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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1919-04-11 · Heft 15 (11.4.1919) · p. Seite 148

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
83 (1919)
Issue
Heft 15 (11.4.1919)
Date
1919-04-11
Page
Seite 148 (sequence 4)
Language
German
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148- Wekt Sättig ln;>te Augen zu streuenerklärte -das Regierungsblatt, wenn die Juden -nt-dem Gesetz nicht zufrieden seien, so könnte man das rurrEmsche Sprichwort befolgen, welches besagt, daß. man den Unzufriedenen die Gcche zu^ückmmryt. Für die.romanische RegieruW - bedeütet also dieses gänzlich uNAuWngliche Gesetz bloß ein großmütiges; Geschenk, das sie den Jirdsn macht, undgufÄs sie eigentlich kein Aw recht habeü.'-'Me-ruimLtHche-Ju^svatze'^^ als gelöst anzUpchen sein, weM die :völlig^-' aMonbWsche -MleichberMstiguE'M die Juden zür Tät^ geworden ist." il'"-" >.' - ' - Die rumäniWe JudenfrageÄuf d^er F^riedeü-skonsere niV Jomt Fd-teign Commiittee, Board ds DelpiMeA und Angl-o Jewish Äsiociakwn überreichten der FriedenÄkonferenz' em-^-besdnde-es'Mlemiorandüm" LLer^ Rruw-äin-len. " In diesem Menwran-- dumwird sestgestiellt, die rumänische' Regiierung habe immer ihre Verträge bezüglich der Juden .gebrochen, und -das Dekret vdm 13,7 Januar 1919 sei ohn-c> MaLtischen. Wert. ' Am SchluH dos WeMiora'Ndüws wird gosagjt,. ^div «.ganze Welt -sei-, einig mit dem rumänischen JudonLnm im Prolterst getzen. dieses Dekret Und.'fordere den. Friedenskrongreß zur Annahme -folgenden Vorschlages' auf: ' Alle in Rumänien, gc-borenen und wohnhaften Juden werden M Bürger des Landes anerkannt mit Ausnahme derjenigen, die bei'auswärtigen Konsulatenregistriert! sind und -auswärtige StäatsästgehörigMt besHen. Bei der V^weigernngl der Bürgerrechte muH die 'rumän.ische- Rogievung ^den Beweisfür die fremde Staätsüngehörigkeit / derGesrichsteller kiefern: . Der „Neuen Züricher Zeitung" witd von -der italienischen GMze, M. Marz, gemeldet: ' Sowohl.. dke'^Dkrtekilu-n-g der kleinasiatischen Mandate als die' Einkeilirngr; ,fe afia'krsthen Türkei in provisorische Besetzar'NgsgMete^ durften .durch den Beschluß dos 9tates der Zehn, ' eine'' rnteralluerte 'Studi-enLömmiision nach' Kleinasten ztt entsenden/' auf urtbestimmte Zeit verschoben worden srim Der BcWnH, Kleinasienwie einen unbekannten Erdteil zu erforschen, ish wie aus Pariser Informationen «der Mailänder Blätter heryovgcht, nicht zuletzk aus die englisch-französische Rivalität zurückzuführen. Er bedeutet einen Kornproiniß, mit dem sich die bejden Rivalen zufrieden, geben, obwohl er jener Scheu vor bindenden Entschlüssen entsprangt der die Hauptschuld an der Verschleppung der Friedensverhandlungen Peigemessen wird. England befürwortete die „Forschungsreise", weit vorläufig die seiner Politik günstige Verteilung ' der militärischen Kräfte in Kleinasien erhalten bleibt. Während England die Geb von Konstantinopel bis Konia, von Smyrna bis Bagdad-und:.von Aleppo bis zur ägihptischen Grenze mit einem/Netz von Garnisonen überzog, bestehen, wie der „Corriere della Sera" mitteilt, die französischen Streikräfte nur aus zwei Bataillonen Algerischer Schützen, zwei Arrnenierbataillondn der Orientarmee, drei Schwadronen. Spahis und zwei - Batterien Artillerie. Abgesehen -von Eilicidn, Syrienund Palästina, liegt »n ded' gänzen asiatischen Türket die Verwaltung'' in den Häncen englisckM Beamter. "r; ' r Frankreich verfolgt diese britische Regsamkeit mit den Blicken 'HÄ/'bedrohten '' 'R'ivülen.. In 'deü 'jüngsten' Mystischen Unruhen er- & den Beweis, daß der von England geschaffene ünd^ geför- '^rte''MyäräbisrWs^m^ nur^ die sranKstschen' Rechte aus Syrien, sonderu auch engijsches Besitztum bedroht. Aber nickst einmal diese Gefahr vermochte England von./feinem Programm abzubringen. Frankreich.. änve.rseihs' Hatte. GruÄ, die. P^t-agüN'^ definitiver Beschlüsse Mer Kleinasien zu' unterM^n^ n^U ihm die. Regelung der '..heutsM^' . liegt.''Äachhxr ' wjrtz., es.. grMre. Beipegungsfreihelt. besitzen einem Verbündeten gegenüber,. ans. dessen -UnLerstÄpunges.vorlaut ist.. -Italien verspricht sich -von der? ..Vertagung ins-afern! .Vorteileäls -.«dadurch vernnltlich die . Lösung --er adriatischen Differenzen beschleunigt wird. - Die italienische Presse begrüßt die Entsendung einer StudienkommMom auch deshalb, WM M über den Wert wirres MfäMg'^M übertragenden Mätokischerr Matt^ zu erhärten hofft. Um vie Rest-LÄrket. Berm , ü^ApriL --7 - : ,>Temps^ zufolge'.Hat: die -MLkei„deM.Mgljsi^n„^w^KWWA^ nischen, dem sranzösischen^und rdew -Wliestischeu. .OberhM-mUar - in Kanstcurtinopel ei-^e.-Mnkjchrift,.üherreichh..ip.der sie Kch.chif,,der freien Durchsährt durch^n Bosporus und die DardaneÜen. ch Kriegs-, und Frndenszei.ten erHverMn^ erklärt/Ferner wird^^ statistisch nachgewiescn, haß ^-in'. ü'Mn" WÜ-äjelß'^es^ -bsMantfchül''''NriDs' die tWisch^ Bevölkerung in' ded^^ Mehrheit^ sei',' uild ängÄMdiW dÄß'DÄM^N, Armeniern, Juden lisw'. wertgehend^Aütonömie gewährt werden'soll. Komain Kolland i,n ,-Jean Christof" über Iüdett und Mdenmm. /|\ bigen Titel führt eine fesselnd und - warmherzig geschriebene Abhandlung von HMrn Rabbiner;Dr. I. Z i e g lex (Karlsbad), die in Blochs „Wochenschrift^ erschien ist und nun als-Separachaddruck in Broschürenform vorliegt. Der Verfasser hat sich der' dankenslwerten Mühe unterzogen, die vielfachen AeußerunMn im ^Iean- Ehristof" Mer Inden und Judentum als Teil für sich znsarnmeWnstellen und zu be, sprechen. „Wenn Romain Rolland", bemerkt Ziegler treffend, „inbezug aus jüdisches Wesen und jüdische Art mehr als einmal schlecht gesehen hat und manches Wort nicht widerspruchslos hingenommen werden kann, so sind doch seine Aeußerungen über Juden und Judentum von großem und dauerndem Wert." Die vielfachen Urteile über jüdische Probleme, wie sie im „Jean Christof" gefällt werden und auch den Lesern dieses Blattes nicht unbekannt sein dürften, „zeugen", wie Ziegler in seinem Vorwort sagt, „von einem tiefen Eryst, durch den er so unendlich weit die Masse der Dichter und Schriftsteller hinter sich läßt, die mit beleidigender Oberflächlichkeit zu dieser brennenden Frage unseres Zeitalters das Wort ergreifen." Nach einem kurzen Ueberblick über den Lebensgang Jean Christofs führt Ziegler den Romanhxlden noch einmal an unserem geistigen Auge vorüber, wobei alle uns besonders interessierenden Momente, die uns mit Rollands Anschauungen über Juden und Judent-um bekanntmachen, wiedergegeben werden. Fast alle Fragen, die die „edelste aller Rassen" berühren, werden im „Jean Christof" erörtert und in der leidenschaftlichen, stürmischen Weise Jean Christofs -oft treffend und richtig, mitunter auch ungerecht behandelt. „Er hatte", wie Rolland sagt, „eine recht starke Dosis Vorurteil mit der iiiuttermild) eingesogen. Er liebte die Juden nicht, aber die Antisemiten liebte er noch weniger. Diese Masienseigheit, die gegen eine mächtige Minderheit äusstand, nicht weil sie . schlecht, sondern weil sie mächtig war, diese Herausforderung aller niederen Instinkte der Eifersucht und des Hasses stieß ihn ab. „So hielreu ihn schließlich die Juden für einen Antisemiten, die Antisemiten für einen Juden." (II, 172.) Auch Jean Christofs Liebe zur Bibel, deren Schönhei? seine Künstlerseele berauscht und deren ewige Wahrheiten ihm bis ans Lebensende Trost spendeten, führt uns Ziegler in einem besonderen Kapitel vor Äugen. „Der htzrbe Hauch, der aus dem Men Buche, stiege enitfachte in Christof neues Leben: der Wind vom Sinai, von der weiten Einsamkeit und dem mächtigen. Meere-fegte die-Miusmen'fort . ... Er sah sein Elend -und feine Verlassenheit^ aber er schaute 'ihnen ins Gesichts Die Verzagtheit war vorüber,-.- nur eine männliche Schwermut blieb ihm zurück« er wiederholte sich Hiobs Wort: „Wenn- Gott mich tötet, lasse ich' nicht ab, auf ihn zu hoffen." (11, 18.) , Mährend' Christofs Freund, der zarte, musikalisch außerordenLich begabte Olivier Jeannin, der in jeder Hinsicht einen, Gegensatz, zu, dem,, rchsigm, kraftstrotzenden,..wildstürmischen .Christof bildet, den. Gott der Bibel „einen alten.

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