Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 83 (1919)
- Issue
- Heft 15 (11.4.1919)
- Date
- 1919-04-11
- Page
- Seite 152 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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ihM-viyeni: Teil ühevirdischer.Lebenskraft, eine Seele, ein26). -.Mit dem am 'Schlüsse des sechsten Tages entstandenen Menschen war dasgrohe Schöpfungswerk vollendet, und Hott übersahalles, waser gemacht, und fand-es schr gut. Unter dem'Worte „alles,-was ev gemacht", sind nicht bloß alle ,nunmehr geschaffenen. Werke, alle in Erscheinung getretenen Gesetze-und. Kräfte Al berstehen; Gott , sah dies alles, noch beborreK sichtbar ward: Das Wort „alles, was er gemacht" besieht sich vielmehr auf die Entwickelung des Geschaffenen, nitf das noch Kommende, auf etwaige neue Naturerscheinung geä, die'alle dein ersten Schöpfungswerk entstammen und auf : ihsti beruhen"). ' „Und Gott sah, daß alles schr gut war." Alles, auch die Leidenschaften, ohne die der Mensch keine Ehe schließen, keine Familie bilden und keine Gesellschaft gründen würde; sehr güt/ Aüch die Leiden, die den Menschen nicht 'selten zur Selbst- Prüfung. zur Ein- und Rückkehr, zur Wiedererlangung der Seelenruhe'und seiner-verlorenen Menschenwürde führen; sehr gut schließlich auch der Tod, der für den Menschen zuweilen eine Erlösung vvnden ihn umlauernden Versuchungen, bildet.; eine Befreiung aus den ihn heimsuchenden Leiden, Qualen und Schmerzen2?). ■ . Noch aber war der Mensch allein; unter allen Geschöpfen, die ldie Erde bevölkerten, gab es kein einziges, das an Schönheit und Würde ihm gleich war, so daß die Engel bald in den Irrtum verfielen, ihn als ein überirdisches Wesen zu betrachten und ihm Kädosch - heilig zuzurufen^). Da sprach der Ewige: „Es ist nicht gut, daß der Mensch allein bleibe"/ nicht gut für ihn und nicht gut für die Welt; denn wer allein, ohne Frau lebt, lebt ohne Glück, ohne Freude nnb ohne Segen, und alles um ihn ruft: Lastet ab von dem Menschen, besten Leben, tzinem Hauche gleich, spur- und achtlos vorüber geht (Jefaia 2, 22). „Und der Ewige ließ den Menschen in einen tiefen Schlaf fallen, entnahm ihm eine seiner Rippen und bildete -apaus ein Weib, die Eva. die die Mutter aller Menschenkinder werden sollte." Gott schuf die Eva nicht aus dem Kopfe des Adam, weil dies sie gar zu eitel hätte machen können; nicht aus seinen Attgen/ denn diese führen zur Lüsternheit: nicht aus feiner Zunge, um ihrer Geschwäkigkeit einen Riegel vorzuseben; nicht ans seinen Ohren, damit sie nicht neugierig überall hinhorche; Nicht aus seinen Händen, aus daß sie nicht wahllos nach allem und jedem greife: nicht aus feinem Herzen, um ihre Eifersuchtsgefühle abzusckwächen: auch nickt ans seinen Füßen, damit sie n'ichb überflüssig nmherlaufe: Gott schuf sie mir aus einer Rippe-des Mannes, die sein Herz bewacht und schützt, damit sie-künftig wie ein schützender Engel an feiner Seite wandle und mit ihrer Liebe'ihn -und sich selber beglücke'"). Nun war-der Mensch) ans Mann und Weib bestehend, vollkommen und zur Erfüllung seiner Aufgabe, die Erde mit gleichen'Wesen zu bebvlkernr geschaffen. 'Mäm erkannte baK;'daß Eva Fleisch vonseinem Fleische, ein menschliches Wesen^wlt' gleichen Gefühlen Und Regungen wie er sei"), -und er nannte sie, weil sie von ihm, dem Mann,;Mch" genannt, genommenüvorden war, „Jscha" - Männin. . ©djt ntotu', , ' Svhar. B'reschit. ':JVlPKHSn ffNÄL' bs Xi. TOT "VDX ^>ie 'xb^lh VAnrr-l'Zib' oTS xiiü''■'“cnx ibni : : "; " ' .xb^ 1'T' xb -fl? Xiii'x-s-i -*) Genesis rabba K, 9. -))' ) - - ^'Ü»Ä?8. tjrrcb' wssi'AiGn 'Sxbv'M M>a»iot 63». % LAX XStt? Ibbö» nOTb TOT :v *mn bs übr % inm rrnpns xb) irrri nisra Der Ewige aber sprach: Ich kröne euren Bund als Mann und Frau: fc?''X und h-,VX, mit meinem Namen -s'. möge er euch als Hort des Friedens und Ouelle des Segens durch das Leben begleiten, Doch hütet euch, ihn zu entweihen und nehmt euch ja in acht, daß er nicht aus der Mitte eurer Rameri schwinde und sie in VX Feuer verwandle) das euch gegenseitig verzehren würde"). Am siebenten Tage war das Schöpfungswerk vollendet. Gott segnete diesen Tag und heiligte ihn, denn an ihm ruhte er von allem Werke, das er mit der Eigenschaft und Bestimmung erschaffen hatte, JilOTb fortzuwirken, sich fort» zuentwickeln"). Der Ewige, vor dem es weder Mühe noch Anstrengung gibt, der nur sprach und die Welt entstand, kündet von sich, daß er am siebenten Tage geruht habe, trat dem Menschen, der nur zu Mühe und Arbeit geboren, von seiner Arbeitskraft abhängig ist, aufs eindringlichste einzuschärfen, den Sabbat als absoluten Ruhetag zu weihen und zu heiligen, um dadurch zu seiner eigenen wie zur Erhaltung der Welt beizutragen"). Der Sabbat, den kein anderer Tag ersetzen kann"), wird darum xobjH XTID’ die Grundlage, auf der die sittliche Weltordnung aufgebaut ist, genannt und bildet einen Abglanz der Ruhe und des Friedens, die die Menschheit in der kommenden Welt erwarten"). „Was ist der Unterschied" — fragte einst Turnus Rufus, der Statthalter von Palästina, den Rabbi Akiba — „zwischen dem Sabbat und den anderen Tagen der Woche?" Die Antwort des Rabbi Akiba lautete: „Welcher Unterschied ist zwischen dir und den anderer! Menschen?" „Das weißt du nicht?" - - entgegnete jener erstaunt — „dem Kaiser gefällt es so." „Auch unserem Gott" — versetzte Rabbi Akiba —, „gefällt es so"); er hat den Sabbat gesegnet und geheiligt und zum Wohle des Menschen eingesetzt." Als zum erstenmal die heilige Feierstunde des Sabbats angebrochen war, sprach dieser: „Herr der Welt! Jeder Tag, den du erschaffen hast, bildet mit dem ihm folgenden ein Paar, nur ich stehe allein da." „So möge" — erwiderte der Allgütigc — „Israel dein Partner sein. Schließt miteinander ein Bündnis für ewige Seiten und kündet gemeinsam der Welt, daß ich ihr gütiger Herr und König bin."") Line Llterkrrse. Von I. L. Caragiale. Aus dem Rumänischen von Elias Nacht (Berlin). €t eiba Zibäl, der Gastwirt aus Podeniff, erwartet, in 4^, Gedanken vertieft, in der Gartenlaube vor dem Geschäfte die Postkutsche, die schon seit längerer Zeit ankommen mußte; es ist eine Verspätung von einer Stunde. Zibals Leben ist eine lange, freudlose Geschichte; trotz.seines jetzigen Fiebers ist es für ihn immer wieder ein Vergnügen, die Hauptabschnitte seines Lebens der Reihe nach noch einmal durchzugehen. *0 Jalkut Schimoni, B'reschit. ") Siehe Abew Esra zu Genesis 2. 3. ") Jalkut Schimoni, B'reschit. :m) Ibid. ") Svhar B'reschit: -nx-! XfcbjH XöiH :*7) Sanhedrin 65b. 38) Genesis robbet K. 11. Ein Dorf in Rumänien.