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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1919-04-11 · Heft 15 (11.4.1919) · p. Seite 2

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
83 (1919)
Issue
Heft 15 (11.4.1919)
Date
1919-04-11
Page
Seite 2 (sequence 14)
Language
German
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jü-dlschen Schule, der Vorstand der Slstragögiengelneinde Posen- .als die -gLjLtz-Ucye unö berufene Vertretung der jlwischen Einwohner Posen s gehört morden. Die R^präsentantenversammLüng biAigt. den Befchltuß des Vorstandes, der Ar die Erhaltung der Si nrültanschnle und' gegen die derzeitige Errichtung eiM1:-jÄ^schen SclMte Stellung nimmt." — Die Repräfentantenverfamirtlung beschloß die Einsetzung eines aus zivei Vorstandsmitgliedern und orei Repräsentanten bestehenden Ausschusses, dem die Ausgabe zu fallen soll, in jüdischen, insbesondere auch m jüdisch-politischen Angelegenheiten für die Gemeindekörperschaften mit den zuständigen Behörden zu verhandeln. ' Der Ausschuß hat das Recht, stch durch Znwahl von Gemeinde- Mitgliedern zu ergänzen. — In einer gutbesuchten deutschen Wahlversammlung gab Rechtsanwalt Reh ab folgende Erklärung ab: „Die Ausführungen, die die Redner über die Gleichberechtigung der Konfessionen gemacht haben, werden :n den Reihen unserer jüdischen Mitbürger gewürdigt werden. Wir sprechen Oie bestimmte Erwartung aus und haben nach diesen Erwartungen das feste Vertrauen, daß die politisch rechts- . stehe ndeu Mnguever der StadtverordnetenverjammlunI jeden Antisemitismus von stch weisen. Wir ziehen einen scharen. Drennungsstrich zwischen uns und den vöationatjuden. Wir vertrauen, daß alle deutschen Kandidaten' auch die Imeresfen der jüdischen BevölLeruug wcrisruehmen, und sind überzeugt, daß. die füdlsct>en Rtirgilieder der deutschen Liste mit derselben Soldstverstandlichreit die allgeänemen deutschen Interessen oervreren werden, Sie werden das nur Entschiedenheit, aber in dem versöhnlichen Geiste tun, der ein srredliches Zusammenarbeiten mit den polnischen Dtitvurgern ermöglicht. Wir werfen die. Behauptung des Jüdischen Wahlausschusses Zuruck, daß die .Interessen des.Handels und des Geweroes und die Renate der Juden . nur durch die Kandidaten der jüdischen Liste gewahrt werden tonnen. Wrr richten daher von dieser stelle aus den Appell an die jüdischen Wähler und Wäl)lerinnen, am Wahltage ihre Pflicht zu tun und ihre Stimme nur der X'ijte Gut sehe zu geben." c/g Breslau, 4. April. Das Jüdisch-theologische Seminar (Fraenckelsche Stistung) verfendet folgendes Verzeichnis der Vorlesungen sur das Sommersemester It-lv. Im Svmmersemester illlv werden bei uns solgenoe Vorlesungen gehalten: i. Hebräische Elementargrammatik: {Jur dre Vorbereitungs- und die Unterabteilung, 2 Stunden: Dr. Hernemann. 1t. Brbelexegefe: a) Auslegung oes Pentateuchs: 1. Für die Vorbereitungs- und dre Unteravterluiig, rursoriscye Lektüre des Pentateuchs uno der Haftaroth, 2 Stunden: Dr. Heinemann; 2. Für die Oberabteilung: Wissenschaftliche Auslegung oes Pentateuchs (Leviticus, Schlup), 2 Stunden: Prosesfor Dr. Braun, b) Pentateuch-Kommentare: l. iyux die Unterabteilung: Lertüre auSgewahlter Stellen aus Rafchis Pentateuch-Kommentar, z Stunden: Professor Dr. Brann; 2. {yuc vie Oberabtetlung: Ivn Esras uno vtachmanrS Kommentar zur - Genests (Fortsetzung), 2 Stunden: Prosesfor Dr. Brann. e) Auslegung der Propheten: 1. Für die Vorbereitungs- und die Unteravreitung: Kursorische lertüre des Buches Josua, 2 Stunden: Dr. Lewkowitz; 2. Für die Oberabteilung: Wissenschaftliche Auslegung des Propheten Jeremias (Fortsetzung-, 2 Stunden: Prosesfor Dr. Brann. 111. Datmudstudrum: 1. ^üt die Vorbereitung^ avteilung: a) Einführung in das VerfrarwnlS der Mtschna (Bava tamma), 2 Stunden und der Gemara (Baba bathra), 4 Stunden:. Dr. Lewkowitz; b) Einführung -in das .Gebetbuch, 2 Stunden: xx. & e w towi tz. 2. Für Die Unterabteilung: a) statarisch Traktat Kidduschin, 6 Stunden: Dr. Hei ne mann; b) kursorisch Traktat wtegillay, 2 Stunden: Dr. Lewkowitz; e) Schulchan aruch Orach Eha-stm, 2 Stunden: Professor Dr. Brann. 3. Für die Oberabteilung: a) statarisch Jebämoth, 6 Stunden; b) kursorisch Traktat Baba bathra, 2 Stunden; c) Tur und Schrtlchan aruch, Jore Dea, 4 Stunden; 6) Evtl, eine systematische Vorlesung: Seminarrabbiner Dr. H orovitz. IV. Jüdische Geschichte: a) Literaturgeschichte der nordsranzösischen und deutschen Juden (1040 bis 1250), 2 Stunden; b) Historisch'diplonmtische Uebüngen an den Handschriften und Urkunden der Seminarbibliothek, 1 Stunde: Professor Dr. Brann. V. Religionsphilosophie: a) Geschichte der jüdischen Religionsphilosophie, Teil I: Die hellenische Religionsphilosophie, 2 Stunden; b) Uebüngen über die „Weisheit Salomos" und das „vierte Makkabäerbuch", 1 Stunde: Dr. Hei neman n; e) Ethik und Religions- Philosophie Spinozas, 2 Stunden; ä) Lektüre von Spinozas Ethik, 1 Stunde: Tr. L ö lv^ow t tz. Vl. Homtletrk: «.) Homiletische Lektüre:' Besprechüng -kieüerer lvertvoller Predigten, 1 Stünde; b) Homiletische Uebüngen, 1 Stunde: Dr.^ Hei nein an n. Vll. Pädagogik: Methodik?' und? DidWAMsN jMschen Religionsunterrichts, 2 Stunden:-Professor Dr. Eim il.,. Allf. Vorlesungen werden unentgeltlich gehalten. Den Studierenden aller Fakultäten steht es frei, an einzelnen Vorlesungen teilzunehrnen. .Es ist Dazu die s Anmeldung beim Vorsitzenden oes Lehrerkollegiums und die Erlaubnis des betreffenden Dozenten .erforderlich. Beginn sämtlicher Vorlesungen: Donnerstag, den 1. Mai 1919. Das Lehrerkollegium des Jüdisch-theologischen Seminars: Professor Dr. Brann, zurzeit Vorsitzender. ' er. «Slogan, 4. April. Ein f e i e r l i ch e r Bi t t göttesdienst für die Kriegsgefangenen fand vorletzten Mittwoch, vormittags 10 Uhr, in unferer Synagoge statt. Die Feier wurde nach dein Präludium mit Psalmenvortrag eröffnet. Der Synagogenchor trug den 23. Psalm vor. Hierauf folgte die Predigt des Rabbiners Dr. Lucas, dre in die Mahnung ausklaug, nnt allen Kräften oeizusteuern, daß dre Rot der Kriegsgefangenen gemildert werde. Rary der Predigt wurde ein Bittgebet für die Gefangenen gesprochen, das in hebräischer Sprache zu oresem Zweck versaßt war und dem eine deutsche ueoersetzung beigegeben wuroe. Den Schluß der Feier buoele das rn unserer Gemeinde erngesührte Friedensgedet. r. Magdeburg, 4. April. Zu Ehren oes Justizrats I. Eh ö y te. der, wie vereits mitgeteilt, nach Berlin üvergefteoelt tsl, sand eine Avschieosfeier statt, bei welcher Gelegenheit durch die verschiedensten ^unogebungen zum Ausdruck kam, welcher Hochachtung und Liebe oer Scheidenoe hier sich zu erfreuen halte. Zustizrar Ehoyte war 2i) Jahre Vorsitzender der Repräsentanlenversammlung, 15 Jahre rcuece er den Lneralurverein, mehrerere Jahre die Israelitische Beerdigungsgesells'chaft und gehörte anderen Vereinen als Vvrstanosuno Ausschußmrtglied an. Auf den verschiedensten Gebieten hat er uveraus segensreich gewirkt. In all den Ansprachen und Adressen wuroe das eingehend betont. Vorstand und vtepräsenrautenverlammlung widlnecen ein kunstvolles Gemälde, das die ^laot Magdeburg, die Tratte j-erner Wirksamkeit, darsiellr. Der Literakürverein hatte schon kurz vorher eine Iustizrat-Eyoyte-Stiftung ins Leven gerufen, o:e zur Ausgestaltung der Vereinsvibliorhek orenen foll; die Veerorgungsgesellschaft üverreichte eine Prachtvibel. Auch autzerhalv oer rüeugwnsgenosfenschafk wuroen dem scheidenden ^iusmertfamveiren zureil. So erhielt er von den Richtern des Amtsgerichts :>teustaor eine ehrende Anerkennung in Form einer Aoresse, und voll <'er Anwaltschaft durch eine Avoronung einen stlbernen Poral mti Widmung. Zum Schluß wünschen wir dem verdienten Akanne.all oer Seite seiner verherungswürdigen Gattin zur Freude seiner ^iinder, Enk-ol uno zahlreicher Freunde einen ungetruvten Levensaveno ad multos annos. KLeipztg, 4. April. Die Hochschule für Frauen in Leipzig hat eine Anzahl von Vorträgen veranftaltei, in denen oie Frauen über die Grundlagen des politischen Lebens ausgeklart werden sollten. Zu diesen Voriragen wurde auch der bekannte „Hammer Ankifemir Theooor Frikfch zugelassen, der über die Äcinelstanospat^.eu sprach und oie^Gelegeuyeit benutzte, auch die Iurenfrage in sernem Srnne in den Kreis der Betrachtungen >zu ziehen. Gr yar, nach dem Zeugnis mehrerer christlicher uno jüdischer Frauen, in seinem Vorirag unbewiesene Schmähungen aus das Judentum tu sialttlcher Zahl gehäuft. Rabbiner Dr. Felix Gold mann har darauf m ernem Schreiben an den Verwaltungsdirektor der Hochschule, Dr. Prüfer, gebeten, in den Zyklus auch noch einen vcher-- iwen Vortrag üver die Iudensrage eurzureihen. Dr. Prüfer hat diesen berechtigten Wunsch abgelehnt mit der Begründung, die Vortragsreihe sei bereits abgefchlossen; außerdem sollte nur über politische Parteien gesprochen werdendas Judentum könneaber nicht als solche angesehen iverden. Dre Begründung ist, wie wrr kaum herborzuheben brauchen, ganz und gar nicht stichhaltig. Ein Vortrag über die Judenfrage hätte sich mit Leichtigkeit noch einflechten lassen, insbesondere da Rabbiner Dr. Goldmann sich bereit erklärt hätte, einen geeigneten Redner nachzuweisen. Ferner müßte nach den Angriffen des Herrn Fritsch ganz von selbst die verlangte Genugtuung gewährt werden, daß die Zuhörerinnen von einem geeigneten Redner dem Zerrbild gegenüber ein. wirkliches Bild von den deutschen Jllden erh'alten.

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