bevorstehend sothaner Veränderung Euer Hochgräfl. Er. diese ohnveränderlicke Meinung annoch vor mich hegen u. meine Wenigkeit in ein u. anderen gebrauchet werden könnte, in Gnaden auf mich zu reftektiren, wo ich sodann auf hohen Befehl mich m allen vorfallenheiten mit vollkommenster ohnermühdeter Begierde anheischig mache u. der Wink von Euer Hochgräfl. Er. mir in was immer es sehn u. meine geringe Eapacität zu verrichten, nn Stande ist. ein Speciälbefehl sehn solle in der unterthänigsten Zuversicht dero hohe Gnade ferner theilhaft zu werden mich submissenst empfehle u. verharre, usw." Aus dem vom 23. März 1749 aus Wien datierten und nach Frankfurt adressierten Schreiben Schlesingers erhellt, daß ihm bei dem Wahlgeschäst zu Würzburg eine Rolle zugeteilt worden ist. Es lautet: „Euer Hochgräfl. Er. in hohen Gnaden an mich unter 28. passato habe mit unterthäniger Devotion erhalten und zu meiner unendlichen Consolation das gnädig gute andenken daraus ersehen, obschon hochdieselbe die Würzburger akkaire in favere Euer churfürstl. Gna- . den zu mayntz Meines gnädigsten Herrn in etwas schwehr zu sehn scheinen will, habe ich nichts desto weniger Euer Hochgräfl. Ex. weltkün'dige Dexterität zum Grundsatz meiner Hoffnung und ist mir probmäßig zur Genüge bekannt wie die allerschwehrigste Geschäften durch hochdenen Selben gering gemacht werden können, in welcher qna-lität ich umso weniger zweifeln kann, daß mein gnädigster Churfürst n. Herr nicht vor alle andern Compendents renssiren sollten, ich hoffe also ehestens sowohl in dieser hochwichtigen akkaire, als auch waß mich betrifft, mit Euer Hochgräfl. Ex. Gnadenreiche Nachricht begnädigt zu werden, ich aber reconunandire mich in tiefester submifsion zu allen hochderoselben vorfallenheiten, und wünsche nur occasion zu finden meinen unterthänigsten Diensteifer mit der würklichkeit probiren zu können, u. mit aller schuldigen Devotion verharre unterthänigst, usw." Lazarus Salomon berichtet dom Grafen aus Bürgel am 30. März 1752: „Euer gräflichen Ercellenz dienet hiermit zur Nachricht, von wegen die Liebereh. welche ich in zeit einen Monath versprochen Habe zu liefern, so lebe in der Hoffnung dieselbe noch weit oherider zu liefern. Hierbeh übersende Ihro Hockaräft. Er. das munster von tüch und treffen, welche ümb 10 Prozente besser feh als die vorher gewesenen Liebereh. Dem Himmel ist bekannt, alß ich mehr mnb Ihro gnad als umb den gewinn diene, wann ich Ihro Excellenz mit mein blüt dienen könnt, so wer es nicht mehr als meine Schuldigkeit. Bitte dero wegen Ihro Hochgräfl. Er. werden an Die Tressen Ihre Pitschast anlegen, welche ihne anständig sehn, wie audi mir Nachricht zu geben wie viel tuech und futter. alle auch viel Ehlen Tressen und wie viel Ehlen Damast und Sammet sie haben müssen zu die Lauferkappen. Euer Ercellenz und gnädigsten Herrn fußfälliaster Diener der da bitt mit Frau n. Kinder vor ihr langes Leben." Am 17. April 1752 folat das folgende Schreiben: ,.Ibr liebliches Schreiben habe mit höchster Contentirung erhalten, hiemit übersende den Damast usw., zu die laufer CaPPen habe cospere lkostbare?) streif machen lassen, ich versichere Euer Hochgräfl. Er., daß die Rezept, womit Ihro 6 Bedienten sollen curirt werden, habe an gewisse promokirte doctonr gewiesen, welche mier gesagt, man könnte ihro 7 damit curiren, die Tressen weren folge, wie vorwichen aemelt habe, der Himmel gebe mir das Glück ihro hochgräfl. Er. ferner zu dienen. Hiermit verharre mein hochgräfl. Er. fnßfälligster Knecht, usw." Am 3. August 1752 berichtet Salomon über eine Kornnnd Pretiosentieferung: „Dem Himmel ist bekannt, alß ich nrir allezeit vor ein recht alick wünsche umb Ihro Er. zu dienen. Den ersten Brief, so ich nacher Wien geschikt ist wider Ulrückkommen, meine Uhn-Kösten sehnd hält umbsonst bitte derowegen Ihro hochgräfl. Er., indem ihne mein Zustand bekannt ist, ich weiß doch auf dero Welt kein besseren Herrn von Justiz vor mich zu finden. Eurer Ercellenz fllßfälligster Diener, usw." Den Beschluß macht ein Schreiben aus Bürgel vom 29. Oktober 1752: „Ob zwahr mit Schmerzen eine Assignation nacher Frankfurth vermachet bis dato aber keiner gnädigen Resolution gewärtige! worden. Euer Er. kann meine gegenwärtige Betrananiß nicht genugsam beschreiben, doch aber Ehe Ihro Er. von dero plaisir eine Minute verhindert sehn sollen, werde ich solanger in getult verharren. Dein lieben Gott ist bekannt, daß nicht aus gewinn, sondern mir altem zu